Geschichten:Beinahe unsterbliche Wesen

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Wehrturm Hardenfels, Baronie Zackenberg, 25. Efferd 1046 BF

Ich lege meinen Kopf zu seinen Füßen, wir schauen uns den Sonnenuntergang an, wie wir es seit dem Tag meiner Geburt machen.

Seit Generationen beschützt er die Meinen. Seit den Tagen meines Ur-Ur-Ur-Großvaters hat er sich um das Wohlergehen meiner Familie gekümmert. So lange dachten wir alle er sei unsterblich. Doch dieses Bild der Unsterblichkeit, es bröckelt und beginnt sich aufzulösen. Ich sehe die kleinen Unterschiede an ihm nun sehr genau.

Gleich meinem Fell wurde auch das seinige erst grau, dann weiß und struppig. Ich erinnere mich noch an meine Jugend, als wir unbeschwert, Seite an Seite durch die Wälder liefen. Auch heute suchen wir uns unsere Wege durch das Geäst. Doch ich merke, dass ihm jeder Schritt so schwerfällt wie mir. Wir machen nun öfters und längere Pausen, anfangs dachte ich, dass wir dies meinetwegen taten, doch dann bemerkte ich seinen schweren Atem und die langsamen Bewegungen.

Wir sind beide Alt geworden.

Er hat keines meiner Kinder behalten, sondern sie an seine eigenen weitergegeben. Ich werde der Letzte sein, um den er sich kümmert.

Meine einzige Hoffnung ist, dass ich noch bis zu seinen letzten Atemzügen bei ihm sein kann. Der Tod dieser Wesen ist so selten, das Ende eines so langen Lebens stellt eine Tragödie da, die ich nicht in Worte fassen kann. Er hat schon so viel gesehen, so viel Wissen sich angeeignet. Ich spüre, dass meine Anwesenheit ihm Trost spendet und wohltut. Mein einziger Wunsch ist, dass ich ihm diesen Trost bis zu seinen letzten Momenten geben kann.

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Firunwin von Hardenstatt war in der Nacht entschlafen. An seiner Seite sein treuer Hund Bugar.



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Texte der Hauptreihe:
25. Eff 1046 BF
Beinahe unsterbliche Wesen


Kapitel 1

Autor: Vlad & Thomas