Verschollene Eber - Die ganze Familie

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Nicht vor dem Prinzen, doch auch als einer der Ersten betrat der Junker Anselm Hilberan von Hundsgrab-Bugenbühl den Raum und wandte sich an die beiden ehrwürdigen, älteren Herrschaften und trat auf diese zu. „Euer Hochgeboren Rowena von Schmalfurt, Euer Gnaden, ich grüße Euch im Namen der Edlen von Hundsgrab und als Assertor Concordiae entsende ich Euch die Grüße des Foedus Vigilis Garaphani, die Euch viel zu verdanken haben und Euch in Treue, im Willen, mit Mut und Wachsamkeit und in unserer Einigkeit mit Euch zur Markgrafschaft Greifenfurt immer zur Seite stehen werden!“ Er pausierte einen Moment, „Ist Assertor Vigilantiarum Garaphani Rosco Falkenblick hier zurzeit? Ich würde mich freuen, ihn hier anzutreffen?“

Rowena von Schmalfurt knickste vorsichtig und neigte ihr Haupt. „Ich danke euch, Junker Anselm, für eure Worte. Ich weiß eure Treue der Mark und der Greifin gegenüber sehr zu schätzen. Leider muss ich euch sagen, dass euer Ordensbruder Rosco nicht in Schmalfurt weilt. Er tut seine Pflicht als Hauptmann an der Grenze zum Darpartischen. Den ungestümen Namen dieser neuen Mark mag ich gar nicht in den Mund nehmen. Ich finde, es ist immer noch darpatisches und garetisches Lehnsland. Oder was denkt ihr, euer Gnaden?“, wandte sie sich abschließend zum alten Rondrageweihten.

Das Gesicht des alten Dieners der Leuin war von vielen Narben durchzogen, die von zahlreichen Kämpfen kündeten. Dennoch gelang es ihm, erkennbar die Stirne zu runzeln. Bevor er jedoch antworten konnte, trat Adran mit dem Prinzen hinzu. Adran hatte den Prinzen bereits mit einem Becher heißen Mets versorgt und reichte nun auch Anselm einen Becher. Dann wandte er sich wieder an Edelbrecht und deutete er auf die alte Dame.

„Mein Prinz“, sagte Adran, „darf ich euch meine Mutter vorstellen, Rowena von Schmalfurt? Und dies ist seine Gnaden Alrik Leuenzahn von Berleichen, der sich des Schreines der heiligen Leuin auf unserer Burg angenommen hat.“

Anselm nahm den Becher Met von Adran dankend an, verbeugte sich knapp mit einem Lächeln vor Rowena und nickte dem Geweihten zu. Dann trat er ein wenig zur Seite, um dem Prinzen den ihm gebührenden Platz zu machen.

Mühsam und nach dem langen Ritt durch Kälte und Nässe in seiner Bewegung doch deutlich eingeschränkt, quälte sich Answin von Boronshof von seinem Pferd und übergab das Tier einem Bediensteten. Anschließend drückte er seinen durchnässten Umhang einem weiteren Diener in die Hand und eilte sich in die Nähe des warmen Kamins zu gelangen. Auch einen Schluck heissen Mets nahm er dankbar entgegen und nachdem er ein wenig aufgetaut war, begann er sich in dem Raum umzusehen um zu erfahren, was seine Begleiter und insbesondere der Prinz jetzt vorhatten. Auf dem langen Ritt hierher war man ob des schlechten Wetters nicht dazu gekommen viele Informationen auszutauschen und so war er gespannt ob der Prinz hier die Gelegenheit ergreifen würde, eventuell noch mehr über die Gegebenheiten im Kosch zu berichten.

Ardo von Keilholtz hielt sich noch etwas im Hintergrund. Die beiden Personen am Kamin waren ihm völlig unbekannt, auch wenn andere seiner Reisegefähten sie offensichtlich kannten. Erst als Adran von Schmalfurt die hohen Herrschaften vorstellte, verbeugte sich Ardo kurz vor ihnen um der Höflichkeit Rechnung zu tragen.

"Euer Gnaden, Euer Wohlgeboren. Es ist mir eine Ehre euch kennenzulernen. Seid in Travias Namen bedankt für eure Güte uns aufzunehmen."

Dann zog sich Ardo wieder zurück um Edelbrecht das Feld zu überlassen und suchte sich einen Platz an der Tafel. Er griff jedoch noch nicht zu Speis und Trank und setzte sich auch noch nicht, sondern wartete auf die Worte des Prinzen.

Der völlig verfrorene Knappe Timokles trat erst etwas zurückhaltend in den Raum, wobei ihm eine Wolke stickiger, warmer Luft entgegen schlug. Er wollte sich etwas im Hintergrund, hinter seiner Mentorin und dem anderen Golgariten halten, und wieder als stiller Beobachter fungieren, auch wenn es ihm recht schwer fiel. Da kam eine dralle, ältere Magd herbei, welche die Nauankömmlinge mit etwas Wärmendem versorgen sollte und, nachdem Lyeria dankend mit einem schlichten Kopfnicken ablehnte, versuchte auch Timokles es ihr gleich zu tun. Sie meinte jedoch: "Greift zu junger Mann, Ihr seht gotterbärmlich frierend aus, da kann ich ja gar nicht zuschauen!", und drückte ihm den Becher mit dem dampfenden Met in die Hand. Schließlich übermannte Timokles doch noch die Kälte und er nippte anfangs und nahm dann, wohl auch aus Interesse dem unbekannten Gebräu gegenüber, einen tiefen Schluck. Sogleich durchströmte eine angenehme Wärme seinen Leib und er seufzte leise.

Der Prinz blickte hocherfreut in die Runde, dann lächelte er die älteren Leutchen an und nickte ihnen zu. "Es ist mir eine große Freude, hier zu sein und euch den Gruß der Mark zu entbieten. Und es ist mir eine ganz persönliche Freude, heute Abend an eurem Herde Rast zu machen, ehe wir morgen in aller Frühe aufbrechen und in den Kosch hineinziehen, um dorten nach meinem Bruder zu suchen."

Rowena von Schmalfurt neigte den Kopf und entgegnete: "Die Freude ist ganz auf unserer Seite. Und wenn ich recht zurückdenke, hatten wir noch niemals Gäste vom Orden des Hl. Golgarie", sprach sie weiter und blickte mit Stolz in die Runde. "Wenn nur mein Mann das noch hätte erleben dürfen. Und ist dies nicht der Herr Ardo von Keilholtz?"

Erstaunt trat Ardo nochmal einen Schritt vor und mit dankbarem Blick verbeugte er sich tief vor der Hausherrin.

"Euer Wohlgeboren, ich bin sehr erfreut und auch etwas überrascht, dass euch mein Name geläufig ist. Ich habe nun sicherlich noch keine solchen Heldentaten vorzuweisen wie meine höchst ehrenwerten Begleiter in deren erlauchter Gesellschaft ich mich befinden darf. Um so mehr ehrt es mich, dass mir heute eure Gastfreundschaft zu Teil wird."

Nach einem kurzem Blickwechsel mit ihrem Sohn Adran machte sie eine einladende Geste und rief: " Aber bitte, nehmt doch Platz und stärkt euch. Wir finden dabei gewiß genug Gelegenheit, miteinander zu reden."

Derweil wurden Schüsseln mit heißem Eintopf aufgetragen und Adran ließ, ein Faß hereinrollen, welches er mit unverholenem Stolz anblickte.

Nach allen anderen betritt Ernfried den Raum. Seine Knie sind von einer Mischung aus Schnee und Matsch gezeichnet und deutliches Zeichen für sein Gebet an Firun auf dem Hof. Beherzt greift er sich einen ihm angebotenen Becher heißen Mets und nach den ersten tiefen Schlucken kündet sein Gesicht von der Freude über die sich ausbreitende Wärme.

So schweigsam er auf dem Ritt war, so freudig und herzlich begrüßt er dann all die bekannten Gesichter, mit denen er schon das eine oder andere Abenteuer erlebt hat. Den ihm unbekannten Mitstreitern stellt es sich mit einem festen Händedruck und einem knappen "Ernfried von Kieselburg, erfreut euch kennen zu lernen!" vor. Dabei achtet er darauf, das Gespräch des Prinzen nicht zu stören.

Nachdem er alle Edlen begrüßt hat, bringt er sich in eine günstige Position, um dem Prinzen nun die ihm gebührende Aufwartung zu machen.

Nach der Aufforderung durch die Hausherrin verließ auch Answin von Boronshof seinen Platz nahe am Kamin um an der langen Tafel Platz zu nehmen, nicht jedoch ohne zuvor bei den Gastgebern vorstellig zu werden und ihnen seinen Dank auszusprechen:

"Habt vielen Dank für die traviagefällige Aufnahme, die wir bei euch gefunden haben! Insbesondere bei diesem Wetter ist der Aufenthalt in eurer gastfreundlichen Halle eine wahre Labsal."

Derweil trat Adran an neben den Platz des Prinzen: "Mein Prinz, eigentlich hatte ich mir dieses kleine Fäßchen" - er klopfte auf die Dauben - " gut über die kalte Zeit einteilen wollen. Es ist gutes Angbarer Bier, wißt Ihr? Aber es in dieser Runde zu leeren, ist ein noch viel besserer Gedanke. Ich kann mich unterwegs, wenn ich mit euch in den Kosch reise, ein wenig umschauen, ob ich ein neues finde."

Edelbrecht nickte erfreut: "Seid gedankt, Wohlgeboren. Sowohl für den Trunk aus meiner Heimat als auch für euer Geleit. Ich freue mich euch an meiner Seite zu wissen."

Nun wandte sich Rowena von Schmalfurt an den Prinzen: "Umschauen ist ein guter Gedanke, euer prinzlichste Durchlaucht. Falls ihr auf eurer Reise zufällig eine gute Koscherin im heiratsfähigen Alter sehen solltet, dann könntet ihr sie vielleicht meinem Sohn vorstellen. Ich weiß, daß ihr in solchen Angelegenheiten ein gutes Geschick besitzt. Und bei Travia, es wird wirklich Zeit."

"Äh, werte Frau Mutter", entfuhr es nun aus Adrans Munde, "der Prinz hat derzeit gewiß andere Sorgen." Seine Wangen bekamen einen Hauch von Rot.

Prinz Edelbrecht lachte ...

"Oh, ich sehe, da ist noch jemand eingetroffen", sprach der Baron von Schmalfurt schnell und versuchte die Aufmerksamkeit auf den Neuankömmling zu lenken.

"Nicht jeder zeigt sich erfreut über die Gesellschaft der Golgariten, wohlgeborene Dame dieses Hauses. Seid gesegnet für Eure göttergefällige Gastfreundschaft", sprach Lyeria gewohnt knapp. Ihre Lippen schimmerten violett-bläulich vor Kälte, die ihr auch noch in den Knochen saß. Der Blick der Ritterin wanderte zum Kamin, dem die anheimelnde Wärme des Feuers entströmte.

Als der Prinz dem Edlen zu Waldschatten seine Aufmerksamkeit schenkt, verneigt sich Ernfried: "Euer Liebden, ich bin froh, euch auf dieser Queste zur Seite stehen zu können. Wie alle Anderen hier werde auch ich alles in meiner Macht stehende tun, um eure Angehörigen sicher und gesund zurückzubringen. Ihr wisst, dass ich nicht die Fähigkeiten an Schwert und Lanze habe, die viele meiner Freunde und Bekannten in eurem Gefolge auszeichnet. Doch werde ich Euch mit den mir eigenen Möglichkeiten behilflich sein, die Firun mir geschenkt hat." Bei diesen Worten geht seine rechte Hand wieder zum Anhänger in Form einer Schneeflocke, die ihn als Akoluthen des Wintergottes auszeichnet. "Wir werden uns gegen Schnee und Eis behaupten müssen, mein Prinz, denn dem Herren Firun schein es zu gefallen seine weiße Pracht über Dere auszubreiten. Damit wird er uns vielleicht unterstützen, sollten wir Spuren suchen, doch müssen wir uns auf kalte Tage und Nächte im Gebirge einrichten. Und einige der Mitreisenden scheinen mir jetzt schon auf den Sommer zu hoffen", stellt er mit einem Schmunzeln auf den Lippen fest. Dann hebt er seinen Becher, prostet dem Prinzen zu und nimmt einen tiefen Schluck.