Geschichten:Reichsforster Ränke - Dachbodenfund

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12. Efferd 1043, Pfalz Randersburg

Es regnete in Strömen. Elida von Finsterhag, die Kammerherrin der Pfalz in der gleichnamigen Reichsvogtei war mühsam die schmale Stiege zum Dachboden empor geklettert, weil sie einiges an längst erledigeter pfalzgräflicher Korrespondenz dort einlagern wollte. Schwer keuchend machte sie sich mit einer kleinen Laterne Licht, da es unter dem Dach mangels Lichthöfen immer recht duster war. Endlich hatte sie im schwankenden Lichtschein die Regalreihe mit Büchern und Dokumentenstapeln gefunden. Nachdem ihr zwei der Diener eine Kiste mit der zu verstauenden Konferenz hochgetragen hatte, machte sie sich sogleich ans Werk. Sie wollte sicher gehen, dass alles auch ordentlich erledigt wurde, das war sie ihrem Dienstherrn Pfalzgraf Udilbert schuldig. Nachdem sie schon einige Stapel eingeräumt hatte, fiel ihr eine schon arg verstaubte Ledermappe auf, die anscheinend mit Dokumenten gefüllt war. Da es ihr zuwider war, solche Dinge einfach einstauben zu lassen, beschloss sie es zumindest einmal mit dem Staubwedel zu säubern. Doch fiel dabei die Mappe aus dem Regal, und verteilte beim Aufschlag auf dem Boden ihren Inhalt im näheren Umkreis.

"Ach, ich Tollpatsch!" schimpfte die mollige Dame mit sich selbst, und fing sogleich an, die Dokumete wieder einzusammeln. Da fiel ihr ein Kuvert auf, welches noch mit einem Wachssiegel verschlossen war. Sie stutzte. Das Bild im Siegel war kaum noch zu erkennen. Warum sollte ein noch geschlossener Brief hier eingelagert sein? Sie überlegte, ob sie den Umschlag einfach wieder zurückräumen sollte, doch dann packte sie die Neugier und sie sah sich um. Schon wollte sie das Siegel brechen, doch im letzten Moment besann sie sich. Sie steckte den Brief ein, und nachdem sie die Unordnung beseitigt und auch den Rest der Korrespondenz verstaut hatte, stieg sie wieder vom Dachboden herunter und suchte sogleich Herrn Udilbert auf.

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"Und wo habt Ihr das gefunden?" fragte der Pfalzgraf seine Kammerherrin leidlich interessiert.

"In einer Ledermappe, die bei den Dingen war, die Ihr damals aus dem Windhag mitgebracht habt, Herr. Es wird sicher nichts Besonderes sein, ich wollte nur sicher gehen, dass Ihr über alles in der Pfalz bescheid wißt."

Udilbert nickte und besah den Brief näher. Es war das Siegel seines schon lange verstorbenen Vaters. Seltsam, dass der Brief ungeöffnet verstaut wurde. Er atmete einmal durch und erbrach das Siegel. Darin war ein gefaltetes Pergament, welches er sogleich entfaltete. Er überflog die Zeilen. Es war ein Leihvertrag aus dem Jahr 1008 BF über... er stutze... ein Betrag von immerhin 5000 Dukaten. Zurückzuzahlen wäre spätestens 1025 BF dann eine Summe von 8500 Dukaten. Und geliehen wurde die Summe an einen gewissen Mevis von Hirschfurten.

Da klingelte doch was. Mevis von Hirschfurten, war der nicht... war der nicht mal Baron von Leihenbutt? Baron Nimmgalfs Vater? Und wenn ihn sein Gedächtnis nicht trügte, dann war sein Vater Udilbert der Ältere doch damals bei einem Jagdunfall in Leihenbutt zu tode gekommen. Das konnte doch kein Zufall sein!

"Vielen Dank, Elida! Ihr habt mir einen wirklich großen Dienst erwiesen. Bitte seid so gut, und holt mir auch die anderen Dokumente, oder bringt mir am besten die ganze Mappe. Ich muss mir das mal näher anschauen." Elida nickte lächelnd und drehte sich dann seufzend um. Die Aussicht erneut auf den Dachboden zu müssen, behagte ihr nicht sonderlich.

Udilbert dachte fieberhaft nach. Könnte es tatsächlich sein, dass der damit den Hirschfurten in der Hand hatte? Er musste in dieser Sache Gewissheit haben und begann mit den Nachforschungen.




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Texte der Hauptreihe:
12. Eff 1043 BF zur mittäglichen Praiosstunde
Dachbodenfund


Kapitel 1

Der Hirsch soll bluten!
Autor: Nimmgalf