Geschichten:Auf zu den Nebachoten!

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Im Gesindehof der Burg Nymphnehall, an einem herrlichen Sommermorgen:

Innig umarmte Malepartus seine Frau, der Abschied viel herzlich aus. Selbst dem kleinen Maleparto wuschelte er durchs blonde Haar, was diesen leicht befremdete. Dann setzte er sich auf sein Ross, winkte noch einmal und ritt an der Spitze seiner Husardeure davon.
Ondinai, die anwesenden Familienmitglieder und der halbe Hof sah dem Baron nach, der Großteil vermutlich mit Erleichterung. Es waren jedoch nicht nur das halbe Dutzend Soldaten welche den Baron begleiteten, sondern auch eine kleine Schar von Diener und unter anderem der unglücklich wirkende Malphorus von Helburg, der zum neuen Majordomus zu Haselhain bestimmt worden war.

Ein besonderes Augenmerk galt einer kleinen, gut festgezurrten Kiste, in der sich vermutlich der sagenumwobene Helm Kashgars befand. Der eigentliche Grund dieser Reise.

Es war Mitte Rondra im Götterlauf 1038BF, ein herrlicher Sommertag erfüllte mit seiner Hitze die Caldaia, und die Laune des Barons stieg. Ja, er fühlte sich wohl wieder unterwegs zu sein, die innere Unruhe besänftigen. Der Ritt führte durch Dornensee und gräflich Eslamsgrund nach Gallstein.
Und in nur wenigen Tagen erreichten sie die Burg Mor’Tres, thronend auf einem Hügel über dem Land.
Mächtige Felsquader, nicht von Menschenhand gefertigt bildete das Fundament der Burg, die dank der fratzenhaften dunkeln Wasserspeier einen deutlich düsteren Ruf besaß.
Das konnte aber auch den dem jetzigen Herrn der Burg liegen, denn der Gallsteiner galt nicht gerade als ein freundlicher Gesell.
Manche hielt ihn schon fast für tot, aber endlich regte sich der alte Kettenhund wieder, ein Umstand den Malepartus nur allzu sehr begrüßte.
Ihre erst jüngst zurückliegenden Erlebnisse zu Perricum waren der Grund für diese Reise. Es galt sich alte Bande und Freundschaften zur erinnern und neu zu schmieden.

Als Malepartus das mächtige Burgtor mit der Hof gezogenen Zugbrücke erreichte, erschien ein Wachmann auf den Zinnen:

„Wer da und stört?“

„Hörzu du Wicht, sag deinem Herrn der Bluthund ist angekommen, es gilt den Rappen zu Sattel und aufzubrechen. Auf zu den Nebachoten!“

In Windeseile verschwand der Wachmann und mit lauten Rasseln schmetterte die Zugbrücke herunter und ihr eisenverzahnter Rand fraß sich knirschend und krachend in den Fels.

Ungerührt von Lärm und Staub verblieben Ross und Reiter, das Fallgitter öffnete sich und der Höllenwaller gab seinen Leuten das Zeichen. Im Schlund von Mor`Tres verschwand der Besuch.


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Man hatte den Besuch erwartet auf Burg Mor'Tres. Schon lange war solch Geschäftigkeit nicht mehr gesehen worden auf der Burg. Über dem Bergfried wehten die Fahnen Gallsteins und der Blutgreif der Pulethaner Seit an Seit im Wind, der beständig vom Wall her blies. Von den Mauern herab hingen Banner in Rot und Schwarz, den Gast zu begrüßen.
Bedienstete liefen über den Hof um benötigte Zutaten zu den Speisen zu bringen, Wäsche zur Waschküche zu bringen oder von dort zu holen, Kleidungsstücke wurden gebracht, gerichtet und noch einmal streng in Augenschein genommen. Kaum waren die fleißigen Füße über das Pflaster gelaufen folgte ihnen ein Besen um eventuelle Spuren zu beseitigen. Rüstungen waren auf Hochglanz gebracht worden, denn ein jeder hier wusste was der Baron auf Malepartus hielt. Einen Fehler beim Empfang würde der Gallsteiner nicht vergessen und niemand am Hofe wollte diese Art der Aufmerksamkeit wecken.
Selbst des Gallsteiner Sohn hatte darauf verzichtet seine sonstigen Fragen zum Nutzen einer solchen Aufführung zu stellen, denn auch er kannte die Grenzen, welche man besser nicht bei seinem Vater überschreiten sollte und so stand er ruhig neben seinem Vater, als dieser Malepartus entgegen kam. Jedes Treiben auf dem Hof endete mit dem Erscheinen des Gallsteiners. Alles richtete die Aufmerksamkeit nun auf jene zwei Barone, deren Zusammenhalt bekannt und auch zu Recht gefürchtet war, denn waren Beide auf ihre Art ohne Gnade beim Erreichen von Zielen und lange Zeit waren sie nicht mehr als jene Allianz aufgetreten, die nun auf Mor'Tree wieder neu beschworen wurde.
"Willkommen, mein Freund. Willkommen in Gallstein. Kommt, werter Bruder und ruht euch ein wenig aus, bevor wir weiter reisen wollen." Mit offenen Armen begrüßte der Gallsteiner den Baron aus Höllenwall und führte ihn anschließend selbst über den Hof zum Herrenhaus.


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Zu später Stunde in Kaminzimmer unter vier Augen:

Auf einem kleinen Tisch lag der Helm Kashgars, die beiden Männer saßen sich gegenüber, ein jeder in der Hand einen Kelch mit schwerem Rotwein.

"Und ist alles Recht für eure Hochwürdigstkeit!"

"Alles bestens. Aber sagt, wo habt ihr euren schönen Hut gelassen!"

Schallendes Gelächter dröhnte bis weit hinaus vor die geschlossene Tür und lies die Diener zusammenzucken.





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9. Ron 1038 BF
Auf zu den Nebachoten!
Ich hatte eine Familie


Kapitel 3

Wiedersehen in Haselhain