Benutzer:Treumunde/Briefspiel: Unterschied zwischen den Versionen

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=Briefspiel Ina=
=Flügelschlag=
=Auf den Spuren Ongaloschs=
==Schatten in der Nacht==
==Kurzzusammenfassung==


*Wofaran kommt in den Besitz der Abenteuer der Zwergenschmiedin Ilgerta Kaltenstahl.  
In der [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]] herrschte nächtliche Stille, als der Mond sein silbernes Licht auf das Anwesen warf. In ihrem geteilten Zimmer lagen [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah von Palmyramis]] und [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha von Waraqis]] in ihren Betten, bereit für eine ruhige Nacht. Die Mädchen, beide von der gleichen [[Isha al‘Shaya|aranischen Schwertgesellin]] ausgebildet, waren vertraut mit den Geräuschen des Anwesens. Neben Aliyahs Bett stand ein kleines Bett mit einem Samtkissen, worin ihre Edelkatze Nala schlief.
*In diesen ist eine Route zu Ongaloschs Kate in Raschtulswall vermerkt
*Eine Gruppe aus Zwergen und Menschen um Igrolosch den Bruder Graf Ingramms zieht los auf Schatzsuche
*Sie kommen nach einigen Schwierigkeiten zu den unterirdischen Katakomben von Ongalosch
*Dort treffen sie auf einen Geisterdrachen mit Geisterschatz, den sie besiegen können.  
*Einige wenige Beutestücke sind echt und nicht von Geisterhand - darunter zwei alte Zwergenäxte, die nun in Ingramms Waffenkammer wechseln
*Die Überlebenden ziehen zurück nach Wandleth


==Reisegruppe==
Aliyah war bereits eingeschlafen, während Elaisha noch wach lag, den Mondschein betrachtend, der durch das Fenster fiel. Nala, die neugierige Katze, hatte sich auf den Fenstersims gelegt und schnurrte leise, als plötzlich Elaisha etwas Ungewöhnliches bemerkte. Große Schatten bewegten sich lautlos am Himmel. Neugierig ging Elaisha zum Fenster und beobachtete, wie eine große Gestalt mit gewaltigen Flügeln auf einem Dach landete.
* Igrolosch, Sohn des Ilkor, Bruder des Grafen vom Schlund und Geweihter des Herren des Schmiedefeuers
* Schlägelschwinger Karoscha, Tochter der Korgrimma aus der Kohlkochersippe - ist verantwortlich dafür, dass die Katakomben einstürzen
* Wolfaran von Ochs
* Korhilda von Sturmfels - verliert den linken Unterarm bei der Rettung Igroloschs
* Tsalinde (Wolfarans Knappe) - Redshirt - stirbt auf dem Hinweg
* Arnbrecht (Wolfarans Knappe) -  hinkt auch weiterhin nach einem Biss der Khoramsbestie
* Arnulf von Sturmfels (Sturmfelser Hausritter) - Redshirt  - stirbt in Ongalosch
* Roban von Sturmfels (Sturmfelser Hausritter) - Redshirt  - stirbt in Ongalosch
* Thimorn (Korhildas Knappe)
* Rorek, Sohn des Ramesch (Steinbrechersippe)  - Redshirt  - stirbt beim Abstieg
* Gorim, Sohn des Gomrund (Ganoschsippe) 
* Ingax, Sohn des Ingtasch(Arobeschsippe) - stirbt in Ongalosch
* Odilbert von Hinn (Ingerimm Geweihter und Prospektor)
* Gajus Optimax (Odilberts Neffe und Novize)
* Ted und Toddi, Söhne des Toth (Brilliantzwerge)


==Ein wunderbares Geschenk==
„Aliyah! Wach auf!“, flüsterte Elaisha aufgeregt und stieß ihre Freundin an. „Da draußen ist etwas!“
 [http://www.garetien.de/index.php/Geschichten:Auf_den_Spuren_Ongaloschs_-_Ein_wunderbares_Geschenk Ein wunderbares Geschenk]


==Ingrolosch Erkenntnis==
Aliyah rieb sich die Augen und setzte sich langsam auf. „Was ist los, Elaisha?“
[http://www.garetien.de/index.php/Geschichten:Auf_den_Spuren_Ongaloschs_-_Ingrolosch_Erkenntnis Ingrolosch Erkenntnis]


„Schau doch! Da draußen, auf dem Dach in der Weststadt!“


==Aus dem Wanderbuch des Odilbert von Hinn==
Gemeinsam blickten sie aus dem Fenster und sahen die geheimnisvolle Gestalt. Plötzlich schreckte Nala auf dem Fenstersims auf, ihre Augen weiteten sich vor Angst. Mit einem erschrockenen Maunzen verlor sie das Gleichgewicht und fiel vom Sims.


==Steintafeln von Arabasch==
„Nala!“, rief Aliyah entgeistert und eilte zum Fenster. Die Katze landete zum Glück sicher auf ihren Pfoten und schoss unter das Bett, wo sie sich zitternd versteckte.


==Mit dem Segen des Schmiedegottes==
„Was denkst du, was das ist?“, fragte Aliyah, ihre Stimme bebte leicht vor Angst.


==Geheimnisse des Walls==
„Ich weiß es nicht“, flüsterte Elaisha zurück. „Aber es sieht aus, als wäre es aus Stein. Und es bewegt sich weiter!“


==Todbringer in Nöten==
Plötzlich breitete die Gestalt ihre Flügel aus und erhob sich lautlos in die Luft. Die Mädchen verfolgten ihren Flug mit den Augen, wie sie auf dem Dach der zweistöckigen Villa der Patrizier [[Garetien:Familie Weidenhoff|Weidenhoff ]] landete. Dort blieb sie kurz, bevor sie weiter zum Haus der Alchimistin [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]] flog, die auch die Lehrmeisterin von Elaishas großem Bruder [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]] war.


==Khoramsbestien bei Nacht==
„Warum landet sie ausgerechnet dort?“, fragte Aliyah, ihre Augen geweitet vor Neugier.
Raschtulswall, Baronie Sturmfels, Markgrafschaft Perricum, 1041 BF


Der Aufstieg wurde immer anspruchsvoller und gefährlicher. Mehr und mehr mussten sie die Kletterhaken auspacken und sich auch weitere Strecken Hochseilen. Und alles beanspruchte bedeutend merh Zeit als gedacht.
„Was könnte sie dort wollen?“, fügte Elaisha hinzu. „Clea Cornweyler ist doch eine angesehene Alchimistin. Was hat diese Gestalt bei ihr zu suchen?“


Korhilda war hocherfreut in Yistarrech einen noch bergerfahrenen Streiter in ihren Reihen zu haben, der sich hier völlig natürlich und meist ohne Sicherung bewegte. Vor allem die Zwerge taten sich schwer, was die Kletterpartien anging, sie waren mehr wohl mehr den Weg hindurch als Oben drüber gewohnt.
„Meinst du, sie könnte Clea etwas Böses wollen?“, spekulierte Aliyah, ihre Stimme voller Besorgnis.


Nach einer längeren Strecke des Bergsteigens kamen sie auf einem recht großes Plateau an. Hier schien einst schon mal eine Gruppe Bergsteiger genächtigt zu haben. 
„Ich weiß es nicht“, sagte Elaisha. „Aber schau, sie fliegt weiter!“


Yistarrech und Korhilda hielten den Platz hier für ein ausgezeichnetes Basislager und begannen mit der Errichtung.
Die steinerne Gestalt hob sich erneut in die Luft und flog weiter in Richtung der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer. Die schmalen Gassen waren bei Nacht von Schatten verhüllt, und die Gestalt bewegte sich darin wie ein lautloser Schatten. Schließlich landete sie an einer Ecke der Gasse und verschwand kurz aus ihrem Sichtfeld. Die Mädchen hielten den Atem an und warteten gespannt. Nach einer Weile sahen sie die Gestalt wieder, wie sie plötzlich schnell und lautlos aus der Gasse herausflog und in der Dunkelheit verschwand.


So gab der Ort für heute ein gutes Nachtlager ab. Vor allem da der Weg weiter nach oben für die hellen Stunden des noch verbleibenden Tages zu lang war.
„Was macht sie dort?“, fragte Aliyah, das Herz schlug ihr bis zum Hals.


Igrolosch kümmerte sich um das Feuer, während Rorek und Ingax mit Unterstützung von Tsalinde und Thimorn das Nachtlager herrichteten. Korhilda und Karoscha kümmerten sich um die Einteilung der Nachtwachen während Rorek und Gorim das Essen vorbereiteten.  
„Ich habe keine Ahnung“, murmelte Elaisha. „Aber es sieht aus, als hätte sie ein Ziel. Vielleicht ist es ein Wächter oder ein Bote.


Wolfaran entdeckte währenddessen einige Überbleibsel des alten Bergsteigerlagers - darunter ein altes, stark mitgenommenes Expeditions Logbuch. Wenn es die Zeit mal zuließe, würde er es sich genauer anschauen.
„Wir müssen unbedingt Amaryd davon erzählen“, entschied Elaisha schließlich. „Er wird wissen, was zu tun ist.


Allesamt waren sie kaputt und müde, weshalb sie sich früh zum Schlafen hinlegten.  
Aliyah nickte, erleichtert, dass sie einen Plan hatten. „Das ist eine gute Idee. Er kann uns helfen.“
Gegen Morgengrauen wurden sie durch das Gebrüll von Arnbrecht und Wolfaran geweckt. „Zu den Waffen, zu den Waffen wir werden angegriffen.“


Zum ihrem Glück hatten sie diese Stelle zum Nächtigen gewählt, sie versprach mehr Vorteile im Kampf als die weitere Umgebung.
In der Zwischenzeit fiel den Mädchen auf, dass die fliegende Gestalt den zahlreichen Steinstatuen auf dem Alten Wasserturm ähnelte. Diese Statuen waren bekannt für ihre finsteren Ausdrücke und düstere Ästhetik.


Karoscha war die Erste, die ihren Hammer schlag bereit in der Hand hielt und mit einem wirbelnden Rundumschlag zwei Khoramsbestien in die Tiefe schleuderte.  
„Sieht diese Gestalt nicht genauso aus wie die Statuen auf dem Alten Wasserturm?“, fragte Aliyah, ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen.


Wolfaran hatte mit seinem Schwert ein Tier zu Strecke gebracht, wohin gegen Arnbrecht mit einer tiefen Bisswunde niederkniete.
„Ja, das tut sie tatsächlich“, stimmte Elaisha zu, ihre Stimme vor Verwunderung kaum hörbar. „Was hat es damit auf sich? Warum bewegt sich eine Statue durch die Nacht?“


Odilbert konnte gerade noch mit seiner Prospektoren Hacke hinzu springen und einer Bestie die Flanke aufreißen, die zum Sprung auf seinen Novizen angesetzt hatte. Schnell zog er den Jungen hinter seinen breiten Rücken in Deckung.
Die Mädchen beschlossen, bis zum Morgen zu warten, bevor sie jemanden alarmierten. Beide legten sich wieder hin, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Die Bilder der steinernen, geflügelten Gestalt verfolgten sie die ganze Nacht. Was immer das Wesen war, das sie gesehen hatten.


Ihr Schwert schwingend erledigte sich Korhilda eines weiteres Raubtieres, als ein tiefer Schrei alle brandmarkte. Mit voller Wucht hatte eine Khoramsbestie die junge Tsalinde von dem Plateau gestoßen. Todesschreie begleiteten ihren Sturz.
==Bericht der Garethischen Criminal-Cammer==
'''Garethische Criminal-Cammer'''<br>
<big>'''Bericht zum Diebstahl von Bernsteinen'''<br></big>
'''Abteilung:''' Amt VI. der [[wikav:Garethischen Criminal-Cammer|Garethischen Criminal-Cammer]]<br>
'''Verfasserin:''' Inspectorin [[wikav:Vallusa Engstrand|Vallusa Engstrand]]<br>
'''Leitender:''' Rechtswahrer [[wikav:Geronius Bosko|Geronius Bosko]]<br>
<br>
'''Bericht:'''<br>
'''Datum:''' 16.04.1047<br>
'''Ort des Vorfalls:''' [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Lynciriumsgasse]] der Bernsteinschleifer, Weststadt, Gareth<br>
In der Nacht vom 15. auf den 16. wurde ein schwerer Diebstahl in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer verübt. Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden, als die meisten Bewohner der Gegend schliefen.<br><br><br>
'''Tatbestand:'''<br>
• Unbekannte Täter drangen gewaltsam in mehrere Werkstätten und Geschäfte ein.<br>
• Die Eingangstüren wurden mit erheblicher Kraft zerschmettert, was auf den Einsatz von schwerem Werkzeug oder magischen Mitteln schließen lässt.<br>
• Große Mengen an bearbeiteten und unbearbeiteten Bernsteinen wurden gestohlen.<br>
• Die Täter konnten ungesehen entkommen, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass sie sich eine gewisse Zeit in den Gassen aufhielten.<br><br><br>
'''Zeugenberichte:'''<br>
• Anwohner berichteten, sie hätten verdächtige Geräusche gehört, jedoch konnte niemand genau beschreiben, was oder wer diese verursachte.<br>
• Eine Zeugin erwähnte flüchtig, sie habe in der Dunkelheit schemenhafte Gestalten gesehen, die sich schnell und lautlos bewegten.<br><br><br>
'''Tatortbesichtigung:'''<br>
• Die Werkstätten wiesen keine Anzeichen von Aufbruchsspuren an Fenstern oder Hintereingängen auf, was darauf schließen lässt, dass die Täter gezielt die Vordertüren zerstörten.<br>
• An den Tatorten wurden keine Spuren oder andere direkte Beweise gefunden, die auf die Identität der Täter hinweisen könnten.<br><br><br>
'''Besondere Beobachtungen:'''<br>
• In der Nähe des Tatorts wurde eine ungewöhnliche Spur von steinernen Bruchstücken gefunden, die möglicherweise mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten.<br>
• Zeugen haben angegeben, dass sie in der Nacht eine steinerne, geflügelte Gestalt beobachtet hätten, die sich in der Nähe der Tatorte bewegte. Diese Berichte entsprechen den Beschreibungen von Statuen auf dem Alten Wasserturm.<br><br><br>
'''Zugewiesene Unterstützung:'''<br>
• Die Praioskirche wurde über den Diebstahl in Kenntnis gesetzt.<br>
• Der Geweihte [[Garetien:Aurentian von Luring|Aurentian von Luring]] von der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale wurde als Verbindungsperson zugeteilt und wird bei den Ermittlungen unterstützen.<br>
• Der Richter des Freigerichts in Gareth ist über die weiteren Ermittlungen in Kenntnis zu setzen.<br><br><br>
'''Schlussfolgerung:''' Der Diebstahl von Bernsteinen in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer stellt ein schwerwiegendes Verbrechen dar, das mit großer Raffinesse und Gewalt verübt wurde. Die Spuren deuten darauf hin, dass die Täter möglicherweise ungewöhnliche oder magische Fähigkeiten besitzen könnten. Die Berichte über die steinerne Gestalt werfen zusätzliche Fragen auf, die einer näheren Untersuchung bedürfen.<br><br><br>
'''Empfohlene Maßnahmen:'''<br>
• Verstärkte Patrouillen in der Lynciriumsgasse und umliegenden Vierteln.<br>
• Befragung weiterer Zeugen und Anwohner zur Sammlung zusätzlicher Hinweise.<br>
• Untersuchung der steinernen Bruchstücke und Vergleich mit den Statuen auf dem Alten Wasserturm.<br>
• Einholung magischer Expertise zur Bewertung und Analyse möglicher magischer Einflüsse.<br><br><br>
Gez. Inspectorin Vallusa Engstrand<br>
Überprüft und genehmigt Rechtswahrer Geronius Bosko
<br><br>
• nachträgliche Anmerkung: [[Garetien:Racalla von Hirschfurten|Racalla von Hirschfurten]] wird von der [[Garetien:Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth|Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth]] als Experte in magischen Sachverhalten zur Verfügung gestellt


Voller Wut hackten die Zwerge Gorim und Ingax auf das Tier ein.
==In den verwinkelten Gassen==
Die Nacht legte sich langsam über Gareth, und in der [[Garetien:Haus der Alchimie Cornweyler|Alchimistenwerkstatt]] von [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]] brannte noch immer Licht. [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], ihr Schüler, saß an einem Arbeitstisch und beobachtete gespannt, wie Clea verschiedene Zutaten in einen großen Kessel gab. Die ehemalige Hesindegeweihte war bekannt für ihre Kunstfertigkeit im Brauen von Tränken und lehrte ihren wissbegierigen Schüler mit Geduld und Hingabe.


Sie hatten mit vereinten Kräften die Bestien vertrieben und gesiegt. Es war jedoch ein teurer Sieg, den die Knappin Wolfarans mit ihrem Leben bezahlte und ihn selbst in Trauer und Zweifel trieb.
„Das Elixier, das die Widerstandsfähigkeit erhöht, wird des Nachts bereitet, wenn das sich rundende oder volle Mal der Mada im Sternenbild des Gehörns steht,“ erklärte Clea und goss sorgfältig eine dickflüssige, goldene Substanz in den Kessel. „So steht es in den alten Büchern geschrieben.


Tsalinde war tief gefallen, zu tief um ihren Leichnam zu bergen und borongefällig zu bestatten. Bevor der Weg der Gruppe sie weiter führen würde, beteten sie zu Ehren der Verstorbenen.
Amaryd notierte sich ihre Worte gewissenhaft in sein Lehrbuch. „Aber warum genau in dieser Nacht, Meisterin?“


Igrolosch sprach warme Worte und tröstete den leidenden Schwertvater Wolfaran, der noch lange am Abhang stand und sich dann grimm herum wandt.
Clea lächelte weise und rührte langsam im Kessel. „Die Stellung der Sterne und der Monde beeinflusst die magischen Kräfte der Zutaten. In dieser speziellen Konstellation entfalten sie ihre volle Wirkung.


[Ina, Jan]
Plötzlich durchbrachen ungewöhnliche Geräusche die Stille der Nacht. Ein leises Krachen und Rascheln drang durch die Wände der Werkstatt. Clea und Amaryd blickten sich alarmiert an.


==Im Reich der uralten Zwerge==
„Hast du das gehört?“, fragte Amaryd.
Raschtulswall, Markgrafschaft Perricum, 1041 BF


Yistarrech, der die Gruppe seit dem Vorfall mit den Khoramsbestien, sicher durch das weitere Gebirge geführt hatte, deutete aus der Entfernung auf einen Loch in der Felswand, einige Schritt in der Höhe gelegen. „Da, da ist der Ort zu dem ihr wollt.“
„Ja, das kam aus den Nachbarhäusern,“ antwortete Clea besorgt. „Lass uns nachsehen.“


Igrolosch stutze „Sollte Ongaloschs Kate nicht eine Festung oben auf der Spitze eines Berges sein.
Sie legten ihre Utensilien beiseite und schlichen zur Tür. Als sie die Werkstatt verließen, sahen sie im dämmrigen Licht eine große Gestalt, die sich zwischen den Häusern bewegte. Die Gestalt war groß, mit ausgebreiteten Flügeln, die im Mondlicht glänzten.


„Hier ist der Eingang zu den Katakomben. Ihr Zwerge habt schon immer tief gegraben.“  
„Das ist ein Gargyl,“ flüsterte Clea und zog Amaryd hinter eine Ecke. „Aber er verhält sich seltsam.“


„Nun gut, dann wollen wir mal“ Ingax war aufgeregt und ging schon mal vor. Karoscha folgte ihm lieber schnell und passte auf den Zwergen auf.
Der Gargyl schien sich an einer Tür zu schaffen zu machen, als Amaryd plötzlich rief: „Halt, wer da!“


„Danke, dass Du uns den Weg gezeigt hast.“ Korhilda verabschiedete den Ferkina, dessen Namen ihr irgendwie bekannt vorkam. Sie wusste nur nicht woher. Er schien sich zumindest öfter mit anderen Menschen anderer Kulturen, wenn man seine so nennen wollte, zu unterhalten, denn sein Garethi war sehr passabel.
Der Gargyl zuckte zusammen, ließ von der Tür ab und breitete schnell seine Flügel aus. Mit einem kräftigen Flügelschlag erhob er sich und flog in eine nahegelegene Gasse. Clea sah ihm nach, ihre Stirn in Falten gelegt.


Der restliche Trupp setzte seinen Weg zum Höhleneingang fort. Arnulf und Robur kümmerten sich um den Aufstieg und zurrten das Klettergeschirr fest.  
„Er verhält sich nicht wie ein normaler Gargyl,“ murmelte sie.


Es dauerte einige Stundengläser bis sie den Eingang zur alten Zwergenfeste, der von Nahem noch wenige verwitterte Verzierungen aufwies – wenn auch nur noch der unterirdische Teil davon zu stehen schien, erreicht hatten.
Doch bevor Clea Amaryd aufhalten konnte, rannte er der fliegenden Gestalt nach. „Wir müssen ihn aufhalten!“


Igrolosch entzündete die Fackeln, als sie sich vorsichtigen Schrittes in die tiefe Schwärze begaben.  
Zwei Stadtgardisten, die in der Nähe patrouillierten, sahen den jungen Mann rennen und schlossen sich ihm an. Gemeinsam jagten sie durch die engen, verwinkelten Gassen der Stadt. Der Gargyl schien immer einen Schritt voraus zu sein, doch sie ließen nicht locker.


Die vorhandenen Spinnweben und der Modergeruch verrieten, dass schon lange kein zweibeiniges Wesen hier hinein gegangen war. Aber das passte ja zu den Erzählungen Yistarrechs, der die Zwerge vor diesem Ort gewarnt hatte.
„Da vorne, er fliegt wieder höher!“, rief einer der Gardisten. „Schnell, wir müssen ihn einholen!“
Igrolosch führte die Bande an. Gorim kennzeichnete eine jede Wegkreuzung mit einem Zeichen, während Rorek lieber einen dicken Faden hinter sich her sponn – zur Sicherheit, doppelt hielt besser.


Korhilda und Wolfaran folgten direkt hinter dem Geweihten des Schmiedegottes, während Arnulf, Robur und Arnbrecht die Nachhut bilden.  
Sie hasteten durch dunkle Gassen, sprangen über niedrige Mauern und wichen Hindernissen aus. Der Gargyl flog über ihren Köpfen, immer wieder die Richtung wechselnd, als ob er versuchte, sie abzuschütteln. Amaryd spürte sein Herz rasen, doch er gab nicht auf.


Die unterirdischen Gänge in der Zwergenfestung waren hoch und breit, gar riesig. Sie kamen an Höhlen, es waren wohl mal Zimmer, vorbei. Die Einrichtungsgegenstände, wenn sie nicht aus Stein oder Erz gefertigt waren, waren allesamt dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen.
Plötzlich schwebte der Gargyl auf eine hohe Mauer zu und verschwand spurlos. Amaryd und die Gardisten blieben abrupt stehen, keuchend und völlig außer Atem. Clea holte wenig später auf, ihr Gesicht ebenso verwirrt.


Karoscha strich mit ihrer Hand über riesengroße Striemen an der Wand. Sie war sich sicher, das waren Spuren von Drachenklauen. Dann stimmte es also, dieses Zwergenreich verlor den Kampf gegen diese Geschuppten. Waren die Höhlen etwa doch so gefährlich wie der Ferkina behauptet hatte?
„Wo ist er hin?“, fragte einer der Gardisten ungläubig. „Er war doch direkt vor uns!“


Vereinzelt kamen sie an äußerst porösen oder fast in Gänze zerfallenen Skeletten vorbei, in dessen zwergischem Körper schon vor Urzeiten die Lebensflamme erloschen war. Die Habseligkeiten der Toten beschränkten sich auf vermoderte Kleidungsfasern, sowie verrostete Rüstungen und Waffen.
„Das... das ist unmöglich,“ stammelte Amaryd. „Er kann doch nicht einfach verschwunden sein.


Das ist hier ein riesengroßer Boronanger, dachte die Sturmfelser Baronin, ohne es laut auszusprechen.
Die zweite Wache sah sich hilflos um und meinte schließlich: „Magier... wir benötigen Magier.“


Wo war all der Glanz, von dem die alten Geschichten berichten?
==Das Geheimnis der Nirgendgasse==
Die Nacht hatte sich tief über die Kaiserstadt Gareth gesenkt, als [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]] und die Magierin [[Garetien:Racalla von Hirschfurten|Racalla von Hirschfurten]] in die schmale Gasse traten, in der der Gargyl vor Amaryds Augen plötzlich verschwunden war. Die Magierin wurde von ihrer Akademie mit dieser Aufgabe betraut, nachdem die Garethische Criminal Kammer nach magischer Unterstützung anfragte. Der Praiosgeweihte [[Garetien:Aurentian von Luring|Aurentian von Luring]] begleitete sie, seine Miene grimmig und skeptisch.


[Ina, Jan]
„Es war hier,“ sagte Amaryd, als er auf die Stelle zeigte, an der der Gargyl in der Luft verschwand. „Genau hier hat er sich in Luft aufgelöst.“


==In den Gängen von Ongaloschs Kate==
Racalla betrachtete die Umgebung aufmerksam, ihre Augen leuchteten sanft im Mondschein, als sie ihre magische Energie fokussierte. „Hier hat eindeutig Magie gewirkt. Es liegt eine seltsame Aura über diesem Ort,“ murmelte sie und strich mit den Fingern über die Luft, als würde sie unsichtbare Fäden berühren.
Raschtulswall, nahe oder auf der Grenz zur Markgrafschaft Perricum, 1041 BF


Igrolosch führte sie weiter tief in den Berg hinein. Mit ein wenig Phantasie, da waren sich alle einig, musste das hier in seiner Blütezeit ein kolossaler Ort gewesen sein.
Aurentian verzog das Gesicht. „Magie? Natürlich. Was auch sonst.


Immer weiter stiegen sie in die Katakomben hinab, in denen sie bisher nur Knochengerippe sowie Verrostetes und Vermodertes gefunden hatten. Da blieb der Bruder des Grafen vom Schlund stehen und leuchtete mit seiner Fackel an ein riesiges steinernes Portal. Es musste einst mit Edelsteinen und Goldornamenten besetzt gewesen sein, mutmaßte Ingax und deutete dabei auf Abdrücke und leere Einkerbungen. Rorek fluchte, wieder kein Schatz.
Clea, die mit besorgter Miene die Gasse entlangblickte, wandte sich an die anderen. „Scher dich in die Nirgendgasse“, sagte sie nachdenklich, eine alte Redewendung der Garether Bürger gebrauchend.


Vor der Pforte lagen unzählige Steine aufgehäuft. Da dieses der einzige weitere Weg zu sein schien, wie Gorim anmerkte, entschlossen sich die restlichen den Pfad frei zu räumen.  
Racalla hob eine Augenbraue und nickte verstehend. „Das könnte sehr gut sein.“ Sie begann, mit komplizierten Handbewegungen eine magische Abhandlung zu vollführen, ihre Bewegungen elegant und präzise. „[[wikav:Nirgendgassen|Nirgendgassen]] sind teilweise temporäre Wege in oder durch den Limbus, manchmal auch Stellen oder Wege, die durch magische Einwirkung verkrümmt, verborgen oder anderweitig verändert sind. Es ist, als ob sie zwischen den Welten existieren, sich unserem gewöhnlichen Blick entziehen.


Die Stunden verrannen im Glas. Sie wechselten sich immer wieder ab, Stein um Stein trugen sie beiseite.  
Aurentian seufzte schwer und verschränkte die Arme. „Diese finden sich nur in Gareth. Seitdem in der Ersten Dämonenschlacht bei Gareth eine Globule zerstört wurde, ist das Sphärengefüge vor Ort dauerhaft verändert. Die Anwohner sind meist so an diese Seltsamkeiten gewöhnt, dass sie sie kaum mehr wahrnehmen und wie selbstverständlich benutzen. Sie nennen es auch Schattenpfade.
Nur Odilbert hatte sichtlich Freude an jedem einzelnen Stein den er in die Finger bekam, um ihn erst ausgiebig zu begutachten, dann über seine Beschaffenheit und Entstehung zu schwadronieren, um ihn erst dann an der gegenüberliegenden Seite geordnet abzulegen.  
Als dann endlich der letzte der Felsbrocken jenseits des Tores lag, entschlossen sie sich mit vereinten Kräften das Portal zu öffnen.


Erst einen Spalt, dann immer weiter. Es schimmerte hell und glänzend aus diesem Raum.  
Clea runzelte die Stirn, ihr Blick intensiv auf den Boden gerichtet. „Das könnte auch erklären, warum der Gargyl anders war. Vielleicht war es diese [[wikav:Gagolschwinge|Unterart]] aus den Feenwelten.


Die Zwerge rieben sich verwundert die Augen und auch die Menschen konnten kaum glauben, was sie da sahen. Da war er also der Reichtum der Uralten Zwerge von Ongalosch – Berge voll Gold.
Aurentian rollte genervt mit den Augen. „Hatte der Bernsteindiebstahl wirklich mit Feenwesen und [[wikav:Mandariels Reich|Feenwelten]] zu tun? Ich hasse diese magischen Phänomene.


Bei Ingax gab es kein Halten mehr und auch Rorek, Gorim und Karoscha, wurden von der Goldgier übermannt und liefen ohne sich umzusehen Schnurstraks in Richtung des Schatzes und stopften all das Gold, die Prunkstücke und die Edelsteine nur so in ihre Taschen. Auch Igrolosch wurde in den Bann gezogen. Er entdeckte eine glänzende Rüstung, welche er phexgeschwind überwarf.
In der Nähe standen [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], seine Schwester [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und ihre Freundin [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] und lauschten neugierig. Die drei Jugendlichen konnten kaum ihre Aufregung verbergen.


Wolfaran und Arnbrecht jauchzten vor Glück. Arnbrecht spürte in einem Haufen voller Gold zwei wundervoll verzierte Äxte  auf, währenddessen Wolfaran gleich Gefallen an einem, ihm seltsamerweise passenden, Kettenhemd fand.  
„Hörst du das?“, flüsterte Elaisha. „Nirgendgassen, Schattenpfade, Feenwesen, Feenwelten. Das klingt alles so spannend!“


Robur und Arnulf folgten dem Bärenauer und seinem Knappen und scheffelten Edelsteine in ihren Wams. Doch Korhilda war skeptisch und  hielt in der Zwischenzeit ihren Knappen Thimorn zurück und verfolgte die Szenerie aufmerksam.  
Aliyah nickte begeistert. „Wir müssen herausfinden, wie wir der Spur des Gargyls folgen können. Wer weiß, wohin uns das führt!“


Ihre Nackenhaare kräuselten sich vor Entsetzen, als sie eine tiefe markdurchdringende Stimme hörte, die die Wände zum Beben brachten.
Amaryd war ebenfalls fasziniert und flüsterte: „Lasst uns die Erwachsenen im Auge behalten. Das wäre ein echtes Abenteuer!“


„Wer ist da in meinem Reich, welches Diebespack stiehlt meinen Schatz?“
Während die Erwachsenen ihre Diskussion fortsetzten und nach Hinweisen suchten, schritten die drei Jugendlichen in die Dunkelheit der Gasse, ihre Herzen klopften vor Aufregung. Die schmalen Straßen und engen Gassen Gareths schienen voller Geheimnisse und Mysterien zu sein, und die Vorstellung, Teil dieses Abenteuers zu werden, ließ ihr Blut in den Adern pulsieren.


==Isulfur der Knochenbrecher==
Racalla wandte sich plötzlich um und blickte die Jugendlichen streng an. „Ihr solltet hier nicht herumlungern. Dies ist keine Spielerei.“
Raschtulswall, Markgrafschaft Perricum, 1041 BF


Aus den Tiefen des Schatzberges gruben sich große Pranken heraus. Die Goldmünzen, die Edelsteine und Pokale kullerten nur so umher, als sich ein fünfköpfiger Riesenlindwurm ehrfurchtsvoll vor ihnen erhob, sowas hatte noch keiner von ihnen gesehen.
Amaryd, Elaisha und Aliyah sahen sich an, wissend, dass sie trotz der Ermahnung nicht einfach gehen würden. Auch war Racalla kaum älter als sie selbst, und schon so bestimmend im Tonfall. Sie wollten mehr über diese Nirgendgassen erfahren und das Geheimnis des Gargyls lüften.


„Mein Name ist Isulfur der Glänzende oder wie das kleine Volk mich nannte Isulfur der Knochenbrecher, weil ich ihnen alle Knochen brach.“
Clea seufzte und schüttelte den Kopf. „Es gibt immer mehr Fragen als Antworten. Aber wir müssen dranbleiben. Lasst uns zurück zu meiner [[Garetien:Haus der Alchimie Cornweyler|Werkstatt]] gehen und unsere Forschungen vertiefen.“


Robur und Arnulf standen am Nächsten an dem Drachen und zogen so schnell sie konnten ihre Waffen. Robur stutzte beim näheren Anblick des
„Und vielleicht finden wir endlich heraus, was wirklich vor sich geht,“ ergänzte Racalla, ihre Augen leuchteten. Es schien interessant zu werden.
Geschuppten. „Seht, er ist ein Geist, er muss einer sein, er kann uns nichts tun…“.
Gerade hatte er seinen Satz beendet als der Geisterdrache dem Sturmfelser Hausritter den Kopf abbiss und das Blut nur so aus seinem Hals spritze.


„Formation, Formation“ schrie Karoscha. Während der Geschuppte, war nun Tod, lebendig oder irgend etwas dazwischen, sich aufbaute. Fauler Zauber oder nicht, das war in diesem Augenblick gleich. Zum Glück hatten sie ihre Waffen weihen lassen.
„Das wird eine lange Nacht,“ murmelte Aurentian düster.


Die Goldgier war der Wut auf Geschuppte gewichen und Rorek, Gorim und Ingax griffen geistesgegenwärtig einen im Schatz liegenden Drachentöter. Wie ein eingespieltes zwergisches Spießgespann rannten sie auf den Wurm zu und - tatsächlich spießten einen seiner Köpfe auf. Da waren es nur noch vier. Dieses Geschöpf war nicht unbesiegbar und sein Leib zeigte ebenso etliche, alte offene Wunden, aus denen allerdings kein Blut rann.
Amaryd, Elaisha und Aliyah folgten im gebotenen Abstand. Aber abschütteln lassen, wollten sie sich nicht.


Odilbert war ehrfürchtig im Eingang stehen geblieben und fing nun laut an eine Liturgie zu rezitieren. Eiskaltes Geisterfeuer schlug ihm entgegen, hüllte ihn ein und schleuderte ihn in ein Loch das sich im Boden auftat. Die uralte Anlage zerfiel unter dem Toben des Drachen.
==Kieselchen, ganz groß==
In einer unterirdischen Höhle, verborgen tief im Herzen eines dichten Waldes nahe des Einhornturms, werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Die Wände der Höhle waren mit leuchtenden Kristallen gesäumt, die in allen Farben des Regenbogens schimmerten. Dehmahk hatte eine große Anzahl von Gerätschaften um sich herum angeordnet, und in einem großen Kessel blubberte ein geheimnisvoller Trank.


Igrolosch kreiste inzwischen seinen ingerimmgeweihten Hammer über seinem Kopf und lief mit einem in brünstig gebrüllten Kampfschrei in Richtung des Drachens. Mit der Macht des Herren Angrosch zermalmte er mit einigen festen Schlägen, selbst Wunden tragend, einen weiteren Kopf des Riesenlindwurms. Da waren es nur noch seiner drei.  
„Bernstein, Bernstein... immer nur Bernstein...“ brummte Dehmahk vor sich hin, während er sorgfältig einen leuchtenden Bernsteinstein zerkleinerte und die Splitter in den Kessel warf. „Zauberkraft muss herbei... und ein Schuss Mondlicht dazu...


Wütend tobte Isulfur durch seinen Hort. Seine drei verbliebenen Köpfe als Waffe einsetzend. Ruckartig schlug er mit dem einen Kopf Ritter Arnulfs Schwert beiseite, es zischte leise, um mit dem anderen Kopf seinen Leib quer durch den Raum zu schleudern. Bis er an der gegenüberliegenden Wand blutüberströmt und leblos zu Boden sank.
Mit mürrischen Bewegungen mischte und zauberte er weiter, als plötzlich ein großer Schatten den Höhleneingang verdunkelte. Ein mächtiger Gargyl schwebte lautlos herein. Doch kaum hatte er den Boden berührt, schrumpfte er zusammen und verwandelte sich in einen winzigen, tolpatschigen Gargyl.


Währenddessen schlug Karoscha mit gigantischer Wucht auf einen der herabstürzenden Köpfe des Geisterdrachen, dabei stolperte sie und ihr Hammer knallte mit voller Kraft an eine der tragenden Säulen der Halle. Die alte und mitgenommene Säule ächzte und wackelte. Ein Steinblock löste sich von der Decke und raste zu Boden.
„Kieselchen, was bist du außer Atem?“ rief Dehmahk und blickte auf den kleinen Gargyl, der keuchend vor ihm stand und wild mit den Flügeln flatterte.


Igrolosch war durch seine angroschgefällige Liturgie abgelenkt, die er gerade angestimmt hatte und merkte nicht das drohende Unheil, was ihm von Oben dräute. Karoscha schrie nur ein langgezogenes „Igrolosch zur Seite“.
„Oh, Meister Dehmahk,“ begann Kieselchen, während er versuchte, seine Flügel zu ordnen und dabei über seine eigenen Füße stolperte. „Ich war in der [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|großen Stadt]], um die benötigten Materialien für deine Tränke zu besorgen, aber beim versuchten Einbruch wurde ich von einem [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Menschling]] gestört!“


Im gleichen Atemzug stieß die Baronin von Sturmfels, die vom Eingang gerade heranstürmen wollte um dem Untier selber noch Schläge versetzen zu können, den Meister der Esse weg aus der Gefahrenzone und schrie unter großen Schmerzen auf, als der Felsbrocken ihren linken Unterarm unter sich begrub und die Ritterin an den Boden fesselte.
Dehmahk hob eine buschige Augenbraue und schüttelte den Kopf. „Kieselchen, du bist wohl auf einem tollkühnen Abenteuer!“


Korhilda keuchte heftig, als Wolfaran sich neben sie kniete. Sie kniff ihre Augen mehrmals zusammen, um nicht die Selbstbeherrschung und das Bewusstsein zu verlieren. Die Sturmfelserin, schweißgebadet, lehnte ihren Kopf an den Steinbrocken und sammelte ihre Worte. „Wolfaran du musst mir zuhören und jetzt das tun, was ich dir sage.Er nickte, doch hörte er nicht zu.
Kieselchen ließ die Schultern hängen, wobei er fast über den eigenen Schwanz stolperte. „Ja, Meister. Ich konnte nicht alle Materialien beschaffen. Ein paar wachsame [[Garetien:Clea Cornweyler|Bürger]] haben mich gesehen und ich musste fliehen. Fast hätte ich einen Brunnen mit dem Kopf gerammt!


Rorek, Gorim und Ingrax kamen mit ihrem Drachentöter angerannt, nutzten ihn als einen langen Stab und versuchten mit einem Hebel den Stein zu bewegen – ohne Erfolg, als Korhilda Wolfaran harsch mit schmerzverzertem Gesicht anfauchte. „Junge, komm her!“, sie legte ihre zitternde Hand an sein Kinn und schaute ihm ganz scharf in die Augen. „Nimm die Axt, hinter Dir.“ Er starrte wirr. Korhilda schlug ihm so fest sie noch konnte mit der Hand ins Gesicht. „Nimm die Axt, verdammt nochmal.“ Dieses Mal befolgte Wolfaran ihre Anweisungen und schaute sie an. „Und jetzt Mutter?
Dehmahk lachte leise und klopfte dem kleinen Gargyl freundlich auf den Rücken. „Ach, mein lieber Kieselchen, du hast es versucht. Aber keine Sorge, wir werden schon einen Weg finden, um die fehlenden Zutaten zu beschaffen. Vielleicht brauchen wir einfach einen besseren Plan.“


Korhilda zog sich mit den Zähnen den rechten Handschuh von den Fingern. „Und jetzt schlägst Du mir den Unterarm ab.Konsterniert schaute er in ihre Richtung. Sie schrie fast wahnsinnig vor Schmerz „Schlag ihn ab, willst Du eine tote Mutter oder eine einarmige Mutter? Ich präferiere letzteres! Schlag ihn ab!!!“
„Meinst du wirklich, Meister?fragte Kieselchen hoffnungsvoll, während er versuchte, eine Rolle Pergament aufzuheben und dabei fast ein Regal umwarf.


Die Sturmfelserin biss fest in ihren ledernen Handschuh als Wolfaran mit einem Schlag ihren linken Unterarm abtrennte.  
„Natürlich!“ brummte Dehmahk. „Alchemie erfordert Geduld und Erfindungsreichtum. Und manchmal... auch ein bisschen Abenteuerlust,“ sagte er augenzwinkernd.


Das Blut spritzte aus der Wunde, als Igrolosch mit seinem brennenden Hammer die Wunde verschloss. Schmerzerfüllt kniete Korhilda am Boden und blickte auf ihren Armstummel. Igrolosch legte ihr die Hand auf die Schulter. „Ich werde ewig in Deiner Schuld stehen, danke, Korhilda.
„Wie können wir das nächste Mal sicherstellen, dass wir erfolgreich sind?“ fragte Kieselchen, während er unbeholfen versuchte, auf einem Stuhl Platz zu nehmen und dabei fast herunterfiel.


„Dafür nicht.“ keuchte die Sturmfelserin, als sie einen der Drachenköpfe auf sich zukommen sah. Sie griff ihr Schwert fester und wehrte den Angriff gerade noch ab. Korhilda war auch mit nur einem funktionstüchtigen Arm zum Glück immer noch eine hervorragende Kämpferin.
Dehmahk überlegte einen Moment und kratzte sich am Bart. „Vielleicht sollten wir eine Tarnung verwenden. Ich könnte Dich als Vogel verzaubern oder...“ Dehmahk stutzte und lachte dann herzhaft. „Oder vielleicht als eine kleine, harmlose Katze!“


Gemeinsam mit den ihr Zurseitestehenden, trennte sie einen Kopf mit einem wuchtigen Schlag ab und schleuderte mit einem Gegenangriff einen zweiten Kopf beiseite, direkt in Reichweite ihres Sohnes, der voller Zorn die Axt schwang und einen der Köpfe abtrennte. Da war es nur noch einer.
Kieselchen kicherte bei dem Gedanken und stolperte fast über seine eigenen Flügel. „Eine Katze? Das wäre lustig!“


Der Drachenkopf schlug wild um sich, als sich Karoscha mit einem waghalsigen Sprung ihm in den Weg stellte. „Nimm dieses, du Ungetier“. Die Schlunder Schlägelschwingerin zerquetschte mit deftigen Hammerschlägen, aus etlichen Wunden blutend, den letzten Kopf.
„Ja, lustig und nützlich,“ stimmte Dehmahk zu. „Und jetzt, lass uns sehen, was wir aus den gesammelten Materialien zaubern können. Ich habe da so meine Ideen. Vielleicht gelingt uns trotz allem ein wunderbarer Trank!“


Völlig außer Atem suchten sich die Blicke der Überlebenden, als Thimorn vom Halleneingang schrie. „Raus hier, alle Mann raus, die Halle stürzt ein.“


Wolfaran, Korhilda und Arnbrecht rannten sofort Richtung Ausgang, während Igrolosch die Zwerge befehligte. Karoscha, Rorek und Gorim griffen noch einmal kurz in den Schatz, folgten aber doch zeitig.


Ingax ignorierte den Meister der Esse und starrte nur auf das glitzernde Gold, sein Gold, alles seins, dachte er. Igrolosch schrie mit voller Inbrunst nach seinem Gefährten, doch die Gier hatte ihn übermannt, als die große Halle einstürzte und den Zwerg der Arobeschsippe mitsamt des Schatzes unter sich begrub.


Die überlebenden Zwerge Igrolosch, Karoscha, Rorek, Gorim und die überlebenden Menschen Korhilda, Wolfaran, Arnbrecht und Thimorn rannten um ihr Leben, denn hinter ihnen stützte alles ein. Ein Gang nach dem Anderen.
==Das Geheimnis des Alten Wasserturms==
Nachmittags beschlossen [[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]], aus der [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]] hinauszutreten und durch die Weststadt von Gareth zu flanieren. Ihre Schritte führten sie bald zum Alten Wasserturm, einem beeindruckenden Bauwerk aus der Rohalszeit, das hoch oben mit steinernen Gargylfiguren geschmückt war.


Mit letzter Kraft schafften sie es zu ihrem Eingang, ihrem jetzigen Ausgang. Sie pressten sich an die Seitenwände außerhalb der Spaltöffnung als eine dicke Staubwolke verkündete, diese Hallen sind für immer geschlossen.
„Schaut euch das an,“ rief Amaryd begeistert. „Diese Gargyle sind unglaublich detailliert. Ob die im Zusammenhang mit „unserem“ Gargyl stehen?“


[Ina, Jan]
„Ja, es wirkt fast, als könnten sie jeden Moment zum Leben erwachen,“ fügte Elaisha hinzu, ein Schauer lief ihr über den Rücken.


==Im Schatten der Knochenpilze==
„Ich wette, wir könnten einen Weg hineinfinden,“ sagte Aliyah schelmisch und deutete auf den Turm.
von Thorsten


Gehüllt in das eiskaltem Geisterfeuer des Drachen schien Odilberts Fall unendich. Alleine die Rezitation seiner Liturgie schenkte ihm Vertrauen in die wärmende Flamme des Herrn der Glut. Stoisch wiedersetzte sich der Ingerimm Geweihte dem unheilgen Feuer und der unausweichlichen Konsequenz seines Sturzes. Sein Vertrauen in die Flamme war absulut. Sie wärmte ihn, schloss ihn behaglich ein und gab ihm Zuversicht.
Am Eingang des Turms trafen sie auf den alten Wassermeister [[wikav:Brandwig von den Wassern|Brandwig von den Wassern]]. Der rothaarige, fast taube Mann kümmerte sich um die Wasserleitungen der Stadt. Er sprach laut und mit einer gewissen Autorität.
In einem Zustand der Entrückung schlichen sich alsbald Bilder in seinen Verstand. Die brodelnde Glut des heiligen Schlundes. So heiß! Seine Geliebte Giesemine, die so verändert aus der Schlacht an der Gaulsfurt zurück kehrte war. So traurig! Sein Sohn Goldwart, dem das Schicksall eine so schwere Bürde mit auf dem Weg gegeben hatte. Wie er sie vermiste. Wie konnte er sie zurücklassen. Da vernahm er Goldwarts Stimme. Ganz klar und nah an seinem Ohr.
"Vater, wach auf!"


Odilbert schreckte aus seiner Ohnmacht auf und pustetet einen goldenen Funkenschwall in die Finsterniss die ihn umgab. Sein Leib brannte vor Schmerzen. Doch lag er weich und irgend wie feucht. Er rollte sich auf alle Viere und tastete den schleimigen Boden ab. Wo war er gelandet? Weit über ihm bebte der Kampf mit dem Drachen. Die Finsterniss war nicht absolut. Ein weißes Licht sickerte von einer Anhöhe in die Höhle in die er gefallen war. Doch reichte das wabernde Schimmern nicht, um etwas zu erkennen. Ein Rasseln ganz in seiner Nähe schreckte ihn auf. Er war nicht alleine hier Unten.Odilbert tatsete hecktisch an seinem Gürtel. Die kleine rituelle Laterne schien noch intakt. Das Rasseln und Klicken wurde lauter. Bedrohlich nah halte es in der Höhle wieder. Ein kurzer Feuersegen entfachte den Lichtspender den Odilbert schnell hoch riss und wild um sich leuchtete. Etwas zog sich schnell in die Finsterniss zurück, die das gesegnete Lämpchen nach wenigen Schritten nicht zu durchdringen vermochte. Mächtige Pilze umgaben den Geweihten. Schleimiges Geflecht überwucherte den Boden und hatte seinem Fall ein weiches Ende geboten. Goldglänzende Sporen wirbelten im Lichtschein. Ein erster Versuch aufzustehen wurde durch einen stechenden Schmerz in seinem Knöchel durchkreutzt. Wieder auf den Kniehen, sah Odilbert seine Prospektorenhacke wenige Armlängen neben sich am Boden liegen und robte eilig auf sie zu. Aus den Augenwinkeln vernahm er das sich windende Gezücht in den Schatten des fungiden Waldes. Auf den Schaft seiner Hacke gestüzt vermochte er auf die Beine zu kommen und humpelte vom Klickern in den Schatten gehetzt, den bewucherten Hang empor, über dessen Kamm das milchige Leuchten in dieses Hypogäum schien. Stoisch arbeitete er sich dem Licht entgegen nach Oben, bis ein Gedanke in sein erschöpftes Bewustsein schlüpfte. Eine Erkenntnis die er für einen Moment nicht länger verdrängen konnte und Ihn ins wanken brachte.
„Was wollt ihr hier, Kinder?“ brummte Brandwig, seine Stimme donnerte durch die Gasse.


Kurz vor dem Grad des Hanges brach Odilbert schweißnass auf die Kniehe. Was wenn...Mit beiden Händen fing er an zu graben. Tiefer und tiefer legte er das Substrat frei, von dem dieser Wald seit Jahrhunderten zehrte. Schaufelte bei Seite was er bei seinem Aufstieg für dünne Stöckchen hielt, die unter jedem Schritt unter ihm zerbrachen. Bis seine zittrigen Hände die vermeintliche Antwort ertasteten, die er nicht wahrhaben wollte. Oh Giesemine, oh Goldward. Wie lasse ich euch zurück? Aus dem zerschlagenen Schädel in seinen Händen grinste ihn die Erkenntnis an. Tod. Ich bin verbrannt, zerschmettert und Tod. So liege ich dort hinter mir in der Finsterniss und die Asswürmer kommen nun und hohlen sich was über ist. Das rasselnde und klickende Crescendo aus der Finsterniss hinter ihm drohte seinen Verstand weg zu spühlen.
„Oh, geehrter Wassermeister, könnten wir den Turm besichtigen?“ fragte Aliyah mit einem charmanten Lächeln und einem unnachahmlichen Augenaufschlag. „Wir haben auch einige der besten Süßigkeiten aus Meister Marcipanus Geschäft für Sie.


"Weiter Vater, Weiter! Du must weiter gehen! Eile zum Licht!" Der Junge wälzte sich schweißnass in seinem Betchen und fantasierte vor sich hin. Giesemine wuste nicht mehr weiter. Sie war nach den erschreckenden Ereignissen an der Gaulsfurt mit ihrem Sohn hier in den Hangwald gezogen um Ruhe für sich und den Jungen zu finden. Die Abgeschiedenheit ihres Familienstammsitzes tat Goldward anfangs gut. Seine Alpträume hatte sich gelegt. Bis er ihr von den Stimmen berichtete, die ihn rufen. Dann war der Junge ihr entfleucht. Drei Tage der Sorge und der Vorwürfe hatten sie zermatert. Bis der alte Witterich ihn zurück brachte. Gefunden hatte er ihn, betäubt von den vulkanischen Dämpfen der Tränenklamm. Seit dem wälzte sich ihr kleiner Goldward in Alpträumen, aus denen er nicht mehr erwachen wollte. "Oh Witterich was kann ich tun?" flehte sie. Doch der Alte gab ihr nur die Antwort, die sie nicht hören wollte. "Nichts. Er hat die Gabe. Wir können nur abwarten. Es geht vorbei. Und dann werde ich ihn zu mir nehmen und ihn lehren es zu beherschen. Die Klamm braucht ein neues Orakel, das nach mir folgt und den Willen des Berges verkündet" Giesemine ließ die Schultern hängen. Goldward schrie in Trance wieder auf. "Vater zum Licht. Der weiße Wurm kommt!"
Brandwig betrachtete die Süßigkeiten mit leuchtenden Augen und konnte nicht widerstehen. „Na gut, aber nur kurz,“ sagte er schließlich und öffnete die schwere Tür des Turms.


Dann riss die Stimme Odilbert aus seinen Gedanken. Sie war so nah, als würde Goldwart dort oben hinter dem Hang im weißen Licht stehen. Nein, Golgarie muste heute noch warten. Odilbert fand das er, sei er nun tod oder lebendig hir unten in diesem Zwergengrab begraben, wenigstens noch ergründen könnte was hinter dieser Anhöhe aus Zwergengebein so geisterhaft schimmerte. Das Grollen des Kampfes über ihm schwoll wieder an. Das Kreischen des Geisterdrachen ging durch Mark und Bein. Odilbert rieß sich hoch und stämmte sich zum Grad empor. Die Kreatur hinter ihm war nah. So warf er sich auf die andere Seite des Hanges und rollte herab. So brachte er sich recht schnell aus der Reichweite der Schrecken. Unten landetet er in einem Pilzgeflecht aus dem er sich aber schnell befreite. In dieser Senke, waberte das Geisterlicht zwischen dem mächtigen Pilzen des Urwaldes, der vielleicht einmal als Nahrungsquelle in diesen Kavernen unter Ongalosch gezüchtet wurde und nun Jahrhunderte wild wucherte. Odilbert durchstreifte den Wald hin zum Licht und bahnte sich seinen Weg mit seiner Hacke. Bis sich vor ihm die mächtigen, bleichen Gebeine wie eine archaisches Heiligtum erhoben. Er trat durch die hoch aufragenden Rippenbögen die ihm Geisterlicht badeten. Als sich seine Augen an das nun gleißende pulsierende Licht gewöhnt hatten, konnte er die Quelle  sehen. Dort wo die Halswirbel sich wie knochige Riesenschlangen zu den Drachenschädeln aufspalteten, lag der Karfunkelstein. Der Kampf seiner Gefährten mit der Essenz des Drachen weit über ihn, ließ die Decke wieterhin erbeben, so das immer wieder Staub und Brocken aus der Decke regneten. Odilbert sah seine Möglichkeit den Kampf zu beenden und humpelte so schnell er konnte auf den Karfunkel zu. Fast hatte er das Seelenherz erreicht, da gab der Boden unter ihm nach. Das Gespinst aus Pilzfäden sackte unter seinem Gewicht ein und zog ihn nach unten in einen bodenlosen Schacht. Seine Laterne muste er loslassen um beherzt in die Pilzhyphen zu greifen. Doch das glitschige Geflecht vermochte sein Gewicht nicht zu halten und sackte in die Tiefe. Erst ein kräftiger Schlag, der die Hacke in einem Felsspalt verankerte, stoppte seinen Sturz. Ein letzter Schrei des Drachen ließ noch einmal das ganze Gebierge erbeben. Eine mächtige Staubwolke fegte durch den Pilzgarten. Dann ebte das geisterhafte Licht ab und es wurde dunkel und still um den Geweihten. Still, bis das Rasseln und Schaben wieder da war und sich ein beißender Vitriol Odem ausbreitete.
Der achteckige, 20 Meter hohe Turm war mit Strebepfeilern verstärkt und beeindruckte mit Fratzen, Neidköpfen und Statuen von Fabelwesen. Brandwig führte die Jugendlichen hinein und erklärte stolz die Funktionsweise der Wasserleitungen.


Odilbert fand keinen Halt an den glatten Wänden. Einzig sein fester Griff um die Hacke gab Sicherheit. Ein paar Steine die von Oben in den Schacht gestürzt waren halten lange nach bis sie in wieten Tiefen aufschlugen. Nach Unten war somit auch keine Option. Und wohin sollte er auch klettern, solange dort oben Etwas nach ihm suchte. Er muste auf den Herrn von Erz und Fels vertrauen, die Glut seines Zornes schüren und warten, bis die Kreatur dort Oben abzog. 
„Diese Rohre bringen das Wasser aus dem Erdinneren nach oben und verteilen es in die Villen, Häuser und Brunnen der Weststadt,“ sagte Brandwig laut. „Die Ochsen treiben das Hebewerk Tag und Nacht an.
Wie lange Odilbert in seinem Loch hing und zu seinem Gott betete konnte er nicht mehr abschätzen, als er Stimmen vernahm. Das Rasseln verstummte kurz so wie sich das Gemurmel näherte. Und dann erkannte er die Worte und viel laut mit ein in das Gebet.


"Der Herr ist mein Schmied,
Aliyah zeigte sich interessiert und heuchelte Begeisterung, während Amaryd und Elaisha die dunklen Ecken des Turms erkundeten. In einer versteckten Kammer entdeckten sie die Statuen zweier Versteinerten, die achtlos herumlagen, und zerbrochene Teile von Gargylen.
Mir wird an nichts mangeln,
Er segnet mein Tagwerk und führet mich zu reichen Adern.
Er erquicket meine Seele,
Er führt mich auf rechtem Wege,
Und himmlisches Feuer geht mit mir, um von seiner Kraft zu lobpreisen!"


Odilberts Herz machte einen Sprung als die Glut der Hoffnung in ihm aufloderte und eine kleine Flamme um seinem erhobenen Zeigefinger züngelte, den er nun der Öffnung über ihm entgegen reckte. Nun war es Zeit die Aufmerksamkeit der unreinen Kreatur auf sich zu ziehen und die geschürte Wut zu wecken. Die Kreatur kreischte nun vor Jagdlust und ein fetter, weißer Madenkörper erschien über der Öffnung. Ein gänender Schlund mit Zahnreihen gespieckt hauchte seinen niederhöllische, beißenden Atem in den Schacht. Tentackeln die das Maul kränzten züngelten dem heiligen Flämchen entgegen. Der Geweihte rezitierte seinen ganzen Zorn dem Schlund entgegen, der sich nun auf ihn herab senkte.
„Das ist unheimlich,“ flüsterte Elaisha, als sie die steinernen Fragmente betrachtete. „Ob das mal Lebewesen waren?“
 
"Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal,
Fürchte ich kein Unglück,
Sein Hammer und Amboß schenken mir Zuversicht.
Um seines Zornes willen!
Hammer Alverans ,der ewig schlägt,zerschmettere deinen Feind!"


Odilberts Augen glommen vom heiligen Zornesfeuer als ein weiteres Beben durch die Höhle grollte. Gleich würde der Schlund sich über ihn stülpen und das Reißzahn bewerte Rundmaul den Geweihten zerschunden. Da löste sich ein Stalagtit, als sei er zu keinem anden Zweck über die Jahrtausende hier gewachsen, folgte der Schwerkraft, durchschlug den Nackenschild des Wurmes mit solcher Wucht, das seine vordere Hälfte aus dem Maul  des Monsters wieder hervor brach und rieß den Archorhobei in die Tiefe des Schachtes.
Brandwig führte sie weiter zur Zugangstreppe des Hebewerks. „Der obere Teil des Turms ist nichts für Kinder,“ sagte er streng.
Odilbert konnte sich im letzten Moment noch an die Felswand pressen. Wurde aber vom vorbeirauschenden feisten Schwanz getroffen und stahlharte Borsten rissen seinen Rücken auf. Odilbert klammerte sich mit letzter Kraft an seinen Hackenkopf weiter fest im Gestein saß.


Aliyah, die Brandwig zurück zu den Ochsen führte, stellte ihm weiterhin Fragen über die Wasserwirtschaft. „Es ist so faszinierend, wie das alles funktioniert,“ sagte sie und Brandwig konnte sein Glück kaum fassen, endlich jemanden gefunden zu haben, der sein Interesse teilte.


Die Stimme seines treuen Novizen kamm aufgeregt näher. "Seht, das Licht kommt von seiner Lampe. Dort liegt sie. Meister wo bist du?"
Währenddessen schlichen Amaryd und Elaisha zurück zum Turm. „Lass uns das Schloss knacken,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen herausfinden, was dahintersteckt.


Wenige augeblicke Später wurde Odilbert aus seiner misslichen Lage befreit. Sein Schüler Gajus und die beiden Zwerge Toddie und Tedd hatten sich nach seinem Sturz einen Weg gesucht, der sie Tiefer in den Berg führte. Ein alter Ketten und Flaschenzug Mechanismus, der in einen Tiefen Schacht führte, hatte sie vor der Wut des Drachen gerettet und schnell in Tiefere Ebenen geführt. So wahren sie dem Einsturz der oberen Ebenen und dem sicheren Tod entgangen. Hoffnung für die anderen Expeditionsteilnehmer hatten sie wenig. Sie folgten langen Gängen und Treppen bis in diese Kaverne. Als ob sie jemand führen würde. Und dann sahen sie das Glimmen des ewigen Lichtes aus Odilberts aterne in der Finsterniss.
Vorsichtig öffneten sie die alte, verrostete Tür und schlichen die vermoderte Treppe hinauf. Ranken wuchsen wild und das Holz knackte unter ihren Füßen. Oben angekommen entdeckten sie eine große Wasserpfütze auf dem Boden.
Gajus hatte eine Tinktur aus seiner Gürteltasche gezogen und trug sie auf Odilberts Rücken auf. "Großvater gab sie mir mit auf die Reise, Onkel. Das wird deinen Wunden schließen." Der erschöpfte Geweihte muste sich kurz erholen und legte sich unter den Rippenbögen des Drachen in die weichen Flechten.


"Was tut ihr da?!" fauchte Odilbert die beiden Zwerge an, als er aus einem kurzen Nickerchen aufschreckte. Tedd und Toddie fuhren ertappt herum.
„Das sieht seltsam aus,“ sagte Amaryd und beugte sich darüber. „Es ist wie ein Spiegel.
"Nichts Herr Hinn! Nichts... besonderes. Wir haben uns nur mal diese Knochen angeschaut und da haben wir...." Das Karfunkelherz pochte wieder im blauen Licht.  Es bestand aus drei zahnartigen Splittern, drei verwachsene Ditrigonal Skalenoeder wie Odilbert erkannte. Toddie hielt die linke Seite und Tedd die Rechte.
"Schmeist ihn weg, er erwacht!" brüllte Odilbert und Toddie ließ sofort los. Tedd jedoch wich mit dem Stein in der Hand zurück. "Nein, nein, mein Herr. So seht doch wie wertvoll er ist. Ich knnte ihn schleifen" stammelte er, während das Geisterlicht um seine Hände pulsierte und seinen Augen zum leuchten brachte. Odilbert hatte sich mit einiger Mühe auf den Staft seiner Hacke gestützt erhoben und wollte den Zwerg mit seiner Autorität zur besinnung rufen. Doch da packten zwei Tentackeln aus dem Schacht Tedds Beine und rissen ihn um. Auf dem Bauch liegend wurde der Zwerg vom Ungetüm zum Schacht gezogen. Doch der schreiende Zwerg versuchte nur den Stein fest zu halten. Die anderen Drei setzte ihm nach und Toddie erreichte mit einem Sprung nach vorne die Hände seines Bruders. So wurden nun beide zum Schachtrand befördert, aus dem sich gierend der halb gespaltene Schädel des weißen Wurmes erhob. Zwei weitere Tentackelarme die der gespaltenen Hälfte des Schädels entsprangen peitschten unkoordiniert über ihre Köpfe hinweg. Odilbert konnte in den verstärkten Gürtel Toddies packen und mit dem anderen Arm einen mächtigen Rippenknochen umschlingen. So stoppte der kräftige Geweihte die Rutschpartie mit schierer Muskelkraft. Doch das schiere Gewicht der weißen Made würde die Kette bald zerreißen. Odilbert und Toddie brüllten auf Tedd ein, dessen Verstand vom Geisterlicht vernebelt war. Geistes gegenwertig sprang Gajus zu einem der Drachenschädel, rieß seinen Meißel vom Gürtel und schlug einige Zähne aus. Schnell lud er seine Steinschleuder mit den Zähnen die er ergreifen konnte und feuerte zwei der spitzen Geschosse in schneller folge auf die Tentackeln ab, wärend er auf das Loch zu ging. Einer verfehlte, der andere zerschnitt die Tentackel zur hälfte. Ein Drachenzahn blieb für einen gezielten Schuss aus nächster Nähe. Gajus vesierte den intackten Fangarm an als er von einem der umher peitschenden Arme am Kopf getroffen wurde und zu Boden ging. Blut lief über seine Gesicht. Er hob erneut seine Schleuder, zielte und da zerbarst der Kristall. Begleitet von einem markerschütternden Kreischen des Drachengeistes in ihren Köpfen wurde Tedd mit zwei Splittern in den Händen in das Maul gerissen. Toddie hiel den dritten Teil in seinen Händen als er sah wie sein Verwanter vor seinen Augen im Maul des Archorhobei zersägt wurde und die feiste Made im Geisterfeuer brennend in den Schacht hinab stürzte.


Es blieb nicht viel Zeit zum Trauern. Ein Grollen aus den Tiefen des Berges zwang sie zu einem schnellen Aufbruch. Stundenlang ihrten sie durch Stollen immer tiefer in den Berg. Folgten einer Spur der Verwüstung, die der Drache zu seinen Lebzeiten hinterlassen hatte. So ein Großes Vieh muss irgend wo herein gekommen sein. Sie überbrückten die Übergänge die vor Urzeiten zerbarsten, überwanden umgestüzte Mauerreste und zwängten sich unter herab gestürzte Deckenabschnitte hindurch. Dann folgten sie einem Wasserlauf durch einen großen Stollen hinab. Die Zwerge hatten diesen Entwässerungsstollen für die Wassermassen die bei Regen aus dem Berg musten zu groß geplant. Dort wo sich ein Wasserfall aus der Bergflanke ergoss, war das Verderben einst in die Festung eingedrungen. Der Abstieg war mühsam und die Stimmung gedrückt. Erst nach Tagen fanden sie Spuren der anderen Expeditionsteilnehmer und erreichten sie auf einem tiefer gelegeneren Plateau. So viele waren im Berg geblieben, der wie ein mahnender Finger über ihrem Lager aufragte.
Doch als sie beide genauer in die Pfütze schauten, bemerkten sie, dass es mehr war als nur eine einfache Wasserpfütze. Die spiegelnde Oberfläche begann, sich zu verändern und zeigte ihnen ein Bild, das sie beide in Staunen versetzte.
Dramatis personae:
http://www.garetien.de/index.php/Garetien:Odilbert_von_Hinn
http://www.garetien.de/index.php/Garetien:Gajus_Optimax_von_Amselhag
http://www.garetien.de/index.php/Garetien:Giesemine_vom_Hangwald
http://www.garetien.de/index.php/Garetien:Goldwart_vom_Hangwald
http://www.garetien.de/index.php/Garetien:Witterich
Tedd und Toddie Zwei Brilliantzwerge.


== Verdammter Geisterdrache auf einem verdammten Geisterschatz!==
Hinter der spiegelnden Oberfläche sahen sie einen prächtigen Turm, der eigentlich ein Konglomerat von Türmen, Erkern und Spitzen war. Der Turm erhob sich majestätisch in den Himmel, fast bis zum kristallenen Firmament. Er war mit filigransten Ornamenten versehen, strahlte in hellem Weiß und war voller bunter Fenster. Es wirkte wie ein gewaltiges Märchenschloss, aus dem immer neue Türme wuchsen.
Raschtulswall, Markgrafschaft Perricum, 1041 BF


Der Staub wirbelte umher und überdeckte die gesamte Gruppe mit seinem Schmutz. Arnbrecht und Wolfaran pressten sich an die Wand und hielten in den Händen ihre erbeuten Äxte fest, währenddessen mussten Rorik und Gorim feststellen, dass sich fast alle ihrer Münzen, Edelsteine und vermeintlichen Schätze in Luft oder Wertloses auflösten.
„Das ist unglaublich!“ flüsterte Elaisha. „Es sieht aus wie aus einem Traum.


Verdammter Geisterdrache auf einem verdammten Geisterschatz!
„Oder aus einer anderen Welt,“ ergänzte Amaryd mit Ehrfurcht in der Stimme. „Es ist wunderschön.“


Korhilda beugte sich schützend über ihren Knappen Thimorn, der ein wundervolles Schwert erbeuten konnte, bis ihr schummrig vor den Augen wurde und sie das Bewusstsein verlor. Igrolosch kümmerte sich um die Sturmfelser Baronin, die ihren linken Unterarm bei dem Kampf in der Höhle verlor.
Elaisha streckte ihre Hand aus und berührte vorsichtig die Wasseroberfläche, doch nichts geschah. „Es ist nur ein Spiegel,“ sagte sie schließlich. „Ein Fenster in eine andere Welt, aber kein Tor.


Karoscha fühlte sich schuldig. Hätte sie nicht die Säule getroffen, wäre die Höhle nicht zusammengestürzt, Igrolosch wäre nicht in Gefahr geraten und Korhilda hätten den Bruder des Grafen nicht heldenhaft retten müssen.
Amaryd nickte, erleichtert und mahnend in seiner Stimme. „Gut. Es war töricht, einfach hineinzufassen. Aber es ist faszinierend.


Verdammter Geisterdrache auf einem verdammten Geisterschatz!
Enttäuscht, dass sie keine magisches Tor entdeckt hatten, beschlossen sie, zu Aliyah und Brandwig zurückzukehren. „Hier gibt es kein Feentor,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen woanders suchen.“


Sie waren gezwungen ihre Nahrung noch weiter zu reduzieren, sonst würde es für den Rückweg nicht mehr reichen. Korhilda benötigte noch ein wenig Zeit, bevor sie den Abstieg wagen konnten. So verschanzte sich die Gruppe auf einem nahe gelegenen Plateau.
==In Mandariels Reich==
[[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]] war auf dem Weg zu seiner Lehrmeisterin [[Garetien:Clea Cornweyler|Clea Cornweyler]], als er plötzlich schnelle Schritte hinter sich hörte. Er drehte sich um und sah [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] und seine kleine Schwester [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] angerannt kommen, eine Postille in der Hand wedelnd.


Yistarrech war weit fort und seiner Wege gezogen, Arnulf und Robur starben in den Hallen Ongaloschs, somit blieb Korhilda als einzige und stark verletzte Bergerfahrene zurück – keine gute Ausgangsposition um von einem Gebirge zu klettern.
„Amaryd, schau dir das an!“ rief Aliyah außer Atem und hielt ihm die Zeitung hin. „In der heutigen Ausgabe des Garether und Märker Herolds steht etwas Erstaunliches!“


Korhilda verschaffte sich dennoch einen Überblick über die noch vorhandene Nahrung. Sie saß in sich gekehrt, beinahe benommen, am Rande des Plateaus und blickte in die unendlichen Weiten des Gebirges, als sie ihren Sohn zu sich rief. „Wolfaran, lass die Sachen packen, wir steigen hinab.
„Was steht drin?“ fragte Amaryd neugierig, während er das Blatt entgegennahm.


„Mutter, Du bist noch nicht in der Lage dazu“ sorgte sich ihr Sohn rührend. „Ich weiß. Wir können nicht mehr warten. Wenn wir warten sind wir alle nicht mehr in der Lage zu klettern, denn dann sind wir verhungert. Wir gehen heute, jetzt.“
„Im [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Ugdalfspark ]] sind Leute verschwunden, die das Labyrinth betreten haben,“ erklärte Aliyah mit funkelnden Augen. „Es heißt, sie seien spurlos verschwunden und nie zurückgekehrt.“


Verdammter Geisterdrache auf einem verdammten Geisterschatz!
„Das klingt unheimlich,“ meinte Amaryd skeptisch, während er den Artikel überflog. „Aber warum sollten wir dorthin gehen? Wir wissen nicht, wohin der Pfad uns führt.“


Korhilda gab Anweisungen, wie er die Seile zu knüpfen hatte, einarmig konnte sie das nicht mehr wie gewohnt.
Elaisha, die bisher still geblieben war, trat vor und schlug entschlossen vor: „Wir sollten den Stadtteil Heldenberg aufsuchen und den Irrgarten erkunden. Wer weiß, was wir dort finden?“
So begann der Tagelange und körperlich sehr anstrengende Abstieg in die Ebene. Am dritten Tag kletterten sie eine steile Felswand hinunter, Korhilda, trotz ihrer Einschränkung und offensichtlicher Schwäche, führte die Gruppe weiterhin.


Korhilda, sowie Igrolosch, Wolfaran, Arnbrecht und Karoscha waren bereits auf einer sicheren Hochfläche angekommen, als Thimorn die beiden Zwerge Rorik und Gorim in die Tiefe ließ. Ihr Seil verhakte sich in einem Felsvorsprung, es riffelte langsam auf, was keiner der Beteiligten merkte.
Amaryd zögerte, aber die Neugier war stärker. „Na gut, wir gehen. Aber wir müssen vorsichtig sein.


Mit einem ‚zisch‘ riss das Führungsseil, und die beiden Kletterer Rorik und Gorim rasten Richtung Abgrund. Gorim schaffte es noch sich Geistesgegenwärtig an einem Gebirgsbusch festzuhalten während für Rorik jede Hilfe zu spät kam. Sein Köper zerschellte auf den Steinen des unbarmherzigen Berges.  
Mit wagemutiger Entschlossenheit machten sich die drei Freunde auf den Weg zum Ugdalfspark. Der Stadtteil Heldenberg war bekannt für seine verwinkelten Gassen und geheimnisvollen Ecken. Das Labyrinth im Ugdalfspark war berüchtigt für seine vielen Wendungen und Sackgassen.


Verdammter Geisterdrache auf einem verdammten Geisterschatz!
Die Sonne stand hoch am Himmel, als sie den Eingang zum Labyrinth erreichten. Die hohen Hecken schienen sich über ihnen zu schließen und warfen lange Schatten auf den Kieselweg.


Thimorn fasste sich sein Herz und kletterte ohne Sicherung allein auf seine Fähigkeit und seine Haken beschränkt bis zu Gorim. Mit dem verbliebenen Restseil knoteten sie sich zusammen und schafften unter aller Anstrengung den Abstieg zum Rest der Gruppe.
„Bleibt dicht zusammen,“ warnte Amaryd. „Es ist leicht, sich hier zu verlaufen.


Verdammter Geisterdrache auf einem verdammten Geisterschatz!
Mit rasendem Puls und pochendem Herzen jagten sie durch die engen Pfade des Labyrinths. Sie nahmen jede Abzweigung, rannten über Kieselwege und duckten sich unter tiefhängenden Ästen hindurch. Das Lachen und die Rufe der Jugendlichen hallten durch die verworrenen Wege, während sie sich gegenseitig antrieben.


==Simiona, Baraine und Bormelkopf==
„Hier entlang!“ rief Elaisha und führte die Gruppe mutig weiter. Ihre Augen leuchteten vor Aufregung.


Erschöpft ließen sie sich auf der Hochfläche nieder. Mit der Ausrüstung und der wenigen Nahrung, sowie den Verletzten würden sie es nie zu ihrem Basislager schaffen. Innerlich machte sich bei Korhilda Verzweiflung breit, die sie nach außen hin jedoch gekonnt überspielte.
Die Hecken wurden immer höher und dichter, und das Licht schien zu schwinden. Plötzlich änderte sich die Umgebung. Die Hecken wichen zurück und vor ihnen erstreckte sich eine weite Heide voller Blumen. Aus dieser Heide ragte ein gewaltiger Turm, der die Form eines riesigen gewundenen Horns hatte. Eine freie, geländerlose Wendeltreppe schlängelte sich um das Horn nach oben.


Sie hatten ihr Lager für die Nacht so gut es ging vorbereitet. Da es an Decken mangelte, kuschelten sie sich zusammen, um genug Wärme zu erzeugen. Das Feuer glimmte zusätzlich und spendete Trost.
„Schaut euch das an!“ rief Aliyah fasziniert. „Das ist unbeschreiblich!“
Während Wolfaran und Odilbert die Nachtwache hielten, hörten sie auf einmal heftige Schritte, die den Boden beben ließen. Sie hörten mind. vier Stimmen, dabei eine ganz Tiefe und eine recht Hohe. Sie unterhielten sich größtenteils in einer Sprache, die weder der Bärenauer Baron, noch der Schlunder Geweihte kannte.  


Aufgeregt schritten sie umher und versuchten die Ankommenden zu entdecken. Doch sie sahen nichts. Hier war ein Hochplateau und Steine. Steine über Steine.
Rund um den schwindelerregend hohen Turm ragten weitere filigrane Bauten am Rande der Lichtung empor, und es schienen ständig neue zu entstehen und höher in den Himmel zu wachsen. Die Strukturen wirkten, als wären sie aus feinem Kristall gefertigt und reflektierten das Licht in allen Farben.


Ihre Anspannung wuchs, denn die Schritte kamen näher. Sie weckten die Schlafenden und allesamt begaben sie sich in Hab Acht Stellung, als sich wie von Zauberhand, der Fels öffnete. Nein, er öffnete sich nicht, er war eigentlich gar nicht da. Wie ein magisches Portal oder eine Illusion.
„Was ist das nur für ein Ort?“ murmelte Amaryd ehrfürchtig. „Das sieht aus wie aus einem Märchen.


Aus diesem wahrhaft großen Loch trat eine Magierin heraus, gekleidet in dem Ornat der weißen Gilde. Dazu eine rassige Frau mit geschmeidigem Gang und ein skeptisch drein schauender, augenscheinlich [[Perricum:Schwarze Wölfe|nebachotischer Krieger]], der mit der Situation wohl alles andere als zufrieden war. Hinter ihnen überragte sie ein großer, leibhaftiger Troll, der ihnen lautstapfend folgte.
„Vielleicht ist es das auch,“ sagte Elaisha, ihre Augen leuchteten vor Aufregung. „Lasst uns näher rangehen.


Korhilda jauchzte innerlich vor Glück, sie waren gerettet.
Vor dem Turm stand ein Einhorn mit weißem Fell und längeren weißen Barthaare am Kinn. Es blickte verträumt in die Gegend, als ob es über etwas nachdachte oder in eine ferne Welt blickte.


Die Magierin kam auf die Gruppe zu und kümmert sich zuerst um die Verletzten. "[[Perricum:Simiona von Pfiffenstock|Pfiffenstock]] mein Name, ich sehe ihr könntet meine Hilfe gebrauchen". Sie war nicht wirklich gut in Heilmagie, doch ihre rudimentären Fähigkeiten auf diesem Gebiet waren besser als nichts.
„Ein Einhorn! Das ist wirklich mystisch!“ flüsterte Aliyah ehrfürchtig.


„So müssen [[wikav:Mandariels Reich|Feenwelten ]] aussehen“ sagte Amaryd entschlossen. „Vielleicht finden wir hier Antworten.“


"Ich und meine Begleiter waren gerade zu Forschungszwecken im Gebirge. Das Verschieben der Konzilslinie interessiert mich immer noch ungemein. Und die gelehrte Dame [[Perricum:Baraine Albschattenrein|Albschattenrein]] ist im Auftrag der Baronin von Haselhain auf mich zugekommen, eigentlich hatte sie wohl auch Euch aufsuchen wollen, Euer Hochgeboren von Sturmfels." Simiona hielt eine magische Abhandlung, die keiner der Umstehenden verstand. Denn die Anwesenden schauten weiter überrascht zum Troll empor. Simiona merkte, dass sie wieder einmal die menschlichen Bedürfnisse vernachlässigt hatte, bei ihren formellen Ausführungen zur Magie und Forschung -  wie so oft."
==Das Rätselspiel==
[[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] folgten der Wegbeschreibung des Einhorns [[wikav:Steinerne_Schwingen/NSC|Güldenhuf]], welches so freundlich war, ihnen weiterzuhelfen. Vom Einhornturm aus gingen sie in südlicher Richtung – falls man es überhaupt so nennen konnte, denn sie befanden sich in einer Feenwelt. Ihr Weg führte sie von dem Einhornturm zum Schlafenden Giganten, wie Güldenhüf es nannte. Seine Anmerkung, wenn ihr beim Bollwerk der Wildschweine angekommen seid, habt ihr euch verlaufen, machte sie unsicher. Doch schließlich kamen sie bei der von Güldenhuf beschriebenen Höhle an.


"Entschuldigt, ich habe meinen offensichtlichsten Begleiter noch nicht vorgestellt, dass ist Bormelkopf. Er war ein treuer Freund meines verstorbenen Anverwandten Simold und des Baron Strutzz. Der Troll begleitet mich des Öfteren ins Gebirge, wenn ich zu Forschungszwecken von meiner Akademie ausgesandt werde. Bormelkopf ist so nett und wird uns den Abstieg mittels eines Trollpfades ermöglichen, eine wahrliche und zu respektierende Ehre. Wir werden nahe der Feste Dragenfels ankommen, von dort führt eine Passstraße hinunter in die Ebene."
„Das muss die Höhle sein,“ sagte Elaisha aufgeregt, als sie den Eingang entdeckten. „Güldenhüf hatte recht.


Bormelkopf brummte und nahm dabei die Rucksäcke huckepack. "Du kommen, alle Wimmelkrieger und ZähwieStein kommen." sprach er in gebrochenem Garethi.
„Lasst uns vorsichtig sein,“ warnte Amaryd. „Wir wissen nicht, was uns hier erwartet.


Alle folgten dem Troll durch die Öffnung in der Steinwand, sich jeweils neugierige Blicke zuwerfend. Auf magischen Wege machten sie den Abstieg um bald das Panorama des Schlundes erblicken zu können, wenn sie den Pfad verließen.
Die drei Freunde betraten die Höhle und fanden sich in einer Welt voller leuchtender Kristalle und seltsamer Geräusche wieder. Inmitten der Höhle werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Neben ihm versuchte der kleine, tolpatschige Gargyl Kieselchen, ihm zu helfen, wobei er immer wieder Dinge umwarf und sich entschuldigte.


==Alte und neue Pfade==
„Meister Dehmahk,“ begann Amaryd höflich. „Wir sind auf der Suche nach Bernsteinen. Könnten wir vielleicht welche von Ihnen erwerben?“


Überall und Nirgendwo, im Raschtulswall, 1041
Dehmahk drehte sich langsam um und betrachtete die drei neugierigen Gesichter vor ihm. „Bernsteine, sagt ihr? Hmmm... das ist nicht so einfach,“ brummte er und verschränkte die Arme. „Aber was machen Menschen wie ihr hier in meiner Höhle?“


Die wieder gewachsene Gruppe bewegte sich durch ..., man konnte diese Art zu reisen kaum greifen oder beschreiben, irgendwie befand man sich in den Eingeweiden des enthaupteten Gigantenfelsmassiv und doch an einem anderen Ort, an dem die Zeit und der Raum nicht galten, nicht so wie die meisten Menschen es kannten.  
Aliyah trat vor und erklärte: „Die Bernsteine sind sehr wichtig für einige Personen in Gareth. Sie sind sehr empört, dass sie Ihnen gestohlen wurden. Wir müssen sie zurückholen.


Doch irgendwann brach eine der [[Perricum:Baraine Albschattenrein|Gelehrten]] das Schweigen und berichtete von ihrem Auftrag im Wall nach Hinweisen auf eine gewisse Heilige mit dem Namen Kvorvina von Burgenhoch zu suchen, hier fähige Berg- und Ortskundler zu finden und somit eine weitere Expedition noch tiefer in den Wall hinein zu planen. Ein Unterfangen dass ihr, beim Anblick ihrer abentuerlichen und bergkundigen Gegenüber, nicht sonderlich erfolgversprechend schien. Dazu hatte sie die Verwandte ihres Barons aufgesucht, die ohnehin gerade in den Wall aufbrechen wollte und hatte sich hier schon in den Bergbaronien umgehört, bevor man dann hörte das die Baronin vom Sturmfels selbst zu einer Expedition aufgebrochen war.
Dehmahk runzelte die Stirn. „Empört, sagt ihr? Warum sollte ich euch helfen?“


Als die Überlebenden der nebachotischen Gelehrten dann noch von ihren unglaublichen Erlebnissen berichteten, schienen ihre Aussichten auf ein Gelingen immer weiter zu schwinden, die evtl. Möglichkeit von Trollpfaden hin oder her. "So fantastisch klingen eure Geschichten an, dass man sie in einem der altehrwürdigen Haimams (Legenden und Sagen) vermuten würde. Den gelehrten und akribischen Büchern trotzend, die nur die Wahrheit in Fakten suchen. Eine Geschichte die erzählt werden muss, eine die wahr ist. Eine die unsere Suche inspirieren soll. Sagt, dürfte ich mir jene, wenigen Schätze beschauen, die ihr dem falschen Hort des schaurig-dämonischen Echs, zwischen Tod und Leben, entreißen konntet?"
In diesem Moment bemerkte Kieselchen Amaryd und stieß einen überraschten Laut aus. „Du! Du bist der Mensch, der mich in Gareth verfolgt hat!“


Die überaus dichterisch-blumigen Worte der Gelehrten überforderten die Angesprochen beinahe, waren sie gedanklich doch noch in den Bergen und dem Hort. Und so nickten sie nur und präsentierten ihre die wenigen Schätze die noch verblieben waren. Eines davon erregte sofort die Aufmerksamkeit der Nebachotin, die ihre gewohnte Geschmeidigkeit verlor und abrupt in hektische Bewegung verfiel und sich das Stück besah.
Amaryd schaute überrascht. „Das warst du? Der furchteinflößende Gargyl, der beim Einbruch gestört wurde?“


Dann traten sie auch schon wieder in die wirkliche Welt hinein.
Kieselchen nickte heftig. „Ja, das war ich! Aber hier bin ich viel kleiner und weniger bedrohlich.“


==Zusammenhänge==
„Wie ist das möglich?“ fragte Amaryd verwundert. „In der [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Lynciriumsgasse ]] warst du groß und sahst gefährlich aus.“


Irgendwo zwischen Dragenfels und Wandleth, 1041
Dehmahk lachte grummelnd. „Das lag an einem Zauber meinerseits. Kieselchen sollte beängstigender wirken bei der Materialsuche.“


Bormelkopf hatte sie schon lange verlassen und die Gruppe hatte sich - vorallem die Ongalosch-Expeditionsten - noch einige Tage Ruhe gelassen, sobald sie die Zivlisation wieder erreicht hatten. Die beiden gelehrten Frauen teilten sich hier in der Wegstaverne ein geräumige Kammer und waren beide ganz aufgeregt.
Elaisha trat näher und betrachtete den kleinen Gargyl neugierig. „Das ist faszinierend! Aber trotzdem, Meister Dehmahk, wir brauchen die Bernsteine. Können wir nicht einen Handel machen?“


Ihre Reise hatte ihnen deutlich größere Erfolge eingebracht als erwartet. Dabei hatte ihre Exkursion eher schleppend begonnen. Die Menschen - und Wesen - des Walls waren verschlossene, sehr eigene Leute und der mürrische Krieger an ihrer Seite hatte dabei nicht viel geholfen. Zum Glück hatte Simiona einzigartige Kontakte und ihr Vetter Simold vor einigen Jahren schon etwas Vorarbeit geleistet, als er im Wall nach ganz anderen Geheimnissen gesucht hatte. Dies hatte sie interessante Helfer kennen lernen, alte Sagen hören und besondere Wege beschreiten lassen, die sie letztlich zu ihrem größten Erfolg geführt hatten.
Dehmahk kratzte sich am Bart und überlegte. „Nun, vielleicht können wir einen Handel abschließen, aber einfach wird es nicht. Ich habe einige Rätsel vorbereitet. Für jedes richtige Rätsel erhaltet ihr Bernsteine.


Simiona wurde nicht müde zu betonen, dass die Verschiebung der Kraftlinien - sowie evtl. auch Sternenfall und Korgond - hier im Wall zu weiteren besonderen Ereignissen geführt haben könnten. Vermeintliche Geisterdrachen, evtl. unter dem Einfluß von dämonischen Sphären und enormer Kraft von etwaigen Linien etc., sprachen dafür.
„Einverstanden!“ rief Elaisha begeistert. „Wir lieben Rätsel.


Baraine lauschte der Magierin gerne dabei und betrachtete die Zeichnung des von der Ongalosch-Expedition geborgenen Artefakts und fantasierte über Zusammenhänge. Zwischen dem Erlebten der Expedition, Simionas Thesen, ihren Ergebnissen zu Korgondschen Sagen und auch jenen Geschichten die ihnen die Wallländer oder auch der Schlunder Ingerimm-Geweihte erzählt hatten, letztere eine Mär der Zwerge des Walls.
Dehmahk blickte auf Aliyahs Halskette, die mit wunderschönen Edelsteinen besetzt war. „Doch bevor wir beginnen, gefällt mir diese Halskette sehr. Wenn ihr sie mir als Tausch gebt, können wir fortfahren.


Sie wachte aus den Gedanken wieder auf, als Simiona gerade erneut laut dazu anhob, ihre These bezüglich Veränderung von Geistwesen aufgrund von Großereignissen, Kraftlinienverschiebung und frevlerisch-dämonischer Präsenz, neu zu überdenken.
Aliyah zögerte, ihre Finger um die Halskette gelegt, die ihrer Großmutter gehört hatte. Sie sah ihre Freunde an und dann Dehmahk. „Diese Halskette ist mir sehr wichtig,“ sagte sie leise. „Aber wenn es uns weiterhilft, gebe ich sie dir.


==Zackenreißer und Zackenbeißer==
Dehmahk nahm die Halskette entgegen und ein schelmisches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Gut, nun können wir beginnen.“
Wandleth Grafschaft Schlund, 1041 BF


Leobrecht von Ochs war eigens von den Efferdstränen angereist, als ihm die Geschichte zugetragen wurde, dass sein Sohn mit einigen wildgewordenen Zwergen in den Raschtulswall auf Ferkinajagd gezogen sei. Er konnte es nicht glauben und wollte sicher gehen, dass an diesem Unsinn nichts Wahres dran war.
„Hier kommt das erste Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin leicht wie eine Feder, aber die stärksten Menschen können mich nicht halten. Was bin ich?“


„Leobrecht, bei Angrosch Bart, doch nicht auf Ferkinajagd. Welcher Holzbock erzählt denn so einen Unsinn. Sie sind losgezogen um die alte Zwergenfeste Ongalosch zu entdecken. Erst zum Sturmfels und dann weiter ins Gebirge. Da wird doch der Stein im Steinbruch verrückt.“
Die drei Freunde überlegten kurz. „Ein Vogel?“ fragte Elaisha.


Die Aussagen des Grafen beruhigten den Reichsvogt keinesfalls. Eigentlich war der Grund der Reise ja egal, das Schlimme an sich war die eigentliche Reise. Was fiel dem Bengel bloß ein. Und dann auch noch über den Sturmfels. Seine Gedanken blieben bei seiner Frau hängen – sie wird ja wohl nicht auch. Unruhe machte sich in ihm breit.
„Nein,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Versucht es noch einmal.


„Sie zogen los, gerade eben erst, vor einigen Wochen, wir freuen uns bereits auf ihre Rückkehr und ebenso auf die prachtvollen Geschichten – und wenn Angrosch uns hold ist finden sie noch Gold in dem alten Stollen." frohlockte der Zwergengraf.
„Vielleicht eine Wolke?“ riet Amaryd.


„Mein Bruder Igrolosch führt die Gruppe um deinen Fläumling an. Dazu weiß Karoscha wie man einen Hammer schwingt. Und auch Rorek, Gorim und Ingax sind erfahrene Zwerge, deren Feuertaufe schon Feuertage zurückliegt. Du musst Dir keine Sorgen machen.“
„Auch nicht,“ antwortete Dehmahk. „Noch einen Versuch.“
'''TRENNER'''
Einige Tage später


Die Hörner schallten von den Mauern des Grafenpalastes und deuteten die Heimkehr  des Grafenbruders an.
Aliyah dachte nach und dann rief sie: „Ein Atem!“
Ingramm, Graf von Schlund wartete mit dem Reichsvogt Leobrecht von Ochs in der großen Halle. Das Oberhaupt des Hauses Ochs war sehr angespannt, konnte er auf die Entfernung von den Wehrgängen doch nicht erkennen, ob sein Sohn bei den Rückkehrern war.


Die hölzernen Tore des Rittersaales öffneten sich als Igrolosch als Erster durch das Portal schritt. Hinter ihm folgte Karoscha, ihren großen Hammer über der Schulter liegend. Neben ihr folgte Gorim aus der Ganoschsippe.
Dehmahk nickte anerkennend. „Sehr gut. Hier ist der erste Bernstein.“ Er reichte ihnen einen leuchtenden Bernstein.


Über die kleinen Zwerge blickend, sah Leobrecht seinen Sohn und seine Ehefrau. Sein Herz weinte innerlich vor Glück, bis er erschrak und den fehlenden Arm seiner Frau entdeckte. Sie waren am Leben, das war die Hauptsache dachte er sich, dennoch zornig. Die Etikette wahrend blieb er starr neben dem Grafen stehen, obwohl er beide am Liebsten in die Arme geschlossen und vorallem Wolfaran eine saftige Ohrfeige verpasst hätte.
Währenddessen versuchte Kieselchen, einen Krug Wasser zu holen, stolperte jedoch über seine eigenen Füße und verschüttete den Inhalt auf den Boden. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ stammelte der kleine Gargyl.


Zum Schluss betraten Arnbrecht,Thirmon und drei unbekannte Gäste aus den Perricumer Kulturlanden die Halle und schlossen die Tore hinter sich.
„Nun das zweite Rätsel,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich habe Städte, aber keine Häuser. Ich habe Berge, aber keine Bäume. Ich habe Wasser, aber keine Fische. Was bin ich?“


Igrolosch trat vor „Mein liebster Bruder, Angrosch führte uns auf einem steinernen Pfad in das Gebirge. Er stellte uns vor göttergefällige Prüfungen. Mit unserem ganzen Kampfesmut stellten wir uns diesen. Der Totengott meinte es nicht gut mit uns und riss Rorek, Ingax und die Menschen Tsalinde, Arnulf und Robur aus unserer Mitte. Ihr Blut ist nun mit den Bergen vereint.“
„Eine Wüste?“ vermutete Amaryd.


„Doch Angrosch führte uns auch in seine prachtvollen Hallen. Riesige Hallen, wie sie unsere Urväter einst bauten, tief in den Raschtulswall. Die Zeugnisse der alten Zeit waren gut zu erkennen, wenn auch der Berg eine große Leichenhalle der Toten ist. Die Geschuppten haben in den Drachenkriegen hier wahrlich blutrüstig gerodet.“
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“


„In der großen Halle zu Ongalosch mussten wir uns einem Drachen zum Kampfe wagen. Einem verdammten Geisterdrachen, auf einem verdammten Geisterschatz!"
„Eine Landkarte!“ rief Elaisha.


„Mein Bruder, der Schatz war eine zum Großteil eine Illusion, von dem geschuppten Getier gesponnen, ein weiterer Teil wurd verschüttet. Doch ganz mit leeren Händen kommen wir nicht zu Dir zurück.“
Dehmahk lächelte und überreichte ihnen einen weiteren Bernstein. „Ihr seid klug. Hier ist der zweite Bernstein.“


Wolfaran und Arnbrecht traten mit zwei wundervoll gefertigten Äxten, aus besten Toschkril-Stahl, in der Hand nach vorne und reichten diese zu Graf Ingramm.  
Kieselchen versuchte derweil, einige Zutaten für Dehmahks Tränke zu sortieren, aber er stolperte über eine Kiste und verstreute die Inhaltsstoffe überall. „Oh nein, nicht schon wieder,“ murmelte Kieselchen verzweifelt.


Der Graf las die Inschrift, die sich ergab als man beide Äxte zusammenlegte. In den Äxten war in der Angramschen Bildsprache eingraviert „Zackenreißer und Zackenbeißer“. Mit feuchten Händen nahm der Waffennarr sich dieser Äxte an. Sie würden seine Waffenkammer wahrlich bereichern.
„Und nun das dritte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Was hat Flügel, aber kann nicht fliegen? Was hat Augen, aber kann nicht sehen?“


"Weitere Stücke beanspruchen die, die in das Abenteuer reisten, um ihr Leben kämpften, ihre Gefährten ließen und und doch ruhmreich zurückkehrten."
„Eine Uhr?“ riet Aliyah.


"Natürlich sind die Schätze denen gewährt, was für ein Freund wäre ich sonst. Zumal auch nicht auf meinem Grund geborgen.", brummte der Graf.
„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.


"Und da sind weitere, die uns den letzten Abstieg ermöglichten und so vielleicht dem Raben ein paar Leben abtrotzten. Ihnen verlangt es nach nicht viel, nur eine kleine, erzene Platte. Die Gigantengezwingerin hat es ihnen quasi schon zugesagt."
„Eine Nadel?“ versuchte Amaryd.


"Eine Platte?", hakte der Graf amüsiert nach.  
„Nein,“ antwortete Dehmahk. „Letzter Versuch.“


Die zwei gelehrten, kulturländischen Damen traten hervor und stellten sich vor. "Ganz recht, Euer Hochwohlgeboren, die Platte zeigt eine Berglandschaft zwischen zwei brennenden Vulkanen, um einen von ihnen kreisen ehrhabene, geflügelte Wesen - wir vermuten Greifen, zu Fuße der Berglandschaft eine Sichel, oder Säbel und weitere Figuren. Sie kann uns sicherlich noch viele Geschichten erzählen. Geschichten, denen wir durch die Erzählungen dieser heldenmutigen Streiter, über einst die eigene Geschichten erzählt werden, näher kommen können." Die Frauen ergänzten sich gegenseitig. Wobei beide danach noch zu einer These über den Zusammenhang zwischen alten Legenden und magischen Phänomenen ergänzend anhoben, der schon bald kaum noch einer zuhörte.
Elaisha dachte nach und dann sagte sie: „Eine Statue!“


So dass man im Anschluss - nachdem die Platte den Frauen gewährt wurde - den Toten mit einer Zeremonie gedacht wurde und mit einem Bier in der Hand die Lebenden gefeiert wurden!  
Dehmahk lachte laut und nickte. „Richtig! Ihr habt gut geraten.“ Er überreichte ihnen den dritten Bernstein.


Untermalt wurde diese Szenerie von einer Ballade, vorgetragen von der Zwergin Andra, Tochter der Andrescha.  
„Aber das Spiel ist noch nicht vorbei,“ fügte Dehmahk hinzu. „Ich habe noch weitere Rätsel für euch.
Sie sang von den weiten des Raschtulswalls, den Drachenkriegen und heldenhaften Angroschim.


[Ina, Jan]
„Das klingt gut,“ sagte Amaryd. „Wir sind bereit.“


==Eine warnende Ermahnung==
Während Dehmahk das nächste Rätsel überlegte, versuchte Kieselchen einen schweren Mörser zu heben und ließ ihn prompt auf den Boden fallen, wodurch ein lautes Klirren die Höhle erfüllte. „Tut mir leid, Meister Dehmahk,“ piepste Kieselchen beschämt.
1041 BF Grafenpalast zu Wandleth in einem  Gästezimmer


„Ich werde ihm die Leviten lesen, was immer sich der Bengel dabei gedacht hat. Noch immer zu viele Flausen im Kopf.“ Leobrecht war wahrlich wütend auf seinen Sohn und diese für ihn unverständliche Schatzsuche.
„Hier kommt das vierte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin schwerer als das größte Schiff, aber jeder kann mich tragen. Was bin ich?


„Nein, das wirst Du nicht, ich werde das Regeln“ warf seine Frau Korhilda ebenfalls hitzig ein.  
„Ein Berg?“ riet Elaisha.


„Ich bin das Oberhaupt des Hauses Ochs und es ist meine Pflicht Ordnung in meinem Haus zu schaffen, verstehe das bitte Liebes.“ entgegnete der Reichsvogt.
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“


„Aber Liebster, ich bin die Leidtragende. Ich habe meinen linken Unterarm verloren, es steht mir zu diese Angelegenheit zu regeln. Er ist auch mein Sohn, Haus hin oder her.wie zur Mahnung hielt die Sturmfelserin ihrem Mann den Armstumpf hin, als es an der Tür klopfte.
„Ein Name!rief Aliyah.


„Da ist er, nun gut Hilda, regel Du diese Affäre, ich werde still zu hören.Knickte der Reichsvogt ein, seiner geschätzten Frau zu liebe.
„Sehr gut!sagte Dehmahk beeindruckt und überreichte ihnen einen vierten Bernstein.


Wolfaran trat herein. Schuldbewusst war es ihm kaum möglich seine Mutter anzusehen. Es waren immer wieder diese Bilder in seinem Kopf, wie er mit der Axt ihren Arm abtrennte. Wenn er nur daran dachte, wurde ihm schlecht. Und dann sein Vater, Wolfanran konnte ihm die Wut ansehen und diesen Blick den er ihm so häufig zuwarf.
„Das fünfte Rätsel lautet,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich gehe jeden Morgen und Abend um die Stadt, aber ich bewege mich nie. Was bin ich?“


Korhilda ging auf ihren Erstgeborenen zu und nahm ihn ganz fest in den Arm, sie wusste ganz genau, dass er schon genug unter den Ereignissen litt. Böse Worte und Anschuldigungen würden da auch nicht weiter helfen, dachte sie. Und spürte dafür die unverständnisvollen Blicke ihres Gatten im Rücken, doch er hielt still.
„Ein Schatten?“ vermutete Amaryd.


Nach einiger Zeit ließ sie von Wolfaran ab, strich noch mit der Hand eine Träne aus seinem Gesicht. „Setzt Dich Junge, wir sollten reden.Ihr Sohn nahm Platz, schaute noch mal fast ängstlich zu seinem Vater, der jedoch "ganz ruhig" seine Frau das hier alles regeln ließ. „Mutter, ich, es tut mir so leid.“
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“


„Junge, da ist nichts was Dir jetzt leid tun sollte.Von hinten räusperte sich Leobrecht, der hier wohl eine andere Auffassung vertrat, aber sofort von Korhildas eisigem Blich ruhig gestellt wurde. „Junge, wir können das Geschehene nicht rückgängig machen, aber wir können aus den Fehlern lernen.“
„Vielleicht ein Uhrzeiger?schlug Elaisha vor.


Mit einem lauten „Thimorn“ rief sie ihren Knappen herein und ließ sich ein Schwert reichen. „Dieses gute Stück hat mein Knappe aus Ongalosch erbeuten können, ich möchte dass Du dieses Schwert an Dich nimmst. Sein Name ist Flammenzunge.“  
„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“


Korhilda reichte Wolfaran das Prachtstück zwergischer Meisterschmiede aus bestem Toschkril-Stahl. „Nein, ich will das nicht. Ich kann nicht.“, schluchzte er. Während Leobracht brummte.
Elaisha runzelte die Stirn, dann lachte sie. „Die Mauer!


„Doch Du willst und Du kannst. Es wird dich immer daran erinnern, in welche Gefahr Du Dir anvertraute Menschen und Liebste gebracht hast. Du sollst, wenn Du es betrachtest an Tsalinde denken, auf dass keiner Deiner Knappen mehr in eine solche Lage kommt. Es wird Dir eine Mahnung sein, immer und überall. Ein Blick darauf soll Dich jedes Mal daran erinnern und Dich Deine kommenden Handlungen gewissenhaft abwiegen lassen. Lektionen die wir alle lernen müssen und an die wir immer denken sollten.“
„Richtig,“ sagte Dehmahk lächelnd und übergab den fünften Bernstein. „Nun das sechste Rätsel: Ich habe ein Bett, aber ich schlafe nie. Was bin ich?


Korhilda küsste ihrem Sohn sanft auf die Stirn. „Für mich ist das Geschehene vergessen, ich liebe Dich Großer.Über seinen Kopf hinweg sah sie in die Augen ihres Gatten, der ihre Herangehensweise mit einem Nicken quittierte, das irgendwo zwischen Wohlwollen, Ärgernis und Liebe zu ihr anzusiedeln war.
„Eine Blume?riet Aliyah.


„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“


[Ina, Jan]
„Ein Fluss!“ rief Amaryd.


==Meisterhaftes Zwergenwerk==
„Ihr seid wirklich schlau,“ lobte Dehmahk und überreichte den sechsten Bernstein.
Wandleth Grafschaft Schlund, 1041 BF


Leobrecht kniete vor seiner Ehefrau und wechselte den Verband an ihrem linken Arm. Die Wunde war mittlerweile verheilt und machte keine Anzeichen mehr sich zu entzünden. Denn die magische Heilung hatte zwar Schlimmeres verhindert, aber war bei Leibe zu spät erfolgt. "Hilda musstest Du denn unbedingt mitziehen? Gab es keinen anderen Weg ihn zu schützen oder besser davon abzuhalten?"
Währenddessen versuchte Kieselchen, einige Flaschen auf einem Regal zu ordnen, aber er stieß sie um, wodurch sie klirrend zu Boden fielen. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ sagte Kieselchen kleinlaut.


Korhilda strich ihm währenddessen sanft über seine Wange. "Bevor ich in der Situation überhaupt reagieren und Wolfaran umstimmen konnte, hatte er bereits den Segen Ingerimms für diese Wallfahrt erhalten. Da war es zu spät. Ich konnte ihn nicht alleine gehen lassen, bitte verstehe, es ging nicht. Bevor ihm was zustößt, würde ich für ihn sterben."
„Das siebte Rätsel ist:“ sagte Dehmahk. „Ich kann sprechen, aber ich habe keine Zunge. Ich kann hören, aber ich habe keine Ohren. Was bin ich?“


Der Blick auf diesen Satz hin wollte Korhilda lieber gar nicht deuten. Aber sie wusste ohnehin wessen Leben ihrem Leobrecht am teuersten war.
„Eine Statue?“ riet Elaisha.


Als der seine Arbeit beendet hatte, nahm er ihre noch vorhandene Hand in seine und küsste diese sanft. "Wenn es nicht möglich war ihn aufzuhalten, wäre ich, wenn ich an Deiner Stelle gewesen wäre, auch mitgezogen." Er war so froh, dass sie von diesem gefährlichen Abenteuer lebendig zurückgekehrt war. Er würde sie immer lieben, ob eine oder zwei Hände, das war ihm egal.  
„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.


Voll Liebeslust küssten die beiden sich inniglich, als es an ihrer Kemenate klopfte. „Herein“ antwortete die Sturmfelserin ein wenig mürrisch.  
„Ein Echo!“ rief Aliyah.


Karoscha und Igrolosch traten herein und begrüßten die beiden.  
„Richtig!“ Dehmahk übergab den siebten Bernstein. „Nun das achte Rätsel: Was hat ein Herz, das niemals schlägt?“


Ingrolosch trat zu der Baronin hoch oben vom Berg. „Wir stehen beide tief in Deiner Schuld. Karoscha möchte sich entschuldigen, dass sie mich in eine missliche Lage gebracht hat, aus der Du mich retten musstest. Und ich möchte mich erneut in aller Förmlichkeit bedanken, dass Du mir mein Leben gerettet hast.“
„Ein Stein?“ vermutete Amaryd.


Karoscha hielt ein Paket auf dem Arm, stellte es ab und öffnete es. „Wir haben die besten Mechaniker und Zimmerleute zusammengerufen, um dieses herzustellen.“
„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“


Die Zwergin zeigte der Baronin einen mechanischen Handschuh mit Holzverkleidung – so sah es zumindest aus. Dieses ist eine Prothese. Die Hauptfrau der Schlägenschwinger legte Korhilda dieses Gerät an. „Es ist nicht wie eine richtige Hand, doch viel besser als all die Haken oder Holzstumpen, die es sonst so zu kaufen gibt. Die Handwerksmeister haben auch Adapter entworfen, damit ihr euren Schild weiterhin führen könnt.“
„Vielleicht eine Uhr?“ schlug Elaisha vor.


„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“


==Die kühle Begrüßung des Giganten==
Elaisha überlegte kurz und rief dann: „Ein Kunstwerk!“


Baronie Sturmfels, passendes Datum 1041 BF


Der Anblick war nicht wie gewohnt, der Berg schien rauher, grauer, schroffer, abweisender. Korhilda hatte nicht gerineg Zeit in Wandleth zur Genesung verbracht, auch weil sie der Zeit mit Leobrecht dort so gut hinterher hängen konnte. Doch dann hatte sie den Ruf gespürt, nur leise, ungeduldig, fast skeptisch, das war anders als sonst. Wobei wenn sie recht überlegte - schon einmal war es so, als sie gen Mendena gezogen war. Das erste Mal eine lange Zeit getrennt von ihrer Heimat, dem Sturmfels. Nun, war sie erneut Wochen fort gewesen und kam - ähnlich wie nach dem Feldzug - verändert wieder.
„Ihr habt alle Rätsel richtig gelöst,“ sagte Dehmahk erfreut und überreichte den letzten Bernstein. „Das war ein faires Spiel.


Auch diesmal fühlte es sich beinahe wie das erste Mal an, noch so fremd, so gewaltig, so schroff. Hier oben war es immer kühler und windig, doch auch das raffen ihres Mantels brachte ihr nicht die erhoffte Wärme. In aller Ruhe spürte sie dem Wind und der Kühle nach, lauschte dem Wind in den Nadelhölzern und dem herabfallen von Steinen am Hang, ihr Klang hatte sich verändert, glaubte sie fest.
„Vielen Dank, Meister Dehmahk,“ sagte Amaryd dankbar. „Das war sehr unterhaltsam.


Sie ertappte sich dabei innerlich eine Entschuldigung zu formulieren, wie an einen alten Freund, den man lange Zeit auf ein Wiedersehen vertröstet hatte. Als die Sonne wieder hinter einer Bergkuppe hervortrat, wurde ihr wieder wärmer und sie fühlte sich nicht mehr so allein. Doch etwas schwang mit, eine sanfte aber eindeutige Warnung.
„Gerne doch,“ brummte Dehmahk. „Und nun hinfort mit euch, bevor Kieselchen noch mehr umwirft.


[Jan]


=Zirkel der heulenden Finsternis=
==Verlogene Schreiberlinge==
==Aus eins mach' zwei==
Garether und Märker Herold


gegeben Ingerimm 1042 BF, [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]], [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Kaiserstadt Gareth]]
Diebstahl der Bernsteine aufgeklärt: Erfolgreicher Einsatz der Garethischen Criminal-Cammer


{{Brief
In einem bemerkenswerten Akt der Gerechtigkeit hat die Garethische Criminal-Cammer unter der weisen Führung der hochgeschätzten Inspectorin Vallusa Engstrand den rätselhaften Diebstahl der kostbaren Bernsteine ans Licht gebracht. Mit unermüdlichem Eifer und kluger Strategie haben die tüchtigen Mitglieder des Amtes VI. der Garethischen Criminal-Cammer ihre herausragende Kompetenz unter Beweis gestellt.
|Adressat= Meine geliebter [[Garetien:Alderan von Bärenau|Bruder]],
|Text=
wie ich Robans Berichten entnahm, blieb Deine Suche nach der Rahjageweihten Rahjalina von Fuchswalden erfolglos. Somit muss ich davon ausgehen, dass ihre Knochen aus dem Beschwörungsfeld geborgen wurden und sie nicht mehr unter den Lebenden weilt.


Was das [[Garetien:Junkertum Fuchswalden|Junkertum Fuchswalden]] betrifft, habe ich nun eine Entscheidung getroffen.
In den dunklen Gassen der Unterstadt ward ein grolmischer Händler aufgespürt, in dessen Besitz sich die gestohlenen Bernsteine befanden. Dank der meisterhaften Ermittlungsarbeit, sorgsamen Beobachtungen und dem Mut der tapferen Ermittler, konnte der Händler gestellt und die wertvollen Bernsteine wiedererlangt werden.
Da Fuchswalden das größte Junkertum in der Baronie Bärenau ist, habe ich mich entschlossen das Junkertum in zwei Lehen zu unterteilen.


Das erste Lehen behält den Namen Fuchswalden und umfasst die [[Garetien:Herrschaft Nebelauen|Herrschaften Nebelauen]] und [[Garetien:Herrschaft Clarentia|Clarentia]], sowie den Marktflecken [[Garetien:Markt Fuchswalden|Fuchswalden]]. Stammsitz wird die [[Garetien:Turmhügelburg Fuchsbau|Turmhügelburg Fuchsbau]].
Inspectorin [[wikav:Vallusa Engstrand|Vallusa Engstrand]] äußerte sich freudig über diesen Triumph der Gerechtigkeit: „Die unermüdliche Arbeit und die vorbildliche Zusammenarbeit unserer Inspectoren haben es ermöglicht, diesen kniffligen Fall rasch zu lösen und die gestohlenen Bernsteine ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzubringen.


Das zweite Lehen erhält den Namen [[Garetien:Junkertum Bronstein|Bronstein]] und ihm zugewiesen werden die [[Garetien:Herrschaft Wulfenhag|Herrschaften Wulfenhag]] und [[Garetien:Herrschaft Eslamsberge|Eslamsberge]], sowie die Dörfer [[Garetien:Dorf Haselbusch|Haselbusch]] und [[Garetien:Dorf Bronstein|Bronstein]]. Stammsitz wird der [[Garetien:Gut Bronnen|Gutshof Bronnen]].
Die zurückgewonnenen Bernsteine werden nun den ehrbaren Bürgern in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer übergeben, welche voller Dankbarkeit und Erleichterung sind. Dieser erfolgreiche Einsatz zeigt erneut die Wachsamkeit und das Engagement der Garethischen Criminal-Cammer im Dienste der Sicherheit und des Wohlstands unserer Stadt.


Beide Lehen werde ich als Junkertum belehnen. [[Garetien:Rohaja von Ochs|Rohaja]] wird mir als Erbin folgen, so ich einst in ferner Zukunft als Baronin abtreten sollte. [[Garetien:Leobrecht II. von Ochs|Klein-Leobrecht]] wird in die [[Garetien:Familie Ruchin|Familie Ruchin]] [[Garetien:Iriane Phexlieb von Ruchin|heiraten]] und [[Garetien:Trisdhan von Ochs|Trisdhan]] ist nach der Belehnung seiner [[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Großmutter]] mit der [[Perricum:Baronie Wasserburg|Baronie Wasserburg]], hinter seinem [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Vater]], in der Erbfolge angesiedelt.
{{Trenner Garetien}}


Daher bestimme ich folgendes:
[[Perricum:Amaryd von Waraqis|Amaryd]], [[Perricum:Elaisha von Waraqis|Elaisha ]] und [[Perricum:Aliyah von Palmyramis|Aliyah]] saßen auf einer alten, kunstvoll geschnitzten Holzbank im Garten der [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]]. Der Duft von Blumen und frischem Gras erfüllte die Luft, doch die drei Freunde schienen davon unbeeindruckt. Vor ihnen lag der aktuelle Garether und Märker Herold, dessen Seiten im leichten Sommerwind flatterten.


Hiermit verfüge ich, dass [[Garetien:Ophelia von Ochs|Ophelia Korhilda von Ochs]] Junkerin von [[Garetien:Junkertum Fuchswalden|Fuchswalden]] wird und ihre jüngere Schwester [[Garetien:Lechmin von Ochs|Lechmin Elea von Ochs]] belehne ich mit dem [[Garetien:Junkertum Bronstein|Junkertum Bronstein]].
„Das ist unglaublich!“ rief Amaryd empört und ließ die Zeitung sinken. „In keinem einzigen Wort wird erwähnt, dass wir die Bernsteine aus einer Feenwelt zurückgeholt haben!“


Die Erstgenannte gehört dem Klerus der Perainekirche an, daher werde ich dem Junkersgut einen Vogt zuteilen. Ich bestalle [[Garetien:Edala von Hartwalden-Sturmfels|Edala von Hartwalden-Sturmfels]] mit dieser Aufgabe.  
„Verlogene Schreiberlinge,“ murmelte Elaisha, die Arme verschränkt. „Sie haben die ganze Arbeit der Criminal-Cammer zugeschrieben.


Und auch für das Junkertum Bronstein ernenne ich einen Vogt, da Lechmin ein magisches Erbe in sich trägt. Diese Aufgabe wird [[Garetien:Rondril von Bärenau-Pandlaril|Rondril von Bärenau-Pandlaril]] übernehmen.
Aliyah schnaubte und schüttelte den Kopf. „Es war unsere Entdeckung und unser Mut, der die Bernsteine zurückgebracht hat. Wir sind durch das Labyrinth gegangen, haben den Einhornturm gefunden und mit dem Grolm gehandelt!“


Um den Bund mit dem Bärenauer Niederadel zu stärken, werde ich im Zuge der Belehnungen meiner Töchter, deren Verlobungen bekannt geben.
Amaryd seufzte und ließ seinen Blick über den Garten schweifen. „Wir wissen, was wir getan haben. Vielleicht ist das wichtiger als Anerkennung in irgendeinem Artikel.
Ophelia wird mit dem Edlen [[Garetien:Thiolan von Ibelstein|Thiolan von Ibelstein]] verlobt und Lechmin mit dem Edlen [[Garetien:Welf von Krolock|Welf von Krolock]].


So geschehe es, in Praios Namen!
Elaisha hob ein Blatt des Herolds auf und betrachtete es nachdenklich. „Warum machen wir nicht das Beste daraus?“ Ein schelmisches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Lasst uns Papierdrachen basteln und fliegen lassen!


|Absender=[[Garetien:Iralda von Ochs|Iralda von Ochs]]
Aliyah kicherte und griff nach einem anderen Blatt. „Das ist eine großartige Idee. Zeigen wir diesen verlogenen Schreiberlingen, was wir mit ihrer Zeitung machen.“
[[Garetien:Baronie Bärenau|Baronin von Bärenau]]
}}


=Trisdhans Furcht =
Mit Eifer begannen die drei, die Seiten des Herolds in einfache, aber kunstvolle Papierdrachen zu falten. Die Klagen und der Ärger über den Artikel wichen bald einem spielerischen Wettkampf, wer den besten Drachen basteln konnte. Lachen erfüllte den Garten, als die ersten Drachen in die Luft stiegen und vom Wind erfasst wurden.


==Trisdhans Furcht - Angsterfüllt auf Burg Zweiflingen==
„Schau dir das an!“ rief Elaisha begeistert, als ihr Drachen eine elegante Kurve flog. „Vielleicht sollte ich Drachenbauerin werden.“


==Trisdhans Furcht - Schützende Hand einer Mutter==
Amaryd lachte. „Wer hätte gedacht, dass die Zeitung doch noch zu etwas nützlich ist!“


==Trisdhans Furcht - Verärgerung der Zweifelfels==


==Trisdhans Furcht - Verschnupfter Ochse==


{{Brief
|Adressat= [[Garetien:Iralda von Ochs|Liebste Iralda]],
|Text=Ich kann Dein Handeln nachvollziehen und bin erfreut, [[Garetien:Trisdhan von Ochs|Trisdhan]] in Sicherheit zu wissen.
Ich komme jedoch nicht umher, eine Ermahnung auszusprechen.
Wir hatten noch im Peraine letzten Götterlaufes diese Problematik diskutiert. Gegen meinen Wunsch, wolltest Du den Verpflichtungen nachkommen, die Du mit Baron [[Garetien:Debrek Rondrawin von Zweifelfels|Debrek]] vor seinem Tod vereinbart hattest.
Uns war damals schon bewusst, dass [[Garetien:Baronie Zweiflingen|Zweiflingen]] eine heißes Pflaster ist. Bedenke die Todesfälle der letzten Zeit und den ganzen Zwist innerhalb der Familie.
Ich muss noch einmal den Finger in die Wunde legen, verzeih mir. Aber ich kann nur jedem anempfehlen, niemanden in die Obhut der [[Garetien:Familie Zweifelfels|Zweifelfelser ]] zu geben, solange dort nicht wieder klare Verhältnisse herrschen. Steuern in ruhiges Fahrwasser nennen es die Schiffer auf den Efferdstränen.
Dass wir Trisdhan jetzt kurz nach Beginn der Pagenzeit wieder heimholen, ist zwar gut für den Jungen, aber nicht förderlich für die bis dahin guten Beziehungen zur Familie Zweifelfels. Mit dieser Handlung haben wir sie in Ihrer Ehre gekränkt.
Bitte wäge Deine nächsten Bündnisse besser ab. Ich möchte einen solchen Affront nicht noch einmal erzeugen.
Auch wenn die Familie Zweifelfels sich im ungeordneten Chaos befindet, ist es immer noch eine ehrbare, alte garetische Familie. Wir werden nun daran arbeiten müssen, das Verhältnis wieder zu kitten.
|Absender=Hochachtungsvoll,
[[Perricum:Leobrecht von Ochs|Leobrecht von Ochs]]
Oberhaupt des [[Garetien:Haus Ochs|Haus Ochs]]
Gegeben im Rondra 1042 nach Bosparans Falle auf den [[Perricum:Kaiserlich Efferdsträne|Efferdstränen]]
}}
=Trisdhan und Alion=
==Trisdhan und Alion -Stalljunge==
Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg
Alles um ihn herum war neu und ganz anders als in der Kaiserstadt Gareth, wo er die letzten Monde lebte. Nachdem seine Großmutter überraschend als Baronin von Wasserburg belehnt wurde, war sein Leben von ein auf den anderen Tag ein anderes.
Trisdhan Du wirst beizeiten ein Baron, hatte seine Mutter gesagt. Ein Baron wie irrwitzig das klang. Gerade war er noch ein viertgeborenes Kind, jetzt sollte er ein Erbe sein – nach seinem Vater Wolfaran. Seine Schwester Rohaja würde in ferner Zukunft Bärenau erben und seiner Mutter folgen. Sein Bruder Leobrecht war versprochen in die Familie Ruchin und Ophelia gehörte dem Klerus der Perainekirche an.
Es erschien dem siebenjähren Jungen mehr als unwirklich was gerade mit ihm geschah. Seine Großmutter hatte ihre Vögtin geschickt, um ihn aus der Kaiserstadt abzuholen  und aufs Perricumer Land zubringen. Hier duftete alles nach Wasser, Feldern und Bergen. Nicht so dreckig wie der Moloch der Kaiserstadt. Das gefiel ihm sehr gut, obwohl er seine Geschwister vermisste.
Auf dem Hinweg reiste er am Fluss vorbei zu dem schönen Schlösschen in dem seine Großmutter wohnte. Großmutter ging es leider noch nicht so gut, so erkundete der Junge alleine die Umgebung. Wer immer dieses Gemäuer errichtet hatte, da war sich Trisdhan sicher, hatte einen ganz schlechten Geschmack und Hang zum Kitsch.
Das Schloss sah aus, wie die Schlösser die in Märchen beschrieben wurden. Keine Frage irgendwie war es auch schön, schön kitschig, schön protzig – keine wehrhafte Burg eines Ritters. Nicht wie die Praiosburg in Bärenau. Die anliegende Gartenanlage war fein säuberlich angelegt, hier ließe sich sicher gut Imman spielen. Er musste daran denken, seine Großmutter nach Schlägern zu fragen. Seine Ausrüstung musste er bei seinen Geschwistern in Gareth zurücklassen.
Vorbei an einem großen Rote und Weiße Kamele Spiel, welches aus Stein im Garten aufgebaut war, schlenderte er bei strahlendem Sonnenschein vom Schloss hin zum Gut Rossgarten. Hier gab es mehrere Pferdekoppeln und Ställe. Seine Großmutter erzählte die Barone von Wasserburg hätten eine eigene Pferdezucht von Tulamiden Pferden. Das fand er unübertrefflich gut.
Trisdhan ging zu den Ställen, wo ein junger Bursche die Boxen ausmistete. „Bist Du der neue Stalljunge?“, rief der schwarzhaarige Nebachote zu ihm herüber. Trisdhan grinste innerlich und nahm sich eine Mistgabel. „Ich bin neu hier. Meine Freunde nennen mich Tris.“
„Na dann herzlich willkommen, Tris. Ich bin Alion. Kommst Du gerade aus der Praiostagsschule? Du solltest Dich das nächste Mal besser umziehen, bevor Du zur Arbeit kommst.“  Gemeinsam schaufelten sie den Dreck aus den Pferdeboxen und verteilten neues Heu.
Die Stunden vergingen und die beiden Jungen freundeten sich an. Die Arbeit war getan, als Trisdhan sich verabschiedete. „Ich muss jetzt gehen, sicher vermisst meine Oma mich schon. Sehen wir uns morgen wieder?“
Alion runzelte ein wenig die Stirn. „Ja, oder denkst Du ein Stalljunge arbeitet nur einen Tag in der Woche. Bei Morgengrauen wieder hier.“
==Trisdhan und Alion -Sitten und Gebräuche==
Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg
„Du kommst nicht von hier, oder?“ Trisdhan kam Alion so fremd vor.
„Nein, ich komme aus Gareth. Ich bin erst vor ein paar Tagen nach Wasserburg gekommen.“
„Echt, aus Gareth, toll. Ist bestimmt eine atemberaubende große Stadt.“ Alion war begeistert und lauschte den Erzählungen seines neugewonnen Freundes von der riesigen Metropole, während sie erneut die Ställe ausmisteten.
„Müssen wir jeden Tag die Ställe reinigen, oder dürfen wir auch mal zu den Pferden. Sie striegeln und reiten?“ Trisdhans Anfrage führte bei Alion zu einem ungläubigen Kopfschütteln. „Auf welchem Hof warst Du denn? In ein paar Jahren dürfen wir vielleicht zu den Pferden, wenn mein Vater Armadeon, der leitende Pferdezüchter, uns gut gewogen ist.“
„Ach, weißt Du, der Hof an dem ich vorher war, der war nicht so schön. Der Herr des Hofes starb, seine Kinder auch und seine Ehefrau ging fort. Da war es total gruselig. Überall Leid und tote Menschen und viele skurille Gestalten. Ich war froh, wieder zu meiner Mutter zurückzugehen.“ Hof war Hof, auch wenn Trisdhan von einem Adelshof und Alion von einem Bauernhof redete.
„Arbeiten Deine Eltern garnicht hier?“ fragte der nebachotische Stalljunge.
Trisdhan schüttelte, ein wenig traurig, den Kopf. „Nein, mein Vater arbeitet ganz weit weg in einer Kanzlei und meine Mutter studiert in Gareth. Meine Oma nahm mich mit nach Wasserburg, sie ist neu hier am Schloss.“
„Meine Mutter wohnt auch nicht hier. Sie ist Magierin und lebt in Perricum. Hin und wieder, wenn sie zu Forschungsreisen in den Wall zieht, kommt sich mich und Vater besuchen. Von Vater hatte ich Dir ja schon erzählt, er leitet hier das Gestüt Aquamarin. Ich soll ihm mal folgen und auch Pferdezüchter werden. Er ist nur der Meinung, dass man unten anfangen soll. Erst nach und nach wird er mir zeigen, wie eine Pferdezucht betrieben wird. Reiten kann ich schon, bin schließlich ein Nebachote. Aber nicht auf den Rassepferden, die durfte ich bisher nicht reiten.“
„Ein Nebachote, dann kommst Du nicht ursprünglich von hier oder?“
„Meine Familie kommt mehr aus dem Süden, aus Weißbarûn“ Alion sah Trisdhan fragenden Blick. „Das ist an der Grenze zu Aranien.“
Trisdhan lauschte dieses mal Alion, wie er ihm über Nebachoten und ihre Kultur berichtete. Der junge Ochs fand die Fremdländer total faszinierend. So ganz anders als die Hartsteener und Kaisermärker Rittern, mit denen er bisher zu tun hatte.
„Abu’l kachlaq, habe ich es richtig ausgesprochen? Was hieß es nochmal … “ fragte der blonde Bursche.
„Vater des Ungeziefers oder Dreckschwein, je nachdem, wie Du es übersetzen willst. Ich habe noch eines für Dich… Schaddai heißt so viel wie Feigling.“
Sie schäkerten und lachten. Trisdhans Wortschatz war nach dem Tag um einige nebachotische Schimpfwörter reicher.
„Okay, Du bist ein Nebachote und kommst von der Grenze Perricum Aranien. Sonst leben hier aber nicht so viele von euch in Wasserburg oder?“
„In der Baronie eher weniger. Du hast hier die kruden Bergbewohner. Die sind echt schon ein eigenes Völkchen. Wahrscheinlich wird man da oben zwischen Steinen und Felsen ein anderer Mensch. Und dann hast Du hier die Bewohner um die Darpatauen. Viele Bauern und Fischer. Dazu noch die Stadt. Keine Metropole wie Gareth, ich freue mich dennoch immer wieder, wenn Vater mich dahin mitnimmt.“
Sie hatten ihre meiste Arbeit erledigt, und schaufelten nur noch Mist aus der letzten Pferdebox, als Armadeon näher trat und ungläubig guckte.
„Vater, das ist Tris, er ist der neue Stallbusche, von dem ich Dir erzählt habe.“
Trisdhan legte seinen Finger auf seine Lippen, schüttelte den Kopf und grinste schelmisch über das ganze Gesicht. Armadeon schmunzelte, ein Lachen konnte er gerade noch verkneifen. „Dann herzlich willkommen, Bursche. Macht den Stall noch fertig, dann gebe ich euch heute eher frei. Genießt die Zeit und geht spielen.“ Armadeon wollte sich nicht gleich Ärger einfangen, wenn herauskommen sollte, dass er den jungen Trisdhan zum Stalldienst aufgefordert hatte.
==Trisdhan und Alion – Ausbildung in Rossgarten==
Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg
Trisdhan hatte sich gut eingelebt am Hofe seiner Großmutter. Mit Alion hatte er einen Freund gefunden, der ihm verzieh, dass der junge Ochse ihm am Anfang nicht sein wahres Ich verrat.
Die beiden Jungen genossen die Sommermonate und nachdem Trisdhan sich offenbart hatte, kein Stalljunge zu sein, musste er auch weniger die Pferdeboxen säubern. Die Monde vergingen und Korhildas Enkel verbrachte die Tage auf dem Pferderücken und mit Tagträumereien.
Iralda, Wolfaran, Leobrecht und Korhilda unterhielten in der Zwischenzeit einen regen Schriftverkehr, was denn nun aus dem Jungen geschehen sollte. Nach dem verkorksten Ausbildungsversuch auf Burg Zweifelfels, wollten dieses mal alle das Richtige für den Jungen finden.
Vor allem Iralda wollte die zweite Entscheidung besser treffen, als die Erste. Ihr lag immer noch schwer im Magen, wie verängstigt ihr Sohn aus Zweiflingen zurück gekehrt war. Korhilda konnte sie zwar beruhigen, da er in Wasserburg vollends aufzublühen schien.
Nach einigem Hin und Herr beschlossen die vier, dass Trisdhan die Pagenzeit bei seiner Großmutter absolvieren sollte. Das Thema Knappenvater vertagte man somit um ein paar Jahre nach hinten.
Es war wieder ein sonniger, warmer Sommertag, an dem Trisdhan mit Alion bei den Pferden war. Sie aufsuchend kamen Armadeon und Korhilda zu den beiden Jungen, die sich mit Stroh bewarfen und freudig dabei lachten.
„Trisdhan, Alion“, rief die Baronin von Wasserburg die Jungen zu sich. „Wie ich sehe, habt ihr viel Spaß.“ Beide Burschen nickten eifrig mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. „Dann wird es euch erfreuen, dass ihr nun ein wenig länger zusammen bleiben könnt.“
Beide fielen sich freudestrahlend um den Hals. „Das heißt aber nicht, dass ihr euch weiter in Tagträumereien verlauft. Wir, Armadeon und ich haben entschieden, dass ihr beide in die Pagenausbildung geht. Wir werden sie nur ein wenig anders gestalten, als Du Trisdhan es aus Hartsteen kennst. Ihr werdet beide von Damina von Drosselpfort die ritterlichen Tugenden lehren und Armadeon kümmert sich um die Reitausbildung und den dazugehörenden Pferdeverstand. Die Ausbildung umfasst zuerst einmal die nächsten Götterläufe. In wieweit die Knappschaft daran anschließt müssen wir sehen und ist noch nicht entschieden. Ich gebe Euch noch eine Woche, in der ihr machen könnt was ihr wollt, bevor der Ernst des Lebens anfängt und ihr wieder in einen geregelten Tagesablauf kommt.“
Es fühlte sich so gut an, jemandem Freude bereitet zu haben. Zufrieden verließen die beiden Erwachsenen die Jungen, die voll Abenteuerlust Gut und Schloss unsicher machten.
==Trisdhan und Alion –Im Umland von Rossgarten==
Ausritte in die Umgebung, Vorstellung der Wasserburger Landschaft
==Trisdhan und Alion –Die Mauern der Ruine Grimmberg==
Übernachtung im Freien, Vorstellung der Wasserburger Landschaft
==Trisdhan und Alion -Was die Stadt zu bieten hat==
Besuch in der Stadt Wasserburg, Vorstellung der Wasserburger Landschaft
==Trisdhan und Alion -Auf in den Wall==
Auflug in die Umgebung, Vorstellung der Wasserburger Landschaft (Wall)
=Briefwechsel zwischen Angetrauten=
gegeben im Rondra 1042 BF, [[Garetien:Villa Ox|Villa Ox]], [[Garetien:Kaiserstadt Gareth|Kaiserstadt Gareth]]
Auszüge aus den ständigen Briefwechseln zwischen den Eheleuten Wolfaran und Iralda von Ochs.
{{Brief
|Adressat= [[Garetien:Wolfaran II. von Ochs|Mein Liebster]],
|Text=mir sind Nachrichten ans Ohr getragen worden, die davon berichten, dass du auf eine Schatzsuche gezogen bist. [[Garetien:Hesindian zu Stippwitz|Mein Onkel]] hat schon Interesse gezeigt, sich mit Dir in dieser Angelegenheit zu unterhalten. Seit dem ich nach Gareth zum Studium ausgezogen bin, konnte ich unsere Beziehung wieder vertiefen. So weit ist der Weg in die [[Garetien:Madaburg|Madaburg]] ja nicht und wir haben uns immer viel zu erzählen. Ich genieße es ihm und seinen Abenteuern und seinem Wissen zu lauschen.
Obwohl ich verärgert sein sollte, dass Du Dich in eine solche Gefahr des Abenteuers begeben hast, kann ich Deinen Drang nach Freiheit, Ruhm und Ehre nachvollziehen. Ruhm und Ehre zog uns [[Garetien:Alriksritter|Alriksritter ]] damals in die Wüste Gor, obwohl uns allen von vornherein klar war, dass es eine riskante Reise sein würde.
Ein langweiliges Leben in einer verstaubten Reichskanzlei braucht auch mal eine Abwechslung. Wir sind jung, wir dürfen auch unvernünftig sein.
Viel mehr verärgert - nein das ist eigentlich das falsche Wort - enttäuscht ist passender, hat mich deine Mitteilung über deinen [[Garetien:Leowyn von Ochsenfeld|Bastard]]. Ich toleriere ja Deine Seitensprünge, wir sehen uns selten, da der Weg zwischen uns zu weit ist, dennoch fordere ich Dich erneut auf, keine Bastarde mehr zu zeugen. Es schmerzt mich von diesen zu hören und zeigt mir immer vor Augen, dass Du die Treue nicht zu hoch hälst.
Dein Abenteuer und der Bastard, ich muss jedoch gestehen, dass ich mich schon auf das nächste Treffen mit Deinem [[Perricum:Leobrecht von Ochs|Vater]] freue. Ihr Ochsen wütet immer so schön, wenn ihr übelgelaunt seid – und das wird er sicher sein, wenn er davon erfährt.
Apropos, Dein Vater. So langsam scheinen wir uns aufeinander eingestellt zu haben. Ich schätze seine Fachkompetenz und er ermuntert mich, meinen Weg weiterzugehen.
Es erfreut mich sehr, dass das Haus Ochs unter ihm inzwischen eine expansive Politik über seine Baroniegrenzen hinaus forciert. Und nicht so schlunder-hinterwäldlerisch wie noch unter [[Garetien:Tabur von Ochs|Tabur]], der sich auf [[Garetien:Burg Ox|Burg Ox]] ein geigelt hatte. Vielleicht hat das gerade noch abgewandte Aussterben des Hauses zu einer offensiveren Politik geführt und das Haus hat seine Lehren daraus gezogen.
Das ist in jedem Fall mehr nach meinem Geschmack und erinnert mich an die Politik meines [[Garetien:Brander von Bärenau|Vaters]], der [[Garetien:Baronie Bärenau|Bärenau]] seit jeher über die Grafschaftsgrenzen hin verzweigt hatte – leider zurzeit mit wenigen bestehenden alten Abkommen, da die Bündnispartner meines Vaters allesamt im Jahr des Feuers ihr Leben ließen. Wie dem auch sei, ich bin gespannt, welch weitere Verflechtungen er plant. Die Staatskunst Deines Vaters ist zurzeit sehr umtriebig.
Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.
So sehr ich Dir noch weiter von meinem Leben in der Kaiserstadt berichten würde, muss ich mich zwingend meinen Studien widmen. Dadurch, dass ich später begonnen habe, muss ich noch einiges nachholen. Ich werde Dir in meinem nächsten Brief mehr von meinen Erlebnissen in der Großstadt berichten.
|Absender=In tiefer Zuneigung.
[[Garetien:Iralda von Ochs|Iralda]]
}}
=Zacken und Wall=
Auszüge aus den ständigen Briefwechseln zwischen den befreundeten Herrschern von Sturmfels und Weißbarûn (namentlich Korhilda von Sturmfels und Gidiane von Waltern)
==Genesungswünsche==
{{Brief
|Adressat= [[Perricum: Korhilda von Sturmfels |Hilda]], meine Teure
|Text=geht es Dir gut?
Ich hörte von Deiner Expedition in die Berge. Wozu hast Du Dich bloß leiten lassen? Du weißt doch selber wie gefährlich die Berge sein können, vor allem wenn man mit Außenstehenden reist.
Du hättest mich rufen können, ich hätte Dich bei dieser Reise unterstützt. Da der Aufbruch so schnell erfolgte, befürchte ich jedoch dass Dir dazu keine Zeit blieb. Und Du wirst sicher gute Gründe gehabt haben.
Mich erreichten Neuigkeiten aus [[Perricum:Kaiserlich Gerbenwald|Gerbenwald]]. Die berichteten, Du seist schwer verletzt zurückgekehrt und kurierst Dich zurzeit in [[Garetien:Königsstadt Wandleth|Wandleth]] aus.
Ich schicke diesen Brief vorab, um Dir gute Besserung zu wünschen. Wir sorgen uns um Dich.
[[Perricum:Arishia von Lanzenruh|Arishia]] und ich werden, sobald wir uns hier entbehrlich machen können, zu Dir reisen.
Kopf hoch, bleib tapfer!
Möge die Herrin Peraine Dir ihren Segen schenken.
|Absender=[[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane]]
Gegeben Mitte Rahja 1041 ; [[Perricum:Baronie Weißbarûn|Baronie Weißbarûn]]}}
==Ein kleiner Hordenberger==
{{Brief
|Adressat= [[Perricum: Korhilda von Sturmfels |Liebste]],
|Text=ich hoffe Du konntest mittlerweile den Heimweg wieder antreten. Airisha und ich waren hocherfreut, dass nicht alle Nachrichten, Deinen Gesundheitszustand betreffend, eingetreten sind. Du bist sicher schon bald wieder komplett genesen.
Gestern habe ich zum ersten Mal deinen Enkel Leomir kennengelernt. Ein drolliger Junge, der seinem Vater sehr ähnlich sieht.
Wie ich vernahm, hat das Neugeborene Sindelsaum kurz nach seiner Geburt verlassen. Für die Mutter tut es mir leid, wird Deiner Kleinen sicher Schmerz bereitet haben. Ardor meinte, er wäre sein Stammhalter und sollte von Klein auf die Weißbaruner Bräuche kennenlernen, eine Ansicht, die ich durchaus teile und die mir als Baronin zusagt. Er wird schließlich mal mein Junker aus Hordenberg werden. Aus ihm solle auf keinen Fall ein verweichlichter Koscher werden, meinte Ardor.
Leider konnte ich der Unterredung mit Deinem Schwiegersohn entnehmen, dass die Ehe der beiden bisher eher unterkühlt abläuft. Aber was solls, Sie müssen sich nicht lieben, sie müssen sich respektieren. Und wie mir scheint haben sie einen Weg gefunden, mit dem beide leben können.
Also noch mal ganz förmlich -  Herzlichen Glückwunsch Oma!
|Absender=[[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane]]
Gegeben Mitte Praios 1042 ; [[Perricum:Baronie Weißbarûn|Baronie Weißbarûn]]}}
==Sturmfelser unter sich==
{{Brief
|Adressat= [[Perricum:Gidiane von Waltern|Meine Liebste]],
|Text=mir geht es schon viel besser und ich konnte mein Krankenbett in Wandleth verlassen. Es hat mich sehr gefreut, dass Du und Airisha mich besucht haben.
Ich bin wahrhaft gesegnet zwei solche Freundinnen wie euch zu haben.
Eigentlich wollte ich schon vor zwei Wochen Richtung Perricum reisen, doch Leobrecht, der mir ebenfalls beistand, blieb noch ein wenig länger. Es war wundervoll, nachdem er mir verziehen hatte, dass ich mich in eine solche Gefahr begab. Er meinte ich bräuchte eine Beschäftigung, um nicht so einen Unsinn zu verzapfen. Die Zeit wird zeigen, ob unsere Anstrengungen die Früchte Tsas tragen. Wir, vor allem er, sind ja nicht mehr die Jüngsten.
Auf dem Rückweg machte ich Halt in Barbenwehr. Die neue Vögtin war leider nicht zugegen, ich konnte mich aber länger mit meinem Vorgänger unterhalten, der alte Griesgram. Ich glaube auch so langsam, dass er mich gar nicht hasst, sondern die Entscheidung seines Sohnes, ihm nicht zu folgen, auf mich projiziert hatte.
Wir unterhielten uns über die Gebräuche des Landes. Ich steckte ihm, dass die Ispernberg sich nicht an der Suche der Vermissten beteiligt. Er war der Ansicht, dass das Anliegen wahrscheinlich gar nicht bis zu ihr getragen wurde oder dass sie es nicht für so wichtig eingestuft hat.
Der alte Sturmfelser hält sie für sehr pflicht- und politkbeflissen. Er versprach mir, sich mit ihr zu unterhalten und sie näher in das Brauchtum um und auf dem Berg einzuweisen. Ich denke er meint es ehrlich, denn die Berge bedeuten ihm viel.
Auch wenn Dich die Neue vergrämt hat, sollten wir ihr eine zweite Chance geben.
Der Berg wiederum scheint es mir übel zunehmen, dass ich die eine längere Zeit abwesend war. Erst Mendena, jetzt Wandleth er grummelt und ich spüre es. Vielleicht musst Du die nächsten Male eher zu mir kommen, damit ich nicht wieder eine solch lange Zeit weg bin.
In tiefer Freundschaft,
|Absender=[[Perricum:Korhilda von Sturmfels|Hilda]]
Gegeben Mitte Praios 1042 BF}}
==Halbstarke Jungs==
{{Brief
|Adressat= Teure [[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane]],
|Text=
hast Du schön gehört? In Haselhain wollen sie im Travia ein Ritterturnier stattfinden lassen. Ich möchte jetzt ja nicht unfreundlich wirken, aber Nebachoten und Ritterturnier. Man schickt ja Orks auch nicht auf einen Maskenball.
Bitte nicht falsch verstehen, Nebachoten sind exzellente Kämpfer und Reiter. Dafür schätze ich sie sehr. Aber ein Ritterturnier hat etwas mit ritterlichen Tugenden zu tun, die finde ich im Gebaren der Nebachoten nur im geringfügigen Maße. Ihre Wertvorstellungen sind doch anders gelagert.
Bei dem Baron von Haselhain glaubt man kaum, dass er schon über vierzig Götterläufe ist. Er gebart sich wie ein halbstarker Junge und ich weiß wovon ich rede. Ich habe einen Endzwanziger zum Sohn, der sich manchmal verhält wie ein pubertierender Junge.
Wollen wir beide das Turnier nutzen, um den jungen Hasen mal zu zeigen wo der Hammer hängt? Ich habe zwar nur noch einen funktionstüchtigen Arm, aber eine Lanze kann ich wohl noch führen.
Ich habe auch gehört, dass das Fuchsrudel um den jungen Sigman wieder anreist, um die Reshmina-Brücke einzuweihen. Was ich von dieser Bewegung halten soll, weiß ich noch nicht. Mich wunderts, dass die Kaiserin in der Thematik kein Machtwort spricht. Nimmt sich viel heraus der junge Kaisermärker.
Man erzählt sich, dass sie danach weiter zum Rothandfelsen in Gnitzenkuhl reisen. An dem Rothandfelsen offenbarte sich das Zeichen Korgonds durch das Element Wasser. War ja klar, dass die Träumer dorthin pilgern.
Wie auch immer, Lust auf ein Turnier?
Beste Grüße von auf dem Berg!
|Absender=[[Perricum: Korhilda von Sturmfels|Hilda]]
Gegeben Praios 1042 ; [[Perricum:Baronie Sturmfels|Baronie Sturmfels]]}}
==Tod einer alten Dame ==
{{Brief
|Adressat= [[Perricum:Gidiane von Waltern|Gidiane, meine Teuerste]],
|Text=
der Winter erhält langsam Einzug. Die Schneedecke ist schon weit unter den Berggipfeln. Diese Ansicht ist wie immer atemberaubend - auch noch nach fast zehn Jahren hier oben auf dem Berg.
Sollte ich einmal nicht mehr Herrin über den Berg sein, werde ich die Aussicht vermissen. Und die frische Luft hier oben, so krafterfüllend.
Gestern hat es noch einer der letzten Botenläufer nach Alriksburg geschafft. Ich habe ihn gleich wieder mit diesem Brief hinunter auf die Ebene geschickt. So kann ich dir ein letztes Mal schreiben, bevor der Winter den Aufstieg und Briefwechsel massiv erschwert.
Ich bekam die Nachricht vom Ableben der guten Mechthild von Mardramund, die Mutter von dem Baron auf der Viehwiesen - dem Magier Anaxios. Die alte Dame war zu schwach, das Alter hat sie dahin gerafft.
Ihr Tod erfüllt mich mit Trauer und Wehmut. Sie hatte die gleichen Kämpfe mit der alten Giselda, die ich auch geführt habe. Bewundert habe ich sie, denn sie konnte ihr besser die Stirn bieten. Sie schaffte es Tabur zu überzeugen sie zu heiraten, obwohl sie unter Stand war und die alte Ochsin dem vehement widersprach.
Gezankt haben sich die beiden oft, wie Stiere in der Arena. Dickköpfig waren die Ochsen ja immer, und sind sie noch.
Hätte ich doch mal soviel Kraft wie Mechthild besessen, dann hätte sich Leobrecht vielleicht eher dazu durchgerungen seiner Schwester die Stirn zu bieten und mich zu ehelichen. Aber so sollte es nicht sein. Ich muss dieses Thema für mich endgültig abschließen und die beiden Seelen borongefällig in Ehren halten.
Sobald der Schnee schmilzt werde ich Dich besuchen kommen.
|Absender=[[Perricum: Korhilda von Sturmfels|Hilda]]
Gegeben 1042-04-14; [[Perricum:Baronie Sturmfels|Baronie Sturmfels]]}}


=Aventurische Monate=
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#  Rahja - Juni
#  Rahja - Juni
#  Namenlose Tage
#  Namenlose Tage
=Ochsenherde=
Bärenauer Kinderplanung....
===Iralda und Wolfaran===
*30.01.1034 BF Rohaja Leonora
*01.02.1034 BF Leobrecht Brander
*01.02.1034 BF Ophelia Korhilda
*30.06.1035 BF Trisdhan Tybalt
*05.04.1036 BF Lechmin Elea
*12.2.1037 BF Idamil Baduar
*29.07.1038 BF Thion Wolfaran
*17. Bor 1040 BF Yandelind Madalieb - verstorben
*08.08.1041 BF Storko Alrik
*13.6.1042  BF Hardane Irmhelde
*13.6.1042  BF Aldare Selinde
===Bastarde Ardor===
*1042 Rhianna von Hordenberg
*1044 NN
*1046 NN
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Aktuelle Version vom 18. September 2025, 10:10 Uhr

Flügelschlag

Schatten in der Nacht

In der Villa Ox herrschte nächtliche Stille, als der Mond sein silbernes Licht auf das Anwesen warf. In ihrem geteilten Zimmer lagen Aliyah von Palmyramis und Elaisha von Waraqis in ihren Betten, bereit für eine ruhige Nacht. Die Mädchen, beide von der gleichen aranischen Schwertgesellin ausgebildet, waren vertraut mit den Geräuschen des Anwesens. Neben Aliyahs Bett stand ein kleines Bett mit einem Samtkissen, worin ihre Edelkatze Nala schlief.

Aliyah war bereits eingeschlafen, während Elaisha noch wach lag, den Mondschein betrachtend, der durch das Fenster fiel. Nala, die neugierige Katze, hatte sich auf den Fenstersims gelegt und schnurrte leise, als plötzlich Elaisha etwas Ungewöhnliches bemerkte. Große Schatten bewegten sich lautlos am Himmel. Neugierig ging Elaisha zum Fenster und beobachtete, wie eine große Gestalt mit gewaltigen Flügeln auf einem Dach landete.

„Aliyah! Wach auf!“, flüsterte Elaisha aufgeregt und stieß ihre Freundin an. „Da draußen ist etwas!“

Aliyah rieb sich die Augen und setzte sich langsam auf. „Was ist los, Elaisha?“

„Schau doch! Da draußen, auf dem Dach in der Weststadt!“

Gemeinsam blickten sie aus dem Fenster und sahen die geheimnisvolle Gestalt. Plötzlich schreckte Nala auf dem Fenstersims auf, ihre Augen weiteten sich vor Angst. Mit einem erschrockenen Maunzen verlor sie das Gleichgewicht und fiel vom Sims.

„Nala!“, rief Aliyah entgeistert und eilte zum Fenster. Die Katze landete zum Glück sicher auf ihren Pfoten und schoss unter das Bett, wo sie sich zitternd versteckte.

„Was denkst du, was das ist?“, fragte Aliyah, ihre Stimme bebte leicht vor Angst.

„Ich weiß es nicht“, flüsterte Elaisha zurück. „Aber es sieht aus, als wäre es aus Stein. Und es bewegt sich weiter!“

Plötzlich breitete die Gestalt ihre Flügel aus und erhob sich lautlos in die Luft. Die Mädchen verfolgten ihren Flug mit den Augen, wie sie auf dem Dach der zweistöckigen Villa der Patrizier Weidenhoff landete. Dort blieb sie kurz, bevor sie weiter zum Haus der Alchimistin Clea Cornweyler flog, die auch die Lehrmeisterin von Elaishas großem Bruder Amaryd war.

„Warum landet sie ausgerechnet dort?“, fragte Aliyah, ihre Augen geweitet vor Neugier.

„Was könnte sie dort wollen?“, fügte Elaisha hinzu. „Clea Cornweyler ist doch eine angesehene Alchimistin. Was hat diese Gestalt bei ihr zu suchen?“

„Meinst du, sie könnte Clea etwas Böses wollen?“, spekulierte Aliyah, ihre Stimme voller Besorgnis.

„Ich weiß es nicht“, sagte Elaisha. „Aber schau, sie fliegt weiter!“

Die steinerne Gestalt hob sich erneut in die Luft und flog weiter in Richtung der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer. Die schmalen Gassen waren bei Nacht von Schatten verhüllt, und die Gestalt bewegte sich darin wie ein lautloser Schatten. Schließlich landete sie an einer Ecke der Gasse und verschwand kurz aus ihrem Sichtfeld. Die Mädchen hielten den Atem an und warteten gespannt. Nach einer Weile sahen sie die Gestalt wieder, wie sie plötzlich schnell und lautlos aus der Gasse herausflog und in der Dunkelheit verschwand.

„Was macht sie dort?“, fragte Aliyah, das Herz schlug ihr bis zum Hals.

„Ich habe keine Ahnung“, murmelte Elaisha. „Aber es sieht aus, als hätte sie ein Ziel. Vielleicht ist es ein Wächter oder ein Bote.“

„Wir müssen unbedingt Amaryd davon erzählen“, entschied Elaisha schließlich. „Er wird wissen, was zu tun ist.“

Aliyah nickte, erleichtert, dass sie einen Plan hatten. „Das ist eine gute Idee. Er kann uns helfen.“

In der Zwischenzeit fiel den Mädchen auf, dass die fliegende Gestalt den zahlreichen Steinstatuen auf dem Alten Wasserturm ähnelte. Diese Statuen waren bekannt für ihre finsteren Ausdrücke und düstere Ästhetik.

„Sieht diese Gestalt nicht genauso aus wie die Statuen auf dem Alten Wasserturm?“, fragte Aliyah, ihre Augen weiteten sich vor Erstaunen.

„Ja, das tut sie tatsächlich“, stimmte Elaisha zu, ihre Stimme vor Verwunderung kaum hörbar. „Was hat es damit auf sich? Warum bewegt sich eine Statue durch die Nacht?“

Die Mädchen beschlossen, bis zum Morgen zu warten, bevor sie jemanden alarmierten. Beide legten sich wieder hin, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Die Bilder der steinernen, geflügelten Gestalt verfolgten sie die ganze Nacht. Was immer das Wesen war, das sie gesehen hatten.

Bericht der Garethischen Criminal-Cammer

Garethische Criminal-Cammer
Bericht zum Diebstahl von Bernsteinen
Abteilung: Amt VI. der Garethischen Criminal-Cammer
Verfasserin: Inspectorin Vallusa Engstrand
Leitender: Rechtswahrer Geronius Bosko

Bericht:
Datum: 16.04.1047
Ort des Vorfalls: Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer, Weststadt, Gareth
In der Nacht vom 15. auf den 16. wurde ein schwerer Diebstahl in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer verübt. Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden, als die meisten Bewohner der Gegend schliefen.


Tatbestand:
• Unbekannte Täter drangen gewaltsam in mehrere Werkstätten und Geschäfte ein.
• Die Eingangstüren wurden mit erheblicher Kraft zerschmettert, was auf den Einsatz von schwerem Werkzeug oder magischen Mitteln schließen lässt.
• Große Mengen an bearbeiteten und unbearbeiteten Bernsteinen wurden gestohlen.
• Die Täter konnten ungesehen entkommen, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass sie sich eine gewisse Zeit in den Gassen aufhielten.


Zeugenberichte:
• Anwohner berichteten, sie hätten verdächtige Geräusche gehört, jedoch konnte niemand genau beschreiben, was oder wer diese verursachte.
• Eine Zeugin erwähnte flüchtig, sie habe in der Dunkelheit schemenhafte Gestalten gesehen, die sich schnell und lautlos bewegten.


Tatortbesichtigung:
• Die Werkstätten wiesen keine Anzeichen von Aufbruchsspuren an Fenstern oder Hintereingängen auf, was darauf schließen lässt, dass die Täter gezielt die Vordertüren zerstörten.
• An den Tatorten wurden keine Spuren oder andere direkte Beweise gefunden, die auf die Identität der Täter hinweisen könnten.


Besondere Beobachtungen:
• In der Nähe des Tatorts wurde eine ungewöhnliche Spur von steinernen Bruchstücken gefunden, die möglicherweise mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten.
• Zeugen haben angegeben, dass sie in der Nacht eine steinerne, geflügelte Gestalt beobachtet hätten, die sich in der Nähe der Tatorte bewegte. Diese Berichte entsprechen den Beschreibungen von Statuen auf dem Alten Wasserturm.


Zugewiesene Unterstützung:
• Die Praioskirche wurde über den Diebstahl in Kenntnis gesetzt.
• Der Geweihte Aurentian von Luring von der Priesterkaiser-Noralec-Sakrale wurde als Verbindungsperson zugeteilt und wird bei den Ermittlungen unterstützen.
• Der Richter des Freigerichts in Gareth ist über die weiteren Ermittlungen in Kenntnis zu setzen.


Schlussfolgerung: Der Diebstahl von Bernsteinen in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer stellt ein schwerwiegendes Verbrechen dar, das mit großer Raffinesse und Gewalt verübt wurde. Die Spuren deuten darauf hin, dass die Täter möglicherweise ungewöhnliche oder magische Fähigkeiten besitzen könnten. Die Berichte über die steinerne Gestalt werfen zusätzliche Fragen auf, die einer näheren Untersuchung bedürfen.


Empfohlene Maßnahmen:
• Verstärkte Patrouillen in der Lynciriumsgasse und umliegenden Vierteln.
• Befragung weiterer Zeugen und Anwohner zur Sammlung zusätzlicher Hinweise.
• Untersuchung der steinernen Bruchstücke und Vergleich mit den Statuen auf dem Alten Wasserturm.
• Einholung magischer Expertise zur Bewertung und Analyse möglicher magischer Einflüsse.


Gez. Inspectorin Vallusa Engstrand
Überprüft und genehmigt Rechtswahrer Geronius Bosko

• nachträgliche Anmerkung: Racalla von Hirschfurten wird von der Akademie der Magischen Rüstung zu Gareth als Experte in magischen Sachverhalten zur Verfügung gestellt

In den verwinkelten Gassen

Die Nacht legte sich langsam über Gareth, und in der Alchimistenwerkstatt von Clea Cornweyler brannte noch immer Licht. Amaryd, ihr Schüler, saß an einem Arbeitstisch und beobachtete gespannt, wie Clea verschiedene Zutaten in einen großen Kessel gab. Die ehemalige Hesindegeweihte war bekannt für ihre Kunstfertigkeit im Brauen von Tränken und lehrte ihren wissbegierigen Schüler mit Geduld und Hingabe.

„Das Elixier, das die Widerstandsfähigkeit erhöht, wird des Nachts bereitet, wenn das sich rundende oder volle Mal der Mada im Sternenbild des Gehörns steht,“ erklärte Clea und goss sorgfältig eine dickflüssige, goldene Substanz in den Kessel. „So steht es in den alten Büchern geschrieben.“

Amaryd notierte sich ihre Worte gewissenhaft in sein Lehrbuch. „Aber warum genau in dieser Nacht, Meisterin?“

Clea lächelte weise und rührte langsam im Kessel. „Die Stellung der Sterne und der Monde beeinflusst die magischen Kräfte der Zutaten. In dieser speziellen Konstellation entfalten sie ihre volle Wirkung.“

Plötzlich durchbrachen ungewöhnliche Geräusche die Stille der Nacht. Ein leises Krachen und Rascheln drang durch die Wände der Werkstatt. Clea und Amaryd blickten sich alarmiert an.

„Hast du das gehört?“, fragte Amaryd.

„Ja, das kam aus den Nachbarhäusern,“ antwortete Clea besorgt. „Lass uns nachsehen.“

Sie legten ihre Utensilien beiseite und schlichen zur Tür. Als sie die Werkstatt verließen, sahen sie im dämmrigen Licht eine große Gestalt, die sich zwischen den Häusern bewegte. Die Gestalt war groß, mit ausgebreiteten Flügeln, die im Mondlicht glänzten.

„Das ist ein Gargyl,“ flüsterte Clea und zog Amaryd hinter eine Ecke. „Aber er verhält sich seltsam.“

Der Gargyl schien sich an einer Tür zu schaffen zu machen, als Amaryd plötzlich rief: „Halt, wer da!“

Der Gargyl zuckte zusammen, ließ von der Tür ab und breitete schnell seine Flügel aus. Mit einem kräftigen Flügelschlag erhob er sich und flog in eine nahegelegene Gasse. Clea sah ihm nach, ihre Stirn in Falten gelegt.

„Er verhält sich nicht wie ein normaler Gargyl,“ murmelte sie.

Doch bevor Clea Amaryd aufhalten konnte, rannte er der fliegenden Gestalt nach. „Wir müssen ihn aufhalten!“

Zwei Stadtgardisten, die in der Nähe patrouillierten, sahen den jungen Mann rennen und schlossen sich ihm an. Gemeinsam jagten sie durch die engen, verwinkelten Gassen der Stadt. Der Gargyl schien immer einen Schritt voraus zu sein, doch sie ließen nicht locker.

„Da vorne, er fliegt wieder höher!“, rief einer der Gardisten. „Schnell, wir müssen ihn einholen!“

Sie hasteten durch dunkle Gassen, sprangen über niedrige Mauern und wichen Hindernissen aus. Der Gargyl flog über ihren Köpfen, immer wieder die Richtung wechselnd, als ob er versuchte, sie abzuschütteln. Amaryd spürte sein Herz rasen, doch er gab nicht auf.

Plötzlich schwebte der Gargyl auf eine hohe Mauer zu und verschwand spurlos. Amaryd und die Gardisten blieben abrupt stehen, keuchend und völlig außer Atem. Clea holte wenig später auf, ihr Gesicht ebenso verwirrt.

„Wo ist er hin?“, fragte einer der Gardisten ungläubig. „Er war doch direkt vor uns!“

„Das... das ist unmöglich,“ stammelte Amaryd. „Er kann doch nicht einfach verschwunden sein.“

Die zweite Wache sah sich hilflos um und meinte schließlich: „Magier... wir benötigen Magier.“

Das Geheimnis der Nirgendgasse

Die Nacht hatte sich tief über die Kaiserstadt Gareth gesenkt, als Clea Cornweyler und die Magierin Racalla von Hirschfurten in die schmale Gasse traten, in der der Gargyl vor Amaryds Augen plötzlich verschwunden war. Die Magierin wurde von ihrer Akademie mit dieser Aufgabe betraut, nachdem die Garethische Criminal Kammer nach magischer Unterstützung anfragte. Der Praiosgeweihte Aurentian von Luring begleitete sie, seine Miene grimmig und skeptisch.

„Es war hier,“ sagte Amaryd, als er auf die Stelle zeigte, an der der Gargyl in der Luft verschwand. „Genau hier hat er sich in Luft aufgelöst.“

Racalla betrachtete die Umgebung aufmerksam, ihre Augen leuchteten sanft im Mondschein, als sie ihre magische Energie fokussierte. „Hier hat eindeutig Magie gewirkt. Es liegt eine seltsame Aura über diesem Ort,“ murmelte sie und strich mit den Fingern über die Luft, als würde sie unsichtbare Fäden berühren.

Aurentian verzog das Gesicht. „Magie? Natürlich. Was auch sonst.“

Clea, die mit besorgter Miene die Gasse entlangblickte, wandte sich an die anderen. „Scher dich in die Nirgendgasse“, sagte sie nachdenklich, eine alte Redewendung der Garether Bürger gebrauchend.

Racalla hob eine Augenbraue und nickte verstehend. „Das könnte sehr gut sein.“ Sie begann, mit komplizierten Handbewegungen eine magische Abhandlung zu vollführen, ihre Bewegungen elegant und präzise. „Nirgendgassen sind teilweise temporäre Wege in oder durch den Limbus, manchmal auch Stellen oder Wege, die durch magische Einwirkung verkrümmt, verborgen oder anderweitig verändert sind. Es ist, als ob sie zwischen den Welten existieren, sich unserem gewöhnlichen Blick entziehen.“

Aurentian seufzte schwer und verschränkte die Arme. „Diese finden sich nur in Gareth. Seitdem in der Ersten Dämonenschlacht bei Gareth eine Globule zerstört wurde, ist das Sphärengefüge vor Ort dauerhaft verändert. Die Anwohner sind meist so an diese Seltsamkeiten gewöhnt, dass sie sie kaum mehr wahrnehmen und wie selbstverständlich benutzen. Sie nennen es auch Schattenpfade.“

Clea runzelte die Stirn, ihr Blick intensiv auf den Boden gerichtet. „Das könnte auch erklären, warum der Gargyl anders war. Vielleicht war es diese Unterart aus den Feenwelten.“

Aurentian rollte genervt mit den Augen. „Hatte der Bernsteindiebstahl wirklich mit Feenwesen und Feenwelten zu tun? Ich hasse diese magischen Phänomene.“

In der Nähe standen Amaryd, seine Schwester Elaisha und ihre Freundin Aliyah und lauschten neugierig. Die drei Jugendlichen konnten kaum ihre Aufregung verbergen.

„Hörst du das?“, flüsterte Elaisha. „Nirgendgassen, Schattenpfade, Feenwesen, Feenwelten. Das klingt alles so spannend!“

Aliyah nickte begeistert. „Wir müssen herausfinden, wie wir der Spur des Gargyls folgen können. Wer weiß, wohin uns das führt!“

Amaryd war ebenfalls fasziniert und flüsterte: „Lasst uns die Erwachsenen im Auge behalten. Das wäre ein echtes Abenteuer!“

Während die Erwachsenen ihre Diskussion fortsetzten und nach Hinweisen suchten, schritten die drei Jugendlichen in die Dunkelheit der Gasse, ihre Herzen klopften vor Aufregung. Die schmalen Straßen und engen Gassen Gareths schienen voller Geheimnisse und Mysterien zu sein, und die Vorstellung, Teil dieses Abenteuers zu werden, ließ ihr Blut in den Adern pulsieren.

Racalla wandte sich plötzlich um und blickte die Jugendlichen streng an. „Ihr solltet hier nicht herumlungern. Dies ist keine Spielerei.“

Amaryd, Elaisha und Aliyah sahen sich an, wissend, dass sie trotz der Ermahnung nicht einfach gehen würden. Auch war Racalla kaum älter als sie selbst, und schon so bestimmend im Tonfall. Sie wollten mehr über diese Nirgendgassen erfahren und das Geheimnis des Gargyls lüften.

Clea seufzte und schüttelte den Kopf. „Es gibt immer mehr Fragen als Antworten. Aber wir müssen dranbleiben. Lasst uns zurück zu meiner Werkstatt gehen und unsere Forschungen vertiefen.“

„Und vielleicht finden wir endlich heraus, was wirklich vor sich geht,“ ergänzte Racalla, ihre Augen leuchteten. Es schien interessant zu werden.

„Das wird eine lange Nacht,“ murmelte Aurentian düster.

Amaryd, Elaisha und Aliyah folgten im gebotenen Abstand. Aber abschütteln lassen, wollten sie sich nicht.

Kieselchen, ganz groß

In einer unterirdischen Höhle, verborgen tief im Herzen eines dichten Waldes nahe des Einhornturms, werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Die Wände der Höhle waren mit leuchtenden Kristallen gesäumt, die in allen Farben des Regenbogens schimmerten. Dehmahk hatte eine große Anzahl von Gerätschaften um sich herum angeordnet, und in einem großen Kessel blubberte ein geheimnisvoller Trank.

„Bernstein, Bernstein... immer nur Bernstein...“ brummte Dehmahk vor sich hin, während er sorgfältig einen leuchtenden Bernsteinstein zerkleinerte und die Splitter in den Kessel warf. „Zauberkraft muss herbei... und ein Schuss Mondlicht dazu...“

Mit mürrischen Bewegungen mischte und zauberte er weiter, als plötzlich ein großer Schatten den Höhleneingang verdunkelte. Ein mächtiger Gargyl schwebte lautlos herein. Doch kaum hatte er den Boden berührt, schrumpfte er zusammen und verwandelte sich in einen winzigen, tolpatschigen Gargyl.

„Kieselchen, was bist du außer Atem?“ rief Dehmahk und blickte auf den kleinen Gargyl, der keuchend vor ihm stand und wild mit den Flügeln flatterte.

„Oh, Meister Dehmahk,“ begann Kieselchen, während er versuchte, seine Flügel zu ordnen und dabei über seine eigenen Füße stolperte. „Ich war in der großen Stadt, um die benötigten Materialien für deine Tränke zu besorgen, aber beim versuchten Einbruch wurde ich von einem Menschling gestört!“

Dehmahk hob eine buschige Augenbraue und schüttelte den Kopf. „Kieselchen, du bist wohl auf einem tollkühnen Abenteuer!“

Kieselchen ließ die Schultern hängen, wobei er fast über den eigenen Schwanz stolperte. „Ja, Meister. Ich konnte nicht alle Materialien beschaffen. Ein paar wachsame Bürger haben mich gesehen und ich musste fliehen. Fast hätte ich einen Brunnen mit dem Kopf gerammt!“

Dehmahk lachte leise und klopfte dem kleinen Gargyl freundlich auf den Rücken. „Ach, mein lieber Kieselchen, du hast es versucht. Aber keine Sorge, wir werden schon einen Weg finden, um die fehlenden Zutaten zu beschaffen. Vielleicht brauchen wir einfach einen besseren Plan.“

„Meinst du wirklich, Meister?“ fragte Kieselchen hoffnungsvoll, während er versuchte, eine Rolle Pergament aufzuheben und dabei fast ein Regal umwarf.

„Natürlich!“ brummte Dehmahk. „Alchemie erfordert Geduld und Erfindungsreichtum. Und manchmal... auch ein bisschen Abenteuerlust,“ sagte er augenzwinkernd.

„Wie können wir das nächste Mal sicherstellen, dass wir erfolgreich sind?“ fragte Kieselchen, während er unbeholfen versuchte, auf einem Stuhl Platz zu nehmen und dabei fast herunterfiel.

Dehmahk überlegte einen Moment und kratzte sich am Bart. „Vielleicht sollten wir eine Tarnung verwenden. Ich könnte Dich als Vogel verzaubern oder...“ Dehmahk stutzte und lachte dann herzhaft. „Oder vielleicht als eine kleine, harmlose Katze!“

Kieselchen kicherte bei dem Gedanken und stolperte fast über seine eigenen Flügel. „Eine Katze? Das wäre lustig!“

„Ja, lustig und nützlich,“ stimmte Dehmahk zu. „Und jetzt, lass uns sehen, was wir aus den gesammelten Materialien zaubern können. Ich habe da so meine Ideen. Vielleicht gelingt uns trotz allem ein wunderbarer Trank!“



Das Geheimnis des Alten Wasserturms

Nachmittags beschlossen Amaryd, Elaisha und Aliyah, aus der Villa Ox hinauszutreten und durch die Weststadt von Gareth zu flanieren. Ihre Schritte führten sie bald zum Alten Wasserturm, einem beeindruckenden Bauwerk aus der Rohalszeit, das hoch oben mit steinernen Gargylfiguren geschmückt war.

„Schaut euch das an,“ rief Amaryd begeistert. „Diese Gargyle sind unglaublich detailliert. Ob die im Zusammenhang mit „unserem“ Gargyl stehen?“

„Ja, es wirkt fast, als könnten sie jeden Moment zum Leben erwachen,“ fügte Elaisha hinzu, ein Schauer lief ihr über den Rücken.

„Ich wette, wir könnten einen Weg hineinfinden,“ sagte Aliyah schelmisch und deutete auf den Turm.

Am Eingang des Turms trafen sie auf den alten Wassermeister Brandwig von den Wassern. Der rothaarige, fast taube Mann kümmerte sich um die Wasserleitungen der Stadt. Er sprach laut und mit einer gewissen Autorität.

„Was wollt ihr hier, Kinder?“ brummte Brandwig, seine Stimme donnerte durch die Gasse.

„Oh, geehrter Wassermeister, könnten wir den Turm besichtigen?“ fragte Aliyah mit einem charmanten Lächeln und einem unnachahmlichen Augenaufschlag. „Wir haben auch einige der besten Süßigkeiten aus Meister Marcipanus Geschäft für Sie.“

Brandwig betrachtete die Süßigkeiten mit leuchtenden Augen und konnte nicht widerstehen. „Na gut, aber nur kurz,“ sagte er schließlich und öffnete die schwere Tür des Turms.

Der achteckige, 20 Meter hohe Turm war mit Strebepfeilern verstärkt und beeindruckte mit Fratzen, Neidköpfen und Statuen von Fabelwesen. Brandwig führte die Jugendlichen hinein und erklärte stolz die Funktionsweise der Wasserleitungen.

„Diese Rohre bringen das Wasser aus dem Erdinneren nach oben und verteilen es in die Villen, Häuser und Brunnen der Weststadt,“ sagte Brandwig laut. „Die Ochsen treiben das Hebewerk Tag und Nacht an.“

Aliyah zeigte sich interessiert und heuchelte Begeisterung, während Amaryd und Elaisha die dunklen Ecken des Turms erkundeten. In einer versteckten Kammer entdeckten sie die Statuen zweier Versteinerten, die achtlos herumlagen, und zerbrochene Teile von Gargylen.

„Das ist unheimlich,“ flüsterte Elaisha, als sie die steinernen Fragmente betrachtete. „Ob das mal Lebewesen waren?“

Brandwig führte sie weiter zur Zugangstreppe des Hebewerks. „Der obere Teil des Turms ist nichts für Kinder,“ sagte er streng.

Aliyah, die Brandwig zurück zu den Ochsen führte, stellte ihm weiterhin Fragen über die Wasserwirtschaft. „Es ist so faszinierend, wie das alles funktioniert,“ sagte sie und Brandwig konnte sein Glück kaum fassen, endlich jemanden gefunden zu haben, der sein Interesse teilte.

Währenddessen schlichen Amaryd und Elaisha zurück zum Turm. „Lass uns das Schloss knacken,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen herausfinden, was dahintersteckt.“

Vorsichtig öffneten sie die alte, verrostete Tür und schlichen die vermoderte Treppe hinauf. Ranken wuchsen wild und das Holz knackte unter ihren Füßen. Oben angekommen entdeckten sie eine große Wasserpfütze auf dem Boden.

„Das sieht seltsam aus,“ sagte Amaryd und beugte sich darüber. „Es ist wie ein Spiegel.“

Doch als sie beide genauer in die Pfütze schauten, bemerkten sie, dass es mehr war als nur eine einfache Wasserpfütze. Die spiegelnde Oberfläche begann, sich zu verändern und zeigte ihnen ein Bild, das sie beide in Staunen versetzte.

Hinter der spiegelnden Oberfläche sahen sie einen prächtigen Turm, der eigentlich ein Konglomerat von Türmen, Erkern und Spitzen war. Der Turm erhob sich majestätisch in den Himmel, fast bis zum kristallenen Firmament. Er war mit filigransten Ornamenten versehen, strahlte in hellem Weiß und war voller bunter Fenster. Es wirkte wie ein gewaltiges Märchenschloss, aus dem immer neue Türme wuchsen.

„Das ist unglaublich!“ flüsterte Elaisha. „Es sieht aus wie aus einem Traum.“

„Oder aus einer anderen Welt,“ ergänzte Amaryd mit Ehrfurcht in der Stimme. „Es ist wunderschön.“

Elaisha streckte ihre Hand aus und berührte vorsichtig die Wasseroberfläche, doch nichts geschah. „Es ist nur ein Spiegel,“ sagte sie schließlich. „Ein Fenster in eine andere Welt, aber kein Tor.“

Amaryd nickte, erleichtert und mahnend in seiner Stimme. „Gut. Es war töricht, einfach hineinzufassen. Aber es ist faszinierend.“

Enttäuscht, dass sie keine magisches Tor entdeckt hatten, beschlossen sie, zu Aliyah und Brandwig zurückzukehren. „Hier gibt es kein Feentor,“ flüsterte Amaryd. „Wir müssen woanders suchen.“

In Mandariels Reich

Amaryd war auf dem Weg zu seiner Lehrmeisterin Clea Cornweyler, als er plötzlich schnelle Schritte hinter sich hörte. Er drehte sich um und sah Aliyah und seine kleine Schwester Elaisha angerannt kommen, eine Postille in der Hand wedelnd.

„Amaryd, schau dir das an!“ rief Aliyah außer Atem und hielt ihm die Zeitung hin. „In der heutigen Ausgabe des Garether und Märker Herolds steht etwas Erstaunliches!“

„Was steht drin?“ fragte Amaryd neugierig, während er das Blatt entgegennahm.

„Im Ugdalfspark sind Leute verschwunden, die das Labyrinth betreten haben,“ erklärte Aliyah mit funkelnden Augen. „Es heißt, sie seien spurlos verschwunden und nie zurückgekehrt.“

„Das klingt unheimlich,“ meinte Amaryd skeptisch, während er den Artikel überflog. „Aber warum sollten wir dorthin gehen? Wir wissen nicht, wohin der Pfad uns führt.“

Elaisha, die bisher still geblieben war, trat vor und schlug entschlossen vor: „Wir sollten den Stadtteil Heldenberg aufsuchen und den Irrgarten erkunden. Wer weiß, was wir dort finden?“

Amaryd zögerte, aber die Neugier war stärker. „Na gut, wir gehen. Aber wir müssen vorsichtig sein.“

Mit wagemutiger Entschlossenheit machten sich die drei Freunde auf den Weg zum Ugdalfspark. Der Stadtteil Heldenberg war bekannt für seine verwinkelten Gassen und geheimnisvollen Ecken. Das Labyrinth im Ugdalfspark war berüchtigt für seine vielen Wendungen und Sackgassen.

Die Sonne stand hoch am Himmel, als sie den Eingang zum Labyrinth erreichten. Die hohen Hecken schienen sich über ihnen zu schließen und warfen lange Schatten auf den Kieselweg.

„Bleibt dicht zusammen,“ warnte Amaryd. „Es ist leicht, sich hier zu verlaufen.“

Mit rasendem Puls und pochendem Herzen jagten sie durch die engen Pfade des Labyrinths. Sie nahmen jede Abzweigung, rannten über Kieselwege und duckten sich unter tiefhängenden Ästen hindurch. Das Lachen und die Rufe der Jugendlichen hallten durch die verworrenen Wege, während sie sich gegenseitig antrieben.

„Hier entlang!“ rief Elaisha und führte die Gruppe mutig weiter. Ihre Augen leuchteten vor Aufregung.

Die Hecken wurden immer höher und dichter, und das Licht schien zu schwinden. Plötzlich änderte sich die Umgebung. Die Hecken wichen zurück und vor ihnen erstreckte sich eine weite Heide voller Blumen. Aus dieser Heide ragte ein gewaltiger Turm, der die Form eines riesigen gewundenen Horns hatte. Eine freie, geländerlose Wendeltreppe schlängelte sich um das Horn nach oben.

„Schaut euch das an!“ rief Aliyah fasziniert. „Das ist unbeschreiblich!“

Rund um den schwindelerregend hohen Turm ragten weitere filigrane Bauten am Rande der Lichtung empor, und es schienen ständig neue zu entstehen und höher in den Himmel zu wachsen. Die Strukturen wirkten, als wären sie aus feinem Kristall gefertigt und reflektierten das Licht in allen Farben.

„Was ist das nur für ein Ort?“ murmelte Amaryd ehrfürchtig. „Das sieht aus wie aus einem Märchen.“

„Vielleicht ist es das auch,“ sagte Elaisha, ihre Augen leuchteten vor Aufregung. „Lasst uns näher rangehen.“

Vor dem Turm stand ein Einhorn mit weißem Fell und längeren weißen Barthaare am Kinn. Es blickte verträumt in die Gegend, als ob es über etwas nachdachte oder in eine ferne Welt blickte.

„Ein Einhorn! Das ist wirklich mystisch!“ flüsterte Aliyah ehrfürchtig.

„So müssen Feenwelten aussehen“ sagte Amaryd entschlossen. „Vielleicht finden wir hier Antworten.“

Das Rätselspiel

Amaryd, Elaisha und Aliyah folgten der Wegbeschreibung des Einhorns Güldenhuf, welches so freundlich war, ihnen weiterzuhelfen. Vom Einhornturm aus gingen sie in südlicher Richtung – falls man es überhaupt so nennen konnte, denn sie befanden sich in einer Feenwelt. Ihr Weg führte sie von dem Einhornturm zum Schlafenden Giganten, wie Güldenhüf es nannte. Seine Anmerkung, wenn ihr beim Bollwerk der Wildschweine angekommen seid, habt ihr euch verlaufen, machte sie unsicher. Doch schließlich kamen sie bei der von Güldenhuf beschriebenen Höhle an.

„Das muss die Höhle sein,“ sagte Elaisha aufgeregt, als sie den Eingang entdeckten. „Güldenhüf hatte recht.“

„Lasst uns vorsichtig sein,“ warnte Amaryd. „Wir wissen nicht, was uns hier erwartet.“

Die drei Freunde betraten die Höhle und fanden sich in einer Welt voller leuchtender Kristalle und seltsamer Geräusche wieder. Inmitten der Höhle werkelte Dehmahk, der Grolm, an seinen alchemistischen Tränken. Neben ihm versuchte der kleine, tolpatschige Gargyl Kieselchen, ihm zu helfen, wobei er immer wieder Dinge umwarf und sich entschuldigte.

„Meister Dehmahk,“ begann Amaryd höflich. „Wir sind auf der Suche nach Bernsteinen. Könnten wir vielleicht welche von Ihnen erwerben?“

Dehmahk drehte sich langsam um und betrachtete die drei neugierigen Gesichter vor ihm. „Bernsteine, sagt ihr? Hmmm... das ist nicht so einfach,“ brummte er und verschränkte die Arme. „Aber was machen Menschen wie ihr hier in meiner Höhle?“

Aliyah trat vor und erklärte: „Die Bernsteine sind sehr wichtig für einige Personen in Gareth. Sie sind sehr empört, dass sie Ihnen gestohlen wurden. Wir müssen sie zurückholen.“

Dehmahk runzelte die Stirn. „Empört, sagt ihr? Warum sollte ich euch helfen?“

In diesem Moment bemerkte Kieselchen Amaryd und stieß einen überraschten Laut aus. „Du! Du bist der Mensch, der mich in Gareth verfolgt hat!“

Amaryd schaute überrascht. „Das warst du? Der furchteinflößende Gargyl, der beim Einbruch gestört wurde?“

Kieselchen nickte heftig. „Ja, das war ich! Aber hier bin ich viel kleiner und weniger bedrohlich.“

„Wie ist das möglich?“ fragte Amaryd verwundert. „In der Lynciriumsgasse warst du groß und sahst gefährlich aus.“

Dehmahk lachte grummelnd. „Das lag an einem Zauber meinerseits. Kieselchen sollte beängstigender wirken bei der Materialsuche.“

Elaisha trat näher und betrachtete den kleinen Gargyl neugierig. „Das ist faszinierend! Aber trotzdem, Meister Dehmahk, wir brauchen die Bernsteine. Können wir nicht einen Handel machen?“

Dehmahk kratzte sich am Bart und überlegte. „Nun, vielleicht können wir einen Handel abschließen, aber einfach wird es nicht. Ich habe einige Rätsel vorbereitet. Für jedes richtige Rätsel erhaltet ihr Bernsteine.“

„Einverstanden!“ rief Elaisha begeistert. „Wir lieben Rätsel.“

Dehmahk blickte auf Aliyahs Halskette, die mit wunderschönen Edelsteinen besetzt war. „Doch bevor wir beginnen, gefällt mir diese Halskette sehr. Wenn ihr sie mir als Tausch gebt, können wir fortfahren.“

Aliyah zögerte, ihre Finger um die Halskette gelegt, die ihrer Großmutter gehört hatte. Sie sah ihre Freunde an und dann Dehmahk. „Diese Halskette ist mir sehr wichtig,“ sagte sie leise. „Aber wenn es uns weiterhilft, gebe ich sie dir.“

Dehmahk nahm die Halskette entgegen und ein schelmisches Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Gut, nun können wir beginnen.“

„Hier kommt das erste Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin leicht wie eine Feder, aber die stärksten Menschen können mich nicht halten. Was bin ich?“

Die drei Freunde überlegten kurz. „Ein Vogel?“ fragte Elaisha.

„Nein,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Versucht es noch einmal.“

„Vielleicht eine Wolke?“ riet Amaryd.

„Auch nicht,“ antwortete Dehmahk. „Noch einen Versuch.“

Aliyah dachte nach und dann rief sie: „Ein Atem!“

Dehmahk nickte anerkennend. „Sehr gut. Hier ist der erste Bernstein.“ Er reichte ihnen einen leuchtenden Bernstein.

Währenddessen versuchte Kieselchen, einen Krug Wasser zu holen, stolperte jedoch über seine eigenen Füße und verschüttete den Inhalt auf den Boden. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ stammelte der kleine Gargyl.

„Nun das zweite Rätsel,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich habe Städte, aber keine Häuser. Ich habe Berge, aber keine Bäume. Ich habe Wasser, aber keine Fische. Was bin ich?“

„Eine Wüste?“ vermutete Amaryd.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“

„Eine Landkarte!“ rief Elaisha.

Dehmahk lächelte und überreichte ihnen einen weiteren Bernstein. „Ihr seid klug. Hier ist der zweite Bernstein.“

Kieselchen versuchte derweil, einige Zutaten für Dehmahks Tränke zu sortieren, aber er stolperte über eine Kiste und verstreute die Inhaltsstoffe überall. „Oh nein, nicht schon wieder,“ murmelte Kieselchen verzweifelt.

„Und nun das dritte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Was hat Flügel, aber kann nicht fliegen? Was hat Augen, aber kann nicht sehen?“

„Eine Uhr?“ riet Aliyah.

„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.“

„Eine Nadel?“ versuchte Amaryd.

„Nein,“ antwortete Dehmahk. „Letzter Versuch.“

Elaisha dachte nach und dann sagte sie: „Eine Statue!“

Dehmahk lachte laut und nickte. „Richtig! Ihr habt gut geraten.“ Er überreichte ihnen den dritten Bernstein.

„Aber das Spiel ist noch nicht vorbei,“ fügte Dehmahk hinzu. „Ich habe noch weitere Rätsel für euch.“

„Das klingt gut,“ sagte Amaryd. „Wir sind bereit.“

Während Dehmahk das nächste Rätsel überlegte, versuchte Kieselchen einen schweren Mörser zu heben und ließ ihn prompt auf den Boden fallen, wodurch ein lautes Klirren die Höhle erfüllte. „Tut mir leid, Meister Dehmahk,“ piepste Kieselchen beschämt.

„Hier kommt das vierte Rätsel,“ sagte Dehmahk. „Ich bin schwerer als das größte Schiff, aber jeder kann mich tragen. Was bin ich?“

„Ein Berg?“ riet Elaisha.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“

„Ein Name!“ rief Aliyah.

„Sehr gut!“ sagte Dehmahk beeindruckt und überreichte ihnen einen vierten Bernstein.

„Das fünfte Rätsel lautet,“ fuhr Dehmahk fort. „Ich gehe jeden Morgen und Abend um die Stadt, aber ich bewege mich nie. Was bin ich?“

„Ein Schatten?“ vermutete Amaryd.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“

„Vielleicht ein Uhrzeiger?“ schlug Elaisha vor.

„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“

Elaisha runzelte die Stirn, dann lachte sie. „Die Mauer!“

„Richtig,“ sagte Dehmahk lächelnd und übergab den fünften Bernstein. „Nun das sechste Rätsel: Ich habe ein Bett, aber ich schlafe nie. Was bin ich?“

„Eine Blume?“ riet Aliyah.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es erneut.“

„Ein Fluss!“ rief Amaryd.

„Ihr seid wirklich schlau,“ lobte Dehmahk und überreichte den sechsten Bernstein.

Währenddessen versuchte Kieselchen, einige Flaschen auf einem Regal zu ordnen, aber er stieß sie um, wodurch sie klirrend zu Boden fielen. „Entschuldigung, Meister Dehmahk,“ sagte Kieselchen kleinlaut.

„Das siebte Rätsel ist:“ sagte Dehmahk. „Ich kann sprechen, aber ich habe keine Zunge. Ich kann hören, aber ich habe keine Ohren. Was bin ich?“

„Eine Statue?“ riet Elaisha.

„Falsch,“ sagte Dehmahk. „Noch ein Versuch.“

„Ein Echo!“ rief Aliyah.

„Richtig!“ Dehmahk übergab den siebten Bernstein. „Nun das achte Rätsel: Was hat ein Herz, das niemals schlägt?“

„Ein Stein?“ vermutete Amaryd.

„Nein,“ sagte Dehmahk. „Versucht es nochmal.“

„Vielleicht eine Uhr?“ schlug Elaisha vor.

„Auch nicht,“ sagte Dehmahk kopfschüttelnd. „Letzter Versuch.“

Elaisha überlegte kurz und rief dann: „Ein Kunstwerk!“


„Ihr habt alle Rätsel richtig gelöst,“ sagte Dehmahk erfreut und überreichte den letzten Bernstein. „Das war ein faires Spiel.“

„Vielen Dank, Meister Dehmahk,“ sagte Amaryd dankbar. „Das war sehr unterhaltsam.“

„Gerne doch,“ brummte Dehmahk. „Und nun hinfort mit euch, bevor Kieselchen noch mehr umwirft.“


Verlogene Schreiberlinge

Garether und Märker Herold

Diebstahl der Bernsteine aufgeklärt: Erfolgreicher Einsatz der Garethischen Criminal-Cammer

In einem bemerkenswerten Akt der Gerechtigkeit hat die Garethische Criminal-Cammer unter der weisen Führung der hochgeschätzten Inspectorin Vallusa Engstrand den rätselhaften Diebstahl der kostbaren Bernsteine ans Licht gebracht. Mit unermüdlichem Eifer und kluger Strategie haben die tüchtigen Mitglieder des Amtes VI. der Garethischen Criminal-Cammer ihre herausragende Kompetenz unter Beweis gestellt.

In den dunklen Gassen der Unterstadt ward ein grolmischer Händler aufgespürt, in dessen Besitz sich die gestohlenen Bernsteine befanden. Dank der meisterhaften Ermittlungsarbeit, sorgsamen Beobachtungen und dem Mut der tapferen Ermittler, konnte der Händler gestellt und die wertvollen Bernsteine wiedererlangt werden.

Inspectorin Vallusa Engstrand äußerte sich freudig über diesen Triumph der Gerechtigkeit: „Die unermüdliche Arbeit und die vorbildliche Zusammenarbeit unserer Inspectoren haben es ermöglicht, diesen kniffligen Fall rasch zu lösen und die gestohlenen Bernsteine ihren rechtmäßigen Besitzern zurückzubringen.“

Die zurückgewonnenen Bernsteine werden nun den ehrbaren Bürgern in der Lynciriumsgasse der Bernsteinschleifer übergeben, welche voller Dankbarkeit und Erleichterung sind. Dieser erfolgreiche Einsatz zeigt erneut die Wachsamkeit und das Engagement der Garethischen Criminal-Cammer im Dienste der Sicherheit und des Wohlstands unserer Stadt.

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Amaryd, Elaisha und Aliyah saßen auf einer alten, kunstvoll geschnitzten Holzbank im Garten der Villa Ox. Der Duft von Blumen und frischem Gras erfüllte die Luft, doch die drei Freunde schienen davon unbeeindruckt. Vor ihnen lag der aktuelle Garether und Märker Herold, dessen Seiten im leichten Sommerwind flatterten.

„Das ist unglaublich!“ rief Amaryd empört und ließ die Zeitung sinken. „In keinem einzigen Wort wird erwähnt, dass wir die Bernsteine aus einer Feenwelt zurückgeholt haben!“

„Verlogene Schreiberlinge,“ murmelte Elaisha, die Arme verschränkt. „Sie haben die ganze Arbeit der Criminal-Cammer zugeschrieben.“

Aliyah schnaubte und schüttelte den Kopf. „Es war unsere Entdeckung und unser Mut, der die Bernsteine zurückgebracht hat. Wir sind durch das Labyrinth gegangen, haben den Einhornturm gefunden und mit dem Grolm gehandelt!“

Amaryd seufzte und ließ seinen Blick über den Garten schweifen. „Wir wissen, was wir getan haben. Vielleicht ist das wichtiger als Anerkennung in irgendeinem Artikel.“

Elaisha hob ein Blatt des Herolds auf und betrachtete es nachdenklich. „Warum machen wir nicht das Beste daraus?“ Ein schelmisches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „Lasst uns Papierdrachen basteln und fliegen lassen!“

Aliyah kicherte und griff nach einem anderen Blatt. „Das ist eine großartige Idee. Zeigen wir diesen verlogenen Schreiberlingen, was wir mit ihrer Zeitung machen.“

Mit Eifer begannen die drei, die Seiten des Herolds in einfache, aber kunstvolle Papierdrachen zu falten. Die Klagen und der Ärger über den Artikel wichen bald einem spielerischen Wettkampf, wer den besten Drachen basteln konnte. Lachen erfüllte den Garten, als die ersten Drachen in die Luft stiegen und vom Wind erfasst wurden.

„Schau dir das an!“ rief Elaisha begeistert, als ihr Drachen eine elegante Kurve flog. „Vielleicht sollte ich Drachenbauerin werden.“

Amaryd lachte. „Wer hätte gedacht, dass die Zeitung doch noch zu etwas nützlich ist!“



Aventurische Monate

  1. Praios - Juli (Jahresanfang)
  2. Rondra - August
  3. Efferd - September
  4. Travia - Oktober
  5. Boron - November
  6. Hesinde - Dezember
  7. Firun - Januar
  8. Tsa - Februar
  9. Phex - März
  10. Peraine - April
  11. Ingerimm - Mai
  12. Rahja - Juni
  13. Namenlose Tage