Heroldartikel:Hartsteen in violetter Blütenpracht – TRAviabund zwischen Gallstein und Hartsteen

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Hartsteen in violetter Blütenpracht – TRAviabund zwischen Gallstein und Hartsteen


Hartsteen, Efferd 34 SAM Hal. Prächtig hatte die Stadt sich herausgeputzt, die Strassen vom Unrat gereinigt und alles Volk trug sein Festtagsgewand. In der alten Reichsstadt Hartsteen fand nach vielen Jahren wieder eine Hochzeitszeremonie der alten Grafenfamilie Hartsteen statt. Der Reichsvogt Hilbert von Hartsteen ging den heiligen TRAviabund mit Alena von Limpurg ein, der Tochter des Barons von Gallstein.

Im Vorfeld hatte es viele unterschiedliche Stimmen zu diesem Bund gegeben (der Herold berichtete). Neben zahlreichen Gratulationen hatten sich besonders die Mitglieder der beiden verfehdeten Turnierbünde zurückhaltend bis abneigend geäußert. Doch die Mitglieder der Familien Hartsteen und Limpurg reagierten sehr ruhig und besonnen. „An einem Tag wie diesem rückt der Garetische Adel näher zusammen und man zeigt dem Reich die Geschlossenheit Garetiens“ formulierte Luidor von Hartsteen, Vetter des Bräutigams und Sohn des Familienpatriarchen Sighart von Hartsteen, der auf Grund seines hohen Alters leider nicht persönlich zu den Feierlichkeiten erschien, sondern lediglich seinen Segen in brieflicher Form dem jungen Paar übersendete. Auch der Vater der Braut, Baron Yendor von Limpurg zu Gallstein, den seine Gegner auch gerne „Schlächter von Mühlingen“ nennen, sprach „von einem wichtigen Schritt die Gräben in der Front des Adels zu schließen“.

Offensichtlich war dem Eslamsgrunder Baron einiges daran gelegen sein eigenes Lehen Gallstein in bestem Licht zu zeigen. Wagenladungen von gallsteiner Lavendel hatten die Strassen und Häuser der Reichsstadt in ein violettes Blumenmeer verwandelt. Und auch wenn den Bürgern der Stadt der starke Geruch der Blume anfangs etwas ungewohnt erschien, erfreuten sie sich doch über die Schönheit der Felder Gallsteins. Böse Zungen sprachen davon, dass einzig der starke und betäubende Duft des Lavendels die gegnerischen Lager davon abgehalten habe, die gewohnten gegenseitigen Streitigkeiten zu verfolgen. Seinen guten Anteil jedoch wird daran gehabt haben, dass der Stadtrat von der Hochzeitsgesellschaft gefordert hatte, jegliche Stahlwaffen außerhalb der Stadtmauern zu lassen.

Erstaunlich ruhig blieben auch die nebachotischen Adligen, die in weiten Teilen Garetiens einen schlechten Ruf als unzivilisierte und raubeinige Zeitgenossen genießen, allen voran Eslam von Brendiltal. Im Vorfeld hatte es Überlegungen gegeben die Nebachoten von den Feierlichkeiten auszuschließen, was jedoch beim Brautvater auf großen Widerstand gestoßen war. Der Brendiltaler ließ es sich dann auch nicht nehmen, seine deutliche Abneigung gegen die Hochzeitstraditionen seiner „neuen Freunde“ klar zum Ausdruck zu bringen („Was äine langwäilige Feiär, sollten mal nach Nebachot kommän und sähen, wie richtige Männer hairaten!“).

Ansonsten verliefen die Feierlichkeiten ruhig und streckenweise ausgelassen. Allerlei Hochadel hatte sich eingefunden: die Mitglieder der Turnierbünde waren fast vollständig versammelt, und die Anwesenheit der Grafen Danos von Luring und dem garetischen Marschall Ugo von Mühlingen muss wohl ihren Teil dazu beigetragen haben, dass es sich der streitbare Garetische Adel zu einem ruhigen Fest zusammen gefunden hatte. Weiterhin erwähnenswert war die Anwesenheit des Barons von Nebelstein aus dem Greifenfurtschen, des Reichsforster Barons Erlan von Zankenblatt, den Waldsteinern Nimmgalf von Hirschfurten und Wulf von Streitzig j.H. zur Greifenklaue, weite Teile des Zedernkabinetts, darunter besonders natürlich Oldebor von Weyringhaus mit seinem Vetter Arvo Lovgold von Weyringhaus-Herlogan, welcher mit der Schwester des Bräutigams, Lydia Yasmina, verheiratet ist, ebenso wie der Staatsrat Praiodan von Luring, der selbst dem Brautpaar seine Glückwünsche aussprach und dem Paar einen hellklingenden Gong schenkte, und dessen Vorgängerin Alwene von Gareth-Hartsteen. Viele Hartsteener Persönlichkeiten hatten sich eingefunden, als Vertreter der Stadt Hartsteen war Adhemar von Hartsteen-Beisweil anwesend. Lediglich die Grafenfamilie Quintian-Quandt war nicht geladen worden.

Dem jungen im Namen der Zwölfe getrauten Brautpaar war deutlich anzusehen, dass es die Aufmerksamkeit des versammelten Adels genoss. Viele hatten erwartet, ein distanziertes und unterkühltes Paar vorzufinden, das sich ihrem Schicksal verheiratet zu werden ergeben hatte, doch das Paar machte einen herzhaften und lebendigen Eindruck. Sie scherzten viel und unterhielten sich sehr gut. Dem Brautvater Yendor von Gallstein, der sonst für seine dunkle und finstere Laune bekannt war, war es anzusehen, dass er sich für seine Tochter freute.

Den Höhepunkt stellte ein kleines Turnier zu Ehren des Bräutigams dar. Man hatte sich geeinigt, dass dem Bräutigam die Ehre zustehe gegen den Sieger der Tjoste zu reiten, so er dem Turnierbund der Pulethaner entstammte, dem Vater der Braut jedoch den letzten Ritt gehörte, sollte der Sieger der Vorauswahl ein Pfortenritter sein. Eine große Menge fand sich am Tjostenplatz ein, das Volk jubelte seinen Favoriten zu und schnell stellte sich heraus, dass dem Pfortenritter Nimmgalf von Hirschfurten, Waldsteiner Nachbar des Reichsvogtes, und dem Hauptmann des Gallsteiners, Cyberian Wulfward Anteron, Junker von Silberblick, besonderes Tjostenglück bestellt war. Beide warfen ihre ersten Gegner jeweils im ersten Ritt aus dem Sattel, und alles Volk fieberte einem Lanzengang der beiden Adligen am Ende entgegen. Doch im Halbfinale unterlag der starke Gallsteiner Adlige überraschend einem unbekannten Ritter in blau-silberner Rüstung, während der Hirschfurter souverän in das Finale einzog. Gebannt wartete alles Volk auf den entscheidenden Lanzengang zwischen dem Pfortenritter und dem Unbekannten. Krachend gingen die Kontrahenten beim ersten Ritt gegeneinander, doch blieben beide im Sattel. Beide Reiter machten kehrt, der Waldsteiner winkte schon siegesgewiss seinem Freund und Nachbarn zu, und der Baron von Gallstein begann sich auf einen Ritt gegen seinen Erzrivalen zu rüsten, als beim zweiten Lanzengang unter überraschtem Rufen des Publikums der Pfortenritter in den Sand ging, während sein Gegner sitzen blieb. Seine schmerzenden Rippen haltend rief Nimmgalf von Hirschfurten dem Unbekannten zu, er solle das Visier lüften, damit man wisse, wer nacheinander Pulethaner und Pfortenritter aus dem Sattel gehoben habe. Da nahm der Ritter seinen Topfhelm ab und unter Jubel der Menge erschien das weiße Haar Rondredts von Hartsteen-Wildgrund, Baron zu Föhrenhain in Tobrien, Bruder des Familienpatriarchen Sighart von Hartsteen und Onkel des Bräutigams. Bei ihm hatte Hilbert seine Knappenzeit begangen und noch heute verband die beiden mehr als nur verwandtschaftliche Bande. Der weit über 60 Götterläufe zählende Recke wandte sich daraufhin an die Ehrentribüne, wo das Brautpaar und die nahen Verwandten der beiden saßen: „Nicht werde ich reiten gegen meinen Neffen und damaligen Knappen! Und auch nicht werde ich reiten gegen einen Landsmann aus Tobrien!“

Die Feierlichkeiten fanden ihre Fortsetzung am folgenden Tag, als die Hochzeitsgesellschaft in den weiten Wäldern Hartsteens zur Jagd aufrief, doch hatten bereits viele Gäste der Gesellschaft ihre Abreise bekannt gegeben, so dass lediglich eine kleine Gruppe dem Rotwild und dem Auerhahn nachjagte.

Allgemein wertet man in Kreisen des Garetischen Adels die ruhige Wafferuhe allerdings nur als kleines unbedeutendes Zwischenspiel der beiden Turnierbünde, nach dem man in naher Zukunft weitere Auseinandersetzungen erwartet.



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Texte der Hauptreihe:
Autor: Hartsteen