Der Plan des alten Löwen - Im Wald, dort sind die …

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Junkertum WaldwachtBaronie Linara, 12. Praios 1036 BF:

In den Tiefen des Reichsforsts hatte der Wald seine eigenen Regeln die seid Anbeginn der Zeit gelten und gelten werden, bis zum Ende alles Sein. Seine Geduld mit Eindringlingen war gering. Nur die, die seinen Respekt zollten, konnten es wagen ihn zu durchqueren ohne dass sie ihr Leben verlieren. Die, die unerwünscht waren sollten ihn so schnell wie möglich verlassen und einen anderen Weg wählen oder bereit sein ihren Tribut an Blut zu entrichten.

Er hasste diesen Wald. Er hasste ihn mehr als alle anderen Orte, wo er in der letzten Zeit gewesen war. Er spürte, dass er nicht willkommen war. Dieser Wald hatte mehr von seinen Leuten das Leben gekostet, als der vergangene Kampf. Der Überfall auf die Soldaten der Baronin kostete nur einen Toten, vier Schwer- und eine Reihe Leichtverletzter. Das war kein Vergleich zu den Verluste, die er bis jetzt hier in dem Wald hatte. Auf dem Marsch durch den Wald hatte er drei Tote. Die Vorbereitungen für den Überfall kamen noch einmal vier Tote, die unter die Bäume kamen als sie beim Fällen in eine unerwartete Richtung fielen. Nicht nur er, sondern auch seine Leute waren froh darüber, das die Mission abgeschlossen und sie endlich diese verfluchten Wald verlassen konnten. Die Kolonne seiner Leute zog an ihm vorbei und er blickte Stolz auf diese Truppe. Sie hatten seine Vorgehensweise verinnerlicht und eine Art inneren Zeitmesser entwickelt. Seit er dieses Kusliker Ei besaß, war er versessen gewesen, exakte Zeitpläne zu machen und diesen seinen Leuten vorzugeben. Seinen Hauptleuten hatte er „Eier“ beschafft und sie angewiesen, zu dem von ihm vorgegebenen Zeitpunkt, Tag und Uhrzeit, anzugreifen. Seine Erfolge gaben ihm Recht. Mehrfach war es ihm gelungen seine Trupps koordiniert angreifen zu lassen, obwohl sie weit auseinander gezogen agierten und kein Kontakt zu einander hatten. Das war ihm nicht genug. Er hatte festgelegt, wie viel Zeit seinen Leuten für bestimmt Aktionen zur Verfügung standen, wie lange ein Überfall dauern durfte, wie lange das Plündern, das Schänden, usw. War die Zeit abgelaufen, hatten sie mit dem aufzuhören, was gerade taten und zum Sammeln anzutreten. Zuwiderhandlungen wurden streng bestraft. Aus einer Seitentasche holte er sein Kusliker Ei heraus, schaute auf das Ziffernblatt und war zufrieden. Er lag in dem von geplanten Zeitrahmen. Sie würden das Lager, wo ihre Pferde abgestellt waren, zu dem von im kalkulierten Zeitpunkt erreichen. Als knapp über zwei Schritt großer, kräftiger Mann, der seinen Leuten immer viel Beute jeglicher Art verschaffte, war er als Anführer unumstritten und für seine Brutalität gefürchtet. Nun widmete sich er dem Mann zu, den er die ganze Zeit am Hals hochgehoben und festgehalten hatte. „Vielen Dank für deine Hilfe. Du bist in bald wieder mit deiner Familie vereinigt.“ Der Bedauernswerte schaut mit schreckgeweihten Blick, konnte aber kein Wort hervorbringen, da ihm die Luft wegblieb. Das Zappeln erschlaffte und der kräftige Mann ließ ihn los. „Ich war schon mal besser gewesen.“ sagte der kräftige Mann, nach einen Blick auf das Kusliker Ei, zu sich selbst und packte es in die vorgesehene Seitentasche zurück. Dann bemerkte er seinen Stellvertreter, der an ihn herangetreten war und ihn ansprach: „Kommandant?“ Der Angesprochene erwiderte: „Wir brauchen seine Familie nicht mehr“ und deutete auf den Toten. Dann fuhr er fort: „Wenn wir wieder im Lager sind, kann die Truppe sie nach dem Essenfassen haben. Die Truppe hat zwei Stunden und ich will nichts hören. Anschließend werden sie verscharrt!“ Er jetzt bemerkte er, dass sein Stellvertreter ein Gesicht machte, als hätte er einen Peraine-Apfel verspeist und herrschte ihn mit einem „Was?“ an. „Kommandant“, entgegnete sein Stellvertreter. „Eine Zählung ergab, dass wir nicht alle erwischt hatten. Es fehlen drei!“.