Geschichten:Der uralte Bund - Anaxagoras Weg

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Markt Randersburg, Ende Hesinde 1043 BF

Anaxagoras machte sich auf dem Weg zur Unterkunft der Amseln. An jeder Kreuzung und an so manchem Laden schaute er sich unauffällig um. Seine Mutter folgte ihm unauffällig eine Straßenlänge entfernt und achtete auf Leute, die ihm folgten. So wie er sich die Leute besah, die hinter Mutter her sein könnten, wenn er an einem Geschäft hielt und vermeintlich die Auslagen begutachtete. Anaxagoras besah sich einen Moment das Gasthaus und die Fenster ihrer Wohnzimmer, bis er sah, wie Mutter in der angrenzenden Remise verschwand. Einen Moment schaute er noch, ob ihr jemand folgte. Dann ging er über die Straße und hinein.

Den Wirt grüßte er freundlich und fragte nach, ob jemand für die Familie da gewesen, sich erkundigt oder etwas hinterlassen hatte, was der Wirt schüttelt mit einem Kopfschütteln verneinte. Bei einem kurzen Plausch erkundigte er sich, ob der Wirt auch so viel Probleme mit dem Personal hatte, wie andere Gasthäuser in der Stadt, was der Wirt ebenfalls verneinte, sein Personal arbeitete nach seinen Angaben schon seit vielen Jahren für ihn. Sowohl im Goldenen Stiefel, als auch einem weiteren Gasthaus, waren die Bediensteten durchgebrannt. Sehr zum Nachteil der Gäste. Er hoffte das in Rakuls Ruh alles in Ordnung war. Dabei schaute er sich die anderen Personen, die sich in der Rakulsruh herum trieben, aufmerksam wie immer an.

Nach dem Plausch mit dem Wirt ging er zu seinem Zimmer hoch, öffnete die Tür einen Spalt und schob sich hindurch. Erst prüfte er das sorgfältig hinterlassene Chaos. Lag das wie achtlos herumliegend platzierte Hemd Madaras auch noch dort hinter der Tür? Oder hat es jemand beim Öffnen der Tür verschoben. Waren die Schlafalkoven noch geschlossen? Auch an den Fenstern prüfte er kleine Dinge, die achtsam platziert wurden, um ein Eindringen schwer vertauschbar zu machen. Lag die Attrappe von Mutter noch wohlbehalten in ihrem Bett? Anaxagoras bewegte sich mit großen Schritten durch das Zimmer, um nichts in diesem Diorama zu verändern. Aus seiner Kleiderkiste kramte er das Gewand Macabros hervor und verstaute die Utensilien des Jahrmarktzauberers, in dessen Rolle er so gerne schlüpfte, in einer Tasche. Dann verließ er das Nest der Amseln wieder und schaute, das alles wieder an seinem richtigen Platz war. Er drückte sich durch den Türspalt und verließ das Gasthaus in Richtung Phextempel.

Dort betete er kurz in der Sakrale für sein Glück und spendete einen seiner Ringe, den er in Perricum erworben hatte, als er dort vor geraumer Zeit von Bord ging. Auf dem Vorplatz des Tempels suchte er im Anschluss die Gauklertruppe, die er heute als „Macabro der Wandelbare“ gerne wieder unterstützen möchte. Ihrem Werber schlägt er vor, beim Königlichen Wägevogt Germuth von Königslinden für ein Vorspiel vorstellig zur werden. Der eitle Pfau wollte sich vielleicht mit einer guten Vorführung am Vorabend der Hochzeit wichtig machen und etwas springen lassen. Der Werber der Truppe sollte dort schnell vorstellig werden, bevor es Andere, mit weniger Talent tun. Er müsste nur noch kurz etwas essen und sei in einer Stunde wieder zurück.

Seine Schritte führen ihn zügig zum Goldnen Stiefel, wo er sich einen Tisch geben lässt und eine tierlose Speise bestellt. Dabei fragt er den Wirt, ob er Josmine von Grevinghoff heute schon gesehen habe. Er sei mit ihr zum essen verabredet, doch die Grevinghoff war nicht erschienen.


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Der Amselmagier sollte recht behalten. Wägevogt Germuth von Königslinden engagierte mit Freude die Gauklertruppe und ließ sich nicht lumpen. Als sich Anaxagoras als Macabro der Wandelbare mit den anderen Gauklern auf den Auftritt bei dem Königslinden vorbereitete, lief einer der Straßenjungen, die der Magier dafür bezahlte, die Augen offen zu lassen, keuchend auf ihn zu.

„Mein Herr“, der junge atmete schwer, „Euer Zimmer … es hat gebrannt.“

Der Magier ging in die Hocke, um mit dem Jungen auf Augenhöhe zu sprechen. „Oha! Ist jemand verletzt worden? Ich hoffe das Feuer ist unter Kontrolle?" Der Magier kramte in seiner Tasche nach Münzen. "Weiß man, wie das Feuer ausgebrochen ist?“

„Bei einer Durchsuchung durch die kaiserliche Garde!“, sagte der Junge mit gedämpfter Stimme und griff begierig nach den Münzen.

Er, gab dem Jungen noch sehr viele Münzen mehr. "Es ist wichtig, dass sich schnell in der Stadt verbreitet, das die Bekenner versucht haben, die Familie Amselhag zu verbrennen und die Seneschallin versucht, es mit der kaiserlichen Garde zu vertuschen … und das niemand von Rang und Adel mehr sicher ist. Schaffen das deine Freunde? Fangt beim Haus des Wägevogtes von Königslinden an, diese Kunde zu verbreiten. Danach wendet euch an diese Schreiberlinge, die überall in der Stadt zu finden sind. Die schreiben alles und von denen könnt ihr für eine gute Geschichte sicher noch mehr Münzen herausbekommen und anders lassen sich die nächsten Opfer dieser Mörder wohl nicht schützen. Wenn jemand nachfragt, sagt einfach ihr habt die Gardisten bei der Untersuchung belauscht und gehört, das die Amselhags einer Mordserie auf der Spur waren, die vor den hohen Gästen vertuscht werden soll. Nun sind sie wohl selbst Opfer der Bekenner geworden, die die Hochzeit stören wollen. Für so etwas Aufregendes lassen die Schreiber gerne etwas springen. Hauptsache, die Adeligen bekommen Angst und geben auf sich acht." Der Magier zwinkerte dem Jungen zu.

Der Junge nickte eifrig.
„Dann mal los und viel Erfolg!“
Nach dem der Junge gegangen war, zog sich der Magier zurück um zu meditieren. Wenige Sekunden später flatterte eine Amsel in Richtung des Zimmers, das von so hohem Interesse war und überflog erst einmal umsichtig das Gasthaus um sich das Szenario aus der Entfernung zu beschauen.


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Die Amsel flog zuerst zur Remise und schaute sich aus dem Gebälk erst einmal an, ob die Kutsche noch dort stand. Alles schien so, wie die Amseln sie verlassen hatten.

Dann segelte die Amsel einmal zum Fenster des Amselnestes und setzte sich kurz auf den geöffneten Fensterrahmen um zu lauschen und zu sehen, was darin los war. Drinnen war keine Menschenseele. Wie es schien, wurden die beiden Fallen des Amselmagiers in seinem Bett und am Schreibtisch aktiviert. Dadurch musste es zu einer starken Rauchentwicklung gekommen sein, das zumindest ließen die Rußspuren vermuten. Der Sessel war umgestoßen und das Unterfutter aufgeschnitten. Die Vorhänge des Himmelbettes waren zurück geschlagen. Sonst konnte die Amsel nichts auffälliges erkennen.

Die Amsel flog einmal auf den nahen Schrank und schaute sich das Zimmer genauer an. Den Fluchtweg durch die Fenster immer im Auge. Dann schwang sie sich zum Baldachin des Bettes. War nur der eine Sessel aufgeschlitzt? Wenn wirklich alles Leer ist und nichts weiter auffällt, schaute sie sich den Sessel genauer an und pickte etwas an dem Innenfutter, ob dort etwas versteckt war.

Wie es schien, wurde auch das Sofa verrückt, vielleicht um darunter zu schauen? Der Sessel hingegen wurde umgestoßen. Die Naht war ein einer Stelle offen, dahinter war nur die Polsterung und das Innenfutter zu sehen, die dort ein wenig eingedrückt waren.

Da die Amsel nichts besonderes im Zimmer fand, segelte Anaxagoras lautlos noch mal kurz über die Köpfe der Gardisten und landete dort kurz auf einem Sims, um zu lauschen, ob die was tuschelten.

"Ich würd ja mal wissen wollen, was die da im Amselnest gefunden haben" - "Schien wichtig zu sein, der Hauptmann war ganz schon aufgebracht."

Dann erkundete das Vöglein noch die Umgebung der Remise und schaute, ob diese bewacht wurde. Ebenso schaute es sich an, ob eine Fluchtgasse zum Phextempel frei war. Da alles sauber war, landete die Amsel kurz auf dem Wagen; schaut sich um; verwandelte sich zurück, zog sich schnell was unauffälliges an und nahm den Nähkoffer von Mutter, einen Astraltrank und ein paar wichtige Sachen.


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Autor: Amselhag