Geschichten:Die Pforte aufgestoßen - Das Geschenk der Freiheit

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In einem Waldstück in der Baronie Leihenbutt, 25. Phex 1046 BF

Ihr Handelszug war in Rallerspfort aufgebrochen und folgte dem Weg über Immenhus Richtung Rallerquell. Dort, so die Kauffrau welche diesen Zug anführte, würde man den immenhuser Honig und die Bögen aus Rallerspfort gegen Papier eintauschen und dieses wieder zurück in die Stadt bringen.

Ein durchaus lukratives Geschäft, wie Sie immer wieder am vergangenen Abend versichert hatte. Salix von Hardenstatt hatte ihren Ausführungen eher beiläufig gelauscht, war er doch gar nicht daran interessiert, dass dieser Handelszug unbeschadet in Rallersquell ankam. Er spekulierte auf einen kleinen Zwischenfall, der sich aller Wahrscheinlichkeit in dem Waldstück zwischen Hügelblick und Rallerspring ereignen sollte.

Zumindest hatte er einen hinreichenden Verdacht, berichteten Reisende und Händler doch gleichermaßen von den Überfällen, die sich seit geraumer zeit im Süden der Grafschaft häuften. Das erschwerte den Handel zwischen den Grafschaften aber auch innerhalb Waldsteins und rief die Barone und Baroninnen der südlichen Baronien dazu auf, ihre Bemühungen im Kampf gegen diese Schurken zu verstärken.

Nun wollte Salix sich selbst ein Bild über die Situation machen. Immerhin lag seine Wirkstätte in unmittelbarer Nähe und wurde von solchen Umtrieben ebenfalls beeinflusst. Während er selbst nach dem „Rechten“ sehen wollte, würde Lingmar in Rallerspfort zurückbleiben und weitere Nachforschungen anstellen. Die Spur um Sigismund Holwern war mit dem überraschenden Tod seiner Schwester im Sande verlaufen.

Sie selbst hatte nicht viel sagen können, zu lang seien die Ereignisse vergangen. Doch vielleicht hatte das Nachfragen bei ihr etwas ausgelöst? Etwas, das zu ihrem plötzlichen Tod führte? Vielleicht war dieser auch nur die Reaktion einer völlig anderen Aktion? Was es auch war, Lingmar sollte herausfinden, ob man ihnen auf die Schliche gekommen war und wenn ja, wie nahe ihre Verfolger ihnen waren.


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Der Handelszug hatte gehalten. Plötzlich aufziehender Nebel nahm den Fahrern der beiden Wagen die Sicht und es war unmöglich weiterzufahren. Gerade als die Handvoll Wachen sich auffächern wollten, flogen aus dem undurchsichtigen Nebel Bolzen und ließen den Begleitschutz zu Boden gehen! Chaos brach aus, als die restlichen Angehörigen des Zugs erkannten, dass sie in einen Hinterhalt geraten waren.

Einige versuchten ihr Heil in der Flucht, doch der Nebel machte er ihnen unmöglich sicheren Tritts fortzurennen. Es dauerte nur wenige Liedschläge, dann war das Spektakel beendet und der Nebel lichtete sich so plötzlich wie er gekommen war. Um den Zug herum hatten sich einige Bewaffnete aufgestellt, einige von ihnen mit Armbrüsten. An eine Flucht war nicht zu denken.

Mit kurzen, gebrüllten Anweisungen wurden die unbewaffneten Begleiter an dem zweiten Wagen gesammelt, die verwundeten Wachen entwaffnete man und band sie an die Räder des ersten Wagen.

So umstellt von Strauchdieben wagte sich niemand des Handelszugs sich zu rühren. Aus dem Dickicht der Waldes schälte sich nun eine bleiche Gestalt, welche auf die Wagen zuschritt.

„Was haben wir denn hier? Bögen und Honig! Welch prächtiges Geschenk, das ihr uns hierhergebracht habt!“, rief der Mann und streckte seine Arme von sich. „Wir werden dafür sicherlich eine gute Verwendung finden. Für diese Geschenke und auch… Euch!“. Der Mann hatte eine äußerst beruhigende Stimme und doch war da ein unverkennbares Funkeln in seinen Augen.

„Doch wir befreien nicht nur diese Waren, die dem Land entrissen wurden! Nein, wir geben auch euch allen die einzigartige Möglichkeit sich zu befreien!“. Sein Blick ruhte auf jedem der Gefangenen, unter denen sogleich Gemurmel ausbrach. Die Worte des unbekannten Mannes schienen bei einigen der Teilnehmer des Handelszugs auf fruchtbaren Boden zu fallen.

„Der Rest wird natürlich in seine selbstverschuldete Gefangenschaft zurückkehren dürfen. Allerdings ohne sich an diese so schicksalshafte und verronnene Begegnung erinnern zu können“.

Es brauchte nicht lange da bekundeten zwei der Begleiter des Handelszugs ihr Interesse an der ihnen in aussichtgestellten Freiheit, was wiederum den Unmut der Anderen nach sich zog. Doch bevor ein handfester Streit ausbrechen konnte, rief einer der Gefangenen, „ich hätte da noch ein Anliegen, das Euch sicherlich interessieren wird!“.