Geschichten:Fechten

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Krachend schlug die Klinge in seinen Schild. Felian von Perainsgarten duckte sich im Sattel und wandte sich nach links dem Neuankömmling zu, den er mehr instinktiv als mit den Augen wahrgenommen hatte. Er wurde alt… Mit den Fersen drehte er sein Schlachtross leicht, so dass er einen besseren Winkel zu seinem Gegner erhielt um zurückzuschlagen, während dieser mit seinem Schwert bereits wieder ausholte. Das Wappen auf dem Schild seines Gegners sagte Felian nichts. «Anfänger» dachte der Veteran, als sein Gegner sich für einen wuchtigen Hieb über den Kopf weit aus dem Sattel lehnte. Beinahe beiläufig blockte er den Hieb mit seinem Schild ab während seine rechte Hand die Streitaxt losliess und mit der Schnelligkeit einer Schlange vorschoss um mit fester Hand sein Gegenüber am rechten Handgelenk zu packen. Eine schmerzhafte Drehung und der unbekannte Ritter liess seine Waffe fallen, während Felians Axt an ihrer bewährten Lederschlaufe nach wie vor an seinem Handgelenk baumelte. Eine weitere Drehung von Felians Streitross und der Gegner wurde schreiend aus dem Sattel gezogen. Da er gleichzeitig in den Steigbügeln hängenblieb ergab sich dabei für allfällige Zuschauer ein groteskes Bild. Da es gerade kein Gegner es auf ihn abgesehen hatte, behielt Felian die Hand in festem Griff und ritt nach hinten aus dem Getümmel heraus.

In sicherem Abstand zu den wogenden und stampfenden Rossen warteten bereits Birte und Alirke, Felians Waffenknechte. Während Alrike die Zügel von Felians Opfer ergriff und Birte seine Füsse von den Steigbügeln befreite, gab Felian ihm mit knappen Worten zu verstehen, dass er Gefangener des Junkers von Perainsgarten sei. Während der Gefangene mit den beiden Waffenknechten davontrottete nutzte Felian den knappen Moment der Ruhe um sich einen schnellen Überblick über die Schlacht zu verschaffen. Hier auf der linken Flanke der Königlichen prügelten die königlichen Ritter mit denjenigen des Schallenbergers – falls Felian die Standarten richtig erkannt hatte – seit Stunden aufeinander ein, ohne dass eine Seite die Oberhand gewinnen konnte, dasselbe beim Fussvolk im Zentrum. Auf der rechten Flanke dagegen, so glaubte Felian, schien sich etwas getan zu haben. Er öffnete sein Visier um einige Züge frische Luft zu atmen und einen raschen Überblick zu gewinnen wo in der Schlachtreihe seine Hilfe am ehesten benötigt wurde. Fünfzig Schritt weiter links waren zwei Ritter aus dem Waldsteinschen von ihren Kameraden isoliert worden und fochten verzweifelt gegen vier Fuchsritter. Felian schloss den Helm, packte die Streitaxt und setzte sein Ross in Bewegung. Zeit, dieses Verhältnis etwas auszugleichen…



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Texte der Hauptreihe: