Geschichten:Zweifelfelser Zwist – Der Segen der Schwarzen Kriegerin

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Tief in den Katakomben unterhalb von Burg Zweifelfels, Baronie Zweiflingen, 4. Ronda 1042 BF:

Fackeln erleuchteten das Gewölbe tief unterhalb des Zweifelfels und ließen unheilverkündende Schatten an den schwarzen Wänden tanzen. Nartara blickte sich um. Es war, als sähe sie durch die Wände durch. Für die Gemeinen war dies nur ein einfaches Kellergewölbe, doch sie wusste welche heiligen Symbole, Ornamente und Abbilder sich wirklich an den Wänden befanden. SIE konnte sie sehen. Viele Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte, hatte kein Mensch mehr diese Gänge und Hallen mit den Augen Nartaras betrachtet. Sie kündeten von einer Zeit, als das Land noch anders war – als andere Götter hier herrschten und andere den Bund mit den Land schlossen. Über die Zeit geriet alles in Vergessenheit und mit ihr die urtümliche Macht des Landes. Seltsam anmutende, für Nartara nur schemenhaft wahrnehmbare Wandreliefs erzählten eine Geschichte, die aus dem Dunkel der Zeit stammten. All das getilgt vor dem Auge des Unwissenden um für die Ewigkeit hier zu ruhen. Doch nun war die Zeitwende gekommen. Die alten Mächte würden wieder ihren Platz einfordern.

Ihre Visionen hatte sie durch die Lande ihres Blutes geführt. In verborgene Täler, tiefe Wälder und verlassene Kultstätten. Erst wusste sie nicht wonach sie suchen sollte. Doch je mehr Blut ihrer Familie floss, desto klarer wurden ihre Visionen. Es waren nachtschwarzes Gesteinsstücke, in alle acht Windrichtungen zerstreut, die zusammengefügt eine Statue bildeten – die einer barbusigen, luchsköpfigen Kriegerin in Menschengestalt. Hier nun sollte sie ihren neuen, alten Platz erhalten.

So thronte die Schwarze Kriegerin in der Mitte des Raumes. Die achte Gesteinsstücke fügten sich so zusammen, als wäre die Statue nie geborsten. Vor ihr führte eine Rinne zu einer Vertiefung zu ihren Füßen. Einzig die Waffe der Schwarzen Kriegerin fehlte. War es ein Schwert? Ein Speer? Oder gar eine Lanze? Womöglich der mystische Eynhoornspiesz, die legendäre Waffe ihrer Familie. Der letzte Träger soll Baron Jerodan zu Zeiten Kaiser Menzels gewesen sein. Seit dem verlor sich die Spur im Dunkel der Geschichte. Doch dies war nicht wichtig.

Nun war der Moment gekommen. Nartaras puppenhaft aussehende Schülerinnen Argande und Thyria führten Baron Debreks Kinder herein. Die Blicke von Gilia und Thesia waren leer, ihre Mimik ohne Ausdruck. Sie schienen wie in Trance. Vor der Statur der Schwarzen Kriegerin blieben sie stehen. Hinter ihnen stand Nartara, ihre Arme noch oben reckend.

„Heilige Kriegerin der Nachtschwärze, die Urmutter sandte dich zu uns. Wir, deine Kinder, schenken dir unser höchstes Gut, das Blut der Erbinnen des Heldenhaften.“

In diesem Augenblick trat Leomar aus dem Schatten des Raumes, sein Schwert Seelensäufer in seiner Rechten. Drohend deutete die heilige Klinge der Goldenen Au in Richtung der Hexe im Kettenhemd. Mit einem hämischen Lachen quittierte Nartara Leomar gebaren und giftgrüne Augen funkelten ihn an.

„Es ist fast vollbracht, mein Krieger des Blutes. Vollende es, so wie du es so viele Male zuvor auch getan hast! Besiegele die Zukunft unseres Blutes!“

Mit ruhiger Hand hielt der Angesprochene sein Schwert. Feine, blaue Äderchen durchzogen sein Gesicht. Sein Blick fest und voller heiligem Zorn.

Es bedurfte nur zwei blitzschnelle Schwerthiebe und es war vollbracht. Mit durchbohrten Herzen brachen Gilia und Thesia in sich zusammen. Ihr Blut floss in die Rinne und bahnte sich ihren Weg zur Statue der Schwarzen Kriegerin.

Es war vollbracht, das Heiligtum war geweiht.


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Zur gleichen Zeit, in einem alten Salzstollen, erhob sich der Salzene Prinz aus seinem Schlaf. Die Salzkristalle auf seinem Körper wichen zurück, doch die Gewissheit blieb immer noch eins mit dem Land zu sein.