Geschichten:Geldsorgen

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Burg Angareth, Markgräflich Arvepass, 20. Rahja 1045 BF

Ariana von Alxertis legte die Feder ab und blickte auf die Dokumente vor sich. Ganz oben lag der Brief ihres Schwagers, in dem dieser ihrem Gatten eine größere Summe Silber zusicherte. Über die Einzelheiten schwieg er sich aus, das war etwas, was er gerne von Angesicht zu Angesicht klären würde, weswegen er ein baldiges Treffen in Zackenberg vorschlug.

Die Adlige verdrehte die Augen. Wie auch immer es Salix geschafft hatte, Geld aufzutreiben, sie musste darüber den Kopf schütteln. Die Kassen ihres Gatten waren fast vollständig leer, der Wiederaufbau des abgelegenen Junkerguts verschlang alle Einnahmen aus dem Gut selbst, sogar die ‘‘außerordentlichen Sonderzahlungen‘‘, welche Bärfried aus Garetien mitgebracht hatte, waren aufgebraucht.

Das meiste war für die Tilgung des Darlehens aufgebraucht worden, welches er einst aufgenommen hatte, um seine Truppen aufzustellen. Ein Nullsummenspiel, wenn man es vom finanziellen Standpunkt aus betrachtete. Während also die eine Baustelle nicht mal ansatzweise abgeschlossen war, fing Bärfried mit der Nächsten an und verschuldete sich abermals.

Aber damit nicht genug! Der Straßenausbau – oder besser: Der Plan – band einen guten Teil seiner Aufmerksamkeit und Zeit. Er verbrachte immer mehr Zeit in seinem Amtszimmer, im Gespräch mit verschiedensten Personen vertieft. Wenn er mal nicht dort war, traf er sich in Vellberg mit seiner Geschäftspartnerin oder bereiste mit Baumeisterinnen und Handwerkern die Straße, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Was allein diese Vorplanungen an Geld verschlungen hatten! Nur dank der finanziellen Hilfe durch den Markgrafen waren sie überhaupt so weit gekommen! Bald wäre aber auch diese aufgebraucht, ohne dass auch nur ein Schritt Straße gebaut worden war. Ariana schüttelte den Kopf. Wo sollte das hinführen? Auch wenn sie Salix zutraute, ein Händchen für das Auftreiben von Geld – scheinbar aus dem Nichts – zu haben: Irgendwann würde auch sein Können auf Grenzen stoßen und sie wollte nicht wissen, was geschähe, wenn ihr Gatte auch nur einmal eine Rate versäumte.