Benutzer:Lichtbote/Briefspiel
Familienplanung
nach Bärenauer Vorbild:
- Rondrik Ulfried (*1033 BF)
- Emer Hesine (*1034 BF)
- Rainmund Nadrian (*1035 BF)
- Tsatalia Jalga (*1036 BF)
- Phexiane Ardare (*1037 BF)
- Halwin Praiodan (*1038 BF)
Rondras Weg - Der junge Luchs
Phex 1035 BF
Die kleine Kapelle war nur durch Kerzen erhellt, die das Abbild der donnernden Kriegsgöttin Rondra in ein flackerndes aber warmes Licht tauchten. Vor dem kleinen Altar kniete eine kleine Gestalt, die Kapuze des Mantels zurückgeworfen, so dass das jugendliche Alter des knienden Burschen in dem scharfgeschnittenen Gesicht mit den graublauen Augen, die Stirn umrahmt von kurz geschnittenen dunkelblondem Haar, gut zu erkennen war.
Rondrian war unzufrieden. So hatte er sich seine Knappschaft bei dem jungen Ochs nicht vorgestellt. Der Gatte der Baroness von Bärenau war nicht der Ritter, von dem er gehofft hatte in seine Dienste treten zu können. Er fühlte sich an die Erzählungen seines großen Bruders Felan erinnert, wie der in seiner Zeit als Knappe bei Luidor von Hartsteen mehr in garetischen Amtsstuben als bei, als ritterlich zu erachtenden, Schlachten und Turneien zugebracht hatte. Schon damals hatte er darum gebetet dass ihm ein besseres Schicksal vergönnt sein möge, aber er hatte doch dieses Los gezogen.
Mochte Wolfaran von Ochs auch das Schwert zu führen wissen, so war die Ausbildung bei ihm auch eher langweilig. Keine Kämpfe waren auszutragen und keine Schlachten zu schlagen. Zwar war er durchaus viel im Namen der Kaiserin und ihrer Kanzlei unterwegs, doch was er dazwischen trieb war nur dazu angetan in Rondrian eine gewisse Abscheu hervorzurufen.
An die Frauengeschichten hatte er sich nicht gewöhnen mögen. Er wußte, dass auch in seiner Familie manchmal Rahjas Wirken höher geschätzt wurde als Travias eheliche Treue. Aber in so jungen Jahren? Als Knappe blieb ihm jedenfalls das Liebesleben seines Rittervaters nicht verborgen. Überhaupt glich er immer mehr dessen Vater, dem alten Leobrecht von Ochs, den er schon gesehen hatte und der ebenso weniger ein Ritter zu sein schien, als mehr ein typischer Höfling, der mehr mit Worten in irgendwelchen Hinterzimmern als dem Schwerte focht.
Doch was sich kürzlich zugetragen hatte machte ihn regelrecht zornig. Phex mochte der Schutzgott des Königreiches und der Kaiserfamilie sein, aber trotzdem konnte er weder die Kanzleirätin und phexischen Hofkapalanin Elea von Ruchin leiden, noch ihre Methoden und Ränke, bei denen Wolfaran willentlich mitspielte. Gleichzeitig war der junge Ochs sein Rittervater und er wusste, dass er ihm Treue und Loyalität schuldig war. Also was sollte er tun?
Rondrian senkte das Haupt und versank im Gebet zur göttlichen Leuin.
Rondras Weg - Der heilige Leomar
Das Bildnis des heiligen Leomar von Baburin zeigte ihn mit dem Drachen Fuldigor, den er einst aufgesucht haben sollte. Vor dem Gemälde stand Wolfaran von Ochs, während sein Knappe Rondrian zur Göttin des Kampfes betete.
Aufgewühlt beendete der junge Knappe seine Andacht und wandte sich zu seinem Schwertvater. Ihre beiden Augenpaare kreuzten sich, noch bevor Rondrian seine Worte weise wählen konnte richtete der Schlunder Ritter die seinen an seinen Knappen.
„Weisst Du Rondrian, ich kannte einst einen Jungen, ein weniger jünger als Du heute. Die Mythen besagen, dass seine Familie von dem heiligen Leomar abstammt. Der Junge wollte einst so tapfer und heldenmutig sein wie er. Wenn ihm das nicht gelingen sollte, dann zumindest zu heldenhaft wie seine Mutter, die einst in der Dritten Dämonenschlacht kämpfe. „
Rondrian lauschte interessiert den Worten seines Schwertvaters. „Und was ist aus dem Jungen geworden?“, fragte er wissbegierig.
„Aus dem Jungen wurde ein Mann, er traf seine große Liebe und focht um ihre Heimat – mit Erfolg. Anschließend folgte der Kampf der Giganten und alles dass, was dem Jungen einst wichtig war, geriet in Vergessenheit. Er wollte dem König der Ritter folgen, um die Wilden Lande zu befrieden, doch es wurde ihm nicht gestattet. Er wollte der Kaiserin in die Schlacht folgen, doch es wurde ihm verwehrt. Er wollte heldenhaft das Böse besiegen, doch das Einverständnis wurde ihm versagt.“, betrübt blickte Wolfaran auf zu dem Bild.
„Lebt er noch oder haben Golgaris Schwingen ihn ereilt?“, wollte Rondrian von Schallenberg wissen.
„Der heldenhafte Ritter in dem Mann ist gestorben…“ Wolfaran hielt inne. „Er hat den Weg des Politikers eingeschlagen – gegen seinen Willen, aus Liebe zu seiner Familie.“
„Ich verstehe nicht ganz, Wolfaran, was meinst Du damit.“
„Du bist ein guter Junge, der die rondrianischen Tugenden hochhält. Ich bin nicht blind und ich habe deinem Flehen zu Anfang gelauscht. Der Weg den Du mit mir gehst ist nicht der Richtige für Dich, da bin ich mir sicher. Du bist edelmütig und reinen Gewissens. Arnbrecht und ich werden unsere Pferde satteln, wenn Du mit mir weiterreiten möchtest komme mit mir. Ich werde ein halbes Stundenglas auf Dich warten. Wenn nicht, habe ich dafür Verständnis. Bleibe hier im Tempel, ich werde Deinem Bruder dieses erklären.“
Wolfaran schritt gen Ausgang, als Rondrians Zwischenruf ihn erreichte. „Wer ist der Junge, was macht er jetzt?“
„Der Junge durchschreitet gerade die Tore eines Rondratempels – ich war einst wie Du und siehe was das Leben aus mir gemacht hat.“, Wehmut klang in den Worten Wolfarans.
Niemand durchschritt die Tore, so ritten Wolfaran und Arnbrecht alleine von dannen.
Rondras Weg - Der erste Schritt
Markt Nadriansfurt, Peraine 1035 BF
Es war ein düsterer Morgen, denn es hatte noch bis vor kurzem geregnet und noch immer war der Himmel mit dunklen Wolken verhangen und die schlammige Straße mit Pfützen übersät. Dennoch sah Rondrian darin gutes Omen darin, denn bis hierher hatte ihn ein Donnergrollen begleitet, als hätte die göttliche Leuin persönlich seinen Weg bis hierher verfolgt.
Doch als er jetzt vor dem Portal des wuchtigen Tempels stand musste er sich dennoch selbst anstoßen um die Treppenstufe zum Eingang hinauf zu nehmen und in den von außen dunkel wirkenden Innenraum zu treten. Die an den Säulen im Mittelgang angebrachten Kerzen in gusseisernen Haltern sorgten nur für wenig Beleuchtung und ließen die grauen Mauern durch die schattenwerfenden Säulen schwarz erscheinen. Dennoch fühlte sich Rondrian sofort heimisch, denn dies war der gleiche Granit, aus dem auch die Mauern der ehemaligen Stammburg der Schallenberger errichtet war, die sich auf dem Berg oberhalb dieses Tempels erhob und die das Heim seiner Kindheit gewesen war, die aber nun durch unglückliche Umstände im Besitz eines anderen war.
Mit wachsendem Mut schritt er voran. Er schien alleine im Hauptraum des Tempels zu sein, nahm die Stufe hinauf zum Altar und kniete vor dem Sarkophag des Heiligen Nadrians, auf dem der letztlich siegreiche Kampf des heiligen mit dem unseeligen Natternunhold zu sehen war, nieder um mit gesenkten Kopf ein Gebet zu sprechen. So merkte er erst, als er sein Gebet beendet hatte, das jemand wohl schon längere Zeit hinter ihm gestanden hatte. Er hob den Kopf, noch immer kniend, und blickte in das Antlitz einer in das Habit einer Tempelvorsteherin der Kriegsgöttin Rondra gekleidete Frau, die trotz des offensichtlich recht hohen Alters noch aufrecht und kraftvoll dastand.
"Großtante..ich meine euer Hochwürden.", verbesserte sich Rondrian und neigte das Haupt ehrerbietig vor Leugrimma von Schallenberg-Windischgrütz. Über deren Gesicht huschte ein Lächeln als sie ihn an der Schulter fasste um ihn zum Aufstehen zu bewegen.
"Rondrian, ich freue mich dich zu sehen.", sprach sie mit nicht eben leiser Stimme, in der Zuneigung mitschwang, aber ebenso auch ein gewisser Vorwurf, denn seit sein großer Bruder Felan Baron geworden war und letztlich Vetter Wulfger das Stammlehen derer von Schallenberg verkauft hatte, war man selten im heimatlichen Tempel gewesen um der Göttin zu huldigen und die Verwandte zu sehen.
Rondrian räusperte sich, als er sich sammelte und den lange schon vorbereiteten Satz sprach. "Hochwürden, ich bin gekommen um Dienst zu tun an der Göttin, wie es seit alter Zeit Brauch ist in unserer Familie, damit nichts vergessen werde. Ich will der Göttin dienen mit Leib und Seele, in ihrem Namen streiten wider Finsternis und Ehrlosigkeit." Er hatte die Worte klar und laut gesprochen und er konnte in ihren Augen etwas glitzern sehen.
"Wie lange habe ich auf diesen Tag gewartet...", sprach sie leise ehe sie lauter antwortete. "Meine Gebete wurden erhört, die Familie hat ihre Pflichten offenbar nicht vergessen und voller Freude und Stolz nehme ich im Namen der Löwin des Krieges dein Ansinnen an. Du wirst eine harte aber gerechte Ausbildung erfahren. Ich weiß, dass du als Knappe bereits viel gelernt hast, was den Kampf angeht. Doch wirst du viel mehr lernen müssen, wenn du der Donnernden ein würdiger Diener werden willst."
"Gleich welche niederen oder schweren Aufgaben ihr mir auferlegen wollt, so sie dazu dienen mich auszubilden will ich sie annehmen und tragen, um meinen Wert zu beweisen."
"So sei willkommen in diesem Tempel, der fortan dein Heim sein wird.", sprach sie feierlich und breitete die Arme aus. "Und bei Ardare, es wird auch mal Zeit, dass du her findest! ich hatte schon fast gedacht ich müsse eine weitere Generation warten.", seufzte sie hinterher deutlich weniger würdevoll und rieb sich das Kreuz. "Ich werde auch nicht jünger, weißt du? Und dieser Tempel braucht Schallenberger Blut."
Rondrian runzelte fragend die Stirne, doch sie winkte ab. "Später, später werde ich dir alles erläutern. Doch nun komm und berichte mir erst einmal, wie es kommt, dass du endlich hierher gefunden hast." Sie winkte ihm und er folgte ihr nach. Als beide gegangen waren und der Raum wieder, bis auf das Knistern der flackernden Kerzen, in Stille versunken war schien es einen Moment als würden durch die sich bewegenden Schatten die eingemeißelten Figuren auf dem Sarkophag lebendig. Leise, kaum hörbar, doch drohend konnte man vermeinen ein Zischen zu vernehmen, doch war es alsbald verloren im durch das Portal pfeifenden Wind...
Blutige Tatzen
Luchsaffaere
Stadt Kaiserhain, Stadtanwesen der Barone von Puleth, 3.Efferd 1035
Der Mann trat leise durch die Tür in den Raum und beobachtete im Türrahmen verharrend den Baron an seinem Schreibtisch. Die Feder in der Hand des Barons kratzte über das teure Pergament, sich leicht auf die hervorgereckte Zunge beißend wie ein junger Praiosschüler, und verunzierte es mit wilder Tintenschmiererei in dem Bemühen seine Gedankengänge zu Papier zu bringen. Seine Hochgeboren schrieb ein Buch über seine Reise in die Lande der Ungläubigen im Süden. Es war sehr deutlich zu erkennen, dass der Schreiber mit der Feder auf dem Kriegsfuß stand. Der Mann im Türrahmen räusperte sich.
"Euer Hochgeboren?"
Felan hob den Kopf. Er hatte nicht gemerkt, wie sein Vogt den Raum betreten hatte. "Ja, Retobrecht?"
"Hochgeboren, da ist ein Mann...", sagte dieser und deutete eine verbeugung an, in der er sich unterbrach.
"Soso, ein Mann.,", meinte Felan mit hochgezogener linker Augenbraue. "Retobrecht, du stammelst doch sonst nicht so herum."
"Nun, es ist etwas delikat fürchte ich, Herr Baron."
"Lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen, Retobrecht. Ich habe ja das Gefühl du wolltest mir mitteilen meine Mutter hätte eine unschickliche Affäre."
"Euer Hochgeboren! Niemals...!", fuhr Retobrecht Ferlinger schockiert und errötend auf. Doch Felan winkte ab. "Ein Scherz, nur ein Scherz...ach herrje ich fürchte die Zeit im Süden hat meine Manieren abschleifen lassen. Also was ist nun mit dem Mann?"
"Äh..nunja...", druckste der Mann herum."Er sagt er sei der Sohn von eurem Onkel."
"Onkel Ulfried?", rief Felan entgeistert aus und warf die Schreibfeder auf den Tisch. "Also das hätte ich dem nun wirklich nicht zugetraut."
Pulether Ritter
- Felan Rondrik von Schallenberg
- Wulfger von Schallenberg
- Efferdane von Wulfensteyr
- (Bocksbert von Stolzenfurt)
- Haldan von Stolzenfurt
- Malvina Cella von Schroeckh
- Perainalf von Schroeckh-Wulfensteyr
- Horwart von Schroeckh
- Toban von Schroeckh
- Perala von Schroeckh
- Ludowald von Schroeckh
- Voltan von Kallerberg
- Herbald von Wertesteg
- Howarth von Wertesteg
- Herbald der Jüngere von Wertesteg
- Alissa von Schallenberg
- Perval von Schallenberg
- Ulfwin von Schallenberg-Zoltheim
- Trondumir von Schallenberg
- Alwene von Schallenberg
- Lechdan von Quintian-Quandt