Geschichten:Trügerischer Schein - Teil 83: Die Schlacht am Darpat VII

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Baronie Wasserburg, am Ufer des Darpat, später Praios 1034 BF


„Was geht da vor?“, knurrte die Kapitänin der Selene, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. 
„Seht dort!“, rief plötzlich einer ihrer Matrosen. „Sie geben Entwarnung. “
Omen kniff die Augen zusammen und sah neben dem großen Feuer – anscheinend stand einer der Wagen in Flammen – einen kleineren Lichtpunkt. Jemand gab ihnen mit einer Sturmlaterne Lichtsignale. „Sie wurden angegriffen, aber sie scheinen die Lage unter Kontrolle zu haben", murmelte ihr erster Offizier aufmunternd. Doch Omen war noch nicht überzeugt. Wie hatte sie überhaupt jemand – vor allem bei diesem Wetter – aufspüren können? Aber wie dem auch sei, sie mußte eine Entscheidung treffen. „Legt ab!“, befahl sie den Seemännern auf dem Beiboot, die sich daraufhin grimmig – mit der letzten Ladung – von der Selene abstießen und auf das Ufer zusteuerten.

„Schiff klar zum Gefecht ihr Landratten!“, befahl die Kapitänin darauf. Sie wollte nicht noch eine Überraschung erleben. „Macht die Hornissen bereit und holt mir Sardis hier rauf! Vielleicht brauchen wir ihn und Shedir noch!“

***

Endlich sah Kraven sein Ziel und griff sofort an. Ha! Was für ein Möchtegernmagier! Erst hatte er versucht ihn mit einem Blendzauber zu belegen, aber das war bei ihm nicht so leicht, er – Kraven - hatte seinen Geist gestählt, ihn konnte man nicht so leicht verzaubern! Er hatte schon gegen bessere Zauberer gekämpft. Und diese magische Rüstung, die er hatte, würde ihm nichts bringen, nicht bei seiner Waffe! Er würde dann eben nur noch fester zuschlagen. Dieser Jungspund versuchte sich mit dem Schwert Kravens Angriffe zu erwehren, doch wurde er immer schwächer und seine Paraden langsamer. Kaven lächelte. Dejala hatte ihm wohl mit ihrer Giftklingen gekitzelt. Das würde es ihm nur einfacher machen.

Kravens nächster Schlag entwaffnete ihn und ein Tritt auf sein Knie beförderte ihn zu Boden.

Das Gift zog Gerions Kraft förmlich aus dem Körper und nun lag er im nassen Sand und blickte auf. Kraven stand vor ihm und zog ein brutales wirkendes Messer mit einer gekrümten Klinge und einer gezackten Rückseite.

"Du hast schöne Haare. Ich werde sie mir behalten", sagte der Schmuggler und griff nach dem Schopf des Magus.

Doch Gerion sagte nichts. Er sah wie ein Nebachote plötzlich hinter ihm stand. Kraven mußte sein Blick gefolgt sein, denn er blickte sich um. Doch konnte er dem Krummschwert das auf ihn zukam nicht mehr gänzlich ausweichen. Gerion sah wie der Nebachote Kraven am Arm traf und dieser zunächst von Gerion abließ und zurückwich, um sich wieder in eine Position für einen Gegenangriff begeben zu können.

Gerion begann einen Zauber zu sprechen. Kraven mußte sterben! Das hatte Gerion beschlossen. Und bei den Göttern, Gerion mußte sich beeilen. Kraven hatte sich wieder gefangen und trieb nun seinerseits den Nebachoten vor sich her. Gerion hob seine rechte Hand zur linken Schulter und wollte sie schon vorschnellen lassen, um seinen Zauber zu wirken, als er bemerkte wie dieser Kraven geschickt ständig den Nebachoten zwischen sich und Gerion hielt. Verdammt!, schoß es Gerion durch den Kopf, dieser Kerl hatte wirklich Erfahrung im Kampf mit Magiern und nutzte diese eiskalt aus. Gerion war sich sogar sicher, dass der Nebachote nur noch lebte, weil Kraven ihn als lebenden Schild nutzte. 
Ein Schmerz durchzuckte den Magier … Das verdammte Gift wirkte immer weiter und er mußte den Zauber fallen lassen, verlor er doch für einen kurzen Augenblick die Konzentration ...

Hamas war jetzt nur noch ein bis zwei Schritt vor ihm als Gerion sich wieder sammelte und versuchte seinen Zauber zu wirken. Unter größten Anstrengungen versuchte er sich zu konzentrieren, doch das verdammte Gift ... Endlich, ja, es schien zu gel … 
Als Gerion einen Schmerz in der Bauchgegend spürte. Hamas war weiter nach hinten getrieben worden und jetzt über Gerion gestolpert. Brutal stieß Kraven die Spitze seines Axtschaftes in Hamas Gesicht und ließ den Nebachoten damit jäh aufheulen, bevor er für immer verstummte.

Gerion wollte etwas tun, mußte etwas tun … Doch selbst die Glieder gehorchten ihm kaum noch, geschweige denn, dass er die Konzentration für einen Zauber aufbringen konnte. Sollte er so enden? Er sah noch wie Kraven auf ihn zukam und ihn erneut am Schopf packte. Dann zog der Söldner den fast gelähmten Magier unter dem Toten an den Haaren hervor und ließ ihn jäh zu Boden fallen. Kurz sah er sich um, wie es um die anderen stand und war zufrieden.

Masiak hatte einen der Nebachoten gebunden und trieb ihn in die Mitte zu den Wagen. Die der Bewusstlosigkeit nahe Rothaarige wurde ebenfalls in die Mitte getrieben. Rotes Haar … Das würde ihm – Kraven - auch gefallen …
 Ein Ritter brach gerade zusammen und die beiden anderen scheuchten seine Leute ebenfalls in der Mitte zusammen, wo sie auch die Kleine vom Wasser hin trieben, sowie die verbliebenen Nebachoten. Kraven hielt kurz inne, seufzte dann und schlug Gerion brutal die Faust gegen die Schläfe, so dass dieser fast gänzlich das Bewusstsein verlor, dann packte er ihn wieder an den Haaren und schleifte ihn in die Richtung, in der die übrigen Feinde zusammengetrieben wurden…

In diesem Augenblick landete das Beiboot der Selene und weitere Matrosen sprangen mit gezückten Säbeln und Entermessern an Land und eilten zu ihren Gefährten, um gemeinsam mit den nun aus ihren Verstecken kommenden Schützen, den Kreis wider den Angreifern enger zu ziehen … Jetzt waren es wieder nahezu 4 dutzend Feinde die mit gezückten Waffen und angelegten Armbrüsten gegenüber standen ...




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Texte der Hauptreihe:
Pra 1034 BF
Die Schlacht am Darpat VII
Die Schlacht am Darpat VI


Kapitel 87

Die Schlacht am Darpat VIII