Geschichten:Trügerischer Schein - Teil 70: Auf verborgenem Posten I

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Auf verborgenem Posten I - Auf leisen Sohlen


Baronie Wasserburg, Später Praios 1034 BF


Der Morgen war erst angebrochen, als die Späher der ungleichen Streiterschar getrennt voneinander die Stadttore passierten, und jeder nach seinem Gutdünken die Aufgabe anging. Der Weg in den Hafen, führte sie weitab der Prachtbauten der stolzen Stadt. Das einfache Volk hatte bereits sein Tagwerk aufgenommen. Innerhalb der Stadtmauern war die Luft noch unerträglicher. Hier, wo die Winde von Mauern und Häusern abgebremst wurden, hielt sich der ungute Geruch der Kloaken. Tausende von Fliegen bevölkerten die Stadt und Ratten huschten durch die einfachen Viertel.

Ihr Ziel war es sich erst einmal in der Stadt kurz umzusehen und zu hören. Sie wollten getrennte Wege gehen, waren sie sich ohnehin eher fremd und noch dazu so ungleich, dass sie eher auffallen würden, wenn sie gemeinsam auftraten.

Der Hafen war mit Sicherheit der belebteste Platz zur dieser frühen Stunde, und sowohl der Raulsche Waldläufer als auch der nebachotische Jäger konnten ziemlich ähnliche Auskünfte bezüglich des Verlaufes des Flusses und möglicher Anlandungsstellen erhalten. Wo der eine feixende Antworten und viel Erfolg beim rahjagefälligen Stelldichein geerntet hatte, wechselte beim anderen bare Münze den Besitzer und zufriedene Mienen bei beiden Beteiligten kündeten von einem fairen Handel.

Die Ordensritter und Leomara ritten indes nicht getarnt in die Stadt und fragten recht offensiv an der Hafenmeisterei nach Vorkommnissen. Sie hielten auch nicht damit hintern Berg, dass man wieder vor hatte, gen Perricum zu reisen, da man dort eine Spur hätte, die man in Verbindung mit neuerlichen Vorkommnissen am Darpat zu verfolgen gedachte. Nach einer kurzen Rast in einer Taverne, wo vor allem die Frau des Ordensritters Unswin ordentlich zulangte, ritten sie wieder von dannen. Erst ausserhalb der Stadt und nach Sicherung der Lage, wollten sie in die Wälder am Raschtulswall abbiegen, um ihren Warteposten einzunehmen. Allerdings machte ihnen das einsetzende Gewitter einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Der unerfahrene Knappe Leomaras hatte sich und den rutschigen Untergrund unterschätzt, sodass er und seine Stute ins schlingern und trudeln geraten waren, auf dem unbefestigten Weg, den man nehmen wollte. Wahre Sturzbäche ergossen sich, und hatten Geröll und Schlamm gelockert, was die arme Stute fast zu Fall, und Thorendin auf den Hosenboden beförderte. Das Pferd, so stellten die fachkundigen rasch fest, lahmte, und guter Rat war teuer. Man beschloß sich also unweit der Stadt erst einmal unter zu stellen, bis Rondras toben und Efferds Wasser ein wenig nach ließen, damit man weiter reiten konnte. Doch es wurde bereits dunkel, als sie endlich weiter reisen konnten, und die Hauptsatdt hinter sich wähnten.



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Texte der Hauptreihe:
Pra 1034 BF
Auf verborgenem Posten I
Morgenstunden


Kapitel 74

Auf verborgenem Posten II