Benutzer:Treumunde/Briefspiel: Unterschied zwischen den Versionen

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=Briefspiel Ina=
=Flügelschlag=
=Auf den Spuren Ongaloschs=
==Schatten in der Nacht==
==Simiona, Baraine und Bormelkopf==
[[Raschtulswall|Raschtulswall]], [[Perricum:Markgrafschaft Perricum|Markgrafschaft Perricum]], 1041 BF


Erschöpft ließen sie sich auf der Hochfläche nieder. Mit der Ausrüstung und der wenigen Nahrung, sowie den Verletzten würden sie es nie zu ihrem Basislager schaffen. Innerlich machte sich bei [[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Korhilda]] Verzweiflung breit, die sie nach außen hin jedoch gekonnt überspielte.
In der [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]] herrschte nächtliche Stille, als der Mond sein silbernes Licht auf das Anwesen warf. In ihrem geteilten Zimmer lagen [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah von Palmyramis]] und [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha von Waraqis]] in ihren Betten, bereit für eine ruhige Nacht. Die Mädchen, beide von der gleichen [[Isha al‘Shaya|aranischen Schwertgesellin]] ausgebildet, waren vertraut mit den Geräuschen des Anwesens. Neben Aliyahs Bett stand ein kleines Bett mit einem Samtkissen, worin ihre Edelkatze Nala schlief.


Sie hatten ihr Lager für die Nacht so gut es ging vorbereitet. Da es an Decken mangelte, kuschelten sie sich zusammen, um genug Wärme zu erzeugen. Das Feuer glimmte zusätzlich und spendete Trost. [[Garetien:Odilbert von Hinn|Odilbert]], sein [[Garetien:Gajus Optimax von Amselhag|Novize]], sowie die Zwerge [[Garetien:Tedd, Sohn des Toth|Tedd]] und [[Garetien:Toddie, Sohn des Toth|Toddie]] konnten dem einstürzenden Berg ebenfalls entrinnen und stießen wieder zu ihnen.
Aliyah war bereits eingeschlafen, während Elaisha noch wach lag, den Mondschein betrachtend, der durch das Fenster fiel. Nala, die neugierige Katze, hatte sich auf den Fenstersims gelegt und schnurrte leise, als plötzlich Elaisha etwas Ungewöhnliches bemerkte. Große Schatten bewegten sich lautlos am Himmel. Neugierig ging Elaisha zum Fenster und beobachtete, wie eine große Gestalt mit gewaltigen Flügeln auf einem Dach landete.


Während [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Wolfaran]] und Odilbert die Nachtwache hielten, hörten sie auf einmal heftige Schritte, die den Boden beben ließen. Sie hörten mind. vier Stimmen, dabei eine ganz Tiefe und eine recht Hohe. Sie unterhielten sich größtenteils in einer Sprache, die weder der Bärenauer Baron, noch der Schlunder Geweihte kannte.  
„Aliyah! Wach auf!“, flüsterte Elaisha aufgeregt und stieß ihre Freundin an. „Da draußen ist etwas!“


Aufgeregt schritten sie umher und versuchten die Ankommenden zu entdecken. Doch sie sahen nichts. Hier war ein Hochplateau und Steine. Steine über Steine.
Aliyah rieb sich die Augen und setzte sich langsam auf. „Was ist los, Elaisha?“


Ihre Anspannung wuchs, denn die Schritte kamen näher. Sie weckten die Schlafenden und allesamt begaben sie sich in Hab Acht Stellung, als sich wie von Zauberhand, der Fels öffnete. Nein, er öffnete sich nicht, er war eigentlich gar nicht da. Wie ein magisches Portal oder eine Illusion.
„Schau doch! Da draußen, auf dem Dach in der Weststadt!“


Aus diesem wahrhaft großen Loch trat eine Magierin heraus, gekleidet in dem Ornat der weißen Gilde. Dazu eine rassige Frau mit geschmeidigem Gang und ein skeptisch drein schauender, augenscheinlich [[Perricum:Schwarze Wölfe|nebachotischer Krieger]], der mit der Situation wohl alles andere als zufrieden war. Hinter ihnen überragte sie ein großer, leibhaftiger Troll, der ihnen laut stapfend folgte.
Gemeinsam blickten sie aus dem Fenster und sahen die geheimnisvolle Gestalt. Plötzlich schreckte Nala auf dem Fenstersims auf, ihre Augen weiteten sich vor Angst. Mit einem erschrockenen Maunzen verlor sie das Gleichgewicht und fiel vom Sims.


Korhilda jauchzte innerlich vor Glück, sie waren gerettet.
„Nala!“, rief Aliyah entgeistert und eilte zum Fenster. Die Katze landete zum Glück sicher auf ihren Pfoten und schoss unter das Bett, wo sie sich zitternd versteckte.


Die Magierin kam auf die Gruppe zu und kümmert sich zuerst um die Verletzten. "[[Perricum:Simiona von Pfiffenstock|Pfiffenstock]] mein Name, ich sehe ihr könntet meine Hilfe gebrauchen". Sie war nicht wirklich gut in Heilmagie, doch ihre rudimentären Fähigkeiten auf diesem Gebiet waren besser als nichts.
„Was denkst du, was das ist?“, fragte Aliyah, ihre Stimme bebte leicht vor Angst.


„Ich weiß es nicht“, flüsterte Elaisha zurück. „Aber es sieht aus, als wäre es aus Stein. Und es bewegt sich weiter!“


"Ich und meine Begleiter waren gerade zu Forschungszwecken im Gebirge. Das Verschieben der Konzilslinie interessiert mich immer noch ungemein. Und die gelehrte Dame [[Perricum:Baraine Albschattenrein|Albschattenrein]] ist im Auftrag der Baronin von Haselhain auf mich zugekommen, eigentlich hatte sie wohl auch Euch aufsuchen wollen, Euer Hochgeboren von Sturmfels." Simiona hielt eine magische Abhandlung, die keiner der Umstehenden verstand. Denn die Anwesenden schauten weiter überrascht zum Troll empor. Simiona merkte, dass sie wieder einmal die menschlichen Bedürfnisse vernachlässigt hatte, bei ihren formellen Ausführungen zur Magie und Forschung -  wie so oft."
Plötzlich breitete die Gestalt ihre Flügel aus und erhob sich lautlos in die Luft. Die Mädchen verfolgten ihren Flug mit den Augen, wie sie auf dem Dach der zweistöckigen Villa der Patrizier [[Garetien:Familie Weidenhoff|Weidenhoff ]] landete. Dort blieb sie kurz, bevor sie weiter zum Haus der Alchimistin [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]] flog, die auch die Lehrmeisterin von Elaishas großem Bruder [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]] war.


"Entschuldigt, ich habe meinen offensichtlichsten Begleiter noch nicht vorgestellt, dass ist [[Perricum:Bormelkopf|Bormelkopf]]. Er war ein treuer Freund meines verstorbenen Anverwandten Simold und des Baron Strutzz. Der Troll begleitet mich des Öfteren ins Gebirge, wenn ich zu Forschungszwecken von meiner Akademie ausgesandt werde. Bormelkopf ist so nett und wird uns den Abstieg mittels eines Trollpfades ermöglichen, eine wahrliche und zu respektierende Ehre. Wir werden nahe der [[Garetien:Feste Dragenfels|Feste Dragenfels]] ankommen, von dort führt eine Passstraße hinunter in die Ebene."
„Warum landet sie ausgerechnet dort?“, fragte Aliyah, ihre Augen geweitet vor Neugier.


Bormelkopf brummte und nahm dabei die Rucksäcke huckepack. "Du kommen, alle Wimmelkrieger und ZähwieStein kommen." sprach er in gebrochenem Garethi.
„Was könnte sie dort wollen?“, fügte Elaisha hinzu. „Clea Cornweyler ist doch eine angesehene Alchimistin. Was hat diese Gestalt bei ihr zu suchen?“


Alle folgten dem Troll durch die Öffnung in der Steinwand, sich jeweils neugierige Blicke zuwerfend. Auf magischen Wege machten sie den Abstieg um bald das Panorama des [[Garetien:Grafschaft Schlund|Schlundes]] erblicken zu können, wenn sie den Pfad verließen.
„Meinst du, sie könnte Clea etwas Böses wollen?“, spekulierte Aliyah, ihre Stimme voller Besorgnis.


==Alte und neue Pfade==
„Ich weiß es nicht“, sagte Elaisha. „Aber schau, sie fliegt weiter!“


Überall und Nirgendwo, im Raschtulswall, 1041
Die steinerne Gestalt hob sich erneut in die Luft und flog weiter in Richtung der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer. Die schmalen Gassen waren bei Nacht von Schatten verhüllt, und die Gestalt bewegte sich darin wie ein lautloser Schatten. Schließlich landete sie an einer Ecke der Gasse und verschwand kurz aus ihrem Sichtfeld. Die Mädchen hielten den Atem an und warteten gespannt. Nach einer Weile sahen sie die Gestalt wieder, wie sie plötzlich schnell und lautlos aus der Gasse herausflog und in der Dunkelheit verschwand.


Die wieder gewachsene Gruppe bewegte sich durch ..., man konnte diese Art zu reisen kaum greifen oder beschreiben, irgendwie befand man sich in den Eingeweiden des enthaupteten Gigantenfelsmassiv und doch an einem anderen Ort, an dem die Zeit und der Raum nicht galten, nicht so wie die meisten Menschen es kannten.  
„Was macht sie dort?“, fragte Aliyah, das Herz schlug ihr bis zum Hals.


Doch irgendwann brach eine der [[Perricum:Baraine Albschattenrein|Gelehrten]] das Schweigen und berichtete von ihrem Auftrag im Wall nach Hinweisen auf eine gewisse Heilige mit dem Namen Kvorvina von Burgenhoch zu suchen, hier fähige Berg- und Ortskundler zu finden und somit eine weitere Expedition noch tiefer in den Wall hinein zu planen. Ein Unterfangen dass ihr, beim Anblick ihrer abentuerlichen und bergkundigen Gegenüber, nicht sonderlich erfolgversprechend schien. Dazu hatte sie die Verwandte ihres Barons aufgesucht, die ohnehin gerade in den Wall aufbrechen wollte und hatte sich hier schon in den Bergbaronien umgehört, bevor man dann hörte das die Baronin vom Sturmfels selbst zu einer Expedition aufgebrochen war.  
„Ich habe keine Ahnung“, murmelte Elaisha. „Aber es sieht aus, als hätte sie ein Ziel. Vielleicht ist es ein Wächter oder ein Bote.


Als die Überlebenden der nebachotischen Gelehrten dann noch von ihren unglaublichen Erlebnissen berichteten, schienen ihre Aussichten auf ein Gelingen immer weiter zu schwinden, die evtl. Möglichkeit von Trollpfaden hin oder her. "So fantastisch klingen eure Geschichten an, dass man sie in einem der altehrwürdigen Haimams (Legenden und Sagen) vermuten würde. Den gelehrten und akribischen Büchern trotzend, die nur die Wahrheit in Fakten suchen. Eine Geschichte die erzählt werden muss, eine die wahr ist. Eine die unsere Suche inspirieren soll. Sagt, dürfte ich mir jene, wenigen Schätze beschauen, die ihr dem falschen Hort des schaurig-dämonischen Echs, zwischen Tod und Leben, entreißen konntet?"
„Wir müssen unbedingt Amaryd davon erzählen“, entschied Elaisha schließlich. „Er wird wissen, was zu tun ist.


Die überaus dichterisch-blumigen Worte der Gelehrten überforderten die Angesprochen beinahe, waren sie gedanklich doch noch in den Bergen und dem Hort. Und so nickten sie nur und präsentierten ihre die wenigen Schätze die noch verblieben waren. Eines davon erregte sofort die Aufmerksamkeit der Nebachotin, die ihre gewohnte Geschmeidigkeit verlor und abrupt in hektische Bewegung verfiel und sich das Stück besah.
Aliyah nickte, erleichtert, dass sie einen Plan hatten. „Das ist eine gute Idee. Er kann uns helfen.


Dann traten sie auch schon wieder in die wirkliche Welt hinein.
In der Zwischenzeit fiel den Mädchen auf, dass die fliegende Gestalt den zahlreichen Steinstatuen auf dem Alten Wasserturm ähnelte. Diese Statuen waren bekannt für ihre finsteren Ausdrücke und düstere Ästhetik.


==Zusammenhänge==
„Sieht diese Gestalt nicht genauso aus wie die Statuen auf dem Alten Wasserturm?“, fragte Aliyah, ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen.


Irgendwo zwischen [[Garetien:Junkertum Dragenfels|Dragenfels]] und [[Garetien:Königsstadt Wandleth|Wandleth]], 1041
„Ja, das tut sie tatsächlich“, stimmte Elaisha zu, ihre Stimme vor Verwunderung kaum hörbar. „Was hat es damit auf sich? Warum bewegt sich eine Statue durch die Nacht?“


[[Perricum:Bormelkopf|Bormelkopf ]] hatte sie schon lange verlassen und die Gruppe hatte sich - vor allem die [[Perricum:Ongaloschs Kate|Ongalosch]]-Expeditionsten - noch einige Tage Ruhe gelassen, sobald sie die Zivilisation wieder erreicht hatten. Die beiden gelehrten Frauen teilten sich hier in der Wegstaverne ein geräumige Kammer und waren beide ganz aufgeregt.
Die Mädchen beschlossen, bis zum Morgen zu warten, bevor sie jemanden alarmierten. Beide legten sich wieder hin, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Die Bilder der steinernen, geflügelten Gestalt verfolgten sie die ganze Nacht. Was immer das Wesen war, das sie gesehen hatten.


Ihre Reise hatte ihnen deutlich größere Erfolge eingebracht als erwartet. Dabei hatte ihre Exkursion eher schleppend begonnen. Die Menschen - und Wesen - des Walls waren verschlossene, sehr eigene Leute und der mürrische Krieger an ihrer Seite hatte dabei nicht viel geholfen. Zum Glück hatte [[Perricum:Simiona von Pfiffenstock|Simiona]] einzigartige Kontakte und ihr Vetter Simold vor einigen Jahren schon etwas Vorarbeit geleistet, als er im Wall nach ganz anderen Geheimnissen gesucht hatte. Dies hatte sie interessante Helfer kennen lernen, alte Sagen hören und besondere Wege beschreiten lassen, die sie letztlich zu ihrem größten Erfolg geführt hatten.
==Bericht der Garethischen Criminal-Cammer==
'''Garethische Criminal-Cammer'''<br>
<big>'''Bericht zum Diebstahl von Bernsteinen'''<br></big>
'''Abteilung:''' Amt VI. der [[wikav:Garethischen Criminal-Cammer|Garethischen Criminal-Cammer]]<br>
'''Verfasserin:''' Inspectorin [[wikav:Vallusa Engstrand|Vallusa Engstrand]]<br>
'''Leitender:''' Rechtswahrer [[wikav:Geronius Bosko|Geronius Bosko]]<br>
<br>
'''Bericht:'''<br>
'''Datum:''' 16.04.1047<br>
'''Ort des Vorfalls:''' [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Lynciriumsgasse]] der Bernsteinschleifer, Weststadt, Gareth<br>
In der Nacht vom 15. auf den 16. wurde ein schwerer Diebstahl in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer verübt. Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden, als die meisten Bewohner der Gegend schliefen.<br><br><br>
'''Tatbestand:'''<br>
• Unbekannte Täter drangen gewaltsam in mehrere Werkstätten und Geschäfte ein.<br>
• Die Eingangstüren wurden mit erheblicher Kraft zerschmettert, was auf den Einsatz von schwerem Werkzeug oder magischen Mitteln schließen lässt.<br>
• Große Mengen an bearbeiteten und unbearbeiteten Bernsteinen wurden gestohlen.<br>
Die Täter konnten ungesehen entkommen, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass sie sich eine gewisse Zeit in den Gassen aufhielten.<br><br><br>
'''Zeugenberichte:'''<br>
• Anwohner berichteten, sie hätten verdächtige Geräusche gehört, jedoch konnte niemand genau beschreiben, was oder wer diese verursachte.<br>
• Eine Zeugin erwähnte flüchtig, sie habe in der Dunkelheit schemenhafte Gestalten gesehen, die sich schnell und lautlos bewegten.<br><br><br>
'''Tatortbesichtigung:'''<br>
• Die Werkstätten wiesen keine Anzeichen von Aufbruchsspuren an Fenstern oder Hintereingängen auf, was darauf schließen lässt, dass die Täter gezielt die Vordertüren zerstörten.<br>
• An den Tatorten wurden keine Spuren oder andere direkte Beweise gefunden, die auf die Identität der Täter hinweisen könnten.<br><br><br>
'''Besondere Beobachtungen:'''<br>
• In der Nähe des Tatorts wurde eine ungewöhnliche Spur von steinernen Bruchstücken gefunden, die möglicherweise mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten.<br>
• Zeugen haben angegeben, dass sie in der Nacht eine steinerne, geflügelte Gestalt beobachtet hätten, die sich in der Nähe der Tatorte bewegte. Diese Berichte entsprechen den Beschreibungen von Statuen auf dem Alten Wasserturm.<br><br><br>
'''Zugewiesene Unterstützung:'''<br>
• Die Praioskirche wurde über den Diebstahl in Kenntnis gesetzt.<br>
• Der Geweihte [[Garetien:Aurentian von Luring|Aurentian von Luring]] von der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale wurde als Verbindungsperson zugeteilt und wird bei den Ermittlungen unterstützen.<br>
• Der Richter des Freigerichts in Gareth ist über die weiteren Ermittlungen in Kenntnis zu setzen.<br><br><br>
'''Schlussfolgerung:''' Der Diebstahl von Bernsteinen in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer stellt ein schwerwiegendes Verbrechen dar, das mit großer Raffinesse und Gewalt verübt wurde. Die Spuren deuten darauf hin, dass die Täter möglicherweise ungewöhnliche oder magische Fähigkeiten besitzen könnten. Die Berichte über die steinerne Gestalt werfen zusätzliche Fragen auf, die einer näheren Untersuchung bedürfen.<br><br><br>
'''Empfohlene Maßnahmen:'''<br>
• Verstärkte Patrouillen in der Lynciriumsgasse und umliegenden Vierteln.<br>
• Befragung weiterer Zeugen und Anwohner zur Sammlung zusätzlicher Hinweise.<br>
• Untersuchung der steinernen Bruchstücke und Vergleich mit den Statuen auf dem Alten Wasserturm.<br>
• Einholung magischer Expertise zur Bewertung und Analyse möglicher magischer Einflüsse.<br><br><br>
Gez. Inspectorin Vallusa Engstrand<br>
Überprüft und genehmigt Rechtswahrer Geronius Bosko
<br><br>
• nachträgliche Anmerkung: [[Garetien:Racalla von Hirschfurten|Racalla von Hirschfurten]] wird von der [[Garetien:Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth|Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth]] als Experte in magischen Sachverhalten zur Verfügung gestellt


Simiona wurde nicht müde zu betonen, dass die Verschiebung der Kraftlinien - sowie evtl. auch Sternenfall und Korgond - hier im Wall zu weiteren besonderen Ereignissen geführt haben könnten. Vermeintliche Geisterdrachen, evtl. unter dem Einfluß von dämonischen Sphären und enormer Kraft von etwaigen Linien etc., sprachen dafür.
==In den verwinkelten Gassen==
Die Nacht legte sich langsam über Gareth, und in der [[Garetien:Haus der Alchimie Cornweyler|Alchimistenwerkstatt]] von [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]] brannte noch immer Licht. [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], ihr Schüler, saß an einem Arbeitstisch und beobachtete gespannt, wie Clea verschiedene Zutaten in einen großen Kessel gab. Die ehemalige Hesindegeweihte war bekannt für ihre Kunstfertigkeit im Brauen von Tränken und lehrte ihren wissbegierigen Schüler mit Geduld und Hingabe.


[[Perricum:Baraine Albschattenrein|Baraine]] lauschte der Magierin gerne dabei und betrachtete die Zeichnung des von der Ongalosch-Expedition geborgenen Artefakts und fantasierte über Zusammenhänge. Zwischen dem Erlebten der Expedition, Simionas Thesen, ihren Ergebnissen zu Korgondschen Sagen und auch jenen Geschichten die ihnen die Wallländer oder auch der [[Garetien:Igrolosch, Sohn des Ilkor|Schlunder Ingerimm-Geweihte]] erzählt hatten, letztere eine Mär der Zwerge des Walls.
„Das Elixier, das die Widerstandsfähigkeit erhöht, wird des Nachts bereitet, wenn das sich rundende oder volle Mal der Mada im Sternenbild des Gehörns steht,“ erklärte Clea und goss sorgfältig eine dickflüssige, goldene Substanz in den Kessel. „So steht es in den alten Büchern geschrieben.


Sie wachte aus den Gedanken wieder auf, als Simiona gerade erneut laut dazu anhob, ihre These bezüglich Veränderung von Geistwesen aufgrund von Großereignissen, Kraftlinienverschiebung und frevlerisch-dämonischer Präsenz, neu zu überdenken.
Amaryd notierte sich ihre Worte gewissenhaft in sein Lehrbuch. „Aber warum genau in dieser Nacht, Meisterin?“


==Zackenreißer und Zackenbeißer==
Clea lächelte weise und rührte langsam im Kessel. „Die Stellung der Sterne und der Monde beeinflusst die magischen Kräfte der Zutaten. In dieser speziellen Konstellation entfalten sie ihre volle Wirkung.“
[[Garetien:Königsstadt Wandleth|Wandleth]], [[Garetien:Grafschaft Schlund|Grafschaft Schlund]], 1041 BF


[[Perricum:Leobrecht von Ochs|Leobrecht von Ochs ]] war eigens von den [[Perricum:Kaiserlich Efferdsträne|Efferdstränen]] angereist, als ihm die Geschichte zugetragen wurde, dass sein [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Sohn]] mit einigen wild gewordenen Zwergen in den [[Raschtulswall|Raschtulswall]] auf Ferkinajagd gezogen sei. Er konnte es nicht glauben und wollte sicher gehen, dass an diesem Unsinn nichts Wahres dran war.
Plötzlich durchbrachen ungewöhnliche Geräusche die Stille der Nacht. Ein leises Krachen und Rascheln drang durch die Wände der Werkstatt. Clea und Amaryd blickten sich alarmiert an.


„Leobrecht, bei Angrosch Bart, doch nicht auf Ferkinajagd. Welcher Holzbock erzählt denn so einen Unsinn. Sie sind losgezogen um die alte Zwergenfeste [[Perricum:Ongaloschs Kate|Ongalosch]] zu entdecken. Erst zum [[Perricum:Baronie Sturmfels|Sturmfels]] und dann weiter ins Gebirge. Da wird doch der Stein im Steinbruch verrückt.“
„Hast du das gehört?“, fragte Amaryd.


Die Aussagen des [[Garetien:Ingramm, Sohn des Ilkor|Grafen]] beruhigten den Reichsvogt keinesfalls. Eigentlich war der Grund der Reise ja egal, das Schlimme an sich war die eigentliche Reise. Was fiel dem Bengel bloß ein. Und dann auch noch über den Sturmfels. Seine Gedanken blieben bei seiner [[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Frau]] hängen – sie wird ja wohl nicht auch. Unruhe machte sich in ihm breit.
„Ja, das kam aus den Nachbarhäusern,“ antwortete Clea besorgt. „Lass uns nachsehen.


„Sie zogen los, gerade eben erst, vor einigen Wochen, wir freuen uns bereits auf ihre Rückkehr und ebenso auf die prachtvollen Geschichten – und wenn Angrosch uns hold ist finden sie noch Gold in dem alten Stollen." frohlockte der Zwergengraf.
Sie legten ihre Utensilien beiseite und schlichen zur Tür. Als sie die Werkstatt verließen, sahen sie im dämmrigen Licht eine große Gestalt, die sich zwischen den Häusern bewegte. Die Gestalt war groß, mit ausgebreiteten Flügeln, die im Mondlicht glänzten.


„Mein Bruder [[Garetien:Igrolosch, Sohn des Ilkor|Igrolosch]] führt die Gruppe um deinen Fläumling an. Dazu weiß [[Garetien:Karoscha, Tochter der Korgrimma|Karoscha]] wie man einen Hammer schwingt. Und auch die mitreisenden aus meinem Volk sind erfahrene Zwerge, deren Feuertaufe schon Feuertage zurückliegt. Du musst Dir keine Sorgen machen.“
„Das ist ein Gargyl,“ flüsterte Clea und zog Amaryd hinter eine Ecke. „Aber er verhält sich seltsam.“
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Einige Tage später


Die Hörner schallten von den Mauern des Grafenpalastes und deuteten die Heimkehr des Grafenbruders an.
Der Gargyl schien sich an einer Tür zu schaffen zu machen, als Amaryd plötzlich rief: „Halt, wer da!“
Ingramm, Graf von Schlund wartete mit dem Reichsvogt Leobrecht von Ochs in der großen Halle. Das Oberhaupt des Hauses Ochs war sehr angespannt, konnte er auf die Entfernung von den Wehrgängen doch nicht erkennen, ob sein Sohn bei den Rückkehrern war.


Die hölzernen Tore des Rittersaales öffneten sich als Igrolosch als Erster durch das Portal schritt. Hinter ihm folgte Karoscha, ihren großen Hammer über der Schulter liegend. Neben ihr folgte [[Garetien:Gorim, Sohn des Gomrund|Gorim]] aus der Ganoschsippe.
Der Gargyl zuckte zusammen, ließ von der Tür ab und breitete schnell seine Flügel aus. Mit einem kräftigen Flügelschlag erhob er sich und flog in eine nahegelegene Gasse. Clea sah ihm nach, ihre Stirn in Falten gelegt.


Über die kleinen Zwerge blickend, sah Leobrecht seinen Sohn und seine Ehefrau. Sein Herz weinte innerlich vor Glück, bis er erschrak und den fehlenden Unterarm seiner Frau entdeckte. Sie waren am Leben, das war die Hauptsache dachte er sich, dennoch zornig. Die Etikette wahrend blieb er starr neben dem Grafen stehen, obwohl er beide am Liebsten in die Arme geschlossen und vor allem Wolfaran eine saftige Ohrfeige verpasst hätte.
„Er verhält sich nicht wie ein normaler Gargyl,“ murmelte sie.


Zum Schluss betraten [[Garetien:Arnbrecht von Katterquell|Arnbrecht]], [[Perricum:Thimorn von Perainshag|Thimorn]] und [[Perricum:Baraine Albschattenrein|drei]] [[Perricum:Simiona von Pfiffenstock|unbekannte ]] Gäste aus den Perricumer Kulturlanden die Halle und schlossen die Tore hinter sich.
Doch bevor Clea Amaryd aufhalten konnte, rannte er der fliegenden Gestalt nach. „Wir müssen ihn aufhalten!“


Igrolosch trat vor „Mein liebster Bruder, Angrosch führte uns auf einem steinernen Pfad in das Gebirge. Er stellte uns vor göttergefällige Prüfungen. Mit unserem ganzen Kampfesmut stellten wir uns diesen. Der Totengott meinte es nicht gut mit uns und riss [[Garetien:Rorek, Sohn des Ramesch|Rorek]], [[Garetien:Ingax, Sohn des Ingtasch|Ingax]] und die Menschen [[Garetien:Tsalinde von Eslamsberge-Krolock|Tsalinde]], [[Perricum:Arnulf von Sturmfels|Arnulf]] und [[Perricum:Robur von Sturmfels|Robur]] aus unserer Mitte. Ihr Blut ist nun mit den Bergen vereint.
Zwei Stadtgardisten, die in der Nähe patrouillierten, sahen den jungen Mann rennen und schlossen sich ihm an. Gemeinsam jagten sie durch die engen, verwinkelten Gassen der Stadt. Der Gargyl schien immer einen Schritt voraus zu sein, doch sie ließen nicht locker.


„Doch Angrosch führte uns auch in seine prachtvollen Hallen. Riesige Hallen, wie sie unsere Urväter einst bauten, tief in den Raschtulswall. Die Zeugnisse der alten Zeit waren gut zu erkennen, wenn auch der Berg eine große Leichenhalle der Toten ist. Die Geschuppten haben in den Drachenkriegen hier wahrlich blutrüstig gerodet.
„Da vorne, er fliegt wieder höher!“, rief einer der Gardisten. „Schnell, wir müssen ihn einholen!


„In der großen Halle zu Ongalosch mussten wir uns einem Drachen zum Kampfe wagen. Einem verdammten Geisterdrachen, auf einem verdammten Geisterschatz!"
Sie hasteten durch dunkle Gassen, sprangen über niedrige Mauern und wichen Hindernissen aus. Der Gargyl flog über ihren Köpfen, immer wieder die Richtung wechselnd, als ob er versuchte, sie abzuschütteln. Amaryd spürte sein Herz rasen, doch er gab nicht auf.


„Mein Bruder, der Schatz war eine zum Großteil eine Illusion, von dem geschuppten Getier gesponnen, ein weiterer Teil wurd verschüttet. Doch ganz mit leeren Händen kommen wir nicht zu Dir zurück.
Plötzlich schwebte der Gargyl auf eine hohe Mauer zu und verschwand spurlos. Amaryd und die Gardisten blieben abrupt stehen, keuchend und völlig außer Atem. Clea holte wenig später auf, ihr Gesicht ebenso verwirrt.


Wolfaran und Arnbrecht traten mit zwei wundervoll gefertigten Äxten, aus besten Toschkril-Stahl, in der Hand nach vorne und reichten diese zu Graf Ingramm.  
„Wo ist er hin?“, fragte einer der Gardisten ungläubig. „Er war doch direkt vor uns!“


Der Graf las die Inschrift, die sich ergab als man beide Äxte zusammenlegte. In den Äxten war in der Angramschen Bildsprache eingraviert „Zackenreißer und Zackenbeißer“. Mit feuchten Händen nahm der Waffennarr sich dieser Äxte an. Sie würden seine Waffenkammer wahrlich bereichern.
„Das... das ist unmöglich,“ stammelte Amaryd. „Er kann doch nicht einfach verschwunden sein.


"Weitere Stücke beanspruchen die, die in das Abenteuer reisten, um ihr Leben kämpften, ihre Gefährten ließen und und doch ruhmreich zurückkehrten."
Die zweite Wache sah sich hilflos um und meinte schließlich: „Magier... wir benötigen Magier.


"Natürlich sind die Schätze denen gewährt, was für ein Freund wäre ich sonst. Zumal auch nicht auf meinem Grund geborgen.", brummte der Graf.
==Das Geheimnis der Nirgendgasse==
Die Nacht hatte sich tief über die Kaiserstadt Gareth gesenkt, als [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]] und die Magierin [[Garetien:Racalla von Hirschfurten|Racalla von Hirschfurten]] in die schmale Gasse traten, in der der Gargyl vor Amaryds Augen plötzlich verschwunden war. Die Magierin wurde von ihrer Akademie mit dieser Aufgabe betraut, nachdem die Garethische Criminal Kammer nach magischer Unterstützung anfragte. Der Praiosgeweihte [[Garetien:Aurentian von Luring|Aurentian von Luring]] begleitete sie, seine Miene grimmig und skeptisch.


"Und da sind weitere, die uns den letzten Abstieg ermöglichten und so vielleicht dem Raben ein paar Leben abtrotzten. Ihnen verlangt es nach nicht viel, nur eine kleine, erzene Platte. Die Gigantengezwingerin hat es ihnen quasi schon zugesagt."
„Es war hier,“ sagte Amaryd, als er auf die Stelle zeigte, an der der Gargyl in der Luft verschwand. „Genau hier hat er sich in Luft aufgelöst.


"Eine Platte?", hakte der Graf amüsiert nach.  
Racalla betrachtete die Umgebung aufmerksam, ihre Augen leuchteten sanft im Mondschein, als sie ihre magische Energie fokussierte. „Hier hat eindeutig Magie gewirkt. Es liegt eine seltsame Aura über diesem Ort,“ murmelte sie und strich mit den Fingern über die Luft, als würde sie unsichtbare Fäden berühren.


Die zwei gelehrten, kulturländischen Damen traten hervor und stellten sich vor. "Ganz recht, Euer Hochwohlgeboren, die Platte zeigt eine Berglandschaft zwischen zwei brennenden Vulkanen, um einen von ihnen kreisen ehrhabene, geflügelte Wesen - wir vermuten Greifen, zu Fuße der Berglandschaft eine Sichel, oder Säbel und weitere Figuren. Sie kann uns sicherlich noch viele Geschichten erzählen. Geschichten, denen wir durch die Erzählungen dieser heldenmutigen Streiter, über einst die eigene Geschichten erzählt werden, näher kommen können." Die Frauen ergänzten sich gegenseitig. Wobei beide danach noch zu einer These über den Zusammenhang zwischen alten Legenden und magischen Phänomenen ergänzend anhoben, der schon bald kaum noch einer zuhörte.
Aurentian verzog das Gesicht. „Magie? Natürlich. Was auch sonst.


So dass man im Anschluss - nachdem die Platte den Frauen gewährt wurde - den Toten mit einer Zeremonie gedacht wurde und mit einem Bier in der Hand die Lebenden gefeiert wurden!
Clea, die mit besorgter Miene die Gasse entlangblickte, wandte sich an die anderen. „Scher dich in die Nirgendgasse“, sagte sie nachdenklich, eine alte Redewendung der Garether Bürger gebrauchend.


Untermalt wurde diese Szenerie von einer Ballade, vorgetragen von der Zwergin [[Garetien:Andra, Tochter der Andrescha|Andra]].  
Racalla hob eine Augenbraue und nickte verstehend. „Das könnte sehr gut sein.“ Sie begann, mit komplizierten Handbewegungen eine magische Abhandlung zu vollführen, ihre Bewegungen elegant und präzise. „[[wikav:Nirgendgassen|Nirgendgassen]] sind teilweise temporäre Wege in oder durch den Limbus, manchmal auch Stellen oder Wege, die durch magische Einwirkung verkrümmt, verborgen oder anderweitig verändert sind. Es ist, als ob sie zwischen den Welten existieren, sich unserem gewöhnlichen Blick entziehen.
Sie sang von den weiten des Raschtulswalls, den Drachenkriegen und heldenhaften Angroschim.


[Ina, Jan]
Aurentian seufzte schwer und verschränkte die Arme. „Diese finden sich nur in Gareth. Seitdem in der Ersten Dämonenschlacht bei Gareth eine Globule zerstört wurde, ist das Sphärengefüge vor Ort dauerhaft verändert. Die Anwohner sind meist so an diese Seltsamkeiten gewöhnt, dass sie sie kaum mehr wahrnehmen und wie selbstverständlich benutzen. Sie nennen es auch Schattenpfade.“


==Eine warnende Ermahnung==
Clea runzelte die Stirn, ihr Blick intensiv auf den Boden gerichtet. „Das könnte auch erklären, warum der Gargyl anders war. Vielleicht war es diese [[wikav:Gagolschwinge|Unterart]] aus den Feenwelten.“
1041 BF Grafenpalast zu [[Garetien:Königsstadt Wandleth|Wandleth]] in einem  Gästezimmer


„Ich werde ihm die Leviten lesen, was immer sich der [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Bengel]] dabei gedacht hat. Noch immer zu viele Flausen im Kopf.“ [[Perricum:Leobrecht von Ochs|Leobrecht]] war wahrlich wütend auf seinen Sohn und diese für ihn unverständliche Schatzsuche.
Aurentian rollte genervt mit den Augen. „Hatte der Bernsteindiebstahl wirklich mit Feenwesen und [[wikav:Mandariels Reich|Feenwelten]] zu tun? Ich hasse diese magischen Phänomene.“


„Nein, das wirst Du nicht, ich werde das Regeln“ warf seine Frau [[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Korhilda]] ebenfalls hitzig ein.  
In der Nähe standen [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], seine Schwester [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und ihre Freundin [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] und lauschten neugierig. Die drei Jugendlichen konnten kaum ihre Aufregung verbergen.


„Ich bin das Oberhaupt des Hauses Ochs und es ist meine Pflicht Ordnung in meinem Haus zu schaffen, verstehe das bitte Liebes.“ entgegnete der Reichsvogt.
„Hörst du das?“, flüsterte Elaisha. „Nirgendgassen, Schattenpfade, Feenwesen, Feenwelten. Das klingt alles so spannend!


„Aber Liebster, ich bin die Leidtragende. Ich habe meinen linken Unterarm verloren, es steht mir zu diese Angelegenheit zu regeln. Er ist auch mein Sohn, Haus hin oder her.wie zur Mahnung hielt die Sturmfelserin ihrem Mann den Armstumpf hin, als es an der Tür klopfte.
Aliyah nickte begeistert. „Wir müssen herausfinden, wie wir der Spur des Gargyls folgen können. Wer weiß, wohin uns das führt!


„Da ist er, nun gut Hilda, regel Du diese Affäre, ich werde still zu hören.“ Knickte der Reichsvogt ein, seiner geschätzten Frau zu liebe.
Amaryd war ebenfalls fasziniert und flüsterte: „Lasst uns die Erwachsenen im Auge behalten. Das wäre ein echtes Abenteuer!


Wolfaran trat herein. Schuldbewusst war es ihm kaum möglich seine Mutter anzusehen. Es waren immer wieder diese Bilder in seinem Kopf, wie er mit der Axt ihren Arm abtrennte. Wenn er nur daran dachte, wurde ihm schlecht. Und dann sein Vater, Wolfaran konnte ihm die Wut ansehen und diesen Blick den er ihm so häufig zuwarf.
Während die Erwachsenen ihre Diskussion fortsetzten und nach Hinweisen suchten, schritten die drei Jugendlichen in die Dunkelheit der Gasse, ihre Herzen klopften vor Aufregung. Die schmalen Straßen und engen Gassen Gareths schienen voller Geheimnisse und Mysterien zu sein, und die Vorstellung, Teil dieses Abenteuers zu werden, ließ ihr Blut in den Adern pulsieren.


Korhilda ging auf ihren Erstgeborenen zu und nahm ihn ganz fest in den Arm, sie wusste ganz genau, dass er schon genug unter den Ereignissen litt. Böse Worte und Anschuldigungen würden da auch nicht weiter helfen, dachte sie. Und spürte dafür die unverständnisvollen Blicke ihres Gatten im Rücken, doch er hielt still.
Racalla wandte sich plötzlich um und blickte die Jugendlichen streng an. „Ihr solltet hier nicht herumlungern. Dies ist keine Spielerei.


Nach einiger Zeit ließ sie von Wolfaran ab, strich noch mit der Hand eine Träne aus seinem Gesicht. „Setzt Dich Junge, wir sollten reden.“ Ihr Sohn nahm Platz, schaute noch mal fast ängstlich zu seinem Vater, der jedoch "ganz ruhig" seine Frau das hier alles regeln ließ. „Mutter, ich..., es tut mir so leid.“
Amaryd, Elaisha und Aliyah sahen sich an, wissend, dass sie trotz der Ermahnung nicht einfach gehen würden. Auch war Racalla kaum älter als sie selbst, und schon so bestimmend im Tonfall. Sie wollten mehr über diese Nirgendgassen erfahren und das Geheimnis des Gargyls lüften.


„Junge, da ist nichts was Dir jetzt leid tun sollte.“ Von hinten räusperte sich Leobrecht, der hier wohl eine andere Auffassung vertrat, aber sofort von Korhildas eisigem Blich ruhig gestellt wurde. „Junge, wir können das Geschehene nicht rückgängig machen, aber wir können aus den Fehlern lernen.“
Clea seufzte und schüttelte den Kopf. „Es gibt immer mehr Fragen als Antworten. Aber wir müssen dranbleiben. Lasst uns zurück zu meiner [[Garetien:Haus der Alchimie Cornweyler|Werkstatt]] gehen und unsere Forschungen vertiefen.“


Mit einem lauten „[[Perricum:Thimorn von Perainshag|Thimorn]]rief sie ihren Knappen herein und ließ sich ein Schwert reichen. „Dieses gute Stück hat mein Knappe aus [[Perricum:Ongaloschs Kate|Ongalosch]] erbeuten können, ich möchte dass Du dieses Schwert an Dich nimmst. Sein Name ist Flammenzunge.
„Und vielleicht finden wir endlich heraus, was wirklich vor sich geht,ergänzte Racalla, ihre Augen leuchteten. Es schien interessant zu werden.


Korhilda reichte Wolfaran das Prachtstück zwergischer Meisterschmiede aus bestem Toschkril-Stahl. „Nein, ich will das nicht. Ich kann nicht., schluchzte er. Während Leobracht brummte.
„Das wird eine lange Nacht,“ murmelte Aurentian düster.


„Doch Du willst und Du kannst. Es wird dich immer daran erinnern, in welche Gefahr Du Dir anvertraute Menschen und Liebste gebracht hast. Du sollst, wenn Du es betrachtest an [[Garetien:Tsalinde von Eslamsberge-Krolock|Tsalinde]] denken, auf dass keiner Deiner Knappen mehr in eine solche Lage kommt. Es wird Dir eine Mahnung sein, immer und überall. Ein Blick darauf soll Dich jedes Mal daran erinnern und Dich Deine kommenden Handlungen gewissenhaft abwiegen lassen. Lektionen die wir alle lernen müssen und an die wir immer denken sollten.
Amaryd, Elaisha und Aliyah folgten im gebotenen Abstand. Aber abschütteln lassen, wollten sie sich nicht.


Korhilda küsste ihrem Sohn sanft auf die Stirn. „Für mich ist das Geschehene vergessen, ich liebe Dich Großer.“ Über seinen Kopf hinweg sah sie in die Augen ihres Gatten, der ihre Herangehensweise mit einem Nicken quittierte, das irgendwo zwischen Wohlwollen, Ärgernis und Liebe zu ihr anzusiedeln war.
==Kieselchen, ganz groß==
In einer unterirdischen Höhle, verborgen tief im Herzen eines dichten Waldes nahe des Einhornturms, werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Die Wände der Höhle waren mit leuchtenden Kristallen gesäumt, die in allen Farben des Regenbogens schimmerten. Dehmahk hatte eine große Anzahl von Gerätschaften um sich herum angeordnet, und in einem großen Kessel blubberte ein geheimnisvoller Trank.


„Bernstein, Bernstein... immer nur Bernstein...“ brummte Dehmahk vor sich hin, während er sorgfältig einen leuchtenden Bernsteinstein zerkleinerte und die Splitter in den Kessel warf. „Zauberkraft muss herbei... und ein Schuss Mondlicht dazu...“


[Ina, Jan]
Mit mürrischen Bewegungen mischte und zauberte er weiter, als plötzlich ein großer Schatten den Höhleneingang verdunkelte. Ein mächtiger Gargyl schwebte lautlos herein. Doch kaum hatte er den Boden berührt, schrumpfte er zusammen und verwandelte sich in einen winzigen, tolpatschigen Gargyl.


==Meisterhaftes Zwergenwerk==
„Kieselchen, was bist du außer Atem?“ rief Dehmahk und blickte auf den kleinen Gargyl, der keuchend vor ihm stand und wild mit den Flügeln flatterte.
[[Garetien:Königsstadt Wandleth|Wandleth]] [[Garetien:Grafschaft Schlund|Grafschaft Schlund,]] 1041 BF


[[Perricum:Leobrecht von Ochs|Leobrecht]] kniete vor seiner [[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Ehefrau]] und wechselte den Verband an ihrem linken Arm. Die Wunde war mittlerweile verheilt und machte keine Anzeichen mehr sich zu entzünden. Denn die magische Heilung hatte zwar Schlimmeres verhindert, aber war bei Leibe zu spät erfolgt. "Hilda musstest Du denn unbedingt mitziehen? Gab es keinen anderen Weg ihn zu schützen oder besser davon abzuhalten?"
„Oh, Meister Dehmahk,“ begann Kieselchen, während er versuchte, seine Flügel zu ordnen und dabei über seine eigenen Füße stolperte. „Ich war in der [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|großen Stadt]], um die benötigten Materialien für deine Tränke zu besorgen, aber beim versuchten Einbruch wurde ich von einem [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Menschling]] gestört!“


Korhilda strich ihm währenddessen sanft über seine Wange. "Bevor ich in der Situation überhaupt reagieren und [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Wolfaran]] umstimmen konnte, hatte er bereits den Segen Ingerimms für diese Wallfahrt erhalten. Da war es zu spät. Ich konnte ihn nicht alleine gehen lassen, bitte verstehe, es ging nicht. Bevor ihm was zustößt, würde ich für ihn sterben."
Dehmahk hob eine buschige Augenbraue und schüttelte den Kopf. „Kieselchen, du bist wohl auf einem tollkühnen Abenteuer!“


Der Blick auf diesen Satz hin wollte Korhilda lieber gar nicht deuten. Aber sie wusste ohnehin wessen Leben ihrem Leobrecht am Teuersten war.
Kieselchen ließ die Schultern hängen, wobei er fast über den eigenen Schwanz stolperte. „Ja, Meister. Ich konnte nicht alle Materialien beschaffen. Ein paar wachsame [[Garetien:Clea Cornweyler|Bürger]] haben mich gesehen und ich musste fliehen. Fast hätte ich einen Brunnen mit dem Kopf gerammt!“


Als der seine Arbeit beendet hatte, nahm er ihre noch vorhandene Hand in seine und küsste diese sanft. "Wenn es nicht möglich war ihn aufzuhalten, wäre ich, wenn ich an Deiner Stelle gewesen wäre, auch mitgezogen." Er war so froh, dass sie von diesem gefährlichen Abenteuer lebendig zurückgekehrt war. Er würde sie immer lieben, ob eine oder zwei Hände, das war ihm egal.  
Dehmahk lachte leise und klopfte dem kleinen Gargyl freundlich auf den Rücken. „Ach, mein lieber Kieselchen, du hast es versucht. Aber keine Sorge, wir werden schon einen Weg finden, um die fehlenden Zutaten zu beschaffen. Vielleicht brauchen wir einfach einen besseren Plan.


Voll Liebeslust küssten die beiden sich inniglich, als es an ihrer Kemenate klopfte. Die Eheleute warfen sich enttäuschte Blicke zu, hatten sie doch auf ein wenig Zweisamkeit gehofft. „Herein“ antwortete die Sturmfelserin daher ein wenig mürrisch.  
„Meinst du wirklich, Meister?“ fragte Kieselchen hoffnungsvoll, während er versuchte, eine Rolle Pergament aufzuheben und dabei fast ein Regal umwarf.


[[Garetien:Karoscha, Tochter der Korgrimma|Karoscha]] und [[Garetien:Igrolosch, Sohn des Ilkor|Igrolosch]] traten herein und begrüßten die beiden.  
„Natürlich!“ brummte Dehmahk. „Alchemie erfordert Geduld und Erfindungsreichtum. Und manchmal... auch ein bisschen Abenteuerlust,“ sagte er augenzwinkernd.


Igrolosch trat zu der Baronin hoch oben vom Berg. „Wir stehen beide tief in Deiner Schuld. Karoscha möchte sich entschuldigen, dass sie mich in eine missliche Lage gebracht hat, aus der Du mich retten musstest. Und ich möchte mich erneut in aller Förmlichkeit bedanken, dass Du mir mein Leben gerettet hast. Ich werde für immer in Deiner Schuld stehen.
„Wie können wir das nächste Mal sicherstellen, dass wir erfolgreich sind?“ fragte Kieselchen, während er unbeholfen versuchte, auf einem Stuhl Platz zu nehmen und dabei fast herunterfiel.


Karoscha hielt ein Paket auf dem Arm, stellte es ab und öffnete es. „Wir haben die besten Mechaniker und Zimmerleute zusammengerufen, um dieses herzustellen.
Dehmahk überlegte einen Moment und kratzte sich am Bart. „Vielleicht sollten wir eine Tarnung verwenden. Ich könnte Dich als Vogel verzaubern oder...“ Dehmahk stutzte und lachte dann herzhaft. „Oder vielleicht als eine kleine, harmlose Katze!


Die Zwergin zeigte der Baronin einen mechanischen Handschuh mit Holzverkleidung – so sah es zumindest aus. "Dieses ist eine Prothese." Die Hauptfrau der Schlägenschwinger legte Korhilda dieses Gerät an. „Es ist nicht wie eine richtige Hand, doch viel besser als all die Haken oder Holzstumpen, die es sonst so zu kaufen gibt. Die Handwerksmeister haben auch Adapter entworfen, damit ihr euren Schild weiterhin führen könnt.“
Kieselchen kicherte bei dem Gedanken und stolperte fast über seine eigenen Flügel. „Eine Katze? Das wäre lustig!


==Die kühle Begrüßung des Giganten==
„Ja, lustig und nützlich,“ stimmte Dehmahk zu. „Und jetzt, lass uns sehen, was wir aus den gesammelten Materialien zaubern können. Ich habe da so meine Ideen. Vielleicht gelingt uns trotz allem ein wunderbarer Trank!“


[[Perricum:Baronie Sturmfels|Baronie Sturmfels]], Praios 1041 BF


Der Anblick war nicht wie gewohnt, der Berg schien rauher, grauer, schroffer, abweisender. [[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Korhilda]] hatte nicht gering Zeit in Wandleth zur Genesung verbracht, auch weil sie der Zeit mit [[Perricum:Leobrecht von Ochs|Leobrecht]] dort so gut hinterher hängen konnte. Doch dann hatte sie den Ruf gespürt, nur leise, ungeduldig, fast skeptisch, das war anders als sonst. Wobei wenn sie recht überlegte - schon einmal war es so, als sie gen Mendena gezogen war. Das erste Mal eine lange Zeit getrennt von ihrer Heimat, dem Sturmfels. Nun, war sie erneut Wochen fort gewesen und kam - ähnlich wie nach dem Feldzug - verändert wieder.


Auch diesmal fühlte es sich beinahe wie das erste Mal an, noch so fremd, so gewaltig, so schroff. Hier oben war es immer kühler und windig, doch auch das raffen ihres Mantels brachte ihr nicht die erhoffte Wärme. In aller Ruhe spürte sie dem Wind und der Kühle nach, lauschte dem Wind in den Nadelhölzern und dem herabfallen von Steinen am Hang, ihr Klang hatte sich verändert, glaubte sie fest.


Sie ertappte sich dabei innerlich eine Entschuldigung zu formulieren, wie an einen alten Freund, den man lange Zeit auf ein Wiedersehen vertröstet hatte. Als die Sonne wieder hinter einer Bergkuppe hervortrat, wurde ihr wieder wärmer und sie fühlte sich nicht mehr so allein. Doch etwas schwang mit, eine sanfte aber eindeutige Warnung.
==Das Geheimnis des Alten Wasserturms==
Nachmittags beschlossen [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]], aus der [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]] hinauszutreten und durch die Weststadt von Gareth zu flanieren. Ihre Schritte führten sie bald zum Alten Wasserturm, einem beeindruckenden Bauwerk aus der Rohalszeit, das hoch oben mit steinernen Gargylfiguren geschmückt war.


[Jan]
„Schaut euch das an,“ rief Amaryd begeistert. „Diese Gargyle sind unglaublich detailliert. Ob die im Zusammenhang mit „unserem“ Gargyl stehen?“


=Zirkel der heulenden Finsternis=
„Ja, es wirkt fast, als könnten sie jeden Moment zum Leben erwachen,“ fügte Elaisha hinzu, ein Schauer lief ihr über den Rücken.
==Aus eins mach' zwei==


gegeben Ingerimm 1042 BF, [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]], [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Kaiserstadt Gareth]]
„Ich wette, wir könnten einen Weg hineinfinden,“ sagte Aliyah schelmisch und deutete auf den Turm.


{{Brief
Am Eingang des Turms trafen sie auf den alten Wassermeister [[wikav:Brandwig von den Wassern|Brandwig von den Wassern]]. Der rothaarige, fast taube Mann kümmerte sich um die Wasserleitungen der Stadt. Er sprach laut und mit einer gewissen Autorität.
|Adressat= Meine geliebter [[Garetien:Alderan von Bärenau|Bruder]],
|Text=
wie ich Robans Berichten entnahm, blieb Deine Suche nach der Rahjageweihten Rahjalina von Fuchswalden erfolglos. Somit muss ich davon ausgehen, dass ihre Knochen aus dem Beschwörungsfeld geborgen wurden und sie nicht mehr unter den Lebenden weilt.


Was das [[Garetien:Junkertum Fuchswalden|Junkertum Fuchswalden]] betrifft, habe ich nun eine Entscheidung getroffen.
„Was wollt ihr hier, Kinder?“ brummte Brandwig, seine Stimme donnerte durch die Gasse.
Da Fuchswalden das größte Junkertum in der Baronie Bärenau ist, habe ich mich entschlossen das Junkertum in zwei Lehen zu unterteilen.


Das erste Lehen behält den Namen Fuchswalden und umfasst die [[Garetien:Herrschaft Nebelauen|Herrschaften Nebelauen]] und [[Garetien:Herrschaft Clarentia|Clarentia]], sowie den Marktflecken [[Garetien:Markt Fuchswalden|Fuchswalden]]. Stammsitz wird die [[Garetien:Turmhügelburg Fuchsbau|Turmhügelburg Fuchsbau]].
„Oh, geehrter Wassermeister, könnten wir den Turm besichtigen?“ fragte Aliyah mit einem charmanten Lächeln und einem unnachahmlichen Augenaufschlag. „Wir haben auch einige der besten Süßigkeiten aus Meister Marcipanus Geschäft für Sie.


Das zweite Lehen erhält den Namen [[Garetien:Junkertum Bronstein|Bronstein]] und ihm zugewiesen werden die [[Garetien:Herrschaft Wulfenhag|Herrschaften Wulfenhag]] und [[Garetien:Herrschaft Eslamsberge|Eslamsberge]], sowie die Dörfer [[Garetien:Dorf Haselbusch|Haselbusch]] und [[Garetien:Dorf Bronstein|Bronstein]]. Stammsitz wird der [[Garetien:Gut Bronnen|Gutshof Bronnen]].
Brandwig betrachtete die Süßigkeiten mit leuchtenden Augen und konnte nicht widerstehen. „Na gut, aber nur kurz,“ sagte er schließlich und öffnete die schwere Tür des Turms.


Beide Lehen werde ich als Junkertum belehnen. [[Garetien:Rohaja von Ochs|Rohaja]] wird mir als Erbin folgen, so ich einst in ferner Zukunft als Baronin abtreten sollte. [[Garetien:Leobrecht II. von Ochs|Klein-Leobrecht]] wird in die [[Garetien:Familie Ruchin|Familie Ruchin]] [[Garetien:Iriane Phexlieb von Ruchin|heiraten]] und [[Garetien:Trisdhan von Ochs|Trisdhan]] ist nach der Belehnung seiner [[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Großmutter]] mit der [[Perricum:Baronie Wasserburg|Baronie Wasserburg]], hinter seinem [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Vater]], in der Erbfolge angesiedelt.
Der achteckige, 20 Meter hohe Turm war mit Strebepfeilern verstärkt und beeindruckte mit Fratzen, Neidköpfen und Statuen von Fabelwesen. Brandwig führte die Jugendlichen hinein und erklärte stolz die Funktionsweise der Wasserleitungen.


Daher bestimme ich folgendes:
„Diese Rohre bringen das Wasser aus dem Erdinneren nach oben und verteilen es in die Villen, Häuser und Brunnen der Weststadt,“ sagte Brandwig laut. „Die Ochsen treiben das Hebewerk Tag und Nacht an.“


Hiermit verfüge ich, dass [[Garetien:Ophelia von Ochs|Ophelia Korhilda von Ochs]] Junkerin von [[Garetien:Junkertum Fuchswalden|Fuchswalden]] wird und ihre jüngere Schwester [[Garetien:Lechmin von Ochs|Lechmin Elea von Ochs]] belehne ich mit dem [[Garetien:Junkertum Bronstein|Junkertum Bronstein]].  
Aliyah zeigte sich interessiert und heuchelte Begeisterung, während Amaryd und Elaisha die dunklen Ecken des Turms erkundeten. In einer versteckten Kammer entdeckten sie die Statuen zweier Versteinerten, die achtlos herumlagen, und zerbrochene Teile von Gargylen.


Die Erstgenannte gehört dem Klerus der Perainekirche an, daher werde ich dem Junkersgut einen Vogt zuteilen. Ich bestalle [[Garetien:Edala von Hartwalden-Sturmfels|Edala von Hartwalden-Sturmfels]] mit dieser Aufgabe.  
„Das ist unheimlich,“ flüsterte Elaisha, als sie die steinernen Fragmente betrachtete. „Ob das mal Lebewesen waren?“


Und auch für das Junkertum Bronstein ernenne ich einen Vogt, da Lechmin ein magisches Erbe in sich trägt. Diese Aufgabe wird [[Garetien:Rondril von Bärenau-Pandlaril|Rondril von Bärenau-Pandlaril]] übernehmen.  
Brandwig führte sie weiter zur Zugangstreppe des Hebewerks. „Der obere Teil des Turms ist nichts für Kinder,“ sagte er streng.


Um den Bund mit dem Bärenauer Niederadel zu stärken, werde ich im Zuge der Belehnungen meiner Töchter, deren Verlobungen bekannt geben.
Aliyah, die Brandwig zurück zu den Ochsen führte, stellte ihm weiterhin Fragen über die Wasserwirtschaft. „Es ist so faszinierend, wie das alles funktioniert,“ sagte sie und Brandwig konnte sein Glück kaum fassen, endlich jemanden gefunden zu haben, der sein Interesse teilte.
Ophelia wird mit dem Edlen [[Garetien:Thiolan von Ibelstein|Thiolan von Ibelstein]] verlobt und Lechmin mit dem Edlen [[Garetien:Welf von Krolock|Welf von Krolock]].


So geschehe es, in Praios Namen!
Währenddessen schlichen Amaryd und Elaisha zurück zum Turm. „Lass uns das Schloss knacken,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen herausfinden, was dahintersteckt.“


|Absender=[[Garetien:Iralda von Ochs|Iralda von Ochs]]
Vorsichtig öffneten sie die alte, verrostete Tür und schlichen die vermoderte Treppe hinauf. Ranken wuchsen wild und das Holz knackte unter ihren Füßen. Oben angekommen entdeckten sie eine große Wasserpfütze auf dem Boden.
[[Garetien:Baronie Bärenau|Baronin von Bärenau]]
}}


=Abschied von Prunk und Protz=
„Das sieht seltsam aus,“ sagte Amaryd und beugte sich darüber. „Es ist wie ein Spiegel.“


==Abschied von Prunk und Protz - Kassenprüfung==
Doch als sie beide genauer in die Pfütze schauten, bemerkten sie, dass es mehr war als nur eine einfache Wasserpfütze. Die spiegelnde Oberfläche begann, sich zu verändern und zeigte ihnen ein Bild, das sie beide in Staunen versetzte.
Korhilda streicht die Bauten von Prunkgebäuden


Hinter der spiegelnden Oberfläche sahen sie einen prächtigen Turm, der eigentlich ein Konglomerat von Türmen, Erkern und Spitzen war. Der Turm erhob sich majestätisch in den Himmel, fast bis zum kristallenen Firmament. Er war mit filigransten Ornamenten versehen, strahlte in hellem Weiß und war voller bunter Fenster. Es wirkte wie ein gewaltiges Märchenschloss, aus dem immer neue Türme wuchsen.


[[Perricum:Schloss Rossgarten|Schloss Rossgarten]], [[Perricum:Baronie Wasserburg|Baronie Wasserburg]], Ende Ingerimm 1041 BF
„Das ist unglaublich!“ flüsterte Elaisha. „Es sieht aus wie aus einem Traum.“


"Das sind alle Kassenbücher." [[Perricum:Damina von Drosselpfort|Damina]] und ihr Gatte [[Perricum:Aurentian von Siebenthal|Aurentian]] hatten alle Unterlagen aus dem ehemaligen Baronssitz [[Perricum:Schloss Tikaris|Schloss Tikaris]] nach Rossgarten gebracht.
„Oder aus einer anderen Welt,“ ergänzte Amaryd mit Ehrfurcht in der Stimme. „Es ist wunderschön.


[[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Korhilda]], im großen Ohrensessel im Arbeitszimmer sitzend und ihre Füße auf dem Hocker hochgelegt, ließ sich nach und nach die einzelnen Berichte und Bücher vorlegen.
Elaisha streckte ihre Hand aus und berührte vorsichtig die Wasseroberfläche, doch nichts geschah. „Es ist nur ein Spiegel,“ sagte sie schließlich. „Ein Fenster in eine andere Welt, aber kein Tor.


Sie war zwar immer noch geschwächt, aber sichtbar auf dem Wege der Besserung.
Amaryd nickte, erleichtert und mahnend in seiner Stimme. „Gut. Es war töricht, einfach hineinzufassen. Aber es ist faszinierend.


Die Sturmfelserin hatte Jahrelang als Adjutantin des [[Perricum:Leobrecht von Ochs|Wehrvogtes den Arvepass ]] und die garetischen Truppen unterhalten. Sie wusste genau, wie man Zahlen las und bewertete. "Welch Verschwendung.... tststs..." hörten die beiden Wasserburger Ritter des öfteren aus dem Mund ihrer neuen Baronin.
Enttäuscht, dass sie keine magisches Tor entdeckt hatten, beschlossen sie, zu Aliyah und Brandwig zurückzukehren. „Hier gibt es kein Feentor,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen woanders suchen.


"Aurentian, bitte nimm Schreibfeder und Pergament zur Hand. Ich möchte, dass Du eine Liste über alle, zurzeit im Bau befindlichen, Protzbauten notierst. Anschließend wirst Du sie bereisen."
==In Mandariels Reich==
[[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]] war auf dem Weg zu seiner Lehrmeisterin [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]], als er plötzlich schnelle Schritte hinter sich hörte. Er drehte sich um und sah [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] und seine kleine Schwester [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] angerannt kommen, eine Postille in der Hand wedelnd.


"Euer Hochgeboren, wenn ihr es wünscht." Der Ritter war sehr zurückhaltend, konnte er seine neue Baronin noch nicht einschätzen.
„Amaryd, schau dir das an!“ rief Aliyah außer Atem und hielt ihm die Zeitung hin. „In der heutigen Ausgabe des Garether und Märker Herolds steht etwas Erstaunliches!“


"Ich möchte, dass Du den Baufortschritt beurteilst. Wir werden jegliche Ausbauten im Umland stoppen, die nicht mir minimalen Aufwand zu beenden sind."
„Was steht drin?“ fragte Amaryd neugierig, während er das Blatt entgegennahm.


Aurentian gefiel sehr gut, dass die neue Baronin bodenständig und ritterlich war. Nicht wie der prunk- und protzsüchtige [[Perricum:Zordian von Tikaris|Zordian von Tikaris]]. Der alte Baron widersprach allem, was man als ritterlich bezeichnen konnte.
„Im [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Ugdalfspark ]] sind Leute verschwunden, die das Labyrinth betreten haben,“ erklärte Aliyah mit funkelnden Augen. „Es heißt, sie seien spurlos verschwunden und nie zurückgekehrt.


Korhilda blätterte weiter durch die Bücher und las sich tiefer in die Materie ein. "Damina, bitte verfasse ein Schreiben an den Stadtrat von [[Perricum:Stadt Wasserburg|Wasserburg]]. Teile ihnen mit, dass da Wasserburg nun unter Markgräflicher Herrschaft ist, die Barone von Wasserburg keinerlei Zuschüsse zu den im Bau befindlichen Gebäuden zuschießen kann und wir uns somit nicht mehr daran beteiligen werden. Das ganz schön verblümt... blabla... tut uns leid und so weiter."
„Das klingt unheimlich,“ meinte Amaryd skeptisch, während er den Artikel überflog. „Aber warum sollten wir dorthin gehen? Wir wissen nicht, wohin der Pfad uns führt.


Damina lächelte. Er würde ihr sicher Freude bereiten den alten Pfeffersäcken aus der Stadt die Absage zu erteilen.
Elaisha, die bisher still geblieben war, trat vor und schlug entschlossen vor: „Wir sollten den Stadtteil Heldenberg aufsuchen und den Irrgarten erkunden. Wer weiß, was wir dort finden?“


==Abschied von Prunk und Protz - Pferdemarkt zu Drosselau==
Amaryd zögerte, aber die Neugier war stärker. „Na gut, wir gehen. Aber wir müssen vorsichtig sein.“
Korhilda eröffnet den berühmten Pferdemarkt


==Abschied von Prunk und Protz - Es lebe die Ritterlichkeit==
Mit wagemutiger Entschlossenheit machten sich die drei Freunde auf den Weg zum Ugdalfspark. Der Stadtteil Heldenberg war bekannt für seine verwinkelten Gassen und geheimnisvollen Ecken. Das Labyrinth im Ugdalfspark war berüchtigt für seine vielen Wendungen und Sackgassen.
Praios 1043 BF, [[Perricum:Dorf Rosshang|Dorf Rosshang]], [[Perricum:Baronie Wasserburg|Baronie Wasserburg]]


Korhilda spazierte mit Damina über eine große freie Fläche nördlich des Dorfes Rosshang.
Die Sonne stand hoch am Himmel, als sie den Eingang zum Labyrinth erreichten. Die hohen Hecken schienen sich über ihnen zu schließen und warfen lange Schatten auf den Kieselweg.


"Damina, ich habe mir zum Ziel gesetzt in Wasserburg, mich mehr der Knappenausbildung zu widmen. Die Fehde, in der ich mich wahrlich nicht immer ritterlich verhalten habe, hat mir deutlich aufgezeigt, dass die Notwendigkeit besteht die Rittertugenden wieder präsenter zu zeigen und vor allem sie weiter an die nächste Generation zu geben."
„Bleibt dicht zusammen,“ warnte Amaryd. „Es ist leicht, sich hier zu verlaufen.


"Euer Hochgeboren, im muss euch leider beipflichten. Als Leidtragender Lehensnehmer war ich, wie die Ritter und Junker um mich herum, den Fehdehandlungen der befehdenden Barone gänzlich ausgesetzt. Eure Streiter und auch die Söldner aus Morganabad nahmen es mit ritterlichem Tugenden nicht sehr genau." In Daminas Stimme klang Hoffnung auf Besserung mit, aber auch Frust über die Fehde des letzten Götterlaufes.
Mit rasendem Puls und pochendem Herzen jagten sie durch die engen Pfade des Labyrinths. Sie nahmen jede Abzweigung, rannten über Kieselwege und duckten sich unter tiefhängenden Ästen hindurch. Das Lachen und die Rufe der Jugendlichen hallten durch die verworrenen Wege, während sie sich gegenseitig antrieben.


"Wisst ihr, Damina, ich habe meine Knappschaft bei Alwene von Gareth absolviert. Sie nahm mich vor allem im Bereich Verwaltung unter ihre Fittiche. Die kriegerische Ausbildung übernahm Linara von Hausen-Hartweil."
„Hier entlang!“ rief Elaisha und führte die Gruppe mutig weiter. Ihre Augen leuchteten vor Aufregung.


"Ah, eine begnadete Lanzenreiterin, wie ihr Bruder." warf Damina ein.
Die Hecken wurden immer höher und dichter, und das Licht schien zu schwinden. Plötzlich änderte sich die Umgebung. Die Hecken wichen zurück und vor ihnen erstreckte sich eine weite Heide voller Blumen. Aus dieser Heide ragte ein gewaltiger Turm, der die Form eines riesigen gewundenen Horns hatte. Eine freie, geländerlose Wendeltreppe schlängelte sich um das Horn nach oben.


"Och ja, sie und ihr Bruder Linnert -  das waren noch Zeiten." Korhilda erinnerte sich an das Geschwisterpaar, welches sich im steten Zweikampf auf dem Tjostfeld gegenüberstand. "Ich möchte hier angrenzend an das Dorf eine Tjostbahn errichten. Und ein Parcours für das Ringstechen."
„Schaut euch das an!“ rief Aliyah fasziniert. „Das ist unbeschreiblich!“


Korhilda deutete auf die vor ihnen liegende Wiese, während Damina die Ideen auf dem Plan verfolgte.
Rund um den schwindelerregend hohen Turm ragten weitere filigrane Bauten am Rande der Lichtung empor, und es schienen ständig neue zu entstehen und höher in den Himmel zu wachsen. Die Strukturen wirkten, als wären sie aus feinem Kristall gefertigt und reflektierten das Licht in allen Farben.


"Ich möchte hier alljährlich ein Ritterturnier ausrichten. Aber nur für Jungritter, deren Ritterschlag nicht länger als fünf Götterläufe zurück liegt. Dazu noch ein Ringstechen für die Knappen. Es soll aber nicht nur die Fertigkeit auf dem Tjostfeld in die Wertung einfließen. Ich möchte, dass jeder sofort disqualifiziert wird, der um diese Veranstaltung herum sich nicht ritterlich verhält. Ich erwarte, dass sich die Jungspunde im Dorf, in den Herbergen und in den Tavernen benehmen."
„Was ist das nur für ein Ort?“ murmelte Amaryd ehrfürchtig. „Das sieht aus wie aus einem Märchen.


"Nicht ritterlich ist hier in Perricum ein weitläufiger Begriff. Die östlichen Perricumer definieren ihn anders als die Westlichen."
„Vielleicht ist es das auch,“ sagte Elaisha, ihre Augen leuchteten vor Aufregung. „Lasst uns näher rangehen.


"Wir werden uns an den Rittertugenden orientieren, die im Vertrag von Mantrash'Mor als Anlage beigefügt wurden. Ich würde gerne 1045 BF mit dem Turnier starten."
Vor dem Turm stand ein Einhorn mit weißem Fell und längeren weißen Barthaare am Kinn. Es blickte verträumt in die Gegend, als ob es über etwas nachdachte oder in eine ferne Welt blickte.


"''Rosshanger Lanzen- und Ringstechen'' das klingt doch sicherlich gut." schlug Damina vor. "Der Sieger der Tjoste erhält ein Pferd vom Gestüt Aquamarin, der Sieger des Ringstechens eine edle Pferdedecke."
„Ein Einhorn! Das ist wirklich mystisch!“ flüsterte Aliyah ehrfürchtig.


"Vorschläge angenommen. Bitte Damina, ich möchte dass du und Aurentian die Knappenausbildung in Wasserburg übernehmt. Ich würde mir wünschen, dass wir ein paar mehr Pagen und Knappen aufnehmen und sie in ritterlichem Auftreten und Gebaren schulen."
„So müssen [[wikav:Mandariels Reich|Feenwelten ]] aussehen“ sagte Amaryd entschlossen. „Vielleicht finden wir hier Antworten.


"Wohl an. Ich muss sagen, der Bau einer Tjostbahn für Lanzenstechen und Ringstechen sagt mir mehr zu als der Bau von protzigen Schlössern."
==Das Rätselspiel==
[[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] folgten der Wegbeschreibung des Einhorns [[wikav:Steinerne_Schwingen/NSC|Güldenhuf]], welches so freundlich war, ihnen weiterzuhelfen. Vom Einhornturm aus gingen sie in südlicher Richtung – falls man es überhaupt so nennen konnte, denn sie befanden sich in einer Feenwelt. Ihr Weg führte sie von dem Einhornturm zum Schlafenden Giganten, wie Güldenhüf es nannte. Seine Anmerkung, wenn ihr beim Bollwerk der Wildschweine angekommen seid, habt ihr euch verlaufen, machte sie unsicher. Doch schließlich kamen sie bei der von Güldenhuf beschriebenen Höhle an.


=Trisdhan und Alion=
„Das muss die Höhle sein,“ sagte Elaisha aufgeregt, als sie den Eingang entdeckten. „Güldenhüf hatte recht.“
==Trisdhan und Alion -Stalljunge==
Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg


Alles um ihn herum war neu und ganz anders als in der Kaiserstadt Gareth, wo er die letzten Monde lebte. Nachdem seine Großmutter überraschend als Baronin von Wasserburg belehnt wurde, war sein Leben von ein auf den anderen Tag ein anderes.
„Lasst uns vorsichtig sein,“ warnte Amaryd. „Wir wissen nicht, was uns hier erwartet.


Trisdhan Du wirst beizeiten ein Baron, hatte seine Mutter gesagt. Ein Baron wie irrwitzig das klang. Gerade war er noch ein viertgeborenes Kind, jetzt sollte er ein Erbe sein – nach seinem Vater Wolfaran. Seine Schwester Rohaja würde in ferner Zukunft Bärenau erben und seiner Mutter folgen. Sein Bruder Leobrecht war versprochen in die Familie Ruchin und Ophelia gehörte dem Klerus der Perainekirche an.
Die drei Freunde betraten die Höhle und fanden sich in einer Welt voller leuchtender Kristalle und seltsamer Geräusche wieder. Inmitten der Höhle werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Neben ihm versuchte der kleine, tolpatschige Gargyl Kieselchen, ihm zu helfen, wobei er immer wieder Dinge umwarf und sich entschuldigte.


Es erschien dem siebenjähren Jungen mehr als unwirklich was gerade mit ihm geschah. Seine Großmutter hatte ihre Vögtin geschickt, um ihn aus der Kaiserstadt abzuholen  und aufs Perricumer Land zubringen. Hier duftete alles nach Wasser, Feldern und Bergen. Nicht so dreckig wie der Moloch der Kaiserstadt. Das gefiel ihm sehr gut, obwohl er seine Geschwister vermisste.
„Meister Dehmahk,“ begann Amaryd höflich. „Wir sind auf der Suche nach Bernsteinen. Könnten wir vielleicht welche von Ihnen erwerben?“


Auf dem Hinweg reiste er am Fluss vorbei zu dem schönen Schlösschen in dem seine Großmutter wohnte. Großmutter ging es leider noch nicht so gut, so erkundete der Junge alleine die Umgebung. Wer immer dieses Gemäuer errichtet hatte, da war sich Trisdhan sicher, hatte einen ganz schlechten Geschmack und Hang zum Kitsch.
Dehmahk drehte sich langsam um und betrachtete die drei neugierigen Gesichter vor ihm. „Bernsteine, sagt ihr? Hmmm... das ist nicht so einfach,“ brummte er und verschränkte die Arme. „Aber was machen Menschen wie ihr hier in meiner Höhle?“


Das Schloss sah aus, wie die Schlösser die in Märchen beschrieben wurden. Keine Frage irgendwie war es auch schön, schön kitschig, schön protzig – keine wehrhafte Burg eines Ritters. Nicht wie die Praiosburg in Bärenau. Die anliegende Gartenanlage war fein säuberlich angelegt, hier ließe sich sicher gut Imman spielen. Er musste daran denken, seine Großmutter nach Schlägern zu fragen. Seine Ausrüstung musste er bei seinen Geschwistern in Gareth zurücklassen.  
Aliyah trat vor und erklärte: „Die Bernsteine sind sehr wichtig für einige Personen in Gareth. Sie sind sehr empört, dass sie Ihnen gestohlen wurden. Wir müssen sie zurückholen.


Vorbei an einem großen Rote und Weiße Kamele Spiel, welches aus Stein im Garten aufgebaut war, schlenderte er bei strahlendem Sonnenschein vom Schloss hin zum Gut Rossgarten. Hier gab es mehrere Pferdekoppeln und Ställe. Seine Großmutter erzählte die Barone von Wasserburg hätten eine eigene Pferdezucht von Tulamiden Pferden. Das fand er unübertrefflich gut.
Dehmahk runzelte die Stirn. „Empört, sagt ihr? Warum sollte ich euch helfen?“


Trisdhan ging zu den Ställen, wo ein junger Bursche die Boxen ausmistete. „Bist Du der neue Stalljunge?“, rief der schwarzhaarige Nebachote zu ihm herüber. Trisdhan grinste innerlich und nahm sich eine Mistgabel. „Ich bin neu hier. Meine Freunde nennen mich Tris.
In diesem Moment bemerkte Kieselchen Amaryd und stieß einen überraschten Laut aus. „Du! Du bist der Mensch, der mich in Gareth verfolgt hat!


„Na dann herzlich willkommen, Tris. Ich bin Alion. Kommst Du gerade aus der Praiostagsschule? Du solltest Dich das nächste Mal besser umziehen, bevor Du zur Arbeit kommst. Gemeinsam schaufelten sie den Dreck aus den Pferdeboxen und verteilten neues Heu.
Amaryd schaute überrascht. „Das warst du? Der furchteinflößende Gargyl, der beim Einbruch gestört wurde?“


Die Stunden vergingen und die beiden Jungen freundeten sich an. Die Arbeit war getan, als Trisdhan sich verabschiedete. „Ich muss jetzt gehen, sicher vermisst meine Oma mich schon. Sehen wir uns morgen wieder?
Kieselchen nickte heftig. „Ja, das war ich! Aber hier bin ich viel kleiner und weniger bedrohlich.“


Alion runzelte ein wenig die Stirn. „Ja, oder denkst Du ein Stalljunge arbeitet nur einen Tag in der Woche. Bei Morgengrauen wieder hier.“
„Wie ist das möglich?“ fragte Amaryd verwundert. „In der [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Lynciriumsgasse ]] warst du groß und sahst gefährlich aus.“


==Trisdhan und Alion -Sitten und Gebräuche==
Dehmahk lachte grummelnd. „Das lag an einem Zauber meinerseits. Kieselchen sollte beängstigender wirken bei der Materialsuche.“
Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg


„Du kommst nicht von hier, oder?“ Trisdhan kam Alion so fremd vor.
Elaisha trat näher und betrachtete den kleinen Gargyl neugierig. „Das ist faszinierend! Aber trotzdem, Meister Dehmahk, wir brauchen die Bernsteine. Können wir nicht einen Handel machen?“


„Nein, ich komme aus Gareth. Ich bin erst vor ein paar Tagen nach Wasserburg gekommen.“  
Dehmahk kratzte sich am Bart und überlegte. „Nun, vielleicht können wir einen Handel abschließen, aber einfach wird es nicht. Ich habe einige Rätsel vorbereitet. Für jedes richtige Rätsel erhaltet ihr Bernsteine.“


„Echt, aus Gareth, toll. Ist bestimmt eine atemberaubende große Stadt.“ Alion war begeistert und lauschte den Erzählungen seines neugewonnen Freundes von der riesigen Metropole, während sie erneut die Ställe ausmisteten.
„Einverstanden!“ rief Elaisha begeistert. „Wir lieben Rätsel.“


„Müssen wir jeden Tag die Ställe reinigen, oder dürfen wir auch mal zu den Pferden. Sie striegeln und reiten?“ Trisdhans Anfrage führte bei Alion zu einem ungläubigen Kopfschütteln. „Auf welchem Hof warst Du denn? In ein paar Jahren dürfen wir vielleicht zu den Pferden, wenn mein Vater Armadeon, der leitende Pferdezüchter, uns gut gewogen ist.“
Dehmahk blickte auf Aliyahs Halskette, die mit wunderschönen Edelsteinen besetzt war. „Doch bevor wir beginnen, gefällt mir diese Halskette sehr. Wenn ihr sie mir als Tausch gebt, können wir fortfahren.“


„Ach, weißt Du, der Hof an dem ich vorher war, der war nicht so schön. Der Herr des Hofes starb, seine Kinder auch und seine Ehefrau ging fort. Da war es total gruselig. Überall Leid und tote Menschen und viele skurille Gestalten. Ich war froh, wieder zu meiner Mutter zurückzugehen.“ Hof war Hof, auch wenn Trisdhan von einem Adelshof und Alion von einem Bauernhof redete.
Aliyah zögerte, ihre Finger um die Halskette gelegt, die ihrer Großmutter gehört hatte. Sie sah ihre Freunde an und dann Dehmahk. „Diese Halskette ist mir sehr wichtig,“ sagte sie leise. „Aber wenn es uns weiterhilft, gebe ich sie dir.“


„Arbeiten Deine Eltern garnicht hier?fragte der nebachotische Stalljunge.
Dehmahk nahm die Halskette entgegen und ein schelmisches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Gut, nun können wir beginnen.


Trisdhan schüttelte, ein wenig traurig, den Kopf. „Nein, mein Vater arbeitet ganz weit weg in einer Kanzlei und meine Mutter studiert in Gareth. Meine Oma nahm mich mit nach Wasserburg, sie ist neu hier am Schloss.“
„Hier kommt das erste Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin leicht wie eine Feder, aber die stärksten Menschen können mich nicht halten. Was bin ich?


„Meine Mutter wohnt auch nicht hier. Sie ist Magierin und lebt in Perricum. Hin und wieder, wenn sie zu Forschungsreisen in den Wall zieht, kommt sich mich und Vater besuchen. Von Vater hatte ich Dir ja schon erzählt, er leitet hier das Gestüt Aquamarin. Ich soll ihm mal folgen und auch Pferdezüchter werden. Er ist nur der Meinung, dass man unten anfangen soll. Erst nach und nach wird er mir zeigen, wie eine Pferdezucht betrieben wird. Reiten kann ich schon, bin schließlich ein Nebachote. Aber nicht auf den Rassepferden, die durfte ich bisher nicht reiten.“
Die drei Freunde überlegten kurz. „Ein Vogel?“ fragte Elaisha.


„Ein Nebachote, dann kommst Du nicht ursprünglich von hier oder?
„Nein,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Versucht es noch einmal.


„Meine Familie kommt mehr aus dem Süden, aus Weißbarûn“ Alion sah Trisdhan fragenden Blick. „Das ist an der Grenze zu Aranien.“
„Vielleicht eine Wolke?“ riet Amaryd.


Trisdhan lauschte dieses mal Alion, wie er ihm über Nebachoten und ihre Kultur berichtete. Der junge Ochs fand die Fremdländer total faszinierend. So ganz anders als die Hartsteener und Kaisermärker Rittern, mit denen er bisher zu tun hatte.
„Auch nicht,“ antwortete Dehmahk. „Noch einen Versuch.


„Abu’l kachlaq, habe ich es richtig ausgesprochen? Was hieß es nochmal … fragte der blonde Bursche.
Aliyah dachte nach und dann rief sie: „Ein Atem!


„Vater des Ungeziefers oder Dreckschwein, je nachdem, wie Du es übersetzen willst. Ich habe noch eines für Dich… Schaddai heißt so viel wie Feigling.“
Dehmahk nickte anerkennend. „Sehr gut. Hier ist der erste Bernstein.“ Er reichte ihnen einen leuchtenden Bernstein.
Sie schäkerten und lachten. Trisdhans Wortschatz war nach dem Tag um einige nebachotische Schimpfwörter reicher.


„Okay, Du bist ein Nebachote und kommst von der Grenze Perricum Aranien. Sonst leben hier aber nicht so viele von euch in Wasserburg oder?“
Währenddessen versuchte Kieselchen, einen Krug Wasser zu holen, stolperte jedoch über seine eigenen Füße und verschüttete den Inhalt auf den Boden. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ stammelte der kleine Gargyl.


„In der Baronie eher weniger. Du hast hier die kruden Bergbewohner. Die sind echt schon ein eigenes Völkchen. Wahrscheinlich wird man da oben zwischen Steinen und Felsen ein anderer Mensch. Und dann hast Du hier die Bewohner um die Darpatauen. Viele Bauern und Fischer. Dazu noch die Stadt. Keine Metropole wie Gareth, ich freue mich dennoch immer wieder, wenn Vater mich dahin mitnimmt.
„Nun das zweite Rätsel,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich habe Städte, aber keine Häuser. Ich habe Berge, aber keine Bäume. Ich habe Wasser, aber keine Fische. Was bin ich?


Sie hatten ihre meiste Arbeit erledigt, und schaufelten nur noch Mist aus der letzten Pferdebox, als Armadeon näher trat und ungläubig guckte.
„Eine Wüste?“ vermutete Amaryd.
„Vater, das ist Tris, er ist der neue Stallbusche, von dem ich Dir erzählt habe.“


Trisdhan legte seinen Finger auf seine Lippen, schüttelte den Kopf und grinste schelmisch über das ganze Gesicht. Armadeon schmunzelte, ein Lachen konnte er gerade noch verkneifen. „Dann herzlich willkommen, Bursche. Macht den Stall noch fertig, dann gebe ich euch heute eher frei. Genießt die Zeit und geht spielen.“ Armadeon wollte sich nicht gleich Ärger einfangen, wenn herauskommen sollte, dass er den jungen Trisdhan zum Stalldienst aufgefordert hatte.
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“


==Trisdhan und Alion – Ausbildung in Rossgarten==
„Eine Landkarte!“ rief Elaisha.
Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg


Trisdhan hatte sich gut eingelebt am Hofe seiner Großmutter. Mit Alion hatte er einen Freund gefunden, der ihm verzieh, dass der junge Ochse ihm am Anfang nicht sein wahres Ich verrat.
Dehmahk lächelte und überreichte ihnen einen weiteren Bernstein. „Ihr seid klug. Hier ist der zweite Bernstein.


Die beiden Jungen genossen die Sommermonate und nachdem Trisdhan sich offenbart hatte, kein Stalljunge zu sein, musste er auch weniger die Pferdeboxen säubern. Die Monde vergingen und Korhildas Enkel verbrachte die Tage auf dem Pferderücken und mit Tagträumereien.
Kieselchen versuchte derweil, einige Zutaten für Dehmahks Tränke zu sortieren, aber er stolperte über eine Kiste und verstreute die Inhaltsstoffe überall. „Oh nein, nicht schon wieder,“ murmelte Kieselchen verzweifelt.


Iralda, Wolfaran, Leobrecht und Korhilda unterhielten in der Zwischenzeit einen regen Schriftverkehr, was denn nun aus dem Jungen geschehen sollte. Nach dem verkorksten Ausbildungsversuch auf Burg Zweifelfels, wollten dieses mal alle das Richtige für den Jungen finden.
„Und nun das dritte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Was hat Flügel, aber kann nicht fliegen? Was hat Augen, aber kann nicht sehen?“


Vor allem Iralda wollte die zweite Entscheidung besser treffen, als die Erste. Ihr lag immer noch schwer im Magen, wie verängstigt ihr Sohn aus Zweiflingen zurück gekehrt war. Korhilda konnte sie zwar beruhigen, da er in Wasserburg vollends aufzublühen schien.
„Eine Uhr?“ riet Aliyah.


Nach einigem Hin und Herr beschlossen die vier, dass Trisdhan die Pagenzeit bei seiner Großmutter absolvieren sollte. Das Thema Knappenvater vertagte man somit um ein paar Jahre nach hinten.
„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.


Es war wieder ein sonniger, warmer Sommertag, an dem Trisdhan mit Alion bei den Pferden war. Sie aufsuchend kamen Armadeon und Korhilda zu den beiden Jungen, die sich mit Stroh bewarfen und freudig dabei lachten.
„Eine Nadel?“ versuchte Amaryd.


„Trisdhan, Alion“, rief die Baronin von Wasserburg die Jungen zu sich. „Wie ich sehe, habt ihr viel Spaß.Beide Burschen nickten eifrig mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. „Dann wird es euch erfreuen, dass ihr nun ein wenig länger zusammen bleiben könnt.“
„Nein,“ antwortete Dehmahk. „Letzter Versuch.“


Beide fielen sich freudestrahlend um den Hals. „Das heißt aber nicht, dass ihr euch weiter in Tagträumereien verlauft. Wir, Armadeon und ich haben entschieden, dass ihr beide in die Pagenausbildung geht. Wir werden sie nur ein wenig anders gestalten, als Du Trisdhan es aus Hartsteen kennst. Ihr werdet beide von Damina von Drosselpfort die ritterlichen Tugenden lehren und Armadeon kümmert sich um die Reitausbildung und den dazugehörenden Pferdeverstand. Die Ausbildung umfasst zuerst einmal die nächsten Götterläufe. In wieweit die Knappschaft daran anschließt müssen wir sehen und ist noch nicht entschieden. Ich gebe Euch noch eine Woche, in der ihr machen könnt was ihr wollt, bevor der Ernst des Lebens anfängt und ihr wieder in einen geregelten Tagesablauf kommt.
Elaisha dachte nach und dann sagte sie: „Eine Statue!


Es fühlte sich so gut an, jemandem Freude bereitet zu haben. Zufrieden verließen die beiden Erwachsenen die Jungen, die voll Abenteuerlust Gut und Schloss unsicher machten.
Dehmahk lachte laut und nickte. „Richtig! Ihr habt gut geraten.“ Er überreichte ihnen den dritten Bernstein.


==Trisdhan und Alion –Im Umland von Rossgarten==
„Aber das Spiel ist noch nicht vorbei,“ fügte Dehmahk hinzu. „Ich habe noch weitere Rätsel für euch.“
Ausritte in die Umgebung, Vorstellung der Wasserburger Landschaft
==Trisdhan und Alion –Die Mauern der Ruine Grimmberg==
Übernachtung im Freien, Vorstellung der Wasserburger Landschaft
==Trisdhan und Alion -Was die Stadt zu bieten hat==
Besuch in der Stadt Wasserburg, Vorstellung der Wasserburger Landschaft
==Trisdhan und Alion -Auf in den Wall==
Auflug in die Umgebung, Vorstellung der Wasserburger Landschaft (Wall)


=Briefwechsel zwischen Angetrauten=
„Das klingt gut,“ sagte Amaryd. „Wir sind bereit.“
gegeben im Rondra 1042 BF, [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]], [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Kaiserstadt Gareth]]


Auszüge aus den ständigen Briefwechseln zwischen den Eheleuten Wolfaran und Iralda von Ochs.
Während Dehmahk das nächste Rätsel überlegte, versuchte Kieselchen einen schweren Mörser zu heben und ließ ihn prompt auf den Boden fallen, wodurch ein lautes Klirren die Höhle erfüllte. „Tut mir leid, Meister Dehmahk,“ piepste Kieselchen beschämt.


{{Brief
„Hier kommt das vierte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin schwerer als das größte Schiff, aber jeder kann mich tragen. Was bin ich?“
|Adressat= [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Mein Liebster]],


|Text=mir sind Nachrichten ans Ohr getragen worden, die davon berichten, dass du auf eine Schatzsuche gezogen bist. [[Garetien:Hesindian zu Stippwitz|Mein Onkel]] hat schon Interesse gezeigt, sich mit Dir in dieser Angelegenheit zu unterhalten. Seit dem ich nach Gareth zum Studium ausgezogen bin, konnte ich unsere Beziehung wieder vertiefen. So weit ist der Weg in die [[Garetien:Madaburg|Madaburg]] ja nicht und wir haben uns immer viel zu erzählen. Ich genieße es ihm und seinen Abenteuern und seinem Wissen zu lauschen.
„Ein Berg?“ riet Elaisha.


Obwohl ich verärgert sein sollte, dass Du Dich in eine solche Gefahr des Abenteuers begeben hast, kann ich Deinen Drang nach Freiheit, Ruhm und Ehre nachvollziehen. Ruhm und Ehre zog uns [[Garetien:Alriksritter|Alriksritter ]] damals in die Wüste Gor, obwohl uns allen von vornherein klar war, dass es eine riskante Reise sein würde.
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.


Ein langweiliges Leben in einer verstaubten Reichskanzlei braucht auch mal eine Abwechslung. Wir sind jung, wir dürfen auch unvernünftig sein.
„Ein Name!“ rief Aliyah.


Viel mehr verärgert - nein das ist eigentlich das falsche Wort - enttäuscht ist passender, hat mich deine Mitteilung über deinen [[Garetien:Leowyn von Ochsenfeld|Bastard]]. Ich toleriere ja Deine Seitensprünge, wir sehen uns selten, da der Weg zwischen uns zu weit ist, dennoch fordere ich Dich erneut auf, keine Bastarde mehr zu zeugen. Es schmerzt mich von diesen zu hören und zeigt mir immer vor Augen, dass Du die Treue nicht zu hoch hälst.
„Sehr gut!“ sagte Dehmahk beeindruckt und überreichte ihnen einen vierten Bernstein.


Dein Abenteuer und der Bastard, ich muss jedoch gestehen, dass ich mich schon auf das nächste Treffen mit Deinem [[Perricum:Leobrecht von Ochs|Vater]] freue. Ihr Ochsen wütet immer so schön, wenn ihr übelgelaunt seid – und das wird er sicher sein, wenn er davon erfährt.
„Das fünfte Rätsel lautet,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich gehe jeden Morgen und Abend um die Stadt, aber ich bewege mich nie. Was bin ich?“


Apropos, Dein Vater. So langsam scheinen wir uns aufeinander eingestellt zu haben. Ich schätze seine Fachkompetenz und er ermuntert mich, meinen Weg weiterzugehen.  
„Ein Schatten?“ vermutete Amaryd.


Es erfreut mich sehr, dass das Haus Ochs unter ihm inzwischen eine expansive Politik über seine Baroniegrenzen hinaus forciert. Und nicht so schlunder-hinterwäldlerisch wie noch unter [[Garetien:Tabur von Ochs|Tabur]], der sich auf [[Garetien:Burg Ox|Burg Ox]] ein geigelt hatte. Vielleicht hat das gerade noch abgewandte Aussterben des Hauses zu einer offensiveren Politik geführt und das Haus hat seine Lehren daraus gezogen.
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.


Das ist in jedem Fall mehr nach meinem Geschmack und erinnert mich an die Politik meines [[Garetien:Brander von Bärenau|Vaters]], der [[Garetien:Baronie Bärenau|Bärenau]] seit jeher über die Grafschaftsgrenzen hin verzweigt hatte – leider zurzeit mit wenigen bestehenden alten Abkommen, da die Bündnispartner meines Vaters allesamt im Jahr des Feuers ihr Leben ließen. Wie dem auch sei, ich bin gespannt, welch weitere Verflechtungen er plant. Die Staatskunst Deines Vaters ist zurzeit sehr umtriebig.
„Vielleicht ein Uhrzeiger?“ schlug Elaisha vor.


Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.  
„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“


So sehr ich Dir noch weiter von meinem Leben in der Kaiserstadt berichten würde, muss ich mich zwingend meinen Studien widmen. Dadurch, dass ich später begonnen habe, muss ich noch einiges nachholen. Ich werde Dir in meinem nächsten Brief mehr von meinen Erlebnissen in der Großstadt berichten.
Elaisha runzelte die Stirn, dann lachte sie. „Die Mauer!“


|Absender=In tiefer Zuneigung.
„Richtig,“ sagte Dehmahk lächelnd und übergab den fünften Bernstein. „Nun das sechste Rätsel: Ich habe ein Bett, aber ich schlafe nie. Was bin ich?“


[[Garetien:Iralda von Ochs|Iralda]]
„Eine Blume?“ riet Aliyah.
}}


=Zacken und Wall=
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“
Auszüge aus den ständigen Briefwechseln zwischen den befreundeten Herrschern von Sturmfels und Weißbarûn (namentlich Korhilda von Sturmfels und Gidiane von Waltern)


„Ein Fluss!“ rief Amaryd.


==Genesungswünsche==
„Ihr seid wirklich schlau,“ lobte Dehmahk und überreichte den sechsten Bernstein.
{{Brief
|Adressat= [[Perricum: Korhilda von Sturmfels |Hilda]], meine Teure


|Text=geht es Dir gut?
Währenddessen versuchte Kieselchen, einige Flaschen auf einem Regal zu ordnen, aber er stieß sie um, wodurch sie klirrend zu Boden fielen. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ sagte Kieselchen kleinlaut.


Ich hörte von Deiner Expedition in die Berge. Wozu hast Du Dich bloß leiten lassen? Du weißt doch selber wie gefährlich die Berge sein können, vor allem wenn man mit Außenstehenden reist.
„Das siebte Rätsel ist:“ sagte Dehmahk. „Ich kann sprechen, aber ich habe keine Zunge. Ich kann hören, aber ich habe keine Ohren. Was bin ich?


Du hättest mich rufen können, ich hätte Dich bei dieser Reise unterstützt. Da der Aufbruch so schnell erfolgte, befürchte ich jedoch dass Dir dazu keine Zeit blieb. Und Du wirst sicher gute Gründe gehabt haben.
„Eine Statue?“ riet Elaisha.


Mich erreichten Neuigkeiten aus [[Perricum:Kaiserlich Gerbenwald|Gerbenwald]]. Die berichteten, Du seist schwer verletzt zurückgekehrt und kurierst Dich zurzeit in [[Garetien:Königsstadt Wandleth|Wandleth]] aus.
„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.


Ich schicke diesen Brief vorab, um Dir gute Besserung zu wünschen. Wir sorgen uns um Dich.
„Ein Echo!“ rief Aliyah.


[[Perricum:Arishia von Lanzenruh|Arishia]] und ich werden, sobald wir uns hier entbehrlich machen können, zu Dir reisen.
„Richtig!“ Dehmahk übergab den siebten Bernstein. „Nun das achte Rätsel: Was hat ein Herz, das niemals schlägt?“


Kopf hoch, bleib tapfer!
„Ein Stein?“ vermutete Amaryd.


Möge die Herrin Peraine Dir ihren Segen schenken.
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“


|Absender=[[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane]]
„Vielleicht eine Uhr?“ schlug Elaisha vor.
Gegeben Mitte Rahja 1041 ; [[Perricum:Baronie Weißbarûn|Baronie Weißbarûn]]}}


==Ein kleiner Hordenberger==
„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“


{{Brief
Elaisha überlegte kurz und rief dann: „Ein Kunstwerk!“
|Adressat= [[Perricum: Korhilda von Sturmfels |Liebste]],


|Text=ich hoffe Du konntest mittlerweile den Heimweg wieder antreten. Airisha und ich waren hocherfreut, dass nicht alle Nachrichten, Deinen Gesundheitszustand betreffend, eingetreten sind. Du bist sicher schon bald wieder komplett genesen.


Gestern habe ich zum ersten Mal deinen Enkel Leomir kennengelernt. Ein drolliger Junge, der seinem Vater sehr ähnlich sieht.
„Ihr habt alle Rätsel richtig gelöst,“ sagte Dehmahk erfreut und überreichte den letzten Bernstein. „Das war ein faires Spiel.


Wie ich vernahm, hat das Neugeborene Sindelsaum kurz nach seiner Geburt verlassen. Für die Mutter tut es mir leid, wird Deiner Kleinen sicher Schmerz bereitet haben. Ardor meinte, er wäre sein Stammhalter und sollte von Klein auf die Weißbaruner Bräuche kennenlernen, eine Ansicht, die ich durchaus teile und die mir als Baronin zusagt. Er wird schließlich mal mein Junker aus Hordenberg werden. Aus ihm solle auf keinen Fall ein verweichlichter Koscher werden, meinte Ardor.
„Vielen Dank, Meister Dehmahk,“ sagte Amaryd dankbar. „Das war sehr unterhaltsam.


Leider konnte ich der Unterredung mit Deinem Schwiegersohn entnehmen, dass die Ehe der beiden bisher eher unterkühlt abläuft. Aber was solls, Sie müssen sich nicht lieben, sie müssen sich respektieren. Und wie mir scheint haben sie einen Weg gefunden, mit dem beide leben können.
„Gerne doch,“ brummte Dehmahk. „Und nun hinfort mit euch, bevor Kieselchen noch mehr umwirft.


Also noch mal ganz förmlich -  Herzlichen Glückwunsch Oma!


|Absender=[[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane]]
==Verlogene Schreiberlinge==
Gegeben Mitte Praios 1042 ; [[Perricum:Baronie Weißbarûn|Baronie Weißbarûn]]}}
Garether und Märker Herold


==Sturmfelser unter sich==
Diebstahl der Bernsteine aufgeklärt: Erfolgreicher Einsatz der Garethischen Criminal-Cammer
{{Brief
|Adressat= [[Perricum:Gidiane von Waltern|Meine Liebste]],


|Text=mir geht es schon viel besser und ich konnte mein Krankenbett in Wandleth verlassen. Es hat mich sehr gefreut, dass Du und Airisha mich besucht haben.  
In einem bemerkenswerten Akt der Gerechtigkeit hat die Garethische Criminal-Cammer unter der weisen Führung der hochgeschätzten Inspectorin Vallusa Engstrand den rätselhaften Diebstahl der kostbaren Bernsteine ans Licht gebracht. Mit unermüdlichem Eifer und kluger Strategie haben die tüchtigen Mitglieder des Amtes VI. der Garethischen Criminal-Cammer ihre herausragende Kompetenz unter Beweis gestellt.
Ich bin wahrhaft gesegnet zwei solche Freundinnen wie euch zu haben.


Eigentlich wollte ich schon vor zwei Wochen Richtung Perricum reisen, doch Leobrecht, der mir ebenfalls beistand, blieb noch ein wenig länger. Es war wundervoll, nachdem er mir verziehen hatte, dass ich mich in eine solche Gefahr begab. Er meinte ich bräuchte eine Beschäftigung, um nicht so einen Unsinn zu verzapfen. Die Zeit wird zeigen, ob unsere Anstrengungen die Früchte Tsas tragen. Wir, vor allem er, sind ja nicht mehr die Jüngsten.
In den dunklen Gassen der Unterstadt ward ein grolmischer Händler aufgespürt, in dessen Besitz sich die gestohlenen Bernsteine befanden. Dank der meisterhaften Ermittlungsarbeit, sorgsamen Beobachtungen und dem Mut der tapferen Ermittler, konnte der Händler gestellt und die wertvollen Bernsteine wiedererlangt werden.


Auf dem Rückweg machte ich Halt in Barbenwehr. Die neue Vögtin war leider nicht zugegen, ich konnte mich aber länger mit meinem Vorgänger unterhalten, der alte Griesgram. Ich glaube auch so langsam, dass er mich gar nicht hasst, sondern die Entscheidung seines Sohnes, ihm nicht zu folgen, auf mich projiziert hatte.  
Inspectorin [[wikav:Vallusa Engstrand|Vallusa Engstrand]] äußerte sich freudig über diesen Triumph der Gerechtigkeit: „Die unermüdliche Arbeit und die vorbildliche Zusammenarbeit unserer Inspectoren haben es ermöglicht, diesen kniffligen Fall rasch zu lösen und die gestohlenen Bernsteine ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzubringen.


Wir unterhielten uns über die Gebräuche des Landes. Ich steckte ihm, dass die Ispernberg sich nicht an der Suche der Vermissten beteiligt. Er war der Ansicht, dass das Anliegen wahrscheinlich gar nicht bis zu ihr getragen wurde oder dass sie es nicht für so wichtig eingestuft hat.
Die zurückgewonnenen Bernsteine werden nun den ehrbaren Bürgern in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer übergeben, welche voller Dankbarkeit und Erleichterung sind. Dieser erfolgreiche Einsatz zeigt erneut die Wachsamkeit und das Engagement der Garethischen Criminal-Cammer im Dienste der Sicherheit und des Wohlstands unserer Stadt.


Der alte Sturmfelser hält sie für sehr pflicht- und politkbeflissen. Er versprach mir, sich mit ihr zu unterhalten und sie näher in das Brauchtum um und auf dem Berg einzuweisen. Ich denke er meint es ehrlich, denn die Berge bedeuten ihm viel.
{{Trenner Garetien}}


Auch wenn Dich die Neue vergrämt hat, sollten wir ihr eine zweite Chance geben.
[[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] saßen auf einer alten, kunstvoll geschnitzten Holzbank im Garten der [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]]. Der Duft von Blumen und frischem Gras erfüllte die Luft, doch die drei Freunde schienen davon unbeeindruckt. Vor ihnen lag der aktuelle Garether und Märker Herold, dessen Seiten im leichten Sommerwind flatterten.


Der Berg wiederum scheint es mir übel zunehmen, dass ich die eine längere Zeit abwesend war. Erst Mendena, jetzt Wandleth er grummelt und ich spüre es. Vielleicht musst Du die nächsten Male eher zu mir kommen, damit ich nicht wieder eine solch lange Zeit weg bin.
„Das ist unglaublich!“ rief Amaryd empört und ließ die Zeitung sinken. „In keinem einzigen Wort wird erwähnt, dass wir die Bernsteine aus einer Feenwelt zurückgeholt haben!“


In tiefer Freundschaft,  
„Verlogene Schreiberlinge,“ murmelte Elaisha, die Arme verschränkt. „Sie haben die ganze Arbeit der Criminal-Cammer zugeschrieben.“


|Absender=[[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Hilda]]
Aliyah schnaubte und schüttelte den Kopf. „Es war unsere Entdeckung und unser Mut, der die Bernsteine zurückgebracht hat. Wir sind durch das Labyrinth gegangen, haben den Einhornturm gefunden und mit dem Grolm gehandelt!“
Gegeben Mitte Praios 1042 BF}}


==Halbstarke Jungs==
Amaryd seufzte und ließ seinen Blick über den Garten schweifen. „Wir wissen, was wir getan haben. Vielleicht ist das wichtiger als Anerkennung in irgendeinem Artikel.“
{{Brief
|Adressat= Teure [[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane]],


|Text=
Elaisha hob ein Blatt des Herolds auf und betrachtete es nachdenklich. „Warum machen wir nicht das Beste daraus?“ Ein schelmisches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Lasst uns Papierdrachen basteln und fliegen lassen!“


hast Du schön gehört? In Haselhain wollen sie im Travia ein Ritterturnier stattfinden lassen. Ich möchte jetzt ja nicht unfreundlich wirken, aber Nebachoten und Ritterturnier. Man schickt ja Orks auch nicht auf einen Maskenball.
Aliyah kicherte und griff nach einem anderen Blatt. „Das ist eine großartige Idee. Zeigen wir diesen verlogenen Schreiberlingen, was wir mit ihrer Zeitung machen.


Bitte nicht falsch verstehen, Nebachoten sind exzellente Kämpfer und Reiter. Dafür schätze ich sie sehr. Aber ein Ritterturnier hat etwas mit ritterlichen Tugenden zu tun, die finde ich im Gebaren der Nebachoten nur im geringfügigen Maße. Ihre Wertvorstellungen sind doch anders gelagert.
Mit Eifer begannen die drei, die Seiten des Herolds in einfache, aber kunstvolle Papierdrachen zu falten. Die Klagen und der Ärger über den Artikel wichen bald einem spielerischen Wettkampf, wer den besten Drachen basteln konnte. Lachen erfüllte den Garten, als die ersten Drachen in die Luft stiegen und vom Wind erfasst wurden.


Bei dem Baron von Haselhain glaubt man kaum, dass er schon über vierzig Götterläufe ist. Er gebart sich wie ein halbstarker Junge und ich weiß wovon ich rede. Ich habe einen Endzwanziger zum Sohn, der sich manchmal verhält wie ein pubertierender Junge.
„Schau dir das an!“ rief Elaisha begeistert, als ihr Drachen eine elegante Kurve flog. „Vielleicht sollte ich Drachenbauerin werden.


Wollen wir beide das Turnier nutzen, um den jungen Hasen mal zu zeigen wo der Hammer hängt? Ich habe zwar nur noch einen funktionstüchtigen Arm, aber eine Lanze kann ich wohl noch führen.
Amaryd lachte. „Wer hätte gedacht, dass die Zeitung doch noch zu etwas nützlich ist!“


Ich habe auch gehört, dass das Fuchsrudel um den jungen Sigman wieder anreist, um die Reshmina-Brücke einzuweihen. Was ich von dieser Bewegung halten soll, weiß ich noch nicht. Mich wunderts, dass die Kaiserin in der Thematik kein Machtwort spricht. Nimmt sich viel heraus der junge Kaisermärker.


Man erzählt sich, dass sie danach weiter zum Rothandfelsen in Gnitzenkuhl reisen. An dem Rothandfelsen offenbarte sich das Zeichen Korgonds durch das Element Wasser. War ja klar, dass die Träumer dorthin pilgern.


Wie auch immer, Lust auf ein Turnier?
Beste Grüße von auf dem Berg!
|Absender=[[Perricum: Korhilda von Sturmfels|Hilda]]
Gegeben Praios 1042 ; [[Perricum:Baronie Sturmfels|Baronie Sturmfels]]}}
==Tod einer alten Dame ==
{{Brief
|Adressat= [[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane, meine Teuerste]],
|Text=
der Winter erhält langsam Einzug. Die Schneedecke ist schon weit unter den Berggipfeln. Diese Ansicht ist wie immer atemberaubend - auch noch nach fast zehn Jahren hier oben auf dem Berg.
Sollte ich einmal nicht mehr Herrin über den Berg sein, werde ich die Aussicht vermissen. Und die frische Luft hier oben, so krafterfüllend.
Gestern hat es noch einer der letzten Botenläufer nach Alriksburg geschafft. Ich habe ihn gleich wieder mit diesem Brief hinunter auf die Ebene geschickt. So kann ich dir ein letztes Mal schreiben, bevor der Winter den Aufstieg und Briefwechsel massiv erschwert.
Ich bekam die Nachricht vom Ableben der guten Mechthild von Mardramund, die Mutter von dem Baron auf der Viehwiesen - dem Magier Anaxios. Die alte Dame war zu schwach, das Alter hat sie dahin gerafft.
Ihr Tod erfüllt mich mit Trauer und Wehmut. Sie hatte die gleichen Kämpfe mit der alten Giselda, die ich auch geführt habe. Bewundert habe ich sie, denn sie konnte ihr besser die Stirn bieten. Sie schaffte es Tabur zu überzeugen sie zu heiraten, obwohl sie unter Stand war und die alte Ochsin dem vehement widersprach.
Gezankt haben sich die beiden oft, wie Stiere in der Arena. Dickköpfig waren die Ochsen ja immer, und sind sie noch.
Hätte ich doch mal soviel Kraft wie Mechthild besessen, dann hätte sich Leobrecht vielleicht eher dazu durchgerungen seiner Schwester die Stirn zu bieten und mich zu ehelichen. Aber so sollte es nicht sein. Ich muss dieses Thema für mich endgültig abschließen und die beiden Seelen borongefällig in Ehren halten.
Sobald der Schnee schmilzt werde ich Dich besuchen kommen.
|Absender=[[Perricum: Korhilda von Sturmfels|Hilda]]
Gegeben 1042-04-14; [[Perricum:Baronie Sturmfels|Baronie Sturmfels]]}}


=Aventurische Monate=
=Aventurische Monate=
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#  Rahja - Juni
#  Rahja - Juni
#  Namenlose Tage
#  Namenlose Tage
=Ochsenherde=
Bärenauer Kinderplanung....
===Iralda und Wolfaran===
*30.01.1034 BF Rohaja Leonora
*01.02.1034 BF Leobrecht Brander
*01.02.1034 BF Ophelia Korhilda
*30.06.1035 BF Trisdhan Tybalt
*05.04.1036 BF Lechmin Elea
*12.2.1037 BF Idamil Baduar
*29.07.1038 BF Thion Wolfaran
*17. Bor 1040 BF Yandelind Madalieb - verstorben
*08.08.1041 BF Storko Alrik
*13.6.1042  BF Hardane Irmhelde
*13.6.1042  BF Aldare Selinde
===Bastarde Ardor===
*1042 Rhianna von Hordenberg
*1044 NN
*1046 NN
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Aktuelle Version vom 18. September 2025, 10:10 Uhr

Flügelschlag

Schatten in der Nacht

In der Villa Ox herrschte nächtliche Stille, als der Mond sein silbernes Licht auf das Anwesen warf. In ihrem geteilten Zimmer lagen Aliyah von Palmyramis und Elaisha von Waraqis in ihren Betten, bereit für eine ruhige Nacht. Die Mädchen, beide von der gleichen aranischen Schwertgesellin ausgebildet, waren vertraut mit den Geräuschen des Anwesens. Neben Aliyahs Bett stand ein kleines Bett mit einem Samtkissen, worin ihre Edelkatze Nala schlief.

Aliyah war bereits eingeschlafen, während Elaisha noch wach lag, den Mondschein betrachtend, der durch das Fenster fiel. Nala, die neugierige Katze, hatte sich auf den Fenstersims gelegt und schnurrte leise, als plötzlich Elaisha etwas Ungewöhnliches bemerkte. Große Schatten bewegten sich lautlos am Himmel. Neugierig ging Elaisha zum Fenster und beobachtete, wie eine große Gestalt mit gewaltigen Flügeln auf einem Dach landete.

„Aliyah! Wach auf!“, flüsterte Elaisha aufgeregt und stieß ihre Freundin an. „Da draußen ist etwas!“

Aliyah rieb sich die Augen und setzte sich langsam auf. „Was ist los, Elaisha?“

„Schau doch! Da draußen, auf dem Dach in der Weststadt!“

Gemeinsam blickten sie aus dem Fenster und sahen die geheimnisvolle Gestalt. Plötzlich schreckte Nala auf dem Fenstersims auf, ihre Augen weiteten sich vor Angst. Mit einem erschrockenen Maunzen verlor sie das Gleichgewicht und fiel vom Sims.

„Nala!“, rief Aliyah entgeistert und eilte zum Fenster. Die Katze landete zum Glück sicher auf ihren Pfoten und schoss unter das Bett, wo sie sich zitternd versteckte.

„Was denkst du, was das ist?“, fragte Aliyah, ihre Stimme bebte leicht vor Angst.

„Ich weiß es nicht“, flüsterte Elaisha zurück. „Aber es sieht aus, als wäre es aus Stein. Und es bewegt sich weiter!“

Plötzlich breitete die Gestalt ihre Flügel aus und erhob sich lautlos in die Luft. Die Mädchen verfolgten ihren Flug mit den Augen, wie sie auf dem Dach der zweistöckigen Villa der Patrizier Weidenhoff landete. Dort blieb sie kurz, bevor sie weiter zum Haus der Alchimistin Clea Cornweyler flog, die auch die Lehrmeisterin von Elaishas großem Bruder Amaryd war.

„Warum landet sie ausgerechnet dort?“, fragte Aliyah, ihre Augen geweitet vor Neugier.

„Was könnte sie dort wollen?“, fügte Elaisha hinzu. „Clea Cornweyler ist doch eine angesehene Alchimistin. Was hat diese Gestalt bei ihr zu suchen?“

„Meinst du, sie könnte Clea etwas Böses wollen?“, spekulierte Aliyah, ihre Stimme voller Besorgnis.

„Ich weiß es nicht“, sagte Elaisha. „Aber schau, sie fliegt weiter!“

Die steinerne Gestalt hob sich erneut in die Luft und flog weiter in Richtung der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer. Die schmalen Gassen waren bei Nacht von Schatten verhüllt, und die Gestalt bewegte sich darin wie ein lautloser Schatten. Schließlich landete sie an einer Ecke der Gasse und verschwand kurz aus ihrem Sichtfeld. Die Mädchen hielten den Atem an und warteten gespannt. Nach einer Weile sahen sie die Gestalt wieder, wie sie plötzlich schnell und lautlos aus der Gasse herausflog und in der Dunkelheit verschwand.

„Was macht sie dort?“, fragte Aliyah, das Herz schlug ihr bis zum Hals.

„Ich habe keine Ahnung“, murmelte Elaisha. „Aber es sieht aus, als hätte sie ein Ziel. Vielleicht ist es ein Wächter oder ein Bote.“

„Wir müssen unbedingt Amaryd davon erzählen“, entschied Elaisha schließlich. „Er wird wissen, was zu tun ist.“

Aliyah nickte, erleichtert, dass sie einen Plan hatten. „Das ist eine gute Idee. Er kann uns helfen.“

In der Zwischenzeit fiel den Mädchen auf, dass die fliegende Gestalt den zahlreichen Steinstatuen auf dem Alten Wasserturm ähnelte. Diese Statuen waren bekannt für ihre finsteren Ausdrücke und düstere Ästhetik.

„Sieht diese Gestalt nicht genauso aus wie die Statuen auf dem Alten Wasserturm?“, fragte Aliyah, ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen.

„Ja, das tut sie tatsächlich“, stimmte Elaisha zu, ihre Stimme vor Verwunderung kaum hörbar. „Was hat es damit auf sich? Warum bewegt sich eine Statue durch die Nacht?“

Die Mädchen beschlossen, bis zum Morgen zu warten, bevor sie jemanden alarmierten. Beide legten sich wieder hin, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Die Bilder der steinernen, geflügelten Gestalt verfolgten sie die ganze Nacht. Was immer das Wesen war, das sie gesehen hatten.

Bericht der Garethischen Criminal-Cammer

Garethische Criminal-Cammer
Bericht zum Diebstahl von Bernsteinen
Abteilung: Amt VI. der Garethischen Criminal-Cammer
Verfasserin: Inspectorin Vallusa Engstrand
Leitender: Rechtswahrer Geronius Bosko

Bericht:
Datum: 16.04.1047
Ort des Vorfalls: Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer, Weststadt, Gareth
In der Nacht vom 15. auf den 16. wurde ein schwerer Diebstahl in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer verübt. Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden, als die meisten Bewohner der Gegend schliefen.


Tatbestand:
• Unbekannte Täter drangen gewaltsam in mehrere Werkstätten und Geschäfte ein.
• Die Eingangstüren wurden mit erheblicher Kraft zerschmettert, was auf den Einsatz von schwerem Werkzeug oder magischen Mitteln schließen lässt.
• Große Mengen an bearbeiteten und unbearbeiteten Bernsteinen wurden gestohlen.
• Die Täter konnten ungesehen entkommen, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass sie sich eine gewisse Zeit in den Gassen aufhielten.


Zeugenberichte:
• Anwohner berichteten, sie hätten verdächtige Geräusche gehört, jedoch konnte niemand genau beschreiben, was oder wer diese verursachte.
• Eine Zeugin erwähnte flüchtig, sie habe in der Dunkelheit schemenhafte Gestalten gesehen, die sich schnell und lautlos bewegten.


Tatortbesichtigung:
• Die Werkstätten wiesen keine Anzeichen von Aufbruchsspuren an Fenstern oder Hintereingängen auf, was darauf schließen lässt, dass die Täter gezielt die Vordertüren zerstörten.
• An den Tatorten wurden keine Spuren oder andere direkte Beweise gefunden, die auf die Identität der Täter hinweisen könnten.


Besondere Beobachtungen:
• In der Nähe des Tatorts wurde eine ungewöhnliche Spur von steinernen Bruchstücken gefunden, die möglicherweise mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten.
• Zeugen haben angegeben, dass sie in der Nacht eine steinerne, geflügelte Gestalt beobachtet hätten, die sich in der Nähe der Tatorte bewegte. Diese Berichte entsprechen den Beschreibungen von Statuen auf dem Alten Wasserturm.


Zugewiesene Unterstützung:
• Die Praioskirche wurde über den Diebstahl in Kenntnis gesetzt.
• Der Geweihte Aurentian von Luring von der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale wurde als Verbindungsperson zugeteilt und wird bei den Ermittlungen unterstützen.
• Der Richter des Freigerichts in Gareth ist über die weiteren Ermittlungen in Kenntnis zu setzen.


Schlussfolgerung: Der Diebstahl von Bernsteinen in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer stellt ein schwerwiegendes Verbrechen dar, das mit großer Raffinesse und Gewalt verübt wurde. Die Spuren deuten darauf hin, dass die Täter möglicherweise ungewöhnliche oder magische Fähigkeiten besitzen könnten. Die Berichte über die steinerne Gestalt werfen zusätzliche Fragen auf, die einer näheren Untersuchung bedürfen.


Empfohlene Maßnahmen:
• Verstärkte Patrouillen in der Lynciriumsgasse und umliegenden Vierteln.
• Befragung weiterer Zeugen und Anwohner zur Sammlung zusätzlicher Hinweise.
• Untersuchung der steinernen Bruchstücke und Vergleich mit den Statuen auf dem Alten Wasserturm.
• Einholung magischer Expertise zur Bewertung und Analyse möglicher magischer Einflüsse.


Gez. Inspectorin Vallusa Engstrand
Überprüft und genehmigt Rechtswahrer Geronius Bosko

• nachträgliche Anmerkung: Racalla von Hirschfurten wird von der Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth als Experte in magischen Sachverhalten zur Verfügung gestellt

In den verwinkelten Gassen

Die Nacht legte sich langsam über Gareth, und in der Alchimistenwerkstatt von Clea Cornweyler brannte noch immer Licht. Amaryd, ihr Schüler, saß an einem Arbeitstisch und beobachtete gespannt, wie Clea verschiedene Zutaten in einen großen Kessel gab. Die ehemalige Hesindegeweihte war bekannt für ihre Kunstfertigkeit im Brauen von Tränken und lehrte ihren wissbegierigen Schüler mit Geduld und Hingabe.

„Das Elixier, das die Widerstandsfähigkeit erhöht, wird des Nachts bereitet, wenn das sich rundende oder volle Mal der Mada im Sternenbild des Gehörns steht,“ erklärte Clea und goss sorgfältig eine dickflüssige, goldene Substanz in den Kessel. „So steht es in den alten Büchern geschrieben.“

Amaryd notierte sich ihre Worte gewissenhaft in sein Lehrbuch. „Aber warum genau in dieser Nacht, Meisterin?“

Clea lächelte weise und rührte langsam im Kessel. „Die Stellung der Sterne und der Monde beeinflusst die magischen Kräfte der Zutaten. In dieser speziellen Konstellation entfalten sie ihre volle Wirkung.“

Plötzlich durchbrachen ungewöhnliche Geräusche die Stille der Nacht. Ein leises Krachen und Rascheln drang durch die Wände der Werkstatt. Clea und Amaryd blickten sich alarmiert an.

„Hast du das gehört?“, fragte Amaryd.

„Ja, das kam aus den Nachbarhäusern,“ antwortete Clea besorgt. „Lass uns nachsehen.“

Sie legten ihre Utensilien beiseite und schlichen zur Tür. Als sie die Werkstatt verließen, sahen sie im dämmrigen Licht eine große Gestalt, die sich zwischen den Häusern bewegte. Die Gestalt war groß, mit ausgebreiteten Flügeln, die im Mondlicht glänzten.

„Das ist ein Gargyl,“ flüsterte Clea und zog Amaryd hinter eine Ecke. „Aber er verhält sich seltsam.“

Der Gargyl schien sich an einer Tür zu schaffen zu machen, als Amaryd plötzlich rief: „Halt, wer da!“

Der Gargyl zuckte zusammen, ließ von der Tür ab und breitete schnell seine Flügel aus. Mit einem kräftigen Flügelschlag erhob er sich und flog in eine nahegelegene Gasse. Clea sah ihm nach, ihre Stirn in Falten gelegt.

„Er verhält sich nicht wie ein normaler Gargyl,“ murmelte sie.

Doch bevor Clea Amaryd aufhalten konnte, rannte er der fliegenden Gestalt nach. „Wir müssen ihn aufhalten!“

Zwei Stadtgardisten, die in der Nähe patrouillierten, sahen den jungen Mann rennen und schlossen sich ihm an. Gemeinsam jagten sie durch die engen, verwinkelten Gassen der Stadt. Der Gargyl schien immer einen Schritt voraus zu sein, doch sie ließen nicht locker.

„Da vorne, er fliegt wieder höher!“, rief einer der Gardisten. „Schnell, wir müssen ihn einholen!“

Sie hasteten durch dunkle Gassen, sprangen über niedrige Mauern und wichen Hindernissen aus. Der Gargyl flog über ihren Köpfen, immer wieder die Richtung wechselnd, als ob er versuchte, sie abzuschütteln. Amaryd spürte sein Herz rasen, doch er gab nicht auf.

Plötzlich schwebte der Gargyl auf eine hohe Mauer zu und verschwand spurlos. Amaryd und die Gardisten blieben abrupt stehen, keuchend und völlig außer Atem. Clea holte wenig später auf, ihr Gesicht ebenso verwirrt.

„Wo ist er hin?“, fragte einer der Gardisten ungläubig. „Er war doch direkt vor uns!“

„Das... das ist unmöglich,“ stammelte Amaryd. „Er kann doch nicht einfach verschwunden sein.“

Die zweite Wache sah sich hilflos um und meinte schließlich: „Magier... wir benötigen Magier.“

Das Geheimnis der Nirgendgasse

Die Nacht hatte sich tief über die Kaiserstadt Gareth gesenkt, als Clea Cornweyler und die Magierin Racalla von Hirschfurten in die schmale Gasse traten, in der der Gargyl vor Amaryds Augen plötzlich verschwunden war. Die Magierin wurde von ihrer Akademie mit dieser Aufgabe betraut, nachdem die Garethische Criminal Kammer nach magischer Unterstützung anfragte. Der Praiosgeweihte Aurentian von Luring begleitete sie, seine Miene grimmig und skeptisch.

„Es war hier,“ sagte Amaryd, als er auf die Stelle zeigte, an der der Gargyl in der Luft verschwand. „Genau hier hat er sich in Luft aufgelöst.“

Racalla betrachtete die Umgebung aufmerksam, ihre Augen leuchteten sanft im Mondschein, als sie ihre magische Energie fokussierte. „Hier hat eindeutig Magie gewirkt. Es liegt eine seltsame Aura über diesem Ort,“ murmelte sie und strich mit den Fingern über die Luft, als würde sie unsichtbare Fäden berühren.

Aurentian verzog das Gesicht. „Magie? Natürlich. Was auch sonst.“

Clea, die mit besorgter Miene die Gasse entlangblickte, wandte sich an die anderen. „Scher dich in die Nirgendgasse“, sagte sie nachdenklich, eine alte Redewendung der Garether Bürger gebrauchend.

Racalla hob eine Augenbraue und nickte verstehend. „Das könnte sehr gut sein.“ Sie begann, mit komplizierten Handbewegungen eine magische Abhandlung zu vollführen, ihre Bewegungen elegant und präzise. „Nirgendgassen sind teilweise temporäre Wege in oder durch den Limbus, manchmal auch Stellen oder Wege, die durch magische Einwirkung verkrümmt, verborgen oder anderweitig verändert sind. Es ist, als ob sie zwischen den Welten existieren, sich unserem gewöhnlichen Blick entziehen.“

Aurentian seufzte schwer und verschränkte die Arme. „Diese finden sich nur in Gareth. Seitdem in der Ersten Dämonenschlacht bei Gareth eine Globule zerstört wurde, ist das Sphärengefüge vor Ort dauerhaft verändert. Die Anwohner sind meist so an diese Seltsamkeiten gewöhnt, dass sie sie kaum mehr wahrnehmen und wie selbstverständlich benutzen. Sie nennen es auch Schattenpfade.“

Clea runzelte die Stirn, ihr Blick intensiv auf den Boden gerichtet. „Das könnte auch erklären, warum der Gargyl anders war. Vielleicht war es diese Unterart aus den Feenwelten.“

Aurentian rollte genervt mit den Augen. „Hatte der Bernsteindiebstahl wirklich mit Feenwesen und Feenwelten zu tun? Ich hasse diese magischen Phänomene.“

In der Nähe standen Amaryd, seine Schwester Elaisha und ihre Freundin Aliyah und lauschten neugierig. Die drei Jugendlichen konnten kaum ihre Aufregung verbergen.

„Hörst du das?“, flüsterte Elaisha. „Nirgendgassen, Schattenpfade, Feenwesen, Feenwelten. Das klingt alles so spannend!“

Aliyah nickte begeistert. „Wir müssen herausfinden, wie wir der Spur des Gargyls folgen können. Wer weiß, wohin uns das führt!“

Amaryd war ebenfalls fasziniert und flüsterte: „Lasst uns die Erwachsenen im Auge behalten. Das wäre ein echtes Abenteuer!“

Während die Erwachsenen ihre Diskussion fortsetzten und nach Hinweisen suchten, schritten die drei Jugendlichen in die Dunkelheit der Gasse, ihre Herzen klopften vor Aufregung. Die schmalen Straßen und engen Gassen Gareths schienen voller Geheimnisse und Mysterien zu sein, und die Vorstellung, Teil dieses Abenteuers zu werden, ließ ihr Blut in den Adern pulsieren.

Racalla wandte sich plötzlich um und blickte die Jugendlichen streng an. „Ihr solltet hier nicht herumlungern. Dies ist keine Spielerei.“

Amaryd, Elaisha und Aliyah sahen sich an, wissend, dass sie trotz der Ermahnung nicht einfach gehen würden. Auch war Racalla kaum älter als sie selbst, und schon so bestimmend im Tonfall. Sie wollten mehr über diese Nirgendgassen erfahren und das Geheimnis des Gargyls lüften.

Clea seufzte und schüttelte den Kopf. „Es gibt immer mehr Fragen als Antworten. Aber wir müssen dranbleiben. Lasst uns zurück zu meiner Werkstatt gehen und unsere Forschungen vertiefen.“

„Und vielleicht finden wir endlich heraus, was wirklich vor sich geht,“ ergänzte Racalla, ihre Augen leuchteten. Es schien interessant zu werden.

„Das wird eine lange Nacht,“ murmelte Aurentian düster.

Amaryd, Elaisha und Aliyah folgten im gebotenen Abstand. Aber abschütteln lassen, wollten sie sich nicht.

Kieselchen, ganz groß

In einer unterirdischen Höhle, verborgen tief im Herzen eines dichten Waldes nahe des Einhornturms, werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Die Wände der Höhle waren mit leuchtenden Kristallen gesäumt, die in allen Farben des Regenbogens schimmerten. Dehmahk hatte eine große Anzahl von Gerätschaften um sich herum angeordnet, und in einem großen Kessel blubberte ein geheimnisvoller Trank.

„Bernstein, Bernstein... immer nur Bernstein...“ brummte Dehmahk vor sich hin, während er sorgfältig einen leuchtenden Bernsteinstein zerkleinerte und die Splitter in den Kessel warf. „Zauberkraft muss herbei... und ein Schuss Mondlicht dazu...“

Mit mürrischen Bewegungen mischte und zauberte er weiter, als plötzlich ein großer Schatten den Höhleneingang verdunkelte. Ein mächtiger Gargyl schwebte lautlos herein. Doch kaum hatte er den Boden berührt, schrumpfte er zusammen und verwandelte sich in einen winzigen, tolpatschigen Gargyl.

„Kieselchen, was bist du außer Atem?“ rief Dehmahk und blickte auf den kleinen Gargyl, der keuchend vor ihm stand und wild mit den Flügeln flatterte.

„Oh, Meister Dehmahk,“ begann Kieselchen, während er versuchte, seine Flügel zu ordnen und dabei über seine eigenen Füße stolperte. „Ich war in der großen Stadt, um die benötigten Materialien für deine Tränke zu besorgen, aber beim versuchten Einbruch wurde ich von einem Menschling gestört!“

Dehmahk hob eine buschige Augenbraue und schüttelte den Kopf. „Kieselchen, du bist wohl auf einem tollkühnen Abenteuer!“

Kieselchen ließ die Schultern hängen, wobei er fast über den eigenen Schwanz stolperte. „Ja, Meister. Ich konnte nicht alle Materialien beschaffen. Ein paar wachsame Bürger haben mich gesehen und ich musste fliehen. Fast hätte ich einen Brunnen mit dem Kopf gerammt!“

Dehmahk lachte leise und klopfte dem kleinen Gargyl freundlich auf den Rücken. „Ach, mein lieber Kieselchen, du hast es versucht. Aber keine Sorge, wir werden schon einen Weg finden, um die fehlenden Zutaten zu beschaffen. Vielleicht brauchen wir einfach einen besseren Plan.“

„Meinst du wirklich, Meister?“ fragte Kieselchen hoffnungsvoll, während er versuchte, eine Rolle Pergament aufzuheben und dabei fast ein Regal umwarf.

„Natürlich!“ brummte Dehmahk. „Alchemie erfordert Geduld und Erfindungsreichtum. Und manchmal... auch ein bisschen Abenteuerlust,“ sagte er augenzwinkernd.

„Wie können wir das nächste Mal sicherstellen, dass wir erfolgreich sind?“ fragte Kieselchen, während er unbeholfen versuchte, auf einem Stuhl Platz zu nehmen und dabei fast herunterfiel.

Dehmahk überlegte einen Moment und kratzte sich am Bart. „Vielleicht sollten wir eine Tarnung verwenden. Ich könnte Dich als Vogel verzaubern oder...“ Dehmahk stutzte und lachte dann herzhaft. „Oder vielleicht als eine kleine, harmlose Katze!“

Kieselchen kicherte bei dem Gedanken und stolperte fast über seine eigenen Flügel. „Eine Katze? Das wäre lustig!“

„Ja, lustig und nützlich,“ stimmte Dehmahk zu. „Und jetzt, lass uns sehen, was wir aus den gesammelten Materialien zaubern können. Ich habe da so meine Ideen. Vielleicht gelingt uns trotz allem ein wunderbarer Trank!“



Das Geheimnis des Alten Wasserturms

Nachmittags beschlossen Amaryd, Elaisha und Aliyah, aus der Villa Ox hinauszutreten und durch die Weststadt von Gareth zu flanieren. Ihre Schritte führten sie bald zum Alten Wasserturm, einem beeindruckenden Bauwerk aus der Rohalszeit, das hoch oben mit steinernen Gargylfiguren geschmückt war.

„Schaut euch das an,“ rief Amaryd begeistert. „Diese Gargyle sind unglaublich detailliert. Ob die im Zusammenhang mit „unserem“ Gargyl stehen?“

„Ja, es wirkt fast, als könnten sie jeden Moment zum Leben erwachen,“ fügte Elaisha hinzu, ein Schauer lief ihr über den Rücken.

„Ich wette, wir könnten einen Weg hineinfinden,“ sagte Aliyah schelmisch und deutete auf den Turm.

Am Eingang des Turms trafen sie auf den alten Wassermeister Brandwig von den Wassern. Der rothaarige, fast taube Mann kümmerte sich um die Wasserleitungen der Stadt. Er sprach laut und mit einer gewissen Autorität.

„Was wollt ihr hier, Kinder?“ brummte Brandwig, seine Stimme donnerte durch die Gasse.

„Oh, geehrter Wassermeister, könnten wir den Turm besichtigen?“ fragte Aliyah mit einem charmanten Lächeln und einem unnachahmlichen Augenaufschlag. „Wir haben auch einige der besten Süßigkeiten aus Meister Marcipanus Geschäft für Sie.“

Brandwig betrachtete die Süßigkeiten mit leuchtenden Augen und konnte nicht widerstehen. „Na gut, aber nur kurz,“ sagte er schließlich und öffnete die schwere Tür des Turms.

Der achteckige, 20 Meter hohe Turm war mit Strebepfeilern verstärkt und beeindruckte mit Fratzen, Neidköpfen und Statuen von Fabelwesen. Brandwig führte die Jugendlichen hinein und erklärte stolz die Funktionsweise der Wasserleitungen.

„Diese Rohre bringen das Wasser aus dem Erdinneren nach oben und verteilen es in die Villen, Häuser und Brunnen der Weststadt,“ sagte Brandwig laut. „Die Ochsen treiben das Hebewerk Tag und Nacht an.“

Aliyah zeigte sich interessiert und heuchelte Begeisterung, während Amaryd und Elaisha die dunklen Ecken des Turms erkundeten. In einer versteckten Kammer entdeckten sie die Statuen zweier Versteinerten, die achtlos herumlagen, und zerbrochene Teile von Gargylen.

„Das ist unheimlich,“ flüsterte Elaisha, als sie die steinernen Fragmente betrachtete. „Ob das mal Lebewesen waren?“

Brandwig führte sie weiter zur Zugangstreppe des Hebewerks. „Der obere Teil des Turms ist nichts für Kinder,“ sagte er streng.

Aliyah, die Brandwig zurück zu den Ochsen führte, stellte ihm weiterhin Fragen über die Wasserwirtschaft. „Es ist so faszinierend, wie das alles funktioniert,“ sagte sie und Brandwig konnte sein Glück kaum fassen, endlich jemanden gefunden zu haben, der sein Interesse teilte.

Währenddessen schlichen Amaryd und Elaisha zurück zum Turm. „Lass uns das Schloss knacken,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen herausfinden, was dahintersteckt.“

Vorsichtig öffneten sie die alte, verrostete Tür und schlichen die vermoderte Treppe hinauf. Ranken wuchsen wild und das Holz knackte unter ihren Füßen. Oben angekommen entdeckten sie eine große Wasserpfütze auf dem Boden.

„Das sieht seltsam aus,“ sagte Amaryd und beugte sich darüber. „Es ist wie ein Spiegel.“

Doch als sie beide genauer in die Pfütze schauten, bemerkten sie, dass es mehr war als nur eine einfache Wasserpfütze. Die spiegelnde Oberfläche begann, sich zu verändern und zeigte ihnen ein Bild, das sie beide in Staunen versetzte.

Hinter der spiegelnden Oberfläche sahen sie einen prächtigen Turm, der eigentlich ein Konglomerat von Türmen, Erkern und Spitzen war. Der Turm erhob sich majestätisch in den Himmel, fast bis zum kristallenen Firmament. Er war mit filigransten Ornamenten versehen, strahlte in hellem Weiß und war voller bunter Fenster. Es wirkte wie ein gewaltiges Märchenschloss, aus dem immer neue Türme wuchsen.

„Das ist unglaublich!“ flüsterte Elaisha. „Es sieht aus wie aus einem Traum.“

„Oder aus einer anderen Welt,“ ergänzte Amaryd mit Ehrfurcht in der Stimme. „Es ist wunderschön.“

Elaisha streckte ihre Hand aus und berührte vorsichtig die Wasseroberfläche, doch nichts geschah. „Es ist nur ein Spiegel,“ sagte sie schließlich. „Ein Fenster in eine andere Welt, aber kein Tor.“

Amaryd nickte, erleichtert und mahnend in seiner Stimme. „Gut. Es war töricht, einfach hineinzufassen. Aber es ist faszinierend.“

Enttäuscht, dass sie keine magisches Tor entdeckt hatten, beschlossen sie, zu Aliyah und Brandwig zurückzukehren. „Hier gibt es kein Feentor,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen woanders suchen.“

In Mandariels Reich

Amaryd war auf dem Weg zu seiner Lehrmeisterin Clea Cornweyler, als er plötzlich schnelle Schritte hinter sich hörte. Er drehte sich um und sah Aliyah und seine kleine Schwester Elaisha angerannt kommen, eine Postille in der Hand wedelnd.

„Amaryd, schau dir das an!“ rief Aliyah außer Atem und hielt ihm die Zeitung hin. „In der heutigen Ausgabe des Garether und Märker Herolds steht etwas Erstaunliches!“

„Was steht drin?“ fragte Amaryd neugierig, während er das Blatt entgegennahm.

„Im Ugdalfspark sind Leute verschwunden, die das Labyrinth betreten haben,“ erklärte Aliyah mit funkelnden Augen. „Es heißt, sie seien spurlos verschwunden und nie zurückgekehrt.“

„Das klingt unheimlich,“ meinte Amaryd skeptisch, während er den Artikel überflog. „Aber warum sollten wir dorthin gehen? Wir wissen nicht, wohin der Pfad uns führt.“

Elaisha, die bisher still geblieben war, trat vor und schlug entschlossen vor: „Wir sollten den Stadtteil Heldenberg aufsuchen und den Irrgarten erkunden. Wer weiß, was wir dort finden?“

Amaryd zögerte, aber die Neugier war stärker. „Na gut, wir gehen. Aber wir müssen vorsichtig sein.“

Mit wagemutiger Entschlossenheit machten sich die drei Freunde auf den Weg zum Ugdalfspark. Der Stadtteil Heldenberg war bekannt für seine verwinkelten Gassen und geheimnisvollen Ecken. Das Labyrinth im Ugdalfspark war berüchtigt für seine vielen Wendungen und Sackgassen.

Die Sonne stand hoch am Himmel, als sie den Eingang zum Labyrinth erreichten. Die hohen Hecken schienen sich über ihnen zu schließen und warfen lange Schatten auf den Kieselweg.

„Bleibt dicht zusammen,“ warnte Amaryd. „Es ist leicht, sich hier zu verlaufen.“

Mit rasendem Puls und pochendem Herzen jagten sie durch die engen Pfade des Labyrinths. Sie nahmen jede Abzweigung, rannten über Kieselwege und duckten sich unter tiefhängenden Ästen hindurch. Das Lachen und die Rufe der Jugendlichen hallten durch die verworrenen Wege, während sie sich gegenseitig antrieben.

„Hier entlang!“ rief Elaisha und führte die Gruppe mutig weiter. Ihre Augen leuchteten vor Aufregung.

Die Hecken wurden immer höher und dichter, und das Licht schien zu schwinden. Plötzlich änderte sich die Umgebung. Die Hecken wichen zurück und vor ihnen erstreckte sich eine weite Heide voller Blumen. Aus dieser Heide ragte ein gewaltiger Turm, der die Form eines riesigen gewundenen Horns hatte. Eine freie, geländerlose Wendeltreppe schlängelte sich um das Horn nach oben.

„Schaut euch das an!“ rief Aliyah fasziniert. „Das ist unbeschreiblich!“

Rund um den schwindelerregend hohen Turm ragten weitere filigrane Bauten am Rande der Lichtung empor, und es schienen ständig neue zu entstehen und höher in den Himmel zu wachsen. Die Strukturen wirkten, als wären sie aus feinem Kristall gefertigt und reflektierten das Licht in allen Farben.

„Was ist das nur für ein Ort?“ murmelte Amaryd ehrfürchtig. „Das sieht aus wie aus einem Märchen.“

„Vielleicht ist es das auch,“ sagte Elaisha, ihre Augen leuchteten vor Aufregung. „Lasst uns näher rangehen.“

Vor dem Turm stand ein Einhorn mit weißem Fell und längeren weißen Barthaare am Kinn. Es blickte verträumt in die Gegend, als ob es über etwas nachdachte oder in eine ferne Welt blickte.

„Ein Einhorn! Das ist wirklich mystisch!“ flüsterte Aliyah ehrfürchtig.

„So müssen Feenwelten aussehen“ sagte Amaryd entschlossen. „Vielleicht finden wir hier Antworten.“

Das Rätselspiel

Amaryd, Elaisha und Aliyah folgten der Wegbeschreibung des Einhorns Güldenhuf, welches so freundlich war, ihnen weiterzuhelfen. Vom Einhornturm aus gingen sie in südlicher Richtung – falls man es überhaupt so nennen konnte, denn sie befanden sich in einer Feenwelt. Ihr Weg führte sie von dem Einhornturm zum Schlafenden Giganten, wie Güldenhüf es nannte. Seine Anmerkung, wenn ihr beim Bollwerk der Wildschweine angekommen seid, habt ihr euch verlaufen, machte sie unsicher. Doch schließlich kamen sie bei der von Güldenhuf beschriebenen Höhle an.

„Das muss die Höhle sein,“ sagte Elaisha aufgeregt, als sie den Eingang entdeckten. „Güldenhüf hatte recht.“

„Lasst uns vorsichtig sein,“ warnte Amaryd. „Wir wissen nicht, was uns hier erwartet.“

Die drei Freunde betraten die Höhle und fanden sich in einer Welt voller leuchtender Kristalle und seltsamer Geräusche wieder. Inmitten der Höhle werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Neben ihm versuchte der kleine, tolpatschige Gargyl Kieselchen, ihm zu helfen, wobei er immer wieder Dinge umwarf und sich entschuldigte.

„Meister Dehmahk,“ begann Amaryd höflich. „Wir sind auf der Suche nach Bernsteinen. Könnten wir vielleicht welche von Ihnen erwerben?“

Dehmahk drehte sich langsam um und betrachtete die drei neugierigen Gesichter vor ihm. „Bernsteine, sagt ihr? Hmmm... das ist nicht so einfach,“ brummte er und verschränkte die Arme. „Aber was machen Menschen wie ihr hier in meiner Höhle?“

Aliyah trat vor und erklärte: „Die Bernsteine sind sehr wichtig für einige Personen in Gareth. Sie sind sehr empört, dass sie Ihnen gestohlen wurden. Wir müssen sie zurückholen.“

Dehmahk runzelte die Stirn. „Empört, sagt ihr? Warum sollte ich euch helfen?“

In diesem Moment bemerkte Kieselchen Amaryd und stieß einen überraschten Laut aus. „Du! Du bist der Mensch, der mich in Gareth verfolgt hat!“

Amaryd schaute überrascht. „Das warst du? Der furchteinflößende Gargyl, der beim Einbruch gestört wurde?“

Kieselchen nickte heftig. „Ja, das war ich! Aber hier bin ich viel kleiner und weniger bedrohlich.“

„Wie ist das möglich?“ fragte Amaryd verwundert. „In der Lynciriumsgasse warst du groß und sahst gefährlich aus.“

Dehmahk lachte grummelnd. „Das lag an einem Zauber meinerseits. Kieselchen sollte beängstigender wirken bei der Materialsuche.“

Elaisha trat näher und betrachtete den kleinen Gargyl neugierig. „Das ist faszinierend! Aber trotzdem, Meister Dehmahk, wir brauchen die Bernsteine. Können wir nicht einen Handel machen?“

Dehmahk kratzte sich am Bart und überlegte. „Nun, vielleicht können wir einen Handel abschließen, aber einfach wird es nicht. Ich habe einige Rätsel vorbereitet. Für jedes richtige Rätsel erhaltet ihr Bernsteine.“

„Einverstanden!“ rief Elaisha begeistert. „Wir lieben Rätsel.“

Dehmahk blickte auf Aliyahs Halskette, die mit wunderschönen Edelsteinen besetzt war. „Doch bevor wir beginnen, gefällt mir diese Halskette sehr. Wenn ihr sie mir als Tausch gebt, können wir fortfahren.“

Aliyah zögerte, ihre Finger um die Halskette gelegt, die ihrer Großmutter gehört hatte. Sie sah ihre Freunde an und dann Dehmahk. „Diese Halskette ist mir sehr wichtig,“ sagte sie leise. „Aber wenn es uns weiterhilft, gebe ich sie dir.“

Dehmahk nahm die Halskette entgegen und ein schelmisches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Gut, nun können wir beginnen.“

„Hier kommt das erste Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin leicht wie eine Feder, aber die stärksten Menschen können mich nicht halten. Was bin ich?“

Die drei Freunde überlegten kurz. „Ein Vogel?“ fragte Elaisha.

„Nein,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Versucht es noch einmal.“

„Vielleicht eine Wolke?“ riet Amaryd.

„Auch nicht,“ antwortete Dehmahk. „Noch einen Versuch.“

Aliyah dachte nach und dann rief sie: „Ein Atem!“

Dehmahk nickte anerkennend. „Sehr gut. Hier ist der erste Bernstein.“ Er reichte ihnen einen leuchtenden Bernstein.

Währenddessen versuchte Kieselchen, einen Krug Wasser zu holen, stolperte jedoch über seine eigenen Füße und verschüttete den Inhalt auf den Boden. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ stammelte der kleine Gargyl.

„Nun das zweite Rätsel,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich habe Städte, aber keine Häuser. Ich habe Berge, aber keine Bäume. Ich habe Wasser, aber keine Fische. Was bin ich?“

„Eine Wüste?“ vermutete Amaryd.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“

„Eine Landkarte!“ rief Elaisha.

Dehmahk lächelte und überreichte ihnen einen weiteren Bernstein. „Ihr seid klug. Hier ist der zweite Bernstein.“

Kieselchen versuchte derweil, einige Zutaten für Dehmahks Tränke zu sortieren, aber er stolperte über eine Kiste und verstreute die Inhaltsstoffe überall. „Oh nein, nicht schon wieder,“ murmelte Kieselchen verzweifelt.

„Und nun das dritte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Was hat Flügel, aber kann nicht fliegen? Was hat Augen, aber kann nicht sehen?“

„Eine Uhr?“ riet Aliyah.

„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.“

„Eine Nadel?“ versuchte Amaryd.

„Nein,“ antwortete Dehmahk. „Letzter Versuch.“

Elaisha dachte nach und dann sagte sie: „Eine Statue!“

Dehmahk lachte laut und nickte. „Richtig! Ihr habt gut geraten.“ Er überreichte ihnen den dritten Bernstein.

„Aber das Spiel ist noch nicht vorbei,“ fügte Dehmahk hinzu. „Ich habe noch weitere Rätsel für euch.“

„Das klingt gut,“ sagte Amaryd. „Wir sind bereit.“

Während Dehmahk das nächste Rätsel überlegte, versuchte Kieselchen einen schweren Mörser zu heben und ließ ihn prompt auf den Boden fallen, wodurch ein lautes Klirren die Höhle erfüllte. „Tut mir leid, Meister Dehmahk,“ piepste Kieselchen beschämt.

„Hier kommt das vierte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin schwerer als das größte Schiff, aber jeder kann mich tragen. Was bin ich?“

„Ein Berg?“ riet Elaisha.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“

„Ein Name!“ rief Aliyah.

„Sehr gut!“ sagte Dehmahk beeindruckt und überreichte ihnen einen vierten Bernstein.

„Das fünfte Rätsel lautet,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich gehe jeden Morgen und Abend um die Stadt, aber ich bewege mich nie. Was bin ich?“

„Ein Schatten?“ vermutete Amaryd.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“

„Vielleicht ein Uhrzeiger?“ schlug Elaisha vor.

„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“

Elaisha runzelte die Stirn, dann lachte sie. „Die Mauer!“

„Richtig,“ sagte Dehmahk lächelnd und übergab den fünften Bernstein. „Nun das sechste Rätsel: Ich habe ein Bett, aber ich schlafe nie. Was bin ich?“

„Eine Blume?“ riet Aliyah.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“

„Ein Fluss!“ rief Amaryd.

„Ihr seid wirklich schlau,“ lobte Dehmahk und überreichte den sechsten Bernstein.

Währenddessen versuchte Kieselchen, einige Flaschen auf einem Regal zu ordnen, aber er stieß sie um, wodurch sie klirrend zu Boden fielen. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ sagte Kieselchen kleinlaut.

„Das siebte Rätsel ist:“ sagte Dehmahk. „Ich kann sprechen, aber ich habe keine Zunge. Ich kann hören, aber ich habe keine Ohren. Was bin ich?“

„Eine Statue?“ riet Elaisha.

„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.“

„Ein Echo!“ rief Aliyah.

„Richtig!“ Dehmahk übergab den siebten Bernstein. „Nun das achte Rätsel: Was hat ein Herz, das niemals schlägt?“

„Ein Stein?“ vermutete Amaryd.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“

„Vielleicht eine Uhr?“ schlug Elaisha vor.

„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“

Elaisha überlegte kurz und rief dann: „Ein Kunstwerk!“


„Ihr habt alle Rätsel richtig gelöst,“ sagte Dehmahk erfreut und überreichte den letzten Bernstein. „Das war ein faires Spiel.“

„Vielen Dank, Meister Dehmahk,“ sagte Amaryd dankbar. „Das war sehr unterhaltsam.“

„Gerne doch,“ brummte Dehmahk. „Und nun hinfort mit euch, bevor Kieselchen noch mehr umwirft.“


Verlogene Schreiberlinge

Garether und Märker Herold

Diebstahl der Bernsteine aufgeklärt: Erfolgreicher Einsatz der Garethischen Criminal-Cammer

In einem bemerkenswerten Akt der Gerechtigkeit hat die Garethische Criminal-Cammer unter der weisen Führung der hochgeschätzten Inspectorin Vallusa Engstrand den rätselhaften Diebstahl der kostbaren Bernsteine ans Licht gebracht. Mit unermüdlichem Eifer und kluger Strategie haben die tüchtigen Mitglieder des Amtes VI. der Garethischen Criminal-Cammer ihre herausragende Kompetenz unter Beweis gestellt.

In den dunklen Gassen der Unterstadt ward ein grolmischer Händler aufgespürt, in dessen Besitz sich die gestohlenen Bernsteine befanden. Dank der meisterhaften Ermittlungsarbeit, sorgsamen Beobachtungen und dem Mut der tapferen Ermittler, konnte der Händler gestellt und die wertvollen Bernsteine wiedererlangt werden.

Inspectorin Vallusa Engstrand äußerte sich freudig über diesen Triumph der Gerechtigkeit: „Die unermüdliche Arbeit und die vorbildliche Zusammenarbeit unserer Inspectoren haben es ermöglicht, diesen kniffligen Fall rasch zu lösen und die gestohlenen Bernsteine ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzubringen.“

Die zurückgewonnenen Bernsteine werden nun den ehrbaren Bürgern in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer übergeben, welche voller Dankbarkeit und Erleichterung sind. Dieser erfolgreiche Einsatz zeigt erneut die Wachsamkeit und das Engagement der Garethischen Criminal-Cammer im Dienste der Sicherheit und des Wohlstands unserer Stadt.

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Amaryd, Elaisha und Aliyah saßen auf einer alten, kunstvoll geschnitzten Holzbank im Garten der Villa Ox. Der Duft von Blumen und frischem Gras erfüllte die Luft, doch die drei Freunde schienen davon unbeeindruckt. Vor ihnen lag der aktuelle Garether und Märker Herold, dessen Seiten im leichten Sommerwind flatterten.

„Das ist unglaublich!“ rief Amaryd empört und ließ die Zeitung sinken. „In keinem einzigen Wort wird erwähnt, dass wir die Bernsteine aus einer Feenwelt zurückgeholt haben!“

„Verlogene Schreiberlinge,“ murmelte Elaisha, die Arme verschränkt. „Sie haben die ganze Arbeit der Criminal-Cammer zugeschrieben.“

Aliyah schnaubte und schüttelte den Kopf. „Es war unsere Entdeckung und unser Mut, der die Bernsteine zurückgebracht hat. Wir sind durch das Labyrinth gegangen, haben den Einhornturm gefunden und mit dem Grolm gehandelt!“

Amaryd seufzte und ließ seinen Blick über den Garten schweifen. „Wir wissen, was wir getan haben. Vielleicht ist das wichtiger als Anerkennung in irgendeinem Artikel.“

Elaisha hob ein Blatt des Herolds auf und betrachtete es nachdenklich. „Warum machen wir nicht das Beste daraus?“ Ein schelmisches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Lasst uns Papierdrachen basteln und fliegen lassen!“

Aliyah kicherte und griff nach einem anderen Blatt. „Das ist eine großartige Idee. Zeigen wir diesen verlogenen Schreiberlingen, was wir mit ihrer Zeitung machen.“

Mit Eifer begannen die drei, die Seiten des Herolds in einfache, aber kunstvolle Papierdrachen zu falten. Die Klagen und der Ärger über den Artikel wichen bald einem spielerischen Wettkampf, wer den besten Drachen basteln konnte. Lachen erfüllte den Garten, als die ersten Drachen in die Luft stiegen und vom Wind erfasst wurden.

„Schau dir das an!“ rief Elaisha begeistert, als ihr Drachen eine elegante Kurve flog. „Vielleicht sollte ich Drachenbauerin werden.“

Amaryd lachte. „Wer hätte gedacht, dass die Zeitung doch noch zu etwas nützlich ist!“



Aventurische Monate

  1. Praios - Juli (Jahresanfang)
  2. Rondra - August
  3. Efferd - September
  4. Travia - Oktober
  5. Boron - November
  6. Hesinde - Dezember
  7. Firun - Januar
  8. Tsa - Februar
  9. Phex - März
  10. Peraine - April
  11. Ingerimm - Mai
  12. Rahja - Juni
  13. Namenlose Tage