Geschichten:Goldene Zeiten - Es bleibt in der Familie

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Goldene Zeiten – Es bleibt in der Familie

Dramatis personae:

Burg Trollhammer, Rittersaal, Ende Rahja 1033 BF:

„Also ist es tatsächlich wahr? In Vierok wurde ein Schloss geplündert und eine Edlenfamilie niedergemetzelt?“ „So wahr wie ich hier stehe, Cousin!“ antwortete Wulfmin von Hirschfurten, die Junkerin zu Brachental ihrem Verwandten Nimmgalf auf die Frage.

Tsaiane von Talbach hatte die Junkerin in Samlor in Empfang genommen und anschließend mit einigen Soldaten zur Burg Trollhammer eskortiert. Was sie zu berichten hatte war wichtig genug, um Nimmgalf persönlich davon zu unterrichten.

Wulfmin schilderte weiter: „Während die Kaisermark-Regionen südlich von Gareth beim Zug der Galotteska weitgehend unangetastet geblieben sind, scheint es jetzt so, dass sich die Plünderer viel tiefer wagen. Mein Gut in der Gerbaldsmark ist ebenfalls in akuter Gefahr!“ Nimmgalf machte eine ungläubige Geste. „Das ist doch kaum zu glauben. Ich dachte, in der Kaisermark sorgt der Blutige Ugo für Ruhe, und dass der inzwischen das ganze Gesindel zurück in die Wildermark gescheucht hätte.“ „Da täuscht Ihr Euch, Vetter! Euer Intimfeind wird nur dann aktiv, wenn man ihm seinen Allerwertesten vergoldet, was sich außer ein paar reichen Garether Stadtjunkern oder den Burggrafen kaum einer leisten kann. Ich kann es jedenfalls nicht!“

Nimmgalf blickte seine Cousine, die nur ein paar Götterläufe älter war als er, und aus einer Nebenlinie des Hauses Hirschfurten stammte, misstrauisch an. „Nun, bis jetzt scheint Ihr ja recht gut über die Runden gekommen zu sein. Wie auch immer – was schwebt Euch vor?“ „Gebt mir militärische Unterstützung. Ich will in der Lage sein, mein Junkergut selbst zu verteidigen. Mit meinen Dorfbütteln werde ich kaum etwas gegen ausgebildete Elitesöldner ausrichten können, da brauche ich Leute, die ihr Handwerk verstehen und nicht gleich das Hasenpanier ergreifen, wenn es ernst wird“, antwortete Wulfmin.

Nimmgalf überlegte. „Wie Ihr wisst, Cousine, bin ich der Obrist der Grafschaft Reichsforst. Ich kann meine Truppen nicht unprovoziert außerhalb der Grafschaftsgrenzen einsetzen. Das letzte Mal, als ich Reichsforster Truppen nach Waldstein geführt habe, hatte ich danach einige politische Scherereien zu bewältigen, bis die Sache endlich vom Tisch war.“

Wulfmin wirkte verzweifelt: „Aber was soll ich denn tun? Soll ich hilflos zusehen, wie diese Horden mein Gut ausplündern, mich schänden und anschließend meucheln? Ich kann mir keine Söldnertruppen leisten. Nicht dauerhaft, Nimmgalf. Ich bitte Euch, steht mir als Eurer Verwandten in dieser schwierigen Lage bei!“

Nimmgalf beriet sich kurz mit Tsaiane und nickte dann. „Wohlan, ich werde Euch befristet Hilfe gewähren. Ihr sollt 20 Kriegsreiter aus Hirschfurten erhalten, um die Wehrhaftigkeit von Brachental zu erhöhen. Die Überstellung regle ich persönlich mit Burggräfin Rondriane von Eslamsgrund. Sollte binnen eines Mondes keine Plünderungen in eurem oder einem benachbarten Junkertum stattgefunden haben, werden die Reiter zurückbeordert.“

Wulfmin war erleichtert. „Ich danke Euch, Nimmgalf! Ich wusste, dass ich auf Euch zählen kann“ lächelte sie. „Aber nun müsst Ihr mir unbedingt die Burg zeigen, ist ja nun schon über zehn Götterläufe her, seit ich das letzte mal hier war. Es sieht alles so anders aus.“

„Sicher, Cousine, aber das muss noch warten. Ihr entschuldigt uns einen Moment?“ Er rief einen Diener hinzu, der Wulfmin aus dem Rittersaal geleitete. Dann wandte er sich an Tsaiane. „Was hältst Du davon?“

Die hübsche Junkerin machte ein ernstes Gesicht. „Schwierig! Eine solche Dreistigkeit inmitten der Kaisermark ein Schloss auszuplündern und Adelige zu schänden und abzuschlachten ist nur äußerst skrupellosen Söldnern zuzutrauen. Und deine Cousine hatte recht: wenn Rohaja dazu kein Machtwort spricht, wird sich der Blutige Ugo nur durch viel Gold dazu bewegen lassen, gegen diese Plünderer vorzugehen.“

Nimmgalf nickte. „Wir müssen verhindern, dass diese Wer-auch-immer Schergen bis nach Reichsforst vordringen. Wir schicken die zweite Schwadron nach Syrrenholt zur Absicherung der Reichsstrasse. Die dritte Schwadron verteilen wir auf die Baronien Randersburg und Rallerspfort. Die Erste bleibt hier in Samlor, falls die Pulethaner wieder frech werden sollten. Wenn diese Plünderer es wagen sollten bis nach Reichsforst zu kommen, werden wir sie gebührend in Empfang nehmen. Und sollte uns von Plünderungen in der Sieghelmsmark oder in Ochsenblut berichtet werden, schlagen wir von mehreren Seiten zu und zerquetschen sie wie Insekten! Der Westen Garetiens muss sicher sein.“

„Du weißt aber schon, dass wir heftige Probleme kriegen können, wenn wir die Truppen so mir nichts, dir nichts in die Kaisermark kommandieren?“


Nimmgalf massierte sich kurz die Schläfen. „Ja, ich weiß! Aber ich will nicht riskieren, dass sich diese Plünderer hier festsetzen. Bei solchem Geschmeiß ist Angriff die beste Verteidigung, und wenn wir sie überraschen können, sollten wir das auch tun. Um die Konsequenzen kümmere ich mich dann schon im Nachgang.“


Tsaiane lächelte. „Zu Befehl. Ich werde die Reiter in Stellung bringen!“ Sie wollte schon aufbrechen, doch Nimmgalf hielt sie noch fest. „Tsaiane, ich brauche dich hier in Samlor. Die Pulethaner rasseln mit den Säbeln. Wir dürfen auf keinen Fall noch einmal die Gefahr aus Eslamsgrund vernachlässigen.“ Tsaiane nickte. „Ich weiß! Wir werden vorsichtig sein.“