Die Tjoste - 3.Runde

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Unswin von Keilholtz gegen Selinde von Löwenhaupt-Hauberach

Nach ihrem Sieg über die einsilbige Ritterin Talvia vom Turm in der zweiten Runde hatte sich Selinde in ihr Zelt zurückgezogen, um ein wenig zu verschnaufen. Dabei war sie auch für einen Moment eingeschlafen und einem jungen Knappen im Dienste des Herolds oblag es, sie mit lautem Räuspern zu wecken und mitzuteilen, daß sie in einem knappen Wassermaß ihrem dritten Gegner gegenüberzutreten habe, bei dem es sich um Unswin von Keilholz handele. Die Adlige dankte dem Knappen kurz als sie ihn entließ und ärgerte sich zugleich über sich selbst, eingeschlafen zu sein. 'Wie ein Akademiezögling im ersten Jahr', ging es ihr durch den Kopf.

So schnell es eben ging rüstete sie sich für die bevorstehende Begegnung und verließ dann ihr Zelt, um vor dem Aufeinandertreffen auf dem Turnierplatz noch ein paar Worte mit ihrem Opponenten zu wechseln. Nach kurzer Suche wurde sie fündig und Unswin und sie begrüßten einander herzlich und wünschten sich gegenseitig Glück und Rondras Segen. Eine längere Plauderei - etwa über die gemeinsamen Erlebnisse während der Jagd auf das Ungeheuer vom Darpat - beendete jäh der Turniermarschall, welcher die beiden Adligen in die Schranken rief.

Kurze Zeit später hatten beide ihre Positionen hoch zu Roß an den entgegengesetzten Enden der Schranke aufgenommen. Dieses Mal ging die Vellbergerin die Tjost relativ entspannt an: Sie hatte bereits zwei Gegnerinnen bezwungen und so bewiesen, daß sie Pferd und Lanze zu handhaben wußte; alles weitere betrachtete sie nun als Zugabe. Unswin und Selinde nickten einander noch einmal kurz zu, bevor sie auf ein Zeichen des Turniermarschalls hin ihren Pferden die Sporen gaben. Die Baronesse versuchte, ihre Lanze am Schild ihres Gegenübers vorbei auf dessen Brustpanzer zu lenken, um Unswin so aus dem Sattel zu heben, während sie ihren Schild recht eng an sich drückte, um ihrerseits möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Jedoch schien der Keilholzer genau das gleiche vorgehabt zu haben, mit dem Resultat, daß beim Aufeinandertreffen der beiden ihre Lanzen an den Schilden zerbrachen. Der erste Umlauf endete somit Unentschieden.

Im zweiten Durchgang fixierte Selinde von Anfang an den Schild ihres Gegners. Ebenso hielt es dieser. Das Ergebnis war daher beinahe eine Kopie des ersten Lanzenganges; beide Waffen zersplitterten an den Schilden der beiden Kämpen. Wieder Unentschieden.

Beim dritten Mal konzentrierte sich die Baronesse wieder darauf, ihr Gegenüber vom Pferd zu stoßen und so dieses Kräftemessen für sich zu entscheiden. Eine kleine Unaufmerksamkeit der Vellbergerin ließ diese Überlegung jedoch rasch hinfällig werden: Während sie sich auf die Stelle von Unswins Brust konzentrierte, die sie mit ihrer Lanze treffen wollte, vernachlässigte sie ihre eigene Deckung ein wenig und hielt ihren Schild etwas zu weit vom Körper weg. Zugleich drehte sich der Keilholzer im letzten Moment zur Seite, was zur Folge hatte, daß Selindes Angriff fehl ging und der ihres Kontrahenten sie vom Pferd stieß. Krachend schlug die Baronesse auf dem Boden auf, wobei der Aufprall ihr sämtliche Luft aus den Lungen preßte und ihr schwarz vor Augen wurde. Eine gefühlte Ewigkeit später kam die Adlige wieder zu sich, stellte erleichtert fest, daß alle Gliedmaßen noch vorhanden und funktionsfähig waren und versuchte schwankend wieder aufzustehen. Dabei halfen ihr zwei kräftige Arme, die ihrem Gegner gehörten. Die Vellbergerin nahm, immer noch unsicher auf den Beinen, ihren Helm ab und blickte in die sorgenvolle Miene Unswins. "Ich hoffe, ihr habt euch nicht verletzt", fragte er mit belegter Stimme und erhielt von der Adligen mit einem schiefen Grinsen zur Antwort: "Außer meinem Stolz scheint noch alles heil zu sein. Meinen Glückwunsch! Eindrucksvoller hätte euer - durchaus verdienter - Sieg nicht ausfallen können! Ich wünsche euch für das weitere Turnier jedenfalls alles Gute. So, und nun werde ich mich zurückziehen, mir tut so ziemlich jeder Knochen im Leib weh."

In dem Moment, als die Baroness als die dritte Lanze Unswins an der Rüstung der Baroness zerbrach und diese aus dem Sattel warf, atmete Kain mit einem lauten „uuuuh“ aus. Der junge Nebachote fühlte fast den Aufschlag der Baroness mit und rieb sich – so als sei er an der Brust getroffen – seine Brust. Als die Vellbergerin dann den Turnierplatz verließ, folgte er ihr unauffällig zu ihrem Zelt. Sicherlich würde er etwas Sorge tragen können, dass sich ihre ‚Verspannungen‘ etwas lockerten. Kain war da jedenfalls sehr zuversichtlich.

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Cyberian Wulfward von Silberblick gegen Aldron von Firunslicht

Der Pulethaner schien zu wissen, dass er hier gegen einen der Favoriten antrat. Aldron von Firunslicht hatte schon oftmals bewiesen, dass ihm die Turnierreiterei lag, während Cyberian es eher vorzog ohne „Bandeszwang“ zu reiten. Beide hatten sich bereits getroffen, auch wenn es schon mehrere Jahre zurücklag. Damals auf dem Turnier in Dorngras hatte Aldron Cyberian im Viertelfinale sauber heruntergestoßen und dessen Lanze wiederum nur knapp ablenken können. Heute in Rashia'Hal war die Zeit für eine Revanche.

So kam es denn auch, dass Cyberian bereits im ersten Durchgang auf den Helm seines Kontrahenten zielte und traf, während die Lanze des Firunslichters am Schild des Pulethaners in tausend Teile zerbrach.

„Nochmal wird er mir eine solche Möglichkeit nicht einräumen.“ Raunte Cyberian seinem Knappen zu, als dieser ihm eine neue Lanze reichte.

Aldron auf der anderen Seite war zwar äußerlich ruhig, ärgerte sich indes dennoch. Wortlos ließ er sich eine Lanze reichen und machte sich wieder bereit. Jarin, der das grimmige Gesicht seines Lehrherrn kannte, hielt sich diesmal von vornherein lieber zurück.

Im nächsten Durchgang zerbarsten beide Lanzen am Schild des jeweils anderen, wobei die Lanze des Pulethaners dabei ‚nur‘ in der Mitte aufsprengte, aber nicht in Fetzen gerissen wurde.

Im dritten Durchgang zeigten dann beide Kontrahten, dass sie den Lanzengang beherrschten. Während der Junker zwar Aldron verfehlte, konnte er seinerseits die Lanze des Landvogtes soweit ablenken, dass diese zwar seinen Schild traf, dort aber wirkungslos abglitt.

Der Junker von Silberblick war eine Runde weiter. Aldron lenkte sein Pferd zu ihm hinüber und hob das Visier. Anerkennend nickte er Cyberian zu. "Ihr seid besser geworden, Silberblick. Ich glaube, ich habe euch unterschätzt. Empfangt meine Gratulation zum Sieg. Er war wohlverdient." „Habt Dank von Firunslicht, Ihr habt mir einen guten Kampf beschert.“

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Quanion von Isenbrunn gegen Lyn ni Niamad von Brendiltal

Genüßlich trank er aus dem Humpen, den ihm eine dralle Magd überreicht hatte. Kühl rann der Gerstensaft seine ausgedörrte Kehle hinab. Tatsächlich würde er nun auch noch gegen diese rassige rothaarige Stute antreten, die doch allen erstes annahm, dass die Nebachoten ihr nicht den Willen brechen würden und sie in aller Ruhe an der Seite ihres Mannes mit regieren konnte. Lyn ni Niamad von Brendiltal! Es war zwar an und für sich nicht seine Aufgabe, ihr zu zeigen wo ihr Platz war, doch wenn dieser verweichlichte Nebachote nicht dazu in der Lage war, bitte, würde er sich eben ihrer annehmen. Bilder, was er mit ihr hernach am liebsten anstellen würde flackerten kurz vor seinem inneren Auge auf. Doch er schloss diese wieder und verbannte die Wünsche aus seinem Denken. Auf derartige Befriedigung würde er warten müssen, bis er erst einmal wieder in heimatlichen Gefilden war. Hier stand er unter dauernder Beobachtung, da ergab sich keine Gelegenheit etwas Spaß zu haben.

Schwerfällig erhob er sich von der Sitzgelegenheit. „Es wird Zeit, dass die Dame lernt, wer hier das sagen hat!“ Überrascht blickte Roderick von Isenbrunn seinen Spross an. Dann wandte er seinen Blick hinüber zu der gerüsteten Albernierin. „Du hast bereits Bekanntschaft mit der Baroness von Brendiltal gemacht?“ Quanion lächelte schief. „Sicher Vater, du weißt doch wie die Weiber mir hinterher laufen...“ Ein Lachen aus seinem Munde erklang. „Sie ist ein wenig...naiv was die Sicht der Dinge hier angeht. Ich musste ihr ein paar unangenehme Wahrheiten sagen, die sie kaum verkraftet hat. Vermutlich ist sie noch immer verstimmt.“ Er setzte gegenüber seinem Erzeuger eine bedauerliche Miene auf. Aufmunternd nickte ihm Roderick zu. „Du weißt, Wahrheiten sind bisweilen schmerzhaft, aber gräm dich nicht, besser sie erfährt es aus dem Mund eines Raulschen, als wenn sie Gefahr läuft sich hier zu blamieren.“ Quanion nickte schweigend. Wie leicht es doch war, selbst mit der Wahrheit Menschen zu beeinflussen und zu täuschen. Sein Vater war das beste Beispiel.

„Möge Rondra mit dir sein Junge, mach uns keine Schande!“ hörte er noch die Worte, als er schon dabei war sein Visier zu schließen und sein Schlachtross zu besteigen. Für diese Frau gab es keine Gnade. Sie war ihm gleichgültig, also würde er mit bedacht seine Taktik umzusetzen wissen.

Nach den klaren Siegen über Alrik Torben von Wetterau und Lucan Emmeran von Zollenstein bereitete die Albernierin sich mental auf die Begegnung mit Quanion von Isenbrunn vor. Sie hatte ihn beim Ritt gegen Leomara von Isenbrunn genau beobachtet und gesehen, dass er zwar nicht schlecht, aber für sie kein allzu ernst zu nehmender Gegner war. Sie würde ihm zeigen, wie gefährlich es war, sie zu unterschätzen. Sie spürte wie die Anspannung, die sich vor jedem Kampf in ihr regte, wuchs und machte sich auf dem Weg zu ihrem Ross. Nach außen hin ruhig setzte sie ihren Helm auf und sandte noch ein letztes Gebet zu Rondra. Dann machte sie sich bereit für den ersten Lanzengang.

Wie üblich wollte Quanion erst einmal wissen wie er den Gegner einzuschätzen hatte, und somit eröffnete der erste Lanzengang das Kräftemessen mit einem platzierten Treffer der beiden Streiter auf den Schilden des anderen. Beide Lanzen barsten, sodass ein Gleichstand herrschte.

Lyn spürte die Kraft der brechenden Lanze in jedem Muskel ihres Körpers und ein Lächeln trat auf ihr Gesicht. Der Kampf hatte begonnen und ihre Kampfreflexe begannen ihren Körper zu übernehmen. Ein guter Beobachter konnte ihn ihren Bewegungen eindeutig die langtrainierten weidenschen Turniergepflogenheiten erkennen als sie sich die zweite Lanze reichen ließ.

Erneut ritten die beiden Kontrahenten aufeinander zu. Lyn ließ Quanion bis zum letzten Augenblick in dem Glauben, erneut auf seinen Schild zu zielen. Doch kurz vor dem Aufprall zog sie die Lanze hoch und ließ die Lanze an seinem Helm zerschellen, während sie selbst seine Lanze gekonnt an ihrem Schild ablenken konnte, sodass sie nutzlos abglitt.

Gejohle und Applaus brandete nun unverhalten von der Tribüne auf. Die Nebachoten bejubelten die Frau an der Seite ihres zukünftigen Barons von Brendiltal zu ihrem erfolgreichen Stoß. Roderick von Isenbrunn wartete indes wie sein Sohn diesen Treffer verkraften würde. Regungslos standen am Rande Marnion von Kelsenstein und eine Frau, die in den Farben seiner Sippe gekleidet war. Die Schwester des Isenbrunners suchte man vergeblich unter den Zuschauern.

Nur ein wenig war er zur Seite gerutscht als die Lanze ihn hart am Kopf getroffen hatte. Kurz tanzten Sterne vor seinen Augen auf, und er begann daraufhin konzentriert gleichmäßig zu atmen um wieder seine Mitte zu finden. Die Zeit bis zur erneuten Waffenaufnahme der Brendiltalerin reichte ihm dazu aus. Er machte eine Kehrtwende am Ende seiner Bahn und gab dem Vater ein Zeichen , dass alles in Ordnung sei. In ihm tobte die pure Kampfeslust. Er würde es ihr mit gleicher Münze heim zahlen. Gut, er hatte sie wohl unterschätzt, doch noch einmal würde ihm das nicht passieren.

Lyn ni Niamad von Brendiltal blendete den Applaus der Menge aus. Wichtig war nur eines – diesem Schnösel zu zeigen, wo sein Platz war. Bedacht und ruhig nahm sie die Lanze für den letzten Durchgang entgegen. Die Sonne im Rücken habend und ihren Reflexen vertrauend gab sie ihrem Ross die Sporen, mit den Augen die Schulter ihres Gegners fixierend um ihn aus dem Sattel zu schleudern.

Im Anritt versuchte Quanion die letzten Kräfte seines Waffenarmes zu Mobilisieren. Nun hieß es, so schnell es ging aus dem Sattel hochzugehen und über Lyns deckenden Schild ihren Körper zu treffen. Tief setzte er seine Lanze an, sodass jeder denken musste, ein weiterer Trefferversuch auf den Schild würde erfolgen. Doch dann kam der Moment und scheinbar folgte sein Körper einem gut einstudierten Ablauf.

Durch den schmalen Schlitz ihres Helmes nahm die junge Frau ihre Umgebung wahr und erwartete den Augenblick an dem sie die Lanze bewegen müsste. Ihr Herzschlag war eins mit dem Donnern der Hufe ihres Rosses und ihre Muskeln gespannt. Gerade als der Moment kam, auf den sie gewartet hatte, fand ein gleißend heller Lichtstrahl den Weg durch ihren Augenschlitz.

Kaum hatte der junge Isenbrunner sich aus dem Sattel erhoben, war seine Lanze auch schon dabei, unfehlbar den Körper der Streiterin zu treffen. Kurz noch dachte er, sie würde den Schild im letzten Moment hoch reißen, doch er hatte sie getroffen, wie er sehen und hören konnte.

Durch den Lichtstrahl überrascht und geblendet war es Lyn nicht möglich, ihren Stoß auszuführen oder auf den Angriff Quanions zu reagieren. Ein Raunen der Verwunderung und des Unverständnisses ging durch die Zuschauer die mit ansehen mussten, wie die Baroness unvermutet zu Boden ging. Von der Wucht des Treffers überrascht war ihr letzter Gedanke ein „Wie bei den Göttern…“ ehe Lyn schwarz vor Augen wurde.

Froh, dass dieses Gefecht ein schnelles Ende zu seinen Gunsten gefunden hatte warf Quanion seine nun nutzlose Lanze beiseite und trabte noch zurück zu der Stelle, an der die Brendiltalerin zu Boden gegangen war. Mühsam öffnete er die Riemen seines Helmes und nahm ihn ab. Selbst die inzwischen heiße Luft des Tages war eine Wohltat gegenüber der stickigen und heißen Luft unter diesem besseren Kübel. Die heran eilenden Knechte herrschte er an, dass sie zu allererst den Helm entfernen sollten, damit sie wieder frei atmen könne. Aus den Augenwinkeln nahm er die Bewegung eines Mannes wahr, den er schon zurück erwartet hatte. An die brendiltaler Helfer gewandt sagte er: „Die besten Genesungswünsche an eure Herrin, es war mir eine Ehre gegen sie anzutreten.“ Mit einem süffisanten Lächeln verließ er die Bahn. Er eilte sich, da er darauf brannte zu erfahren, was solche Erheiterung in das Gesicht seines Knechtes getrieben hatte.

Derweilen war Ra’oul von Brendiltal entsetzt auf der Tribüne aufgesprungen. Als er sah wie seine Gemahlin reglos auf dem Boden liegen blieb, sprang er über die Brüstung und eilte zu ihr. Erst als er bei ihr angekommen war und die Knechte bereits ihren Helm abgenommen hatten und der Medicus ihm versicherte, dass ihr nichts wirklich fehlte, war er beruhigt. An der Seite der Trage, mit denen die Knechte Lyn vom Platz trugen, ging Ra’oul mit ihnen.

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Malina von Niederried-Brendiltal gegen Treumunde von Eychgras

Inzwischen spürte Malina von Niederriet-Brendiltal schon, dass das Gewicht der Gestechrüstung sie immer weniger behinderte. Die Erfolge der vorangegangenen zwei Runden ließen sie zuversichtlich ihre Gegnerin an der anderen Seite des Turnierherolds grüßen. Dann begaben sich beide auf ihre Startpositionen und der Kampf begann nach seinem Zeichen.

Wie gewohnt galoppierte ihre Stute mir angelegten Ohren und peitschendem Schwanz durch die Bahn, doch aus irgend einem Grund stolperte sie, was Malina nicht so rasch abfangen konnte um einen guten Treffer zu landen und somit nur das Schild leicht streifte sodass noch nicht einmal ihre Lanze barst.

Aufgerüttelt durch diesen Fehler waren ihre Sinne nun völlig auf Pferd und Waffe gerichtet. Als gelte es eine Prüfung unter den Augen ihrer Ausbilder zu absolvieren gelang ihr nun ein perfekter Angriff. Treumunde von Eychgras konnte jedoch ebenso wie sie selbst den brachialen Angriff aussitzen und jede holte eine weitere Lanze um im letzten Durchgang entscheiden zu lassen wer als Sieger aus diesem Kampf hervor gehen sollte.

Schon nach diesem Treffer war für die ehemalige Hauptfrau klar gewesen, dass sie nun versuchen würde die Frau aus dem Sattel zu holen. Damit riskierte sie zwar einiges, doch nichts war für sie schlimmer als wenn man ihr vorhalten würde auf die geringere Erfahrung der Frau gespielt zu haben und auch den dritten Lanzengang pur auf das Schild zu halten in der Gewissheit, dass die Kraft der Gegnerin wohl erlahmen würde.

Energisch trieb sie ihr Tier voran und ließ die Lanze im entscheidenden Moment hinten ab, sodass sie über das gegnerische Schild die Schulter der Eychgraserin traf. Hart getroffen ging ihre Gegnerin zu Boden. Die geborstene Lanze weit von sich werfend ritt Malina langsam zu Treumunde hin, die sich nicht rührte. Einer der beistehenden Waffenknechte war schon herbei geeilt und kümmerte sich um sie. Nach einem bangen Moment gab er ihr zu verstehen, dass nichts ernstliches passiert war, sodass Malina die Bahn verlassen konnte. Wenn sie wieder bei Sinnen war würde genug Zeit bleiben ein paar Worte mit ihr zu wechseln. Allerdings machte sie den Herold noch darauf aufmerksam, dass es ein Loch auf der Bahn gab, dass es zu stopfen galt.

Aufmunternd klopfte sie den Hals ihrer Stute Phejanka. "Wir haben wohl nichts verlernt meine Gute, mal sehen was der Tag noch bringt. Jetzt trinken wir erst mal etwas kühles, was?!"