Geschichten:Mobilmachung in der Mark Greifenfurt - Neue Befehle

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Greifenfurt

In der Zwischenzeit war sogar eine zweite Depesche von Marschall Ludalf von Wertlingen eingetroffen mit Anweisungen für das Kaiserliche Regiment. Mehrere Botenreiter wurden eilends zu den Garnisonen in Eslamsroden, Weihenhorst und den Quartieren des Kaiserlichen Heeres in der Stadt Greifenfurt höchstselbst geschickt, um den Offizieren die Befehle des Heermeisters in Vertretung des Marschalls zu überbringen.

Nach kurzer Zeit erschien Rittmeister Boronian von Keilholtz vom Kaiserlichen Regiment, der als ranghöchster Offizier den Befehl in Greifenfurt selbst inne hatte. Herr Boronian war ein großer, schneidiger Offizier mit schwarzen Haaren, der mit wachsamen Augen die anwesenden Personen und deren Stimmung aufzufangen versuchte.

"Gestatten Heermeister, Rittmeister Boronian von Keilholtz, Kaiserlicher Kommandeur in Greifenfurt, ich stehe zu euren Diensten!" Er verneigte sich höflich, erst dem Heermeister gegenüber, dann dem Rest. "Meine Herren!"

"Willkommen Rittmeister, schön daß ihr so schnell kommen konntet. Darf ich euch meine Offiziere vorstellen: Hauptmann von Krähenklamm, Hauptfrau Arberdan, Hauptfrau von Rothentann und schließlich Hauptmann von Rothenborn," empfing er den Neuankömmling freundlich und wies bei jedem Namen auf die entsprechende Person. Diese Nickten dem Kaiserlichen Offizier ebenfalls freundlich zu.

"Ich danke euch, Heermeister. Aber vielleicht könnt ihr mir näher erläutern, was es mit der Nachricht aus Gareth auf sich hat?" blickte Herr von Keilholtz Reto fragend an.

"Gewiß doch, Rittmeister. Nun, wie es aussieht befindet sich das Kaiserreich in einen neuen Krieg mit den Heptarchen aus dem Osten, welche sich anschicken die Inneren Provinzen ebenfalls unter ihr Joch zu zwingen. Die "Wacht an der Trollpforte" wurde schon am 16. Praioslauf im Monde Peraine durchbrochen und auch in den Trollzacken soll sich der Feind rühren. Gareth wünscht daher die Verlegung von Kaiserlichen und Markgräflichen Truppen aus unserer Provinz ins nahe Wehrheim, wo man sich dem Feind auf dem Mythraelsfeld entgegenzustellen gedenkt, zumindest sieht es im Augenblick so aus. Die Aufgabe der in Greifenfurt verbliebenen Truppen wird es sein, die Lücken in der "Wacht am Finsterkamm" zu schließen und den Orken von der Flanke des Reiches fernzuhalten. Ihr, Rittmeister, und Hauptmann von Rothenborn werdet gemeinsam mit dem Entsatzheer gen Wehrheim eilen, wo euch derweil Marschall Ludalf von Wertlingen erwarten wird. Weitere Befehle werdet Ihr von ihm erhalten. So verbleibt mir nur noch euch den Segen der Zwölfgötter, Praios und Rondra voran, in dem folgenden Gemetzel zu wünschen, auf daß er euch bewahren möge! Und haltet das Banner Greifenfurts stets hoch erhoben über euren Schlachtreihen. Kehrt wohlbehalten zurück...!"

Bei den letzten Worten versagte Reto die Stimme, sein Mund schien wie ausgetrocknet zu sein. Nur ungern schickte er die beiden Offiziere nach Wehrheim, denn etwas anderes als ein grausames Gemetzel mochte die Schlacht gegen die Dämonenknechte wohl nicht werden. Es wäre ihm lieber selbst mit seinen Truppen gen Wehrheim zu ziehen, doch da der Kaiserliche Marschall nicht mehr in Greifenfurt weilte, war es an ihm die Heimat zu schützen. Was auf dem Kriegsrat noch allein eine vage Ahnung zu sein schien, hatte sich leider bewahrheitet. Doch nun war es Zeit die Rüstungen zu polieren, die Waffen zu schärfen und die Streitrösser zu satteln, um sich dem Feind mit Göttervertrauen und Mut entgegenzustellen.