Geschichten:Des Zackens Schatten - Ein Leibwächter?

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Gut Zollsteyn, Junkertum Zollsteyn, am Abend des 10. Efferd 1045 BF

Lucian von Malagant blickte gedankenverloren auf das kleine Gläschen Amandello, ein sehr süßer und bernsteinfarbener Likör aus Mandelöl, welches er sich und seinem Gast eingeschenkt und bis jetzt nicht angerührt hatte. Es war zwischenzeitlich später Abend geworden, als der Perricumer von seiner Besichtigung zurückgekehrt, weshalb man direkt mit dem Auftischen des Abendmahl begonnen hatte. Dank den milden Temperaturen konnte man hier, selbst im Efferd noch, bis spät in die Nacht draußen sitzen und den Sternenhimmel bewundern.

Während des Essen hatte weder der eine noch der andere das Thema aufgegriffen, welches seit dem mittäglichen Gesprächs im Raum stand. Stattdessen hatten die beiden Männer über die schönen Dinge des Lebens gesprochen, wie Kunst und Literatur. Dinge, die in den letzten Götterläufen traurigerweise viel zu kurz kamen. Oder eben von genau einem Thema dominiert wurden, was sicherlich seinen Reiz hatte, doch auf Dauer nur noch ernüchternd war.

Der Ruf eines späten Vogels brachte die Goldkatze mit ihren Gedanken zurück in das hier und jetzt. Ein joviales Lächeln umspielte ihre Mundwinkel und sie blickte zu Salix, “ich denke, wir haben uns genug über die Feinheiten der Künste unterhalten. Wollen wir also zu Eurem… Angebot kommen, welches Ihr mir unterbreitet habt”.

Der Perricumer nickte bedächtig und bedeutete ihm mit einer Handbewegung fortzufahren.

“Ich habe mir Euer Werk sehr genau durchgelesen und finde die meisten Punkte… Angemessen. Ja doch; das ist - so denke ich - das richtige Wort. Unsere Kinder werden den Namen meiner Familie tragen, einige weitere Klauseln die wohl in jedem Ehevertrag stehen könnten”. Lucian beugte sich vor und nahm das Gläschen in die Hand, um es spielerisch hin und zu schwenken.

Dann hob er es in das Licht des Madamals und schien das Spiel der silbernen Strahlen in dem dunklen Amandello zu beäugen. Schließlich setzte er das Getränk an seine Lippen und nahm einen Schluck davon. “Doch eine kleine Sache erschließt sich mir noch nicht ganz, ich hoffe Ihr könnt Licht in die Sache bringen?”.

Der blonde Adlige aus den Zacken blickte interessiert auf und lächelte Lucian entgegen. “Ich werde es gerne versuchen”.

Der Junker nickte knapp, “es geht um den Passus des Leibwächters meiner zukünftigen Braut. Ihr selbst habt - vortrefflich - festgestellt, dass ich die größte militärische Macht der Baronie bin und doch wird darauf bestanden, dass die Familie Zackenberg einen Leibwächter für den Schutz meiner Braut stellen darf, der dazu noch aus meinem Säckel bezahlt werden soll”. Der Malagant lehnte sich zurück und schlug die Beine übereinander. Seine Stimme hatte gegen Ende hin, etwas lauerndes angenommen.

Salix schürzte die Lippen und kratzte sich mit dem rechten Ringfinger am Mundwinkel, ehe er schulterzuckend zugab, “hm ja, ein recht seltsam anmutender Abschnitt, das gebe ich zu”. Er nickte knapp, “tatsächlich ist dieser Passus von der Braut selbst gekommen. Ich vermute, dass sie ihn nutzen möchte, um ein ihr bekanntes Gesicht mit in die ferne Grafschaft zu nehmen. Selbstredend hätte sie sicherlich auch auf ein anderes Berufsbild bestehen können, wahrscheinlich hat sie sich über die kämpferische Auswahl des Berufs das Wohlwollen ihrer Familie sichern wollen”. Ein leichter Anflug von Lächeln huschte über die Gesichtszüge des Perricumers, “wenn man den Hintergrund der Familie kennt, sicher kein schlechter Gedanke”.

Lucian hatte die Worte aufmerksam gefolgt, ebenfalls die kleinen Gesichtsausdrücke des Hardenstatts. Er schien tatsächlich von dieser Aussage überzeugt zu sein, doch was würde es für ein Bild abgeben, wenn seine neue Braut mit einem Leibwächter anreiste, der dann auch noch da blieb? Noch dazu in sein Lehn; würde man nicht denken müssen, dass seine Frau sich in seinem Hause nicht sicher fühlte? Kurz überlegte der Mann mit den schulterlangen hellblonden Haaren, dann schien ihm ein Ausweg für dieses Problemchen zu kommen. “Wenn dem so ist, möchte ich einen Gegenvorschlag machen. Was, wenn dieser Leibwächter nicht als Leibwächter angestellt werden würde sondern als… Berater oder Privatlehrer?”.

Sein Gast nickte nach einer kurzen Bedenkzeit, “der Umgang mit der Klinge sollte ein jeder - zumindest rudimentär- beherrschen, Euer Wohlgeboren”. Nun griff er seinerseits nach dem vor ihm stehenden Gläschen und reckte es seinem Gastgeber entgegen. “Wenn das alles ist, würde ich nun gerne mit Euch auf die gemeinsame Zukunft anstoßen”.



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10. Eff 1045 BF mitten am Abend
Ein Leibwächter?
Goldene Katze


Kapitel 4

Gemeinsame Zukunft
Autor: Vlad