Benutzer:Nimmgalf von Hirschfurten/Geschichten

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Standzugehörigkeit

Bei der Überlegung welchen Stand ein Charakter denn hat, sind einige Aspekte zu berücksichtigen. Hier sollen nun die Voraussetzungen geklärt werden, die erfüllt sein müssen, um einem Charakter einen bestimmten Stand zuzuweisen:

1) Hochadel

Zum Hochadel zählt, wer eines dieser Kriterien erfüllt:
- Ein belehnter Titelträger ab der Baronsebene aufwärts, also Baron, Graf, Markgraf, Großfürst, Kaiser.
- Gleichgesetzt mit der Baronsebene sind Landvögte, Kronvögte, Reichsvögte, die Pfalzgrafen und die Burggrafen.
- Ehepartner der oben genannten, und bei den erblichen Lehensträgern auch die Kinder, bei Grafen und höher auch die Enkelkinder.
- Die Kinder von Vögten zählen nicht zum Hochadel, sie werden aber hochadelig, wenn sie ihrem belehnten Elternteil als neuer Vogt nachfolgen.
- Besonderheit: die Angehörigen von Häusern zählen immer als Hochadel, sofern bis zur Großelterngeneration noch ein belehnter Erb-Hochadeliger des Hauses im Stammbaum steht. Ansonsten gilt der Haus-Angehörige als Nebenlinie und zählt nur noch zum Niederadel.
- Bastarde sind niemals dem Hochadel zugehörig.
- Sollte ein belehnter Hochadeliger seines Lehens zu Lebzeiten verlustig gehen, verliert er auch den Hochadelsrang und zählt fortan als niederadelig. Dasselbe trifft auf seine Angehörigen (Ehepartner + Kinder) zu, deren Rang ja an seinen gekoppelt ist.
- Sollte der Lehnsträger versterben, behält ein eventuell noch lebender Ehepartner den Status Hochadel. Sein Erbe bleibt als neuer Lehensträger ebenfalls hochadelig, eventuelle weitere Kinder würden jedoch in den Niederadel zurückfallen, wenn sie nicht ihrerseits mit hochadeligen Partnern vermählt sind. Daher sind Barone oft darauf bedacht, dass ihre Sprösslinge in den Hochadel verheiratet werden.

2) Niederadel

Zum Niederadel zählt, wer eines der folgenden Kriterien aufweisen kann:
- Titelträger als Junker, Edler, Ritter
- direkter Angehöriger des erblichen Niederaldels (Junker), also Ehepartner oder Kind
- Angehörige von Häusern zählen immer zum Niederadel
- Ein Kind eines hochadeligen Elternteils ist immer mindestens niederadelig
- Ehepartner von Edlen und Rittern zählen nicht zum Niederadel, es sei denn sie sind es aus eigener Kraft (Familie oder selbst Titelträger)
- Kinder von Edlen und Rittern zählen nicht zum Niederadel, es sei denn beide Elternteile sind adelig. Sie behalten aber auch als Freie das "von" im Nachnamen. Sollten sie jedoch wieder bürgerlich heiraten und selbst Kinder haben würde bei diesen das "von" im Namen dann erlöschen.
- Angehörige von Häusern können niemals verbürgerlichen (Es gibt also keinen Luring ohne "von" usw.)
- Anerkannte Bastarde von Junkern zählen als niederadelig, stehen aber in der Erbrangfolge hinter allen anderen Erben. Anerkannte Bastarde von Rittern und Edlen zählen als Freie.

3) Ministeriale

Ministeriale sind Freie, die oftmals adelige Angehörige haben, aber selber nicht zum Erbadel gehören. Sie stehen an Adelshöfen in Lohn und Brot (z.B. Verwalter, Seneschall, Kämmerer, Mundschenk, usw) und haben im Regelfall gute Aussichten, einen adeligen Ehepartner zu bekommen, oder ihren Kindern eine Knappen- oder Höflingsstelle zu vermitteln. Im Idealfall gelingt ihnen sogar ein Einheiraten in den Erbadel oder der Erwerb eines Edlentitels oder -Gutes für treue Dienste.

4) Freie/Bürgerliche

Freie Menschen haben keinen Adelsrang und keinen Titel. Sie stehen über den Unfreien und müssen Steuern zahlen und Kriegsdienst leisten. Sie haben aber das Recht der Wahl des Wohnortes, des Berufes und des Ehepartners. Freie findet man üblicherweise in Städten, es gibt aber auch Freibauern auf dem Land. Die Kinder von Freien werden ebenfalls frei geboren. Sollte ein Freier eine Unfreie heiraten, zählt diese ebenfalls als frei.

5) Unfreie/Hörige

Unfreie Menschen sind weitgehend rechtlos. Sie stehen im Dienste eines Herrn und müssen tun, was dieser sagt, müssen dort wohnen, wo er es ihenn befiehlt und dürfen nur heiraten, wenn es der Herr gestattet oder befiehlt. Ihre Kinder sind üblicherwiese auch unfrei.

6) Klerus

Alle Angehörigen der zwölfgöttlichen und halbgöttlichen Kirchen zählen zum Klerus, unabhängig von ihrem vorherigen Stand. Dies gilt sowohl für Geweihte, als auch für Novizen und Akoluthen. Dem Klerus gehört man üblicherweise sein ganzes Leben lang an. Kinder des Klerus erhalten entweder den Stand des Partners, oder den Stand den sie dann hätten, wenn der klerikale Elternteil diesen Stand nicht hätte (z.B. wenn beide Eltern dem Klerus angehören), im Regelfalle also Freie oder Niederadelige, in seltenen Fällen auch hochadelig. Ein Mitglied des Klerus ist üblicherweise vom Erbadel ausgeschlossen. Sollte es keine anderen Erben geben, muss der erbende Kirchendiener eienn Vogt für das Lehen benennen. Dieser erhält dann einen Adelsrang anhand der Hierarchieebene (der Vogt eines Junkertums wäre demnach niederadelig).

7) Magus

Für die Mitglieder der Magiergilden gilt im Wesentlichen das beim Klerus Beschriebene. Auch sie können demnach im Regelfall nicht erben, und müssen - sollten es keine andere Möglichkeit geben - für ihr Lehen einen Vogt bestimmen. Mitglieder von Hexen-und Druidenzirkeln gelten als Sonstige und werden - sofern dies bekannt wird - im Regelfalle von jeglichen Standesprivilegien (darunter auch Erbrecht und Familienzugehörigkeit) ausgeschlossen. Elfen und Halbelfen sind nur in Ausnahmefällen erbberechtigt, im Regelfall schließt ein magisches Erbe ein weltliches Erbe aus.


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Irnfredes Reiseroute (ab Travia 1045)

Reisegruppe:

Irnfrede von Luring-Hirschfurten, Edle zu Erlenkrone
Ernhelm Langmann von Klingenhort, Ritter zu Trollhammer
Luna Fuxfell, Nachtschatten der Phexkirche (geheim)
Thorkar Askason, Thorwaler Krieger aus Prem
Simariel Falkenauge, Elfischer Meisterschütze


Wegstationen

• Start in Erlenstamm, Abschied von Burg Erlenstamm
• Schloss Erlengrund – Reoderich von Hartwalden-Sturmfels (Botschaft für Korhilda)
• Wandleth – Graf Ingramm, Sohn des Ilkor, im Wiesenschlösschen
• Perainsgarten – Junker Felian von Perainsgarten
• Oberdachsburg – Junkerin Ehrfrieda von Dachsen (Mutter von Gerbald von Dachsen)
Burg OxAnaxios von Ochs + Chaliba
Markt MardramundIfirnadora von Krauzung
Schloss Amselsang - Sturmbold von Amselhag
Tempel der feurigen RösserSharbana Eorcaïdos von Aimar-Gor
• Wasserburg – Korhilda von Sturmfels, Schloss Rossgarten
• Felsentor – Junker Ronderich von Sturmfels
• Gnitzenkuhl – Baronin Geshla von Gnitzenkuhl auf der Friedburg
• Gaulsfurt – Samia von Gaulsfurt
• Perricum – Wllbrord? Vlad? Jan?...
• Unterwegs
• Khunchom
• Al‘Anfa


Khunchom, Perle am Mhanadi

Am 7. Boron erreichte die Sturmschwalbe schließlich Khunchom. Irnfrede war schier überwältigt von dem Zauber, der von dieser uralten Märchenstadt am Mhanadi mit den hohen weißen Mauern ausging. Sie atmete tief ein und bemerkte eine Vielzahl verschiedener Gerüche, die sich zu einem aromatischen Duft vermengen. Deutlich über die Dächer Stadt hinaus ragte der Palast des Großfürsten von Khunchom auf der Palastinsel vor dem Hafen.

Wo sie entlanggingen zogen sie meist neugierige Blicke auf sich. Irnfrede musste ein wenig grinsen, als ein dicklicher Tulamide Thorkar, den er wohl für den Anführer der Gruppe hielt, in gebrocgenem Garethi stolze zehn Kamele für sie anbot, da er Irnfrede als Braut für seinen Sohn erwerben wollte. Doch ihr Ritter Ernhelm stellte das Missverständnis sehr schnell mit deutlichen Worten klar, woraufhin sich der Tulamide wortreich und unter zahlreichen Verbeugungen mit zusammengefalteten Händen entschuldigte.

Nachdem sie ein paar Stunden durch die Stadt gestreift waren, einigen interessanten Erzählungen eines Haimamuds gelauscht und auch das ein oder andere Souvenir erworben hatten, war es nun an der Zeit, dem Grund ihres Herkommens anzugehen. Luna erfragte den Weg zu dem berühmten Instrumentenbauer Meister Stratovarius, bei welchem Irnfrede nach einem gemütlichen Plausch mit Tee und Gebäck eine besonders kostbare Zithar in Auftrag gab. Asl Ernhelm den geforderten Preis hörte wurde ihm schwindelig, doch anscheinend akzeptierte der Mann auch einen Wechsel der Nordlandbank. Irnfrede jedenfalls hatte mit der Summe anscheinend kein Problem.

Erst am Abend erfuhr Ernhelm jedoch, dass das Schiff am nächste Tag gar nicht zurück nach Perricum segeln würde, sondern stattdessen vorhatte weiter nach Süden zu fahren, was ausser ihn anscheinend niemanden zu beunruhigen schien. Er wandte sich an Irnfrede:

"Verzeiht, Herrin Irnfrede, jetzt, wo ihr Eure Angelegenheiten hier regeln konntet, sollten wir versuchen, so schnell wie möglich wieder in die Heimat zu kommen. Eure Familie macht sich gewiss schon Sorgen ob Eurer langen Abwesenheit."

Irnfrede schwieg eine Weile, doch dann entschied sie, dass sie Ernhelm nun endlich reinen Wein einschränken musste. Das war sie ihm schuldig.

"Nun, es ist so, Ernhelm. Ich habe nicht vor, jetzt schon wieder zurück zu fahren. Ich muss zuerst Geromel finden. Deswegen bin ich überhaupt nur zu dieser Reise aufgebrochen."

"Ritter Geromel?" Ernhelm war überrascht. "Ja, wißt Ihr denn, wo er sich aufhält?"

"Ich weiß nur, dass er nach Al'Anfa gebracht wurde, und dort als Gladiator kämpfen muss", antwortete sie truarig und senkte den Blick.

Ernhelm musste das erstmal verdauen. "Das... das ist ja furchtbar."

"Er hat mir das Leben gerettet, ich bin es ihm schuldig, dass ich für ihn dasselbe tue."

"Herrin... Ihr bringt Euch dabei aber in große Gefahr."

"Das ist mir bewußt, Ernhelm. Deswegen habe ich drei fähige Begleiter dabei, die über viel Erfahrung in solchen Dingen verfügen und mit den meisten Bedrohungen schnell fertig werden. Jedoch kann ich jede weitere Hilfe gebrauchen. Ich kann und will dir nicht befehlen, mich dorthin zu begleiten. Aber ich möchte dich bitten, es zu tun." Sie ergriff seine Hand und sah ihm in die Augen: "Kommst Du mit mir mit?"

Ernhelm antwortete ohne zu zögern:"Selbstverständlich, Herrin! Wohin Ihr geht, gehe ich auch! Ihr könnt Euch auf mich verlassen."

Die Pestbeule des Südens

25. Boron 1045 BF, die Sturmschwalbe erreicht den Hafen von Al'Anfa. Die Stadt ist gewaltig und überwältigend. Zunächst gilt es ein Quartier zu finden und Geld zu wechseln. Da trifft Irnfrede zufällig eine bekannte Person im Gedränge der Stadt.


Am 25. Boron erreichte die Sturmschwalbe schließlich den Hafen von Al'Anfa. Schon von weitem war die schiere Größe der Stadt am Fuße des Vulkans Visra überwältigend. Waren Perricum und Khunchom schon beides Hafenstädte von beeindruckender Größe, übertraf Al'Anfa sie nochmal um Dimensionen. Der Silberberg mit den prächtigen Villen der Grandenhäuser und der Stadt des Schweigens beherrschte stolz den Rest der Stadt. Über der Hafeneinfahrt stand eine gewaltige etwa 50 Schritt hohe Statue mit gekröntem Rabenhaupt, die eine Feuerschale in den Händen hielt: der Koloss von Al'Anfa. Als die Sturmschwalbe langsam zwischen den Beinen der Statue hindurchsegelte, hielt nicht nur Irnfrede den Atem an.

Nachdem die Formalitäten mit den Hafenbehörden erledigt waren, wobei schnell klar wurde, dass sich hier die meisten Probleme sehr schnell mit blinkender Münze lösen ließen, machten sich Irnfrede, Ernhelm und die andren auf, um die Stadt zu erkunden.

Selten hatten sie einen Ort mit so vielen Gegensätzen gesehen: reiche Fana (Bürger) ließen sich von Sklaven in Sänften durch die Straßen tragen, während ihre Beschützer Horden von bettelnden Kindern auseinander trieben. Auch Irnfrede musste rasch lernen, dass den Bettlern etwas zu geben immer nur dazu führte, dass noch viel mehr Bettelvolk ankam, um weitere Almosen zu erflehen. Luna warf eine Handvoll Heller in die Menge, was diese rasch dazu brachte danach zu greifen und sich darum zu balgen. Den Moment nutze die Gruppe, um sich schnell abzusetzen.

Nachdem sie bei einem Geldwechsler zu beinahe unverschämten Bedingungen einige mittelreichische Münzen in Dublonen, Oreale und Dirham umgetauscht hatten - wobei ihnen Lunas Geschick im Feilschen noch deutlich günstigere Konditionen erbracht hatten - machten sie sich auf die Suche nach einem Quartier, nach Möglichkeit in der Nähe der Arena.

Als sie über einen belebten Marktplatz schlenderten, wurde Thorkar versehentlich von einer Frau mit einem grauen Kopftuch angerempelt, welche darauf nur eine kurzes "Entschuldigung, der Herr!" murmelte und weiterging.

"Ist dein Geld noch da? Wäre nicht das erste mal..." fragte Simariel seinen Freund. "Mein Geld... oh.. doch, alles noch da", stellte Thorkar erleichtert fest.

Irnfrede überlegte. "Diese Stimme... irgendwie kam sie mir bekannt vor. "Heda, Ihr, wartet bitte kurz." Sie lief der Frau ein paar Schritte hinterher.

Diese drehte sich überrascht zu Irnfrede um. "Ja, bitte?" fragte sie und sah Irnfrede an. Sie war eine Frau in fortgeschrittenem Alter mit wettergegerbtem Gesicht in deren hellem, fast weißem Haar sich die ersten grauen Strähnen zeigten. Aber Irnfrede war sich sicher, dass sie sie schon einmal gesehen hatte, auch wenn es gewiss schon über 10 Götterläufe her war.

"Ihr seid doch aus Garetien, richtig? Ich kenne Euch... von einem Adelsconvent. Ihr seid..."

"Bitte, nicht hier", beschwichtige die Frau sie rasch. Lasst uns kurz ein Teehaus in der Nähe aufsuchen, da sind wir ungestört.

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Irnfrede und die ältere Frau waren in ein Teehaus gegangen, wo sie in einem Nischenbereich Platz genommen hatten. Ernhelm und Thorkar hielten derweil davor Wache, während sich Luna und Simariel unauffällig drinnen umsahen, und dann an einem Tisch in der Nähe Platz nahmen.

Nachdem sie sich vergewissert hatten, dass sie ungestört reden konnten, begann die Frau: "Hier sind wir etwas ungestörter. Also, Garetien, sagtet Ihr? Mit wem habe ich denn die Ehre?"

"Ich bin Irnfrede von Luring-Hirschfurten, Edle zu Erlenkrone, Tochter von Ederlinde von Luring und Baron Nimmgalf von Hirschfurten. Wir kennen uns doch, nicht wahr? Ihr kommt mir jedenfalls sehr bekannt vor."

"Luring-Hirschfurten?... Natürlich! Ich erinnere mich an Euch als ein blondes Mädchen mit langem Pferdeschwanz und Stupsnase. Euer Vater war so stolz, als er Euch mir vorgestellt hatte, damals auf Burg Alrikshorst..."

"Dann seid Ihr demnach..."

"Ginaya von Luring-Gareth, die frühere Burggräfin der Alriksmark", lächelte sie.

Plauderstunde im Teestübchen

25. Boron 1047 BF

"Burggräfin Ginaya! Natürlich! Ich vergesse selten ein Gesicht. Und Eures kam mir gleich so vertraut vor. Aber was macht Ihr denn nur hier in Al'Anfa?"

Ginaya seufzte. "Das ist eine lange, und nicht immer sehr ruhmreiche Geschichte. Aber bevor wir zu mir kommen, wüßte ich doch gerne, was sich in meiner alten Heimat in den letzten Götterläufen so ereignet hat. Wie steht es um Garetien?"

"Nun ja, dort ist eine ganze Menge passiert. Hm, wo fange ich an? Also..."

Und Irnfrede erzählte Ginaya von den vielen Ereignissen, die das Königreich Garetien in den letzten Jahren in Atem gehalten hatten: von der Groß-Garetischen Fehde, deren Nachwirkungen immer noch andauerten, dem Aufstand der Großfüchse, die erst kürlich in der Schlacht im Tal der Kaiser ihr Ende gefunden hatten, vom Verrat des Malepartus von Helburg und seinen üblen Machenschaften, und dass Garetien nun bald wohl einen neuen Großfürsten haben wird.

"Und auch die Baronie Erlenstamm wurde neu vergeben. Die frühere Baronin Alissa war anscheinend in die Machenschaften ihres Schwagers Malepartus verwickelt, so dass sie sich mit ihrer Familie nach Aranien abgesetzt hat. Selinde von Ruchin wurde dort neue Baronin. Doch sie brauchte dringend einen Erben, und so wurde ein Traviabund mit meinem Vetter Ludolf ausgehandelt. Ich wurde von ihr als Vögtin ihrer Eigenlehen eingesetzt, und durfte dafür Burg Erlenstamm beziehen, wo ich nun lebe. In direkter Nachbarschaft zur Alriksmark sozusagen.

"Das ist ja wirklich bemerkenswert. Apropos Alriksmark: regiert dort immer noch mein Nachfolger Reichsvogt Gerwulf von Gareth?"

"Ja...nein... Also theoretisch schon, jedoch wurde er Anfang des Jahres zum neuen Grafen von Eslamsgrund ernannt. Daher wird die Alriksmark wohl nur noch kommissarisch verwaltet. Ich habe aber gehört, dass angeblich eine Eurer Töchter dort bald seine Nachfolgerin werden soll."

"Wirklich? Wahrscheinlich wird es dann Yrsya werden. Das sind ja hervorragende Neuigkeiten. Die Alriksmark gehört nun mal in die Hand der Luring-Gareths", sagte sie bestimmt. "Habt Ihr auch etwas von meinem Gemahl gehört?" Doch Irnfrede verneinte dies. Anscheinend fristete er immer noch ein trauriges Dasein im Schuldturm.

"Und was macht ihr nun hier in Al'Anfa?" fragte Irnfrede neugierig.

"Naja, in Garetien wuchs mir die Situation über den Kopf. Durch die Geschäfte meines Mannes waren wir total verschuldet. Die Alriksmark war finanziell völlig in Schieflage geraten, so dass ich sogar große Teile unserer Eigenlehen an die Stadt Alrikshain überschreiben musste. Aber selbst das war nicht genug, und neue Schulden wurden fällig. Da habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe Garetien den Rücken gekehrt. Und nach einiger Zeit des Wanderns bin ich endlich hier gelandet, wo ich mir ein neues Leben aufgebaut habe. Ich handle hier jetzt mit Pferden, da hatte ich schon immer ein Händchen für." Irnfrede hatte aufmerksam zugehört und nickte anerkennend.

"Und was macht Ihr nun hier in der Stadt des Raben, weit weg von der Heimat?" fragte Ginaya.

Irnfrede seuzte leise. "Das ist auch eine lange Geschichte. Einer der Ritter meines Vaters - sein Name ist Geromel - ist wohl irgendwie in die Hände von Sklavenjägern geraten. Ich bin nun hier, um ihn wieder freizukaufen." Ginaya blickte sie ungläubig an. "Und dafür schickt er seine eigene Tochter auf so eine weite und sicher nicht ungefährliche Reise?"

"Naja... er weiß davon ehrlich gesagt gar nichts. Ich bin aus eigenem Antrieb hergekommen." Ginaya nickte und dachte sich ihren Teil.

"Also das mit dem Freikaufen von Gladiatoren ist aber so ne Sache. Wartet mal, 'Geromel' sagtet Ihr? Hm, einen solchen Gladiator kenne ich nicht, dabei schaue ich mir die Gladiatorenspiele häufiger an. Wie sieht er denn aus?"

"Es ist etwa neuneinhalb Spann groß, hat lange, blonde Haare und ist sehr stark. Ausserdem sieht er unverschämt gut aus..." sprudelte es aus Irnfrede heraus.

"Meinst du vielleicht Gareticus Maximus? Das ist seit einiger Zeit DER große Star in der Arena. Er gehört den Kugres! Hat schon zahlreiche Kämpfe gewonnen und die Leute jubeln ihm zu und wollen ihn unbedingt sehen."

"Ja, das könnte er sein. Vielleicht kann ich ihn den Kugres ja abkaufen?"

Ginaya schüttelte den Kopf. "Das könnt Ihr absolut vergessen. Das haben sogar schon die Zornbrechts und die Paligans erfolglos versucht. Der ist unverkäuflich."

Irnfrede gab sich noch nicht geschlagen: "Also dann werde ich dagegen klagen, dass er widerrechtlich in die Sklaverei geraten ist. Er ist immerhin ein Mann von Stand. Und mein Wort als Angehörige des garetischen Hochadels..."

Ginaya lachte laut auf.

"Was ist so lustig?" fragte Irnfrede leicht gekränkt.

"Ach Herzchen, man merkt, dass Ihr noch neu in Al'Anfa seid. Adel und klangvolle Titel zählen hier gar nichts. Hier zählt einzig und alleine die Macht des Goldes. Und eine unabhängige Justiz werdet ihr hier auch vergeblich suchen. Hier gilt ganz grundsätzlich: der Reichere hat recht! Also der, der das höhere Bestechungsgeld aufbringen kann. Und selbst das gesamte Vermögen Eurer Eltern ist verglichen mit den Reichtümern der Grandenhäuser nicht mal der Rede wert."

Irnfrede vernahm das Gesagte, und verspürte nun eine große Hoffnungslosigkeit. Sie hätte sich das Ganze deutlich einfacher vorgestellt. Doch aufgeben wollte sie ihr Vorhaben noch nicht, dazu waren sie zu weit gekommen.

Schließlich sagte sie entschlossen: "Wenn es auf legalem Weg nicht geht, dann eben auf Illegalem!"

Die Gladiatorenschule

26. Boron 1047 BF

Gemeinsam mit Luna und Simariel war Irnfrede ins Arenaviertel gegangen. Die Stadt war wirklich sehr groß, und die Chance sich zu verlaufen ebenfalls. Daher war sie froh, dass Luna kein Problem damit hatte, sich auch in größeren in Städten zu orientieren. Alleine hätte sie kaum den Weg zu Hotel zurück gefunden.

Schließlich kamen sie an einem größeren Gebäudekomplex an, der sich in der Nähe der Arena befand. Hier wurden Gladiatoren von einigen Grandenhäusern ausgebildet. Doch zwei gerüstete und mit Sklaventoden bewaffnete Wachen gaben acht, dass dort kein Unbefugter hineinkam.


Irnfrede wollte unbedingt wissen, ob Geromel dort war. Vielelicht gäbe es ja doch einen Weg, um mit ihm Kontakt aufzunehmen. Während sie noch kurz überlegten, fasste Irnfrede spontan den Entschluss einfach mal zu fragen, und so ging sie auf eine der Wachen zu. "Boron zum Gruße, der Herr!"

"Verschwinde, du hast hier nichts zu suchen!" kam die sehr abweisende Antwort. Doch Irnfrede ließ sich nicht so schnell entmutigen.

"Ganz kurz: ich wollte nur wissen, ob hier ein Gladiator namens 'Gareticus Maximus' ausgebildet wird. Ich würde ihm sehr gerne bei seinen Übungen zuschauen. Er ist einfach so... männlich, wißt ihr?"

"HAU AB!" schnauzte die Wache sie an.

Luna trat schnell hinzu. "Es soll natürlich Euer schaden nicht sein..." und ließ ein paar Oreal in der rechten Hand blinken. "Wenn ihr uns nur eine Sanduhr lang zuschauen lasst, gehören die hier Euch."

Die beiden Wachen sahen sich kurz an und grinsten. "Na wenn das so ist.... Elgor, du bleibst hier alleine stehen, ich gehe mit den Damen kurz hinein." Dann wandte er sich an die beiden Frauen: "Aber nur beobachten, jegliche Form von Kontaktaufnahme ist verboten, verstanden?" "Natürlich!" versicherte Luna und zwinkerte Irnfrede zu.

Beobachtungen

26. Boron 1047 BF

Die Wache führte sie ins Innere des Gebäudes bis zu einem vergitterten Fenster, was einen großzügigen Blick in den Innenhof gewährte. Von dort waren laute Rufe, Waffenklirren und weitere Kampfgeräusche zu vernehmen. Irnfrede schätze, dass dort etwa zwei Dutzend Gladiatoren mit Übungswaffen trainierten. Während sie die einzelnen Gladiatoren - vor allem die männlichen - genau ins Auge fasste, prägte sich Luna die Umgebung genau ein. Im hinteren Bereich war vermutlich der Zellentrakt, in dem die Gladiatoren eingesperrt wurden, wenn sie nicht gerade übten oder aßen. Auch dort standen Wachen. Scheinbar war man sehr darauf bedacht, dass die hier festgehaltenen sich nicht unerlaubt entfernen könnten.

Plötzlich schlug Irnfredes herz schneller. Sie hatte einen Mann entdeckt mit etwas verklebtem blonnden Haar, der einen Gladiatorenhelm trug, der sien Gesicht verbarg. An seinem Körper waren ein paar Narben zu sehen. Doch diesen Körper würde sie unter hunderten wiedererkennen. Dies musste Geromel sein, da bestand kein Zweifel. Er lebte also! Den Göttern sein Dank, er lebte! Sie spürte, dass ihr Augen feucht wurden. Nach so langer Zeit hatte sie ihn endlich wiedergefunden.

"Die Sanduhr ist nun abgelaufen, die Damen. Ich hoffe, die Aussicht war zu eurer vollsten Zufriedenheit?" fragte die Wache.

"Oh ja, hab vielen Dank für das Entgegenkommen. Hier, für euch", entgegnete Luna und gab dem Wachmann die fünf Oreal, die dieser mit einem Grinsen einsteckte. Dann geleitete er Luna und Irnfrede wieder hinaus.

Auf dem Rückweg zum Hotel, kam auch Simariel wieder zu den beiden, der inzwischen einen Weg ausgekundschaftet hatte, um aufs Dach des Gebäudes zu gelangen. Das könnte noch hilfreich sein.

"Findest du das nicht ein bißchen zu viel, dem Typen gleich fünf Oreal zu geben, nur weil er uns mal kurz einen Blick in die Gladiatorenschule werfen ließ?" fragte Irnfrede ihre Freundin beiläufig.

"Wäre es unter normalen Umständen sicherlich. Es war für ihn aber letztlich ein Nullgeschäft, denn ich habe ihn beim Rausgehen unauffällig wieder um die 5 Münzen erleichtert" zwinkerte sie amüsiert, und schnipste einen Oreal hoch in die Luft.

Die Befreiung

In der Nacht zum 27. Boron startet der Befreiungsversuch. Man dringt in die Gladiatorenschule ein, doch bis man Geromels Zelle gefunden hat, vergeht zu viel Zeit. Es kommt zu einem Ausbruch der Gladiatoren. Geromel kann trotzdem nicht befreit werden, da er mit Stahlketten an der Wand festgeschmiedet wurde, die nicht mal Thorkar rausreissen kann. Man flieht bevor zu viele Wachen und Söldner auftauchen.

Arenaspiele

Am 29. Boron finden die Arenaspiele statt. Irnfredes Gruppe besucht sie ebenfalls.

Geromel wird zwar bei den Kämpfen verletzt, bleibt aber trotzdem siegreich. Er kündigt als Wunsch an, zu Ehren Borons am morgigen Flug der Zehn teilnehmen zu wollen. Irnfrede macht sich große Sorgen. Doch Thorkar glaubt, dass er es schaffen kann. Man bereitet alles vor, um ihn danach einzusammeln.

Der Flug der Zehn

30. Boron 1045 BF, der Tag des Großen Schlafes

Geromel hat sich aus freiem Willen für den Flug der Zehn gemeldet. Sollte er überleben, würde ihm dafür die Freiheit gewährt. Irnfrede und die anderen warten in einem Ruderboot in der Bucht, wo es von Haien nur so wimmelt, um ihn einzusammeln.

Heimkehr

Erst im tiefen Winter, gegen Ende Firun gehrt die Gruppe wieder nach Erlenstamm zurück. Man ist zwar wohlbehalten angekommen, und hat das angebliche Ziel der Reise auch erfüllt, aber glücklich ist Irnfrede nicht.

Alte Säcke - Ideensammlung

Zornesritter unerwünscht

Baron Hernulf-Answin von Hirschfurten macht dem frustrierten Adalbert von Unterallertissen die Idee schmackhaft, dem Zornesorden in Gut Perainelob das Leben schwer zu machen. Wenn es ihm gelänge sie von dort zu vertreiben, würde er das Gut zum Edlengut erhalten.

Dieser organisiert daraufhin eine Söldnerbande, die verkleidet mit Zornesritter-Wappenröcken einen Anschlag auf einen Trupp der Waldsteiner Pikeniere verübt, bei welchem Lanzenführer Gerwulf von Hagenau verstirbt.

Alarmiert von den Ereignissen schickt die Kommandantin der Rabenfeste eine Lanze Pikeniere hin, um die Zornesritter Radebracht von Mersingen und Kelvin Dorc von Schwertwacht in Gewahrsam zu nehmen.

Unterallertissen lässt diese dann in ihren Zellen ermorden.

Der Zornesgroßmeister Adran Bredenhag von Aarenstein selbst will die Vorfälle untersuchen. Er entdeckt Indizien, die schließlich auf Unterallertissen als Drahtzieher hinweisen. Und kann diesen schließlich nach einiger Suche ausfindig machen, und in seinem Unterschlupf stellen.

Alwan wird durch den Großmeister Adran Bredenhag persönlich gerichtet, jedoch gelingt es ihm, diesen noch im Todeskampf mit Shurinknolle zu vergiften. Auf dem Heimweg stirbt Adran tragischerweise an den Folgen des Giftes.

Völlig führungslos zieht sich der Orden schließlich aus Leihenbutt zurück, das Gut bekommt Hernulf-Answins Tochter als Edlengut zugesprochen. Die Feenwasser bleibt aber bis auf weiteres die Vögtin.

Trauer und Trost

Rittern Ernhelm Langmann von Klingenhort reist in Begleitung Irnfredes nach Eisenhütt, wo seine Mutter beerdigt wird. Weil es ihn emotional sehr mitgenommen hat, will Irnfrede ihren treuen Ritter am Abend ein wenig trösten, doch dabei kommen sie sich näher...

(erst nach Abschluss von Verschollen in Al'Anfa)

Der Fluch der Desmerkuppe

Der Druide Brinbart von Hinn beschwört einen Nachtalp, der Boronia von Desmerkuppe und ihre Brut plagen soll, weil diese den Druiden vor 50 Götterläufen verschmäht hat. Kann das Geisterwesen gebannt - und der bösartige Druide zur Rechenschaft gezogen werden?

Orden von Korgond - Ideensammlung

Von Nimmgalf: Das nächste Ordenstreffen wird im Praios/Rondra 1047 BF stattfinden, kurz nach den Ereignissen es GGP 2025. Handlungsort ist die Baronie Kressenburg, da der Primus inter Pares die Ordensversammlung auf der Kressenburg stattfinden lassen möchte.

Das Ordenstreffen wird eine offene Briefspielaktion für alle Ordensspieler sein.

Es wird aber frühestens nach dem GGP 25 beginnen.

Traviabund zwischen Hirschfurten und Torrem

Hochzeitsplanungen

Nimmgalf und Ederlinde planen die Hochzeit von Irnfrede und laden den Adel Garetiens für Travia 1047 BF nach Burg Trollhammer ein.


Anfang Rondra 1047 BF erreicht ein Brief einige (Hoch-)Adelige Garetiens:

Sehr geehrte/r Bundesbruder/Bundesschwester/Bruder im Amte/Freund/Weggefährte/Mitstreiter (was immer am besten passt) (Name)
 
 
 
 
Einladung zur Hochzeit


Das Haus Hirschfurten gibt die Verlobung von Irnfrede von Luring-Hirschfurten, Enkelin Graf Danos' und Nichte des Grafen von Reichsforst mit Barjed Phecadio Torrem, Vetter der Herrin des Kleinfürstentums Torricum, Perainia Phalaxana XXV. Torrem im Horasreich bekannt.

Es ist uns eine große Freude, Euch und Eure/n Gemahl/Gattin zu den Feierlichkeiten anlässlich ihre Traviabundes einzuladen. Die Feierlichkeiten werden am 12. Travia 1047 BF auf Burg Trollhammer, Baronie Hirschfurten stattfinden.

Die Anreise ist bereits ab dem 09. Travia möglich.

Im Vorfeld am 10. und 11. Travia wird in Samlor ein Hochzeitsturnier stattfinden. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten.

Für Verpflegung ist reichlich gesorgt, es werden köstlichste Speisen gereicht, die einem solchen Anlass Geltung verleihen. Die Unterbringung erfolgt entweder in den Gästequartieren auf der Burg oder im Hotel „Zum Kronenhirsch“ in Samlor. Die Kosten werden selbstverständlich übernommen.

Es wird einen feierlichen Empfang geben, an welchen sich die Trauung anschließen wird. Anschließend wird zum feierlichen Festbankett geladen. Am Abend wird noch ein großer Ball stattfinden, es gibt reichlich Musik und Tanz. Für gute Unterhaltung wird gesorgt.

Wir freuen uns auf Eure baldige Zusage,
 
 
 
 
Nimmgalf von Hirschfurten, Baron zu Hirschfurten

Ederlinde von Luring-Hirschfurten, Baronin zu Hirschfurten


Gästeliste für die Hochzeit

OT: Zur Hochzeit eingeladen ist der gesamte Hoch (!)-Adel Garetiens, sowie befreundete Hochadelige aus Greifenfurt und Perricum, und einige befreundete Niederadelige und Vasallen. Es wird dazu Anfang 2025 eine Briefspielaktion geben, vermutlich erst nach dem Seelander.

Wer seine Charaktere an der Hochzeit und/oder am Turnier teilnehmen lassen möchte, kann diese gerne in die Liste eintragen.

Name Titel Funktion Turnier
Irnfrede von Luring-Hirschfurten Edle zu Erlenkrone Braut Zuschauerin
Barjed Torrem Comto zu Toricum Bräutigam Zuschauer
Nimmgalf von Hirschfurten Baron zu Hirschfurten Gastgeber und Brautvater Ausrichter
Ederlinde von Luring Baronin von Hirschfurten Gastgeberin und Brautmutter Zuschauerin
Racalla von Hirschfurten Adepta Minor und Baroness zu Hirschfurten Schwester der Braut Zuschauerin
Brinwulf Rondrian von Hirschfurten Baronet zu Hirschfurten Bruder der Braut Zuschauer
Hernulf-Answin von Hirschfurten (+ Gemahlin) Baron zu Leihenbutt Vetter der Braut Zuschauer
Ludolf von Hirschfurten (+ Gemahlin) Baron zu Erlenstamm Vetter der Braut Zuschauer
Antara-Irmegunde von Hirschfurten (+ Gemahl) Baronin von Zagbar Base der Braut Zuschauerin
Firnwulf von Hirschfurten Ritter zu Hirschfurten Vetter der Braut Teilnehmer
Josmin von Hirschfurten-Grattelbeck (+ Gemahlin) Edler zu Grattelbeck Burgvogt zu Trollhammer Zuschauer
Tsaiane von Talbach Junkerin zu Talbach Kommandantin der Reichsforster Kavallerie Teilnehmerin
Sylphia von Hirschfurten (+ Gemahl) Edle zu Hirschwalden Base der Braut Zuschauerin
Berulf von Hirschfurten (+ Gemahlin) Junker zu Byrkenweiler Vetter der Braut Teilnehmer
Yerminde von Hirschfurten (+ Gemahl) Adepta Maior (Schwert und Stab) Base der Braut -
Traviane Ganslieb Hochgeweihte der Travia Tempelvorsteherin in Samlor -
Praiotin Greifenstolz Geweihter der Praios Burggeweihter zu Trollhammer -
Tsaiana von Waldfang-Angerwilde (+ Gemahl) Baronin zu Waldfang Pfortenritterin Teilnehmerin
Korhilda von Sturmfels Baronin zu Wasserburg Pfortenritterin Teilnehmerin
Wolfaran von Ochs Baron zu Bärenau Pfortenritter kommt nur zur Hochzeit, während des Turniers bei einer Beerdigung
Leobrecht von Ochs Reichsvogt der Efferdsträne kommt nur zur Hochzeit, während des Turniers bei einer Beerdigung
Iralda von Ochs Baronin zu Bärenau kommt nur zur Hochzeit, während des Turniers bei einer Beerdigung
Oderik von Schwingenfels (+Gemahlin) Junker zu Weizengrund Teilnehmer
Arinya von Baernfarn Junkerin zu Alfenmohn Gast Zuschauer
Rufus von Keres Adeptus Minor Gast Zuschauer
Larissa von Keres Edeldame Gast Zuschauer
Ugdalf vom Berg Ritter Gast Teilnehmer
Felian von Perainsgarten Landvogt von Gfl. Eslamsgrund Pfortenritter Teilnehmer
Tahlmare von Linara Baronin zu Linara Gast Teilnehmer
Gishelm von Rallersgrund Ehemann von Tahlmare Gast Zuschauer
Albin von Binsböckel Ritter Gast Zuschauer
Ardo von Keilholtz Baron zu Kressenburg Gast Teilnehmer

Radulfs Testament

Hochzeit in Weinbergen

Eine Geschichtenreihe über ein Bündnis zwischen dem Garetischen Haus Hirschfurten und dem Almadanischen Baron Shahim Al'Shirasgan, das mit einer Hochzeit besiegelt wird.

Eine verhängnisvolle Affaire

Rahja 1046 BF: Rashid ben Shahim, Erbe von Khabosa, führt eine heiße Affaire mit der sehr rahjagefälligen Domnatella Sefira aus Bactrim. Als er sie spontan auf ihrer Hacienda besuchen kommt, erwischt er sie in flagranti mit einem Zahori beim Liebesspiel. Wutentbrannt zieht er sein Rapier und tötet den unbekleideten Nebenbuhler. Seine Angebetete entschuldigt sich vielmals, doch er will von ihr nichts mehr wissen und reist wieder ab. Später sitzt er zusammen mit seinem Freund Abdul ben Wassif, Leibdiener des Barons, in einer Schenke in Weinbergen beim Dattelwein und betrinkt sich. Er ist am Boden zerstört und glaubt nicht mehr an die Treue. Sein Freund erklärt ihm, dass viele der Almadanis sehr heißblütig sind, und es mit der Treue eben nicht sehr genau nehmen. Er sollte doch lieber eine Novadifrau ehelichen, die ihm stets treu und gehorsam ist. Rashim denkt darüber nach, will sich da aber noch nicht festlegen. Stattdessen kündigt er an, erstmal ein wenig auf Reisen zu gehen, weil er Abstand braucht. In Gareth wird es bald ein großes Turnier geben, und ein wenig Abwechslung würde ihm ja mal ganz guttun. Abdul würde ihn begleiten, falls der Baron keine Einwände hat.

12. Rahja 1046, Markt Bactrim, Baronie Khabosa

Rashid ben Shahim Al'Shirasgan, erstgeborener Sohn von Shahim Al'Shirasgan, war bester Laune. Gerade hatte er sein feuriges Shadif in den kleinen Ort Bactrim am südwestlichen Rand der Baronie Khabosa geführt. Es war schon recht spät, und es war ihm daran gelegen nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Die Leute hier im Ort würden ohnehin über seine Affaire mit der heißblütigen Domnatella Sefira tratschen, aber man musste die Sache ja nicht auch noch forcieren. Er hatte seiner Herzensdame einen duftenden Strauß Rosen mitgebracht, und freute sich schon auf eine wunderschöne Nacht mit ihr.

Als Rashid die Veranda der kleinen Hacieda der Domnatella betrat, war es zu nächt ruhig. Er ging zur Türe und klopfte, doch es kam keine Reaktion. Auch ein zweites und drittes Klopfen blieb unbeantwortet. Das machte ihn etwas stutzig, schließlich war er doch mit ihr für heute verabredet. Oder hatte er sich etwa im Datum geirrt? Ach, und wenn schon. Sefira würde auf jeden Fall erfreut sin, ihn wiederzusehen - wenn sie denn überhaupt zu hause war.

Glücklicherweise kannte er das Versteck des Ersatzschlüssels in einer tiefen Vase im Vorgarten. Nach kurzer Suche hielt er ihn schon in den Händen und öffnete die Türe. "Hallo? Bist du ... " Da vernahm er verdächtige Geräusche, und sie schienen aus dem Schlafgemach der Domnatella zu kommen. War sie etwa in Schwierigkeiten?

Er stürmte mit gezogenem Rapier die Treppe hinauf und... erwischte seine Angebetete in flagranti mit einem andern Mann beim rahagefälligen Liebesspiel. Die beiden hielten inne und starrten ihn völlig überrascht an. In dem Moment brach für ihn eine Welt zusammen. "Wie konntest du nur?" fragte er. "Was fällt dir ein hier so hereizuplatzen? Wir waren doch erst morgen verabredet!" keifte die dunkelhaarige Schönheit ihn an, derweil ihr Galan vorsichtig vor der gezogenen Waffe zurückwich.

Rashid überkam die Wut. "Du wagst es mir Vorhaltungen zu machen, während du dich mit diesem Bastrado vergnügst, und mir dabei das Herz zerbichst? Dann sieh, was ich mit deinem Liebhaber mache!" In dem Moment sprang er vor und stach dem Mann sein Rapier in die Brust. Röchelnd brach dieser zusammen. Die Frau schrie laut auf, packte eine Blumenvase und warf sie nach Rashid, doch dieser konnte sich gerade noch fortducken. Doch die Domnatella war gar nicht mehr zu beruhigen. Sie raffte mit der Linken Hand eine Decke um ihren unbekleideten Leib, und packte mit der rechten diverse weitere Gegenstände, die sie sogleich als Wurfgeschosse einsetzte.

Rashid hingegen hatte genug. Er verließ die Hacienda wieder und lief enttäuscht zu seinem Pferd, um nach Weinbergen zurückzukehren. Nicht viel Aufmerksamkeit zu erregen war ihm jedenfalls gründlich misslungen. In den Nachbarhäusern gingen bereits die Lichter an und fragende Gesichter blickten aus den Fenstern.

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Einen Tag später saß er abends zusammen mit seinem Freund Abdul ben Wassif bei einer Flasche bestem Yaquirtaler Madawein, und füllte erneut seinen Pokal. Er hatte sich lang und breit ausgeheult, hatte ihm erklärt, nun die größte Liebe seines Lebens für immer verloren zu haben und und und. Doch Abdul beruhigte ihn: "Dir sollte doch klar sein, mein Amigo, dass die Docenyofrauen oftmals ihrer rauschhaften Liebesgöttin sehr nahe stehen, und es auch daher mit der Treue nicht so genau nehmen."

"Aber das ist mir sehr wichtig, Abdul! Wenn ich einer Frau mein Herz schenke, dann soll sie für mich doch dasselbe tun, ansonsten hat die Liebe doch keinen Wert."

"Dann kann ich dir nur raten, suche dir eine wahrhaft rechtgläubige Braut, eine Aramya oder gar eine Novadi, die bereit ist, die Verbindung zu dir in Ehren zu halten und nie zu beschmutzen. Ich weiß zwar, dass dein Vater auch einer Verbindung mit einer Tochter aus einem großen almadanischen Magnatenhause nicht abgeneigt wäre, aber gegen eine Aramya von reinem Herzen wird er sich sicher nicht aussprechen können."

Rashid trank einen weiteren tiefen Schluck. "Vielleicht hast du recht, Abdul", und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. "Doch bevor ich mich erneut festlegen kann, möchte ich zunächst etwas Abstand von dem Ganzen gewinnen, und etwas Neues von der Welt sehen und kennen lernen."

"Und was schwebt dir da vor?"

"Ich hörte, dass es in der Kaiserstadt bei den Garetyas bald ein großes Turnier geben wird. Mit einer richtigen Rittertjoste mit Lanzen und schweren Rüstungen, also so wie das Grafenturnier, nur dass dort Streiter aus ganz Aventurien zusammen kommen. Das würde ich mir gerne mal anschauen." Abdul brauchte nun auch einen tiefen Schluck Wein. "Nun ja... das wäre sicher interessant, aber..." "Ja, das wäre es. Und du, Amigo, wirst mich auf der Reise begleiten!"

Das Kaiserturnier in Gareth

Praios 1047 BF:Anfang 1047 BF findet in Gareth das große Kaiserturnier statt. Rashid und Abdul können sich gute Plätze auf der Zuschauertribüne unter den hochadeligen Gästen sichern. Sie verfolgen das Turniergeschehen mit Begeisterung, vor allem das Lanzenreiten fasziniert Rashid sehr. Als in Runde zwei Baron Nimmgalf von Hirschfurten den Greifenfurter Edelbrecht vom Eberstamm bezwingt, bemerkt Rashid zwei junge Damen, die dem Baron überschwänglich zujubeln – mehr noch als die anderen Zuschauer. Die blonde, etwas Ältere (Racallas Schwester Irnfrede), scheint in Begleitung eines jungen Mannes (ihr Verlobter) zu sein, der ihre Begeisterung aber gar nicht teilt, während die Jüngere anscheinend ohne direkten Begleiter dort sitzt. Rashid beobachtet die beiden sehr gründlich, v.a. die junge Maid mit dem spitzen Hut hat es ihm angetan (denn sie hat silberblondes Haar, was ihn völlig fasziniert). Abdul vermutet anhand der Wappenröcke der Leibwächter im Hintergrund, dass es sich um Verwandte des Barons zu Hirschfurten handeln könnte, vielleicht sogar die Töchter? Rashid ist begeistert von dieser Vorstellung, und nimmt sich vor, die junge Dame unbedingt einmal näher kennen zu lernen.


Die Frau meiner Träume

Das erste Kennenlernen verlief für Rashid etwas enttäuschend, da sich die junge Dame sehr reserviert zeigte, und kein großes Interesse an ihm hatte. Rashid vermutete, dass sie ihn für einen Novadi hielt, mit denen er aber außer seinem Glauben an Rastullah nur wenig gemeinsam hat. Er ist schließlich ein Almadaner durch und durch, und kein Novadi. Auch der Verweis auf seinen Vater als Baron zu Khabosa, brachte leider nicht den gewünschten Erfolg. Er hatte sogar noch versucht, sie nach dem Turnier in ihrer Akademie zu kontaktieren, aber auch dies ging zu seinem Bedauern leider schief. (das alles wird in einer Rückblende kurz zusammengefasst) Efferd 1047 BF: 7 Wochen später geht ihm die schöne Dame immer noch nicht aus dem Kopf. Er konnte aber herausfinden, dass es sich bei ihr tatsächlich um die jüngere Tochter des Barons von Hirschfurten handelte. Er spricht mit seinem Vater Shahim Al’Shirasgan, der gerade in Verhandlungen mit einigen almadanischen Familias steht bezüglich einer Vermählung einer Tochter aus hohem Hause mit Rashid. Doch Rashid ist sich sicher, dass er nur mit der silberhaarigen Frau aus Gareth wieder glücklich werden kann („Ihre Haut ist so weiß wie Alabaster, ihre Augen funkeln wie Saphire, ihr Haar glänzt silbern wie Rastullahs Himmelszelt!“). Und wenn sie ihn erstmal näher kennen lernen würde, würde sie ihn schon zu schätzen wissen. Er bittet seinen Vater also in Verhandlung mit dem Baron zu Hirschfurten treten zu dürfen, welcher in der Nachbarprovinz Garetien sehr angesehen ist, und nebenbei noch ein berühmter Turnierheld. Shahim ist davon wenig begeistert, und möchte lieber weiter bei den almadansichen Familias nach einer Partnerin für seinen Erben suchen, weil ihm das politisch opportuner erscheint. Doch Rashid lässt nicht locker. Er droht sogar damit, sich umzubringen, wenn er es nicht wenigstens versuchen darf. Schweren Herzens stimmt sein Vater schließlich zu, dass er noch einmal nach Garetien reisen kann, um bei Nimmgalf um Racallas Hand anzuhalten.

05. Efferd 1047 BF

(noch nicht aktuell...) Ein wütende Stimme in blumigem Tulamidya erschallte durch den prächtigen Palacio Al'Shirasgan zu Weinbergen am Yaquir: „Bei Rastullahs Lockenpracht, schon wieder eine Absage! Dies ist schon die dritte in den letzten vier Götternamen! Abdul! ABDUL! Du Sohn einer fußkranken Sumpfschildkröte, sofort herkommen!“

Der gerufene Diener war ein Mann Ende dreißig und trug ebenso wie sein Herr einen Kaftan mit den Farben Schwarz und Silber des Hauses Al’Shirasgan. Allerdings war seiner nur aus einfachem Baumwollstoff gefertigt und nicht aus prächtig glänzendem Brokat wie der seines Herrn. Eiligst bemühte er sich, dem Ruf des Barons zu folgen, und sein Tonfall verhieß nichts Gutes.

„Du hast mich gerufen, oh Erhabenster aller Herrscher unter Rastullahs feuriger Sonne?“

Shahim Al’Shirasgan sah seinen treuen Diener mit einer Mischung aus Verärgerung und verletztem Stolz an, und wedelte mit einem Brief in seiner Hand: „Hier, ein Schreiben des Barons zu Falado. Dieser Sohn einer blinden Smaragdnatter bedauert zutiefst, dass er mir keine seiner drei Töchter als Gemahlin für Rashid geben kann, da sie angeblich schon alle versprochen sind. Für wie dumm hält mich eigentlich dieser Vater der Heuchelei?“

„Nun, es könnte doch sein, dass…“ wollte Abdul vorsichtig einwerfen.

„Könnte, könnte… ist aber gewiss nicht so, du Ausgeburt der Einfältigkeit! Eine Ausrede! Von diesem Bruder aller Ausflüchte hätte ich nichts anderes erwarten sollen.“ Der Baron von Kharbosa und wohl mächtigster aller almadanischen Aramyas, wie man die hiesigen Anhänger des Gottes Rastullah nannte, hatte sich regelrecht in Rage geredet.

„Seit fast zwanzig Jahren bin ich nun der Baron von Khabosa. Fast genauso lange diene ich den stolzen Herrschern Al‘Madas als ihr treuer Diener im Cronrat. Ich habe mich unzählige Male um einen friedvollen Ausgleich zwischen den Aramyas und den Docenyos (den Zwölfgöttergläubigen) bemüht, mein Wort hat großes Gewicht unter den Rechtgläugigen. Und diese Söhne der Blindheit sehen in mir nach wie vor immer nur den wilden Novadi aus der Wüste, der nur darauf wartet ihre Frauen zu rauben und ihre Söhne zum rechten Glauben zu konvertieren. Nichts von dem trifft die Wahrheit! Bei Rastullahs wildem Bart, warum sind diese Kinder der Ignoranz mir gegenüber so feindselig eingestellt?“

Wieder meldete sich Abdul vorsichtig zu Wort: „Aber Ehrwürdigster und Prächtigster aller Sahibim, warum suchst du nicht einfach nach einer wunderschönen Tochter der Wüste? Eine wahrhaft rechtgläubige Braut für deinen Sohn Rashid? In Amhallassih warten doch Dutzende der schönsten Blumen nur darauf von dir gepflückt zu werden.“

„Das kommt aber nicht in Frage, du Sohn eines taubstummen Maulwurfs! Ich versuche ja mit voller Absicht, eine stolze Tochter der Docenyos in mein Haus zu holen, gerade um ihnen zu zeigen, dass ich eben nicht der Wüstenbarbar bin, für den sie mich nun schon seit Jahrzehnten halten! Zwar habe ich drei meiner Töchter bereits mit Söhnen meiner Blutsbrüder und guten Freunden verheiratet, und jede von ihnen führt nun ein erfülltes Leben als Prinzessin in Amhallah, Omlad oder Eslamabad, Rastullah zum Wohlgefallen. Doch mein Sohn und Erbe soll stärker noch als ich ein Bindeglied zwischen den Kulturen sein, nur dann besteht eine kleine Hoffnung, dass diese Väter der Uneinsichtigkeit uns Aramyas eines fernen Tages als Ihresgleichen akzeptieren.“

„Aber mit Verlaub, oh weisester aller Herrscher unter Rastullahs Himmel, wenn keine der hohen Familias Al’Madas einem Ehebund mit Rashid zustimmen mag, warum versuchst du es dann nicht im Norden des Kaiserreiches? Dort wird es auch viele hohe Häuser geben, und gewiss hat man dort nur Gutes von dir gehört. Und wenn nicht, sollten wir ihnen davon erzählen, welch weiser und gütiger Herrscher du bist! Sie werden sich vermutlich nicht so widerwillig sträuben, wie die hiesigen Magnaten.“

Der Baron blickte seinen Diener eine Weile an. Dann packte er ihn und drückte ihn fest an sich. „An mein Herz, du Bruder der brillanten Weitsicht! Das ist ja eine großartige Idee. Du wirst schon bald nach Norden aufbrechen mit acht meiner besten Silberschilde, auf dass es göttergefällige neun Aramyas seien, die zu den Heiden nach Norden ziehen! Am besten folgst du dem Yaquir stromaufwärts, und folgst dann ab Punin der Reichsstrasse zwei. Dann wirst du irgendwann zu den Garetyas kommen. Höre dich dort um, ob du ein starkes Haus findest, welches bereit wäre, eine seine Töchter als Braut nach Al’Mada zu entsenden. Es soll ihr Schaden nicht sein. Halte dich nicht mit Versprechungen zurück, es kann und soll am Golde nicht scheitern. Nur eines: sie muss meines erstgeborenen Sohnes würdig sein!“

Der Diener Abdul nickte eifrig, auch wenn er sich ob des neuen Auftrages, der aus seinem etwas vorschnell geäußerten Vorschlag entstanden war, am liebsten auf die Zunge gebissen hätte. Es würde mit Sicherheit nicht einfach werden. Möge ihm Rastullah beistehen, dass er am Ende nicht mit leeren Händen dastünde. Sein Herr würde ihm das nie verzeihen.

Verhandlungen mit dem Hirschen

Rashid und Abdul erreichen mit einem kleinen Gefolge Burg Trollhammer in Hirschfurten. Der Baron zeigt sich über den Besuch überrascht, heißt aber die Gäste willkommen. Rashid stellt sich als Sohn des Barons zu Khabosa vor und erklärt Nimmgalf, wie sehr er seine Tochter verehrt, und welche Vorteile es für ihn hätte, wenn sie seine Gemahlin werden würde. Nach Nimmgalfs Kenntnisstand gilt Khabosa als reiche Baronie und der dortigen Baron wäre für ihn zweifellos ein wertvoller Verbündeter. Rashid und Abdul machen ihm den Bund sehr schmackhaft, und schmieren ihm auch reichlich Honig um den Mund.


23. Travia 1047 BF (muss noch angepasst werden, da jetzt Rashid die Verhandlung selber führt).

Auf Burg Trollhammer herrschte helle Aufregung, als ein Trupp Reiter mit tulamidischer oder gar novadischer Gewandung sowie Waffen und Rüstungen am Burgtor Einlass begehrte. Knechte und Mägde, aber auch einige höhere Bedienstete und Burgwachen eilten sich, einen Platz auf dem Wehrgang der Burgmauer zu ergattern, um die Neuankömmlinge besser in Augenschein nehmen zu können. Auf Nachfrage der Wachen stellte sich der Sprecher der Gruppe als Abdul ben Wassif, Emmissär des almadanischen Barons zu Khabosa, Shahim Al‘Shirasgan vor. Er sei schon viele Tagesritte hinter sich gebracht, um dem berühmten Baron Nimmgalf von Hirschfurten ein Angebot zu unterbreiten. Nachdem man sich vergewissert hatte, dass die Gruppe keine feindlichen Absichten hegte (der eiligst herbeigeholte Burgmagier Arlin Turjeleff von Riva konnte zumindest nichts Auffälliges feststellen), ließ man sie passieren, jedoch waren die Wachen immer noch in Alarmbereitschaft, wussste man doch nicht, was diese „Novadi-Krieger“ mit den silbernen Schilden wirklich im Schilde führten.

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Der Emissär Abdul ben Wassif überbrachte dem Baron persönlich ein Gastgeschenk – eine kleine bronzene Pferdestatue, die recht kunstvoll gefertigt war, und verbeugte sich tief. In etwas gebrochenem Garethi begann er: „Oh, größter aller Turnierreiter der Garetyas, dessen Ruhm auch längst bis ins sonnige Al’Mada vorgedrungen ist, bitte nimm meinen aufrichtigsten Dank entgegen, dass du mich und meine Begleiter hier in deinen steinernen Mauern willkommen heißt!“

„Vielen Dank für das hübsche Geschenk, werter… Herr Gesandter aus dem fernen Khabosa. Wie kann ich Euch helfen?“ fragte Nimmgalf immer noch ein wenig überrascht über den unerwarteten Besuch. Er gebot seinem Gast auf einem weichen Polstersessel in seinem Empfangszimmer Platz zu nehmen, während er sich hinzugesellte. Eine Dienerin brachte zwei Pokale mit Wein, und Nimmgalf reichte einen davon seinem Gast, der ihn dankbar entgegennahm. Den anderen behielt er selbst und prostete seinem Gast zu.

„Nun, wo soll ich anfangen? Mein Herr der überaus ehrenwerte Baron Shahim Al‘Shirasgan ist untröstlich, dass er bislang noch keine geeignete Braut für seinen erstgeborenen Sohn und Erben Rashid ben Shahim, einen prächtigen jungen Mann voller Mut, Energie und Tatkraft, finden konnte. Dabei wird es höchste Zeit, hat Rashid doch die 21 Sommer bereits überschritten. Meinem Herrn ist ein gutes Verhältnis zu den Docenyos…“ der Mann stockte als Nimmgalf ihn fragend ansah, „…verzeiht, den Anhängern der …hrm… Zwölfgötter sehr wichtig, gerade aufgrund der Ereignisse der letzten Götterläufe.“

„Was denn für Ereignisse?“ hakte Nimmgalf nach.

„Nun, ehrenwerter und mächtiger Streiter des nördlichen Königreiches, dann hast du möglicherweise noch nichts von der zweiten Offenbarung des All-Einen gehört, die den Söhnen der Wüste vor etwa zwei Jahren zuteilwurde?“

Nimmgalf schüttelte nur den Kopf.

Der Novadi fuhr fort: „Da das zweite Erscheinen Rastullahs von vielen Vorzeichen angekündigt worden war, sind viele tapfere Aramyas, so nennt man die Anhänger des All-Einen in Al’Mada, dann ebenfalls in die Wüste Khom gezogen, um dem Ruf unseres Herrn Rastullah zu folgen. Inzwischen sind die meisten von ihnen wieder zurückgekehrt, aber einige der almadanischen Magnaten befürchten nun völlig zu unrecht eine Revolte oder Verschwörung der Söhne Rastullahs gegen sie. Doch nichts läge uns ferner! Darauf mein Ehrenwort, bei Rastullah!“ sagte Abdul feierlich.

Nimmgalf blickte ihn skeptisch an. „Und was genau habe ich damit zu tun?“

„Nur Geduld, oh strahlender Sieger zahlloser Lanzenritte, dazu komme ich gleich. Wie ich bereits sagte, ist meinem Herr ein gutes Verhältnis zu den Docenyos sehr wichtig, sowohl zu den vielen Untertanen in seiner Baronie, als auch zu seinen adeligen Nachbarn, die natürlich größtenteils den … den Zwölfen huldigen. Wie nun könnte er es besser unter Beweis stellen, als seinen Sohn und Erben mit einer stolzen Tochter eines großen Hauses zu vermählen, welches weithin gerühmt wird, und dessen Treue zu den Zwölfen unanzweifelbar ist?“

Jetzt dämmerte Nimmgalf langsam, worauf das hinauslaufen sollte.

„Wollt Ihr mir etwa vorschlagen, dass sich meine Tochter mit dem Sohn Eures Herrn Baron vermählen soll?“

„Du hast es erfasst, oh herrlichster und ritterlichster aller Barone des Reiches! Die Klugheit, aber auch die Schönheit deiner Tochter sind uns wohlbekannt, sie wäre zweifellos das kostbarste Juwel des Palacio Al’Shirasgan, des Palastes derer von Al’Shirasgan im malerischen Markt Weinbergen am Yaquir. Und die Pracht unseres ehrwürdigen Hauses ist weit über die Grenzen Almadas hinaus bekannt, wie du ja sicher weißt!“

Abdul hatte sich bereits im Vorfeld seines Besuches umgehört, und gegen ein paar klingende Münzen schon einiges über Baron Nimmgalfs Verwandschaftverhältnisse herausfinden können, was ihm nun sehr zupass kam.

Und Nimmgalf hatte durchaus schon von dem almadanischen Baron Shahim Al’Shirasgan gehört, dessen Reichtum sagenhaft groß sein sollte, auch wenn er etwas bedauerte, ihn bislang noch nicht persönlich kennen gelernt zu haben.

„Wie viele Streiter hat dein Baron?“ Nimmgalf zog es vor den Gesandten zu duzen, so wie er es mit ihm ebenfalls tat.

Abdul überlegte kurz: „Nun, etwa fünfzig Silberschilde im Palast selbst, in Weinbergen nochmal etwa so viele. Und noch ein paar hundert verteilt in der Baronie, vor allem in seiner Festung im Landesinneren.“

Nimmgalf war beeindruckt, doch ließ er es sich nicht anmerken. Er stand auf und ging ein paar Schritte auf und ab.

„Ein solches Bündnis ist für mich ein großer Schritt. Ja, es ist richtig, ich habe noch eine unvermählte und unversprochene Tochter, Racalla. Sie ist nur wenig jünger als euer Erbe, soweit passt es also schon durchaus zusammen. Sie wurde allerdings zum einen streng im zwölfgöttlichen Glauben erzogen und zum anderen ist sie bereits ausgebildete Magierin, die derzeit noch an der Garether Akademie der Magischen Rüstung forscht. Wie könnte ich ihr wohl einen Traviabund mit einem Mann schmackhaft machen, der die Existenz der Zwölfe leugnet?“

„Aber das tun wir doch gar nicht, oh Vater der wohldosierten Skepsis! Wir leben nach der Glaubensauslegung der Unauer Schule, und diese lehrt, dass die, die ihr als die Zwölfe verehrt, die großen Geister sind, die Rastullah rief, um die Welt während seines großen Schlafes zu behüten. Und nun dienen sie ihm treu und ergeben so wie ein jeder Mensch einen Herrn hat, dem er dient – sofern es sich nicht gerade um die Kaiserin handelt.“

Nimmgalf überlegte. Er wusste, dass er damit Racalla sehr viel zumuten würde. Aber er konnte die großen Vorteile, die ein solches Bündnis mit sich brächte, nicht einfach ignorieren. Zumal er selber schon eine geraume Weile erfolglos nach einem Gatten für sie gesucht hatte.

„Bevor ich dem ganzen Handel zustimme, sollte dein Baron noch Folgendes wissen: in unseren Landen ist es üblich, dass man sich unter verbündeten Häusern hilft, wenn eines in Bedrängnis gerät. Kann ich mich darauf verlassen, dass mich dein Herr – sofern der Bund zustande kommt – mit einer angemessenen Anzahl seiner Truppen unterstützt, falls es nötig werden sollte?“

„Aber selbstverständlich, oh größter aller Heerführer des Nordens! Dies ist bei uns völlig üblich, wir lassen nie ein verbündetes Haus in der Not im Stich, und als ein solches wäre das deine dann gewisslich in ganz Khabosa angesehen.“

„Gut, das soll dann auch Teil des Ehevertrages sein!“ bestimmte Nimmgalf, und der Abgesandte bestätigte es lächelnd.

„Dann richte deinem Baron aus: Ich, Nimmgalf von Hirschfurten, werde am 10. Rahja mit etwas Gefolge nach Khabosa kommen, um mich persönlich von dem zu überzeugen, was du mir hier so schmackhaft gemacht hast. Wenn alles so ist, wie du sagst, dann setzen wir einen Vertrag auf für einen Ehebund. Sollten sich deine Worte aber als schiere Übertreibungen herausstellen – nicht dass ich daran zweifeln würde, aber ich glaube meinen eigenen Augen immer mehr als schmeichelhaften Worten – dann wird nichts daraus.“

Die Augen des Gesandten begannen zu strahlen. „Hab Dank, oh weisester aller Herrscher unter den Garetyas. Du wirst bei uns am schönen Yaquir alles so vorfinden, wie ich es beschrieb! Mein Herr und Sahib wird voller Stolz und Vorfreude sein, wenn ich ihm von deinem Besuch künde.“

Mit diesen salbungsvollen Worten verabschiedete sich Abdul ben Wassif von Nimmgalf, und am nächsten Morgen machte sich die Delegation wieder auf den Heimweg.

Novadis? Niemals!

Nimmgalf unterrichtet seine Tochter Racalla über seine Übereinkunft. Diese zeigt sich natürlich wenig begeistert, an einen Novadi verheiratet zu werden. Nimmgalf überzeugt sie jedoch mit den Versprechen, dass die almadanischen Novadis „Aramyas“ seien, und dem Zwölfgötterglauben durchaus zugetan sind (auch wenn natürlich ihr Wüstengötze ihr Hauptgott sei). Zudem hätte sie einen Schwiegervater, der nicht nur ein mächtiger Baron, sondern als almadanischer Cronrat auch erheblichen Einfluss habe. So könnte er ihr z.B. einen Dispens erwirken für Forschungen oder gar ein eventuelles Zweitstudium an der Puniner Akademie der Hohen Magie. Außerdem wäre sie dann eines Tages Baronin einer der reichsten Almadanischen Baronien – ja ist das denn nichts? Racalla ist immer noch skeptisch, willigt dann aber schließlich doch ein.


Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth, 29. Ingerimm 1047 BF

„Also, dass Du mich hier in Gareth mal besuchen kommst, Vater, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet! Aber umso mehr heiße ich dich herzlich willkommen in der Akademie der Magischen Rüstung!“

Nach seinem Besuch in der Baronie Khabosa im südlichen Almada war Nimmgalf schnurstracks nach Gareth gereist, um seine Tochter Racalla persönlich dort aufzusuchen, die einen der wenigen Forschungsplätze der Akademie ergattert hatte. Er hatte schon eine Weile bei ein wenig dargebotenem Gebäck auf seine Tochter gewartet, die hier an der Akademie vor Kurzem ihren Abschluss gemacht hatte.

„Dann lass mich dich mal ein wenig herumführen, Vater. Wir befinden uns hier im Empfangssalon, in dem wir die Gäste willkommen heißen.“ Sie führte ihn sodann in die große Eingangshalle. „Dieses hier ist der Rohalssaal mit der überlebensgroßen Büste von Rohal dem Weisen, die du ja beim Eintreten sicher schon bemerkt haben wirst. Es ist der größte Saal der ganzen Akademie und bietet auch einige gemütliche Sitzgelegenheiten. Hier rechterhand haben wir die Schreibstuben der wichtigen Würdenträger und weiter hinten findet man das Scriptorium, wo wir an der Vervielfältigung Magischer Werke arbeiten. Derzeit haben wir insgesamt 15 Lehrkräfte zu denen ich ebenfalls zähle, da ich hin und wieder auch einige Seminare durchführe. Dann haben wir noch etwa 32 Schüler aus verschiedenen Jahrgängen an der Akademie. Aus dem Jahrgang 1036 sind übrigens außergewöhnlich viele Eleven hervorgegangen, merkwürdig, oder?“ Nimmgalf zuckte nur kurz mit den Schultern.

„Und was ist dieser Raum da drüben?“

Unsere Bibliothek und dahinter dann der Lesesaal. Dort herrscht strickte Ruhe, Sprechen ist also nur im Notfall erlaubt. Ein Ort der Besinnung und inneren Einkehr, um sich ganz auf das Bücherstudium konzentrieren zu können. Die meisten der Bücher werden dich kaum interessieren, also gehen wir besser weiter. Am Ende des hinteren Ganges befindet sich unsere Praios-Kapelle, wo unser Akademiegeweihter jeden morgen den Gottesdienst abhält. Für die Schüler ist die Teilnahme Pflicht, und auch die Lehrkräfte sind angehalten daran teilzunehmen, sofern es zeitlich passt.“

Dann gingen sie gemeinsam in den Nordflügel: „In diesem Gang liegt linkerhand das große Auditorium. Es wird nur selten für die Schüler genutzt, aber hin und wieder finden hier auch Seminare statt, zu dem der Stadtadel oder bisweilen auch Bürgerliche eingeladen sind. Direkt dahinter befindet sich der Salon der Künste, wo ebenfalls unregelmäßig Künstler und Sänger ihre Darbietungen vortragen, zur Erbauung der Akademieangehörigen. Gegenüber liegt die Mensa, wo wir später dann auch speisen werden.“

Nimmgalf nickte erfreut. Ihm rauchte schon der Kopf von den ganzen Räumlichkeiten. Dagegen war ja selbst Burg Trollhammer recht übersichtlich.


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Später saß Nimmgalf mit seiner Tochter in der Mensa der Akademie, wo sie sich ein köstliches Mittagsmahl munden ließen. Zu Nimmgalfs Überraschung erinnerte das weniger an einen Speisesaal wie in einer Militärkaserne, sondern eher an ein nobles Garether Gasthaus.

„Also, Vater, jetzt bin ich aber neugierig: was verschafft mir denn die Ehre deines Besuches? Es ist immerhin das erste Mal, dass du mich hier besuchen kommst.“

Nimmgalf blickte seine Tochter eine Weile an und rang um die richtigen Worte. Dann begann er: „Racalla, ich habe endlich nach langer Suche einen Ehepartner für dich gefunden.“

Racallas Augen weiteten sich: „Das ist nicht wohl dein Ernst, oder? Ich kann jetzt nicht einfach jemanden heiraten, ich habe hier noch Forschungsaufträge zu erfüllen, muss Seminare abhalten, soll mich um die Einweisung der neuen Eleven kümmern, und außerdem… wen soll ich überhaupt heiraten?“

„Tja…“ Nimmgalf druckste etwas verlegen herum. „Zunächst einmal: er lebt im sonnigen Fürstentum Almada!“ „ALMADA?“ rief Racalla vielleicht ein wenig zu laut und blickte sich ein wenig erschrocken um. „Almada? Was soll ich denn da unten im Süden? Ist das vielleicht in der Nähe von Punin?“ fragte sie hoffnungsvoll. Ihre Augen begannen zu leuchten.

„Es handelt sich um den Erben der Baronie Khabosa, eine sehr reiche Baronie am Yaquir, die ich vor Kurzem besucht habe. Und ja, das ist nicht allzu weit von Punin entfernt, ich schätze so 3-4 Tagesritte. Liegt jedenfalls auch in der Grafschaft Yaquirtal. Wie auch immer, der Auserwählte ist aus dem almadanischen Magnatenhaus Al’Shirasgan. Sein Name ist Rashid ben Shahim, sein Vater ist Shahim Al’Shirasgan, der Baron zu Khabosa.“

In Racallas Gesicht machte sich Entsetzen breit. „Dem Namen nach also ein Novadi? Das kann nicht dein Ernst sein. Das wird niemals passieren, Vater! NIEMALS!“ Sie stand barsch auf. Ein paar der Umsitzenden warfen den beiden erstaunte Blicke zu, widmeten sich aber dann wieder ihrem Mittagsmahl. Nimmgalf ergriff behutsam ihre Hand, und Racalla setzte sich wieder.

„Nun höre mir doch erstmal zu, bevor du so vorschnell urteilst“, mahnte Nimmgalf. Zum einen sind es keine Novadis, sondern Aramyas. So nennt man die Rastullahgläubigen Almadas. Sie sind Anhänger der Unauer Schule, die einen sehr gemäßigten Umgang mit den Zwölfgöttergläubigen lehren. Und sie erkennen die Existenz der Zwölfe durchaus an, wenn sie natürlich auch ihren Wüstengötzen als Hauptgottheit verehren. Aber das sollte für dich doch kein Problem darstellen, oder?“

Racalla sah ihn entsetzt an. „Doch Vater. Genau das tut es! Du kannst mich doch nicht an jemanden verheiraten, der nicht die Zwölfe, Praios voran, verehrt, so wie es sich gehört! Wer ist denn auf diese völlig hirnverbrannte Idee gekommen?“

„Du wirst es kaum glauben, aber der Baron von Khabosa hegt den ausdrücklichen Wunsch, dass sein Sohn mit einer zwölfgöttergläubigen Frau vermählt wird, weil er sich als Bindeglied sieht zwischen den Aramyas und seinen Untertanen, die mehrheitlich auch dem Zwölfgötterglauben anhängen, und daher sehr um einen freundschaftlich-nachbarschaftlichen Ausgleich bemüht ist. Ich habe mich lange mit ihm bei meiner Reise nach Almada unterhalten können. Er ist ein sehr gebildeter, freundlicher und sehr weitsichtiger Mann. Und vor allem ist er sehr einflussreich und mächtig.“

„Also darum geht es dir! Geld und Macht! Und dafür verschacherst du mich an die Götzenanbeter!“ Sie verschränkte wütend ihre Arme und blickte zur Seite.

„Meine liebe Racalla, dass du eines Tages an ein befreundetes Adelshaus vermählt werden könntest, war dir doch schon seit langem klar. Warum also jetzt diese Empörung? Sieh es doch mal so: du hättest dadurch die Möglichkeit, den Heiden den wahren Glauben an die Zwölfe näher zu bringen, sie vielleicht sogar in gewisser Weise zu bekehren. Wäre das nicht auch im Sinne des Herrn Praios, wenn sich sein Wort dort verbreitet, wo Heidentum und Zweifel herrscht? Außerdem würdest du im Palast des Barons ein Leben führen wie eine tulamidische Prinzessin. Jeden Wunsch würde man dir von den Augen ablesen. Und das Wort deines Schwiegervaters – er ist immerhin ein einflussreiches Mitglied im Almadanischen Kronrat – mag dir so manche Türe öffnen, die dir ansonsten verschlossen geblieben wäre. Und eines Tages wirst du die Gemahlin des Barons von Khabosa sein, einer der größten und reichsten Baronien des Mittelreiches. Ja, ist das denn nichts?“

Racalla musste nachdenken. „Ich weiß nicht Vater. Ich weiß nicht, ob ich so ein Leben führen kann. Umgeben von Götzenanbetern… nein, nein, das möchte ich nicht.“

„Überlege es dir noch mal, Racalla. Ich möchte dich nur ungerne zwingen, aber eine pauschale Ablehnung kann ich ebenfalls nicht akzeptieren. Du kannst noch ein paar Monde lang deine Forschungen weiterführen und nach Möglichkeit zum Abschluss bringen. Die Hochzeit ist erst im späten Boron geplant, das heißt, dass wir uns ab Anfang Boron von Samlor aus auf den Weg nach Weinbergen am Yaquir machen werden. Und natürlich werden wir dich mit großem Gefolge begleiten.“

„Und was, wenn sich dieser Mann irgendwann eine Zweit- oder gar Drittfrau nimmt, wie es bei den Wüstenbarbaren so Brauch ist? Dann wäre ich doch völlig abgeschrieben!“

„Da kann ich dich beruhigen, das wird nicht passieren! Denn dies wird Teil des Ehevertrages sein, damit unsere travianischen Grundsätze ebenfalls dort verankert sind: sollte der Bräutigam sich eine weitere Gemahlin wählen, ist dieser Ehevertrag nichtig, und du wärest frei zu gehen! Es hat mich einiges an Überzeugungsarbeit gekostet, darauf zu beharren, aber sie haben dem schließlich zugestimmt!“

„Na, wenigstens das!“ schluchzte Racalla. Nimmgalf bemerkte, dass ihre Augen feucht geworden waren.

Er setzte sich neben sie, nahm sie in den Arm und gab ihr einen väterlichen Kuss auf die Stirn. „Egal was passiert, du wirst immer meine Tochter bleiben“, flüsterte er. Racalla nickte.

Die Reise zum Yaquir

Anfang Boron 1048 BF Nimmgalf (plus Irnfrede (+Mann) plus Tsaiane plus weitere) begleitet seine Tochter Racalla auf dem weiten Weg nach Weinbergen, dabei kommt man auch durch Punin, von wo aus es mit dem Schiff weitergeht. In Punin verbringt man ein zwei Tage und schaut sich die vielen Sehenswürdigkeiten an. Racalla begeistert sich v.a. für die Academia der Hohen Magie und träumt von einem Zweitstudium, um ihr magisches Wissen zu vertiefen.

Sehenswürdigkeiten in Punin:
Akademie der Hohen Magie: Pentagrammaton mit Elfenbeinturm
Taubenturm des Rathauses
Residenzschloss des Fürsten Gwain von Harmamund auf dem Palasthügel Goldacker
Glockenturm Dicker Ghirlando
Gilbornstempel (Praios)
Etilienpark mit Schlangentempel (Hesindetempel)
Madathermen (Badehaus)

Die Reise nach Weinbergen würde mit der Reisekutsche wenigstens 12 Tage dauern. Daher waren die Hirschfurtens bereits Anfang Boron aufgebrochen, nicht zuletzt, weil Nimmgalf beabsichtigte auf dem Weg auch noch den ein oder anderen Bekannten zu besuchen, derweil Racalla unbedingt etwas Zeit im berühmten Punin verbringen wollte. Nimmgalfs Gemahlin Ederlinde und ihre älteste Tochter Irnfrede von Luring-Hirschfurten hatte sich der Reisegruppe ebenfalls angeschlossen. Eskortiert wurden sie von fünf Rittern aus Hirschfurten angeführt von Junkerin Tsaiane von Talbach. Das Geschnatter der beiden Schwestern wurde Nimmgalf schon bald etwas zu viel, so dass er es vorzog, vorne beim Kutscher Platz zu nehmen, was ihm einige verärgerte Blicke seiner Frau einbrachte.

Schon nach kurzer Zeit erreichten sie die Kreusenburg in Eslamsgrund, wo sie Nimmgalfs Freund und Bundesbruder Felian von Perainsgarten, den Landvogt von gräflich Eslamsgrund besuchten. Dieser erwies sich als vollkommener Gastgeber. Zwar bedauerte er es sehr, dass er nun Racalla nicht als Hofmagierin einstellen könnte, jedoch sagte Nimmgalf ihm zu, für einen guten Ersatz zu sorgen, da eine entfernte Nichte von ihm ebenfalls Magierin sei. Er würde sie nach seiner Rückkehr konsultieren, und ihr die offene Stelle als Hofmagierin anbieten. Felian zeigte sich sehr zufrieden.

Am nächsten Tage ging die Reise weiter gen Süden. In Königlich Halhof hatte Nimmgalf zunächst überlegt, seinen alten Freund Hal von Ehrenstein zu besuchen, doch zog er es vor, aufgrund der Ereignisse mit dessen Tochter Melina besser in einem Gasthaus in Steynebruck zu übernachten.

Schließlich passierten sie die Grenze nach Almada. Auch jetzt im Herbst war das Land am Yaquir herrlich anzuschauen. Man folgte der Reichsstraße II Richtung Punin. Nachdem man einige Zeit in der Grafenstadt Ragath verbracht hatte, erreichte man am späten Nachmittag den Alcazar de Heldor, die Residenz des berühmt-berüchtigten Baron zu Dubios. Nimmgalf kannte Hernan von Aranjuez noch aus alten Tagen, als sie gemeinsam an der Seite Answins von Rabenmund stritten - ein Mann von altem Adel, der ebenso wie er ein begeisterter Turnierreiter war. Er hatte ihn seit dem Kaiserturnier 1041 BF nicht mehr getroffen, und wollte gerne erfahren, wie es ihm in der Zwischenzeit ergangen war, und was es Neues in Almada gab. Dom Hernan war höchsterfreut über den unerwarteten Besuch und empfing die Gäste aus Garetien äußerst zuvorkommend. So verbrachte man noch ein paar gesellige Stunden mit dem Baron und seiner bezaubernden Gemahlin Rahjada von ehrenstein-Streitzig, und erzählte sich auch die ein oder andere Anekdote aus alten Tagen. Baron Hernan beglückwünschte seinen Freund aus Garetien auch zu dem Schritt, seine Tochter nach Almada zu vermählen. Er selbst hatte bislang überwiegend positive Erfahrungen mit den Aramyas gemacht, sogar in seiner Baronsgarde fanden sich einige von ihnen, da sie als äußerst loyal galten.

Tags drauf verabschiedete man sich wieder von Familia Aranjuez und erreichte dann auch kurze Zeit später die Almadanische Metropole Punin. Den Hirschfurtens waren zwar mit Gareth große Metropolen durchaus nichts Unbekanntes, doch Punin hatte natürlich ein ganz besonderes Flair. Überall gab es etwas Neues zu entdecken und zu bestaunen. Angefangen mit dem Residenzschloss des Fürsten Gwain von Harmamund auf dem Palasthügel Goldacker – für eine ausgiebige Besichtigung war leider keine Zeit – über das Rathaus mit dem Taubenturm und dem berühmten Glockenturm Dicker Ghirlando waren es vor allem die großen Tempel, die von den Hirschfurtens aufgesucht wurden. Nicht nur der St. Gilborns Tempel des Herrn Praios, und die benachbarte Wehrhalle der Herrin Rondra, sowie die Haupttempel von Boron und Tsa, die sich gegenüber lagen, standen auf dem Programm. Racalla und Irnfrede besuchten auch noch den Schlangentempel der Hesinde im malerischen Etilienpark, derweil sich der Rest der Gruppe schon mal in den Madathermen verwöhnen ließ. Der Höhepunkt für die junge Racalla war jedoch die ehrfurchtgebietende Akademia der Hohen Magie, die mit dem Pentagrammaton und dem mehrstöckigen Elfenbeinturm sicherlich zu den imposantesten Bauwerken der Stadt zählte. Dagegen war selbst ihre Akademie der Magischen Rüstung in Gareth eher bescheiden zu nennen. Doch groß war die Ernüchterung, als man ihr dort schnell klar machte, dass sie als Weißmagierin über einen guten Leumund oder ein Empfehlungsschreiben von höherer Stelle verfügen müsse, um die Lehranstalt zu Forschungszwecken aufsuchen zu können. Etwas enttäuscht kehrte Racalla zu den anderen zurück. Man residierte im Hotel Silberling, in dem auch Glücksspiele abgehalten wurden.

Nach zwei Tagen voller Sehenswürdigkeiten verließ man die Capitale Almadas auch wieder. Die weitere Reise führte sie nicht wie bisher am Yaquir entlang, sondern über die alte Weinstrasse, die sie durch die Mark Punin, sowie die Baronien Nemento und Artesa führte, bevor sie schließlich in Weinbergen in der Baronie Khabosa endete. Die Kutsche kam auf der Strasse gut voran. Zwar gab es auch hier den ein oder anderen Regenschauer, doch war die Strasse gut gepflastert, so dass man keine Schlammlöcher oder gar Achsbruch befürchten musste. Anscheinend wussten die Anrainer sehr wohl um den hohen Stellenwert der alten Handelroute, die zahlreiche Weinhändler nahezu täglich befuhren.

Am 20. Boron erreichten sie schließlich Weinbergen, wo sie hocherfreut im Palacio Al'Shirasgan in Empfang genommen wurden. Racalla aber auch ihre Schwester Irnfrede konnten sich vor Geschenken und blumigen Lobpreisungen ihrer Schönheit kaum retten. Racalla staunte nicht schlecht, welche Pracht und welch Reichtum hier zur Schau gestellt wurde. Ihr Vater hatte wahrlich nicht übertrieben. Racallas Bräutigam stand eine Weile einfach nur stumm da, als er Racalla erstmals in Augenschein nahm. Ihm fehlten schier die Worte, anscheinend hatte er sie sich etwas anders vorgestellt. Doch dann zeigte er sich hocherfreut, und wurde nicht müde seine künftige Gemahlin mit Komplimenten und kleineren Geschenken zu ünberhäufen (Juwelen, für die man in Greifenfurt locker ein Junkertum hätte kaufen können). Nimmgalf wurde vom Hausherren persönlich in Empfang genommen, der sich ebenfalls hocherfreut darüber zeigte, dass der Garetier bereit war, seinen Teil des Vertrages zu erfüllen. Dem wollte er natürlich in nichts nachstehen.

Traumhochzeit in Weinbergen

Am 22. Boron 1048 BF, dem 5. Rastullahellah (höchster Feiertag der Novadis) wird in Weinbergen (1550 EW) dann eine Märchenhochzeit gefeiert, die an Prunk und Pracht kaum noch zu überbieten ist. Hunderte Gäste, exotische Tiere (Geparden, Panther, Kamele, Elefanten), Gaukler, Tänzerinnen viel Musik und Tanz. Racalla trägt ein wundervolles Hochzeitsgewand. Die Hochzeit ist ein Traum, nur hin und wieder deuten Kleinigkeiten darauf hin, dass es so künftig nicht weitergehen wird. Am Ende verabschiedet sich Racallas Familie von ihr und reist zurück nach Hirschfurten.

Der 23. Boron 1048 BF war zugleich der 5. Rastullahellah, der höchste Feiertag des Rastullahglaubens. An diesem Tag sollte endlich die Hochzeit zwischen dem aramyischen Erben Rashid ben Shahim Al’Shirasgan und der Weißmagierin Racalla von Hirschfurten stattfinden.

Die Hirschfurtener Reisegruppe war bereits vor drei Tagen angekommen, und hatte Gästequartiere im Palast bezogen. Diese waren luxuriöser ausgestattet, als manches Baronsgemach in Garetien: kostbare Möbel aus Tropenhölzern, seidene Bettwäsche und Vorhänge, leichte Tülltücher um den Schlafenden vor lästigen Insekten zu schützen, und über eine ausgeklügelte Vorrichtung wurde fließendes Wasser in ein weißes Marmorbecken gespült, sobald man einen kleinen Hebel betätigte. Aber dies war kein Vergleich zu dem Luxus, den der Palast selber bot: überall befanden sich Diener (oder besser Sklaven), die den hohen Gästen jeden Wunsch von den Augen ablasen. Eine riesige Marmorfreitreppe führte ins Obergeschoss, wo man auf einer Galerie lustwandeln konnte, mit etlichen kunstvollen Statuen und kostbaren Gemälden. Ein weiterer Raum beinhaltete die Schwitzbäder, die zu einem ausgiebigen Saunagang einluden. In einer Bibliothek fanden sich viele Bücher, die meisten rastullahgefällige religiöse Werke, aber auch naturkundliche Abhandlungen über Almada und auch die nahe Khomwüste waren darunter zu finden. Im weitläufigen Park vor dem Palast befanden sich gleich mehrere Springbrunnen aus Marmor, die dem geneigten Betrachter ausgeklügelte Wasserspiele zeigten. Zahlreiche exotische Bäume und Sträucher erfreuten jedes Botanikers Herz. In großen Käfigen wurden einige exotische Tiere wie Pardel, Sandlöwen und sogar ein Königstiger gehalten, die bisweilen auch von kräftigen, dunkelhäutigen Dienern an Ketten herausgelassen und zum Erstaunen der Gäste auch herumgeführt wurden. In einer mehrere Schritt hohen Voliere konnte man viele exotische Vögel bewundern. Sogar zwei ausgewachsene Elefanten waren im Park zu sehen, auf denen man sogar eine Weile reiten durften, doch nur unter Aufsicht eines erfahrenen Führers versteht sich.

An diesem Tage waren bereits zahlreiche Gäste eingetroffen, neben den Hirschfurtens aus Garetien auch einige Familienmitglieder der Al’Shirasgans, viele befreundete (oder besser: nicht verfeindete) Magnatenhäuser Almadas hatten ebenfalls ihre Vertreter zur Hochzeit entsandt. Auch waren einige hochrangige Novadis aus dem Emirat Amhallassih eingetroffen, mit denen die Al’Shirasgans meist familiäre Bande hatten, und die zum Teil mit Kamelen angereist waren. Die zahllosen Hochzeitsgeschenke stapelten sich bereits auf den Tischen.

Schließlich war es so weit. In prächtige violette novadische Gewänder gehüllt und mit kostbarem Schmuck erschien dann die Braut Racalla auf der Feier, belgeitet von vielen Jubel- und Erstaunensrufen der Gäste. Zwar hatte sich Racalla anfangs noch dagegen gewehrt, hatte ihre Vorbehalte gegen die novadische Hochzeitstracht dann aber um des lieben Friedens willen aufgegeben. Tatsächlich gefiel ihr das bauchfreie violette Gewand sogar ausgesprochen gut – auch wenn sie es nie zugeben würde. Auch hatte ihr ihre Schwester Irnfrede mehrfach versichert, dass sie darin beneidenswert gut aussehen würde. Und wenn es eine Koryphäe in Sachen Modegeschmack gab, dann wohl sie. Ihr Bräutigam Rashid jedenfalls zeigte sich höchsterfreut und reichte ihr galant lächelnd seine rechte Hand, die sie nach kurzem Zögern dann auch ergriff. So trat das Brautpaar vor den Hairan, der den beiden nun ein Tuch aus goldgelber Phraischafwolle, das Akkharid, um die Hände band, so wie es hier Brauch war.

Anschließend hielt der Baron eine lange Rede in Tulamidya, in der er seinen Sohn samt seiner Braut in höchsten Tönen lobte, und auch nicht müde wurde, den Mut und die Weitsicht ihres Vater zu betonen. Auch Baron Nimmgalf sprach noch ein paar Worte, die allerdings in Garethi, mit denen er der Verbindung seiner Tochter den Segen erteilte und ihr starkes und für beide Seiten vorteilhaftes Bündnis lobte.

Nachdem die beiden Brautleute dann den heiligen Schwur gesprochen hatten, und der Bund damit besiegelt war, ging die Feier erst so richtig los. Nicht weniger als drei Dutzend Tänzerinnen und Tänzer vollführten begleitet von Kabasflöten und Dabla-Trommeln einen aufsehenerregenden Reigen, der zum Mitmachen einlud. Vorneweg tanzte das Brautpaar, dem sich einige weitere Paare anschlossen. Sänger trugen fröhliche Weisen vor und Musikanten spielten dazu. Es wurden köstliche Speisen gereicht, das üppige Buffet wäre auch für die doppelte Menge an Gästen ausreichend gewesen. Mehrere Haimamudin erzählten jeweils einer Gruppe von interessierten Zuhörern ihre Märchen und Legenden.

Erst in der späten Nacht begaben sich die Gäste nach und nach zur Ruhe. Auch Racalla war irgendwann so müde, dass sie sich in ihre Gemächer zurückzog. Ihr Bräutigam hingegen feiert noch mit seinen engsten Freunden bis in den frühen Morgen.

Am Morgen des übernächsten Tages machten sich Nimmgalf und die anderen Hirschfurtener wieder auf den Heimweg. Ein letztes mal rief er seine Tochter zu sich: „Dann lebe wohl, mein Kind. Lebe dich erstmal in deinem neuen Zuhause gut ein. Und wenn ein wenig Zeit verstrichen ist, komm mich nochmal auf Burg Trollhammer besuchen und berichte mir, wie es dir hier ergangen ist, in Ordnung?“ Racalla nickte, doch ihr war anzumerken, dass sie nicht restlos glücklich war.

„Leb wohl, Vater! Sei ganz beruhigt, ich werde hier sicher gut zurechtkommen“, sagte sie vielleicht ein wenig nachdenklich und verabschiedete sich auch noch vom Rest der Familie. Dann wandte sie sich um und kehrte zu ihrem Gemahl zurück.


Vorläufiges Ende