Geschichten:Reichsforster Ränke - Schicksalsduell

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Version vom 30. Januar 2026, 12:19 Uhr von Nimmgalf von Hirschfurten (D | B)
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Duellplatz vor Burg Hornbach, 27. Travia 1045 BF

Es war ein kühler, nebliger Morgen im ausklingenden Traviamond, als sich viele Ritter, Waffenknechte und andere Schaulustige versammelten, um das mit Spannung erwartete Duell zwischen den beiden hochadeligen Herrschaften Pfalzgraf Udilbert von Hardt und Baron Nimmgalf von Hirschfurten mitzuerleben.

Für das Duell war extra Ardare von Schack, die Hochgeweihte des Samlorer Rondra-Tempels angereist, um die Einhaltung von Rondras Geboten zu überwachen. Da Udilbert sie für befangen hielt, hatte er seinen eigenen Rondra-Kaplan Albin von Radewitz von der Pfalz herbeikommen lassen.

Auch Nimmgalfs Neffe Fredalf von Hirschfurten war aus Samlor gekommen. Er war während der Belagerung nicht zugegen, wollte nun aber dabei sein, wenn es um seine persönliche Zukunft ging.

Als Sekundanten waren die beiden Adeligen Tsaiane von Talbach für den Baron und Ritter Sigman von Karrenstein für den Pfalzgrafen ausgewählt worden.

Bei der Wahl der Waffenart gab es jedoch Differenzen. Während Baron Nimmgalf wie üblich einen Kampf mit Schwert und Schild bevorzugte, hatte sich Udilbert für eine Kettenwaffe entschieden. Da sich beide Parteien auch nach mehrmaligen Rücksprachen nicht auf eine Waffenart einigen konnten, führte Hochwürden Adare ein Göttinnenurteil herbei. Dazu zog sie in den weichen Turnierboden mit dem Dolch einen großen Kreis und teilte ihn in drei Segmente auf. In das erste zeichnete sie zwei gekreuzte Striche, die Schwerter symbolisieren sollten. In das zweite dann zwei gekreuzte Striche mit haken, die für die Kettenwaffen standen, und in das dritte und letzte Segment dann einen Strich und einen Strich mit Haken, für einen Kampf mit ungleichen Waffenarten. Dann stellte sie ihr Schwert mit dem Knauf genau in die Mitte wo sich alle drei Segmente berührten, hielt die Spitze genau senkrecht nach oben gerichtet und sprach feierlich: "Herrin Rondra, wähle die Waffen für dieses Duell!" Dann lies sie die Schwertspitze los.

Die Zuschauer hielten den Atem an, als das Schwert tatsächlich für einen moment senkrecht auf dem Knauf balancierte. Schließlich fiel es aber doch um und landete mit der Klinge im dritten Kreissegment.

"Es ist also entschieden! Der Kampf wird mit ungleichen Waffen ausgetragen. Möge der Bessere in seiner Disziplin gewinnen!"

Nimmgalf wählte also Schwert und Schild, und ließ die Klinge ein paar mal in der Hand rotieren. Er war gut gerüstet mit seiner Garether Plattenrüstung samt Schaller. Dann musterte er seinen Gegner. Udilbert hatte ebenfalls einen Schild, doch dazu hatte er eine Ochsenherde gezogen, eine brachiale und schwer zu parierende Waffe mit drei schweren zackenbewährten Kugeln an Ketten. Nimmgalf wußte, dass dieser Kampf alles andere als einfach werden würde. Hatte er zu viel riskiert?

Beide Kämpfer machten sich also bereit. Tsaiane gab Nimmgalf noch den Rat seinen Gegner möglichst lange auszukontern, damit er dann leichtes Spiel mit ihm hätte, wenn er erschöpft sei. Nimmgalf nickte.

Die Hochgeweihte eröffnete den Kampf: "Dies sei ein Duell auf das zweite Blut! Wenn einer der beiden Kämpfer aufgibt, oder nicht mehr weiterkämpfen kann, wird sein Gegner zum Sieger erklärt. Schläge in den Rücken sind untersagt! Einem Gestürzten ist Zeit zu gewähren um aufzustehen, oder sich zu ergeben."

Nachdem sich beide Streiter mit den Vorgaben einverstanden erklärt hatten, ging nun der Kampf los. Sogleich drang Udilbert mit wuchtigen Schlägen mit der Ochsenherde auf seinen Gegner ein. Nimmgalf wich kontinuierlich zurück, um sich aus der Reichweite der schweren Kettenwaffe zu begeben. Aber er musste auch seinerseits Treffer landen, daher verlegte er sich zeitweise auf seine Schildparaden, um näher an Udilbert ranzukommen. Er merkte jedoch schnell, dass das nicht so leicht war, denn selbst wenn es ihm gelang eine oder auch zwei der schweren Kugeln abzuwehren, so fand die dritte doch oft in ihr Ziel. Schon bald schmerzte Nimmgalf der Schildarm, und er spürte, wie seine Verteidigung schwächer wurde. "Bleib weg!" rief Tsaiane noch. Doch Udilbert war für sein Alter noch erstaunlich agil und kämpfte wirklich gut. Zwar gelang auch Nimmgalf manch Schwerttreffer, doch keiner schien den Pfalzgrafen ernsthaft zu schwächen. Mit einem gewaltigen Überkopfschlag lies Udilbert seine Kugeln so schnell auf Nimmgalf niedersausen, dass sein Schild splitterte, und er auch noch übel am Helm getroffen wurde, was ihn benommen machte. Der nächste Schlag riss ihm die Beine weg, so dass er übel stürzte. Nimmgalf spürte, dass eine Rippe angeknackst war. So würde er kaum noch weitermachen können. Udilbert stellte sich direkt vor ihn, verzichtete aber auf einen weiteren Schlag. Er wollte schließlich keine Disqualifikation riskieren.

"Wollt Ihr weiterkämpfen, Hochgeboren?" fragte die Geweihte den Baron.

"Wollen ja... können ... nein! Ich gebe auf", sprach Nimmgalf geknickt.

Fassungslos nahm das Hirschfurtener Lager die Verkündung Ardares auf, dass Das Duell entschieden wurde und Udilbert vom Hardt zum Sieger erklärt worden war, derweil unter den Anhängern des Pfalzgrafen großer Jubel ausbrach.



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27. Tra 1045 BF zur mittäglichen Praiosstunde
Schicksalsduell
Unerwartetes Angebot


Kapitel 10

Autor: Nimmgalf