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=Briefspiel Ina=
=Briefspiel Ina=
==Angewandte Staatskunst in St. Ancilla==


„Meine gelehrsamen Schüler, heute haben wir uns zusammengefunden um an einem Praxisbeispiel über die angewandte Staatskunst zu parlieren.“ Der Dekan Bander Linderhold ließ es sich nicht nehmen, diesen Exkurs selbst zu leiten.


Im Innenhof unter dem schattenspenden Baum saßen Hesine von Fuchsbach, Selinde von Hartwalden-Hartsteen, Thyrian von Zweifelfels und Iralda von Ochs. Allesamt lauschten den Ausführungen des Dekans mit hesindegefälligem Wissensdurst.


„Nehmen wir an, der Adlige, den ihr beratet, bekommt eine Einladung zu einer Hochzeit. Es gibt ja nichts traviagefälligeres als einen Ehebund. Der zu schließende Traviabund ist rein politischer Natur und über dem Stand des eingeladenen Adligen.“
Hesine und Selinde tuschelten und lugten schelmisch in Richtung der Bärenauerin, während Bander weiter fortfuhr.
„Nehmen wir an, der Adlige der einlädt, lädt nicht alle Adligen ein, sondern lädt explizit welche aus. Hier unser heutiges Fallbeispiel. Baron Alrik von Sturmfels erhält eine Einladung zur Hochzeit der Grafentochter seines Grafen Gerbald von Grafenberg. Seine Frau Alrike von Sturmfels gehört zu einem Personenkreis, die Graf Gerbald nicht bei den Feierlichkeiten sehen möchte. Baron Alrik ist entrüstet und gleichfalls weiß er, dass er nicht gern gesehener Gast am Hofe des Grafen ist, da er den Tugenden seines Lehensherren nicht entspricht. Was ratet ihr Eurem Lehenherren?“ Bander setzte sich in den Schneidersitz, einen Foliaten auf seinem Knien und schaute in die Runde.
„Baron Alrik könnte seinen Ärger herunterschlucken und ohne Baronin Alrike zu der Hochzeit erscheinen.“ Warf Iralda von Ochs ein.
„Baron Alrik ist aber so entrüstet, dass er das gar nicht möchte. Aber einen diplomatischen Affront möchte er auch nicht auslösen.“ Entgegnete der Dekan.
„Baron Alrik muss sich eine Ausrede einfallen lassen, damit eine Absage glaubhaft akzeptiert wird, ohne dass Baron Alrik gesellschaftlichen Schaden nimmt.“ Erklärte Thyrian von Zweifelfels seine geistigen Ausschweifungen.
„Aber was sollen wir ihm raten für eine Ausrede anzuwenden?“ fragte Hesine von Fuchsbach.
„Er könnte aber auch erst seine Zusage übermitteln und eine kurzfristige Absage aus Krankheitsgründen übermitteln.“ Beteiligte sich Selinde von Hartwalden-Hartsteen an der Diskussion.
„Verschärfen wir die Situation ein wenig. Baron Alrik ist langwieriger erkrankt und kann nicht zur Hochzeit anreisen. Nach den Regeln des Standes müsste ihn seine Frau Alrike vertreten.“ Der Dekan änderte die Aufgabenstellung.
Die vier Studiosa debattierten hitzig untereinander.
„Vielleicht ist Baronin Alrike schwanger und kann nicht anreisen.“ Kicherte Selinde. Alle wussten, dass sie hier auf die Absage ihrer Mitstudentin Iralda verwies.
Ein Lächeln huschte dem Dekan durchs Gesicht, aus diplomatischer Sicht, war der Fall wirklich nicht einfach. „Nein, in unserem Fall ist die Baronin nicht schwanger und kann sich nicht so gekonnt aus der Affäre ziehen.“
Thyrian erhob das Wort. „Hm, schwierig, sie könnte anreisen und ihren Mann vertreten, wie es ihr Stand erwartet. Das erachte ich aber als unklug, da es ein offener Affront gegenüber Graf Gerbalds Einladung gewesen wäre.“
„Hat der Baron Alrik eine Schwester oder einen Bruder, der im Namen des Barons die Aufgabe erfüllen könnte und den gesellschaftlichen Pflichten nachkommen würde?“ fragte die Baronin von Bärenau.
Dekan Bander Linderhold schüttelte den Kopf. „Nein er hat keine Geschwister und seine Kinder sind noch zu jung, um die repräsentativen Pflichten ausüben zu können.“
„Baron Alrik könnte einen seiner Lehensnehmer in seinem Namen zur der Hochzeit entsenden.“ Schlug Hesine von Fuchsbach vor.
„Das würde ich auch als die beste Variante erachten. Keine Person zur Hochzeit entsenden führt zu geballtem Unmut am Grafenhaus. Seine, explizit ausgeladene Frau, zu entsenden schürt nur das Feuer der Konfrontation. Einen Lehensnehmer an seiner Statt zu schicken, wird auch nicht zu großer Freude führen, scheint aus diplomatischer Sicht jedoch die angenehmste aller Lösungsstrategien zu sein.“ Selinde von Hartwalden-Hartsteen versuchte die gesammelten Ideen in Worte zu fassen.
„Oder er schickt eine Absage aus Krankheitsgründen mitsamt einem Geschenk für die noch zu trauenden Eheleute. Einen Ersatz zur Hochzeit schickt er nicht.“ Selinde wollte die Gedankenspiele auf die Spitze treiben.
„Alrik ist Baron und kein Vogt. Selbst wenn Graf Gerbald ihn nicht mag, solange er sich nichts Größeres zu Schulden kommen lässt, ist er für den Grafen nicht so leicht auszutauschen. Für eine Entlehnung müsste schon viel vorfallen.“ Thyrian nahm Selindes Ideen auf.
„Ich denke, Baron Alrik muss es im Innersten für sich selbst entscheiden. Möchte er den diplomatischen Weg, dann wird er einen Vertreter entsenden, der in Einladungsprofil des Grafen passt. Möchte er offen kundtun, wie sehr ihm die Einladung missfällt, wird er nicht anreisen und auch keinen Vertreter schicken.“ Iraldas Worte sprachen aus, was ihre Gemütslage zurzeit berührte.
„Gut, ich denke wir werden die Situation sacken lassen und morgen das Thema abschließen.“ Der Dekan beendete den Gesprächskreis und ließ nun freien Raum für offene hesindianische Gespräche.


=Zirkel der heulenden Finsternis=
=Zirkel der heulenden Finsternis=

Version vom 6. Februar 2019, 09:39 Uhr

Briefspiel Ina

Angewandte Staatskunst in St. Ancilla

„Meine gelehrsamen Schüler, heute haben wir uns zusammengefunden um an einem Praxisbeispiel über die angewandte Staatskunst zu parlieren.“ Der Dekan Bander Linderhold ließ es sich nicht nehmen, diesen Exkurs selbst zu leiten.

Im Innenhof unter dem schattenspenden Baum saßen Hesine von Fuchsbach, Selinde von Hartwalden-Hartsteen, Thyrian von Zweifelfels und Iralda von Ochs. Allesamt lauschten den Ausführungen des Dekans mit hesindegefälligem Wissensdurst.

„Nehmen wir an, der Adlige, den ihr beratet, bekommt eine Einladung zu einer Hochzeit. Es gibt ja nichts traviagefälligeres als einen Ehebund. Der zu schließende Traviabund ist rein politischer Natur und über dem Stand des eingeladenen Adligen.“

Hesine und Selinde tuschelten und lugten schelmisch in Richtung der Bärenauerin, während Bander weiter fortfuhr.

„Nehmen wir an, der Adlige der einlädt, lädt nicht alle Adligen ein, sondern lädt explizit welche aus. Hier unser heutiges Fallbeispiel. Baron Alrik von Sturmfels erhält eine Einladung zur Hochzeit der Grafentochter seines Grafen Gerbald von Grafenberg. Seine Frau Alrike von Sturmfels gehört zu einem Personenkreis, die Graf Gerbald nicht bei den Feierlichkeiten sehen möchte. Baron Alrik ist entrüstet und gleichfalls weiß er, dass er nicht gern gesehener Gast am Hofe des Grafen ist, da er den Tugenden seines Lehensherren nicht entspricht. Was ratet ihr Eurem Lehenherren?“ Bander setzte sich in den Schneidersitz, einen Foliaten auf seinem Knien und schaute in die Runde.

„Baron Alrik könnte seinen Ärger herunterschlucken und ohne Baronin Alrike zu der Hochzeit erscheinen.“ Warf Iralda von Ochs ein.

„Baron Alrik ist aber so entrüstet, dass er das gar nicht möchte. Aber einen diplomatischen Affront möchte er auch nicht auslösen.“ Entgegnete der Dekan. „Baron Alrik muss sich eine Ausrede einfallen lassen, damit eine Absage glaubhaft akzeptiert wird, ohne dass Baron Alrik gesellschaftlichen Schaden nimmt.“ Erklärte Thyrian von Zweifelfels seine geistigen Ausschweifungen.

„Aber was sollen wir ihm raten für eine Ausrede anzuwenden?“ fragte Hesine von Fuchsbach.

„Er könnte aber auch erst seine Zusage übermitteln und eine kurzfristige Absage aus Krankheitsgründen übermitteln.“ Beteiligte sich Selinde von Hartwalden-Hartsteen an der Diskussion.

„Verschärfen wir die Situation ein wenig. Baron Alrik ist langwieriger erkrankt und kann nicht zur Hochzeit anreisen. Nach den Regeln des Standes müsste ihn seine Frau Alrike vertreten.“ Der Dekan änderte die Aufgabenstellung.

Die vier Studiosa debattierten hitzig untereinander.

„Vielleicht ist Baronin Alrike schwanger und kann nicht anreisen.“ Kicherte Selinde. Alle wussten, dass sie hier auf die Absage ihrer Mitstudentin Iralda verwies.

Ein Lächeln huschte dem Dekan durchs Gesicht, aus diplomatischer Sicht, war der Fall wirklich nicht einfach. „Nein, in unserem Fall ist die Baronin nicht schwanger und kann sich nicht so gekonnt aus der Affäre ziehen.“

Thyrian erhob das Wort. „Hm, schwierig, sie könnte anreisen und ihren Mann vertreten, wie es ihr Stand erwartet. Das erachte ich aber als unklug, da es ein offener Affront gegenüber Graf Gerbalds Einladung gewesen wäre.“

„Hat der Baron Alrik eine Schwester oder einen Bruder, der im Namen des Barons die Aufgabe erfüllen könnte und den gesellschaftlichen Pflichten nachkommen würde?“ fragte die Baronin von Bärenau.

Dekan Bander Linderhold schüttelte den Kopf. „Nein er hat keine Geschwister und seine Kinder sind noch zu jung, um die repräsentativen Pflichten ausüben zu können.“

„Baron Alrik könnte einen seiner Lehensnehmer in seinem Namen zur der Hochzeit entsenden.“ Schlug Hesine von Fuchsbach vor. „Das würde ich auch als die beste Variante erachten. Keine Person zur Hochzeit entsenden führt zu geballtem Unmut am Grafenhaus. Seine, explizit ausgeladene Frau, zu entsenden schürt nur das Feuer der Konfrontation. Einen Lehensnehmer an seiner Statt zu schicken, wird auch nicht zu großer Freude führen, scheint aus diplomatischer Sicht jedoch die angenehmste aller Lösungsstrategien zu sein.“ Selinde von Hartwalden-Hartsteen versuchte die gesammelten Ideen in Worte zu fassen.

„Oder er schickt eine Absage aus Krankheitsgründen mitsamt einem Geschenk für die noch zu trauenden Eheleute. Einen Ersatz zur Hochzeit schickt er nicht.“ Selinde wollte die Gedankenspiele auf die Spitze treiben.

„Alrik ist Baron und kein Vogt. Selbst wenn Graf Gerbald ihn nicht mag, solange er sich nichts Größeres zu Schulden kommen lässt, ist er für den Grafen nicht so leicht auszutauschen. Für eine Entlehnung müsste schon viel vorfallen.“ Thyrian nahm Selindes Ideen auf.

„Ich denke, Baron Alrik muss es im Innersten für sich selbst entscheiden. Möchte er den diplomatischen Weg, dann wird er einen Vertreter entsenden, der in Einladungsprofil des Grafen passt. Möchte er offen kundtun, wie sehr ihm die Einladung missfällt, wird er nicht anreisen und auch keinen Vertreter schicken.“ Iraldas Worte sprachen aus, was ihre Gemütslage zurzeit berührte.

„Gut, ich denke wir werden die Situation sacken lassen und morgen das Thema abschließen.“ Der Dekan beendete den Gesprächskreis und ließ nun freien Raum für offene hesindianische Gespräche.

Zirkel der heulenden Finsternis

Aus eins mach' zwei

gegeben Ingerimm 1042 BF, Villa Ox, Kaiserstadt Gareth

Meine geliebter Bruder,
 
 
 
 
wie ich Robans Berichten entnahm, blieb Deine Suche nach der Rahjageweihten Rahjalina von Fuchswalden erfolglos. Somit muss ich davon ausgehen, dass ihre Knochen aus dem Beschwörungsfeld geborgen wurden und sie nicht mehr unter den Lebenden weilt.

Was das Junkertum Fuchswalden betrifft, habe ich nun eine Entscheidung getroffen. Da Fuchswalden das größte Junkertum in der Baronie Bärenau ist, habe ich mich entschlossen das Junkertum in zwei Lehen zu unterteilen.

Das erste Lehen behält den Namen Fuchswalden und umfasst die Herrschaften Nebelauen und Clarentia, sowie den Marktflecken Fuchswalden. Stammsitz wird die Turmhügelburg Fuchsbau.

Das zweite Lehen erhält den Namen Bronstein und ihm zugewiesen werden die Herrschaften Wulfenhag und Eslamsberge, sowie die Dörfer Haselbusch und Bronstein. Stammsitz wird der Gutshof Bronnen.

Beide Lehen werde ich als Junkertum belehnen. Rohaja wird mir als Erbin folgen, so ich einst in ferner Zukunft als Baronin abtreten sollte. Klein-Leobrecht wird in die Familie Ruchin heiraten und Trisdhan ist nach der Belehnung seiner Großmutter mit der Baronie Wasserburg, hinter seinem Vater, in der Erbfolge angesiedelt.

Daher bestimme ich folgendes:

Hiermit verfüge ich, dass Ophelia Korhilda von Ochs Junkerin von Fuchswalden wird und ihre jüngere Schwester Lechmin Elea von Ochs belehne ich mit dem Junkertum Bronstein.

Die Erstgenannte gehört dem Klerus der Perainekirche an, daher werde ich dem Junkersgut einen Vogt zuteilen. Ich bestalle Edala von Hartwalden-Sturmfels mit dieser Aufgabe.

Und auch für das Junkertum Bronstein ernenne ich einen Vogt, da Lechmin ein magisches Erbe in sich trägt. Diese Aufgabe wird Rondril von Bärenau-Pandlaril übernehmen.

Um den Bund mit dem Bärenauer Niederadel zu stärken, werde ich im Zuge der Belehnungen meiner Töchter, deren Verlobungen bekannt geben. Ophelia wird mit dem Edlen Thiolan von Ibelstein verlobt und Lechmin mit dem Edlen Welf von Krolock.

So geschehe es, in Praios Namen!
 
 
 
 
Iralda von Ochs

Baronin von Bärenau

Abschied von Prunk und Protz

Trisdhan und Alion

Trisdhan und Alion -Stalljunge

Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg

Alles um ihn herum war neu und ganz anders als in der Kaiserstadt Gareth, wo er die letzten Monde lebte. Nachdem seine Großmutter überraschend als Baronin von Wasserburg belehnt wurde, war sein Leben von ein auf den anderen Tag ein anderes.

Trisdhan Du wirst beizeiten ein Baron, hatte seine Mutter gesagt. Ein Baron wie irrwitzig das klang. Gerade war er noch ein viertgeborenes Kind, jetzt sollte er ein Erbe sein – nach seinem Vater Wolfaran. Seine Schwester Rohaja würde in ferner Zukunft Bärenau erben und seiner Mutter folgen. Sein Bruder Leobrecht war versprochen in die Familie Ruchin und Ophelia gehörte dem Klerus der Perainekirche an.

Es erschien dem siebenjähren Jungen mehr als unwirklich was gerade mit ihm geschah. Seine Großmutter hatte ihre Vögtin geschickt, um ihn aus der Kaiserstadt abzuholen und aufs Perricumer Land zubringen. Hier duftete alles nach Wasser, Feldern und Bergen. Nicht so dreckig wie der Moloch der Kaiserstadt. Das gefiel ihm sehr gut, obwohl er seine Geschwister vermisste.

Auf dem Hinweg reiste er am Fluss vorbei zu dem schönen Schlösschen in dem seine Großmutter wohnte. Großmutter ging es leider noch nicht so gut, so erkundete der Junge alleine die Umgebung. Wer immer dieses Gemäuer errichtet hatte, da war sich Trisdhan sicher, hatte einen ganz schlechten Geschmack und Hang zum Kitsch.

Das Schloss sah aus, wie die Schlösser die in Märchen beschrieben wurden. Keine Frage irgendwie war es auch schön, schön kitschig, schön protzig – keine wehrhafte Burg eines Ritters. Nicht wie die Praiosburg in Bärenau. Die anliegende Gartenanlage war fein säuberlich angelegt, hier ließe sich sicher gut Imman spielen. Er musste daran denken, seine Großmutter nach Schlägern zu fragen. Seine Ausrüstung musste er bei seinen Geschwistern in Gareth zurücklassen.

Vorbei an einem großen Rote und Weiße Kamele Spiel, welches aus Stein im Garten aufgebaut war, schlenderte er bei strahlendem Sonnenschein vom Schloss hin zum Gut Rossgarten. Hier gab es mehrere Pferdekoppeln und Ställe. Seine Großmutter erzählte die Barone von Wasserburg hätten eine eigene Pferdezucht von Tulamiden Pferden. Das fand er unübertrefflich gut.

Trisdhan ging zu den Ställen, wo ein junger Bursche die Boxen ausmistete. „Bist Du der neue Stalljunge?“, rief der schwarzhaarige Nebachote zu ihm herüber. Trisdhan grinste innerlich und nahm sich eine Mistgabel. „Ich bin neu hier. Meine Freunde nennen mich Tris.“

„Na dann herzlich willkommen, Tris. Ich bin Alion. Kommst Du gerade aus der Praiostagsschule? Du solltest Dich das nächste Mal besser umziehen, bevor Du zur Arbeit kommst.“ Gemeinsam schaufelten sie den Dreck aus den Pferdeboxen und verteilten neues Heu.

Die Stunden vergingen und die beiden Jungen freundeten sich an. Die Arbeit war getan, als Trisdhan sich verabschiedete. „Ich muss jetzt gehen, sicher vermisst meine Oma mich schon. Sehen wir uns morgen wieder?“

Alion runzelte ein wenig die Stirn. „Ja, oder denkst Du ein Stalljunge arbeitet nur einen Tag in der Woche. Bei Morgengrauen wieder hier.“

Trisdhan und Alion -Sitten und Gebräuche

Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg

„Du kommst nicht von hier, oder?“ Trisdhan kam Alion so fremd vor.

„Nein, ich komme aus Gareth. Ich bin erst vor ein paar Tagen nach Wasserburg gekommen.“

„Echt, aus Gareth, toll. Ist bestimmt eine atemberaubende große Stadt.“ Alion war begeistert und lauschte den Erzählungen seines neugewonnen Freundes von der riesigen Metropole, während sie erneut die Ställe ausmisteten.

„Müssen wir jeden Tag die Ställe reinigen, oder dürfen wir auch mal zu den Pferden. Sie striegeln und reiten?“ Trisdhans Anfrage führte bei Alion zu einem ungläubigen Kopfschütteln. „Auf welchem Hof warst Du denn? In ein paar Jahren dürfen wir vielleicht zu den Pferden, wenn mein Vater Armadeon, der leitende Pferdezüchter, uns gut gewogen ist.“

„Ach, weißt Du, der Hof an dem ich vorher war, der war nicht so schön. Der Herr des Hofes starb, seine Kinder auch und seine Ehefrau ging fort. Da war es total gruselig. Überall Leid und tote Menschen und viele skurille Gestalten. Ich war froh, wieder zu meiner Mutter zurückzugehen.“ Hof war Hof, auch wenn Trisdhan von einem Adelshof und Alion von einem Bauernhof redete.

„Arbeiten Deine Eltern garnicht hier?“ fragte der nebachotische Stalljunge.

Trisdhan schüttelte, ein wenig traurig, den Kopf. „Nein, mein Vater arbeitet ganz weit weg in einer Kanzlei und meine Mutter studiert in Gareth. Meine Oma nahm mich mit nach Wasserburg, sie ist neu hier am Schloss.“

„Meine Mutter wohnt auch nicht hier. Sie ist Magierin und lebt in Perricum. Hin und wieder, wenn sie zu Forschungsreisen in den Wall zieht, kommt sich mich und Vater besuchen. Von Vater hatte ich Dir ja schon erzählt, er leitet hier das Gestüt Aquamarin. Ich soll ihm mal folgen und auch Pferdezüchter werden. Er ist nur der Meinung, dass man unten anfangen soll. Erst nach und nach wird er mir zeigen, wie eine Pferdezucht betrieben wird. Reiten kann ich schon, bin schließlich ein Nebachote. Aber nicht auf den Rassepferden, die durfte ich bisher nicht reiten.“

„Ein Nebachote, dann kommst Du nicht ursprünglich von hier oder?“

„Meine Familie kommt mehr aus dem Süden, aus Weißbarûn“ Alion sah Trisdhan fragenden Blick. „Das ist an der Grenze zu Aranien.“

Trisdhan lauschte dieses mal Alion, wie er ihm über Nebachoten und ihre Kultur berichtete. Der junge Ochs fand die Fremdländer total faszinierend. So ganz anders als die Hartsteener und Kaisermärker Rittern, mit denen er bisher zu tun hatte.

„Abu’l kachlaq, habe ich es richtig ausgesprochen? Was hieß es nochmal … “ fragte der blonde Bursche.

„Vater des Ungeziefers oder Dreckschwein, je nachdem, wie Du es übersetzen willst. Ich habe noch eines für Dich… Schaddai heißt so viel wie Feigling.“ Sie schäkerten und lachten. Trisdhans Wortschatz war nach dem Tag um einige nebachotische Schimpfwörter reicher.

„Okay, Du bist ein Nebachote und kommst von der Grenze Perricum Aranien. Sonst leben hier aber nicht so viele von euch in Wasserburg oder?“

„In der Baronie eher weniger. Du hast hier die kruden Bergbewohner. Die sind echt schon ein eigenes Völkchen. Wahrscheinlich wird man da oben zwischen Steinen und Felsen ein anderer Mensch. Und dann hast Du hier die Bewohner um die Darpatauen. Viele Bauern und Fischer. Dazu noch die Stadt. Keine Metropole wie Gareth, ich freue mich dennoch immer wieder, wenn Vater mich dahin mitnimmt.“

Sie hatten ihre meiste Arbeit erledigt, und schaufelten nur noch Mist aus der letzten Pferdebox, als Armadeon näher trat und ungläubig guckte. „Vater, das ist Tris, er ist der neue Stallbusche, von dem ich Dir erzählt habe.“

Trisdhan legte seinen Finger auf seine Lippen, schüttelte den Kopf und grinste schelmisch über das ganze Gesicht. Armadeon schmunzelte, ein Lachen konnte er gerade noch verkneifen. „Dann herzlich willkommen, Bursche. Macht den Stall noch fertig, dann gebe ich euch heute eher frei. Genießt die Zeit und geht spielen.“ Armadeon wollte sich nicht gleich Ärger einfangen, wenn herauskommen sollte, dass er den jungen Trisdhan zum Stalldienst aufgefordert hatte.

Trisdhan und Alion – Ausbildung in Rossgarten

Ende Ingerimm 1041 BF, Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg

Trisdhan hatte sich gut eingelebt am Hofe seiner Großmutter. Mit Alion hatte er einen Freund gefunden, der ihm verzieh, dass der junge Ochse ihm am Anfang nicht sein wahres Ich verrat.

Die beiden Jungen genossen die Sommermonate und nachdem Trisdhan sich offenbart hatte, kein Stalljunge zu sein, musste er auch weniger die Pferdeboxen säubern. Die Monde vergingen und Korhildas Enkel verbrachte die Tage auf dem Pferderücken und mit Tagträumereien.

Iralda, Wolfaran, Leobrecht und Korhilda unterhielten in der Zwischenzeit einen regen Schriftverkehr, was denn nun aus dem Jungen geschehen sollte. Nach dem verkorksten Ausbildungsversuch auf Burg Zweifelfels, wollten dieses mal alle das Richtige für den Jungen finden.

Vor allem Iralda wollte die zweite Entscheidung besser treffen, als die Erste. Ihr lag immer noch schwer im Magen, wie verängstigt ihr Sohn aus Zweiflingen zurück gekehrt war. Korhilda konnte sie zwar beruhigen, da er in Wasserburg vollends aufzublühen schien.

Nach einigem Hin und Herr beschlossen die vier, dass Trisdhan die Pagenzeit bei seiner Großmutter absolvieren sollte. Das Thema Knappenvater vertagte man somit um ein paar Jahre nach hinten.

Es war wieder ein sonniger, warmer Sommertag, an dem Trisdhan mit Alion bei den Pferden war. Sie aufsuchend kamen Armadeon und Korhilda zu den beiden Jungen, die sich mit Stroh bewarfen und freudig dabei lachten.

„Trisdhan, Alion“, rief die Baronin von Wasserburg die Jungen zu sich. „Wie ich sehe, habt ihr viel Spaß.“ Beide Burschen nickten eifrig mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. „Dann wird es euch erfreuen, dass ihr nun ein wenig länger zusammen bleiben könnt.“

Beide fielen sich freudestrahlend um den Hals. „Das heißt aber nicht, dass ihr euch weiter in Tagträumereien verlauft. Wir, Armadeon und ich haben entschieden, dass ihr beide in die Pagenausbildung geht. Wir werden sie nur ein wenig anders gestalten, als Du Trisdhan es aus Hartsteen kennst. Ihr werdet beide von Damina von Drosselpfort die ritterlichen Tugenden lehren und Armadeon kümmert sich um die Reitausbildung und den dazugehörenden Pferdeverstand. Die Ausbildung umfasst zuerst einmal die nächsten Götterläufe. In wieweit die Knappschaft daran anschließt müssen wir sehen und ist noch nicht entschieden. Ich gebe Euch noch eine Woche, in der ihr machen könnt was ihr wollt, bevor der Ernst des Lebens anfängt und ihr wieder in einen geregelten Tagesablauf kommt.“

Es fühlte sich so gut an, jemandem Freude bereitet zu haben. Zufrieden verließen die beiden Erwachsenen die Jungen, die voll Abenteuerlust Gut und Schloss unsicher machten.  

Trisdhan und Alion –Im Umland von Rossgarten

Ausritte in die Umgebung, Vorstellung der Wasserburger Landschaft

Trisdhan und Alion –Die Mauern der Ruine Grimmberg

Übernachtung im Freien, Vorstellung der Wasserburger Landschaft

Trisdhan und Alion -Was die Stadt zu bieten hat

Besuch in der Stadt Wasserburg, Vorstellung der Wasserburger Landschaft

Trisdhan und Alion -Auf in den Wall

Auflug in die Umgebung, Vorstellung der Wasserburger Landschaft (Wall)

Zacken und Wall

Auszüge aus den ständigen Briefwechseln zwischen den befreundeten Herrschern von Sturmfels und Weißbarûn (namentlich Korhilda von Sturmfels und Gidiane von Waltern)


Tod einer alten Dame

Gidiane, meine Teuerste,
 
 
 
 
der Winter erhält ganz langsam Einzug. Die Schneedecke ist schon ein Stück unter den Berggipfeln. Diese Ansicht ist wie immer atemberaubend - auch noch nach fast zehn Jahren hier oben auf dem Berg.

Sollte ich einmal nicht mehr Herrin über den Berg sein, werde ich die Aussicht vermissen. Und die frische Luft hier oben, so krafterfüllend.

Gestern hat es noch einer der letzten Botenläufer zur Feste Sturmfels geschafft. Ich habe ihn gleich wieder mit diesem Brief hinunter auf die Ebene geschickt. So kann ich dir ein letztes Mal schreiben, bevor der Winter ab Ende Travia den Aufstieg und Briefwechsel massiv erschwert.

Ich bekam die Nachricht vom Ableben der guten Mechthild von Mardramund, die Mutter des Barons auf der Viehwiesen - dem Magier Anaxios. Die alte Dame war zu schwach, das Alter hat sie dahin gerafft.

Ihr Tod erfüllt mich mit Trauer und Wehmut. Sie hatte die gleichen Kämpfe mit der alten Giselda, die ich auch geführt habe. Bewundert habe ich sie, denn sie konnte ihr besser die Stirn bieten. Sie schaffte es Tabur zu überzeugen sie zu heiraten, obwohl sie unter Stand war und die alte Ochsin dem vehement widersprach.

Gezankt haben sich die beiden oft, wie Stiere in der Arena. Dickköpfig waren die Ochsen ja immer, und sind sie noch.

Hätte ich doch mal soviel Kraft wie Mechthild besessen, dann hätte sich Leobrecht vielleicht eher dazu durchgerungen seiner Schwester die Stirn zu bieten und mich zu ehelichen. Aber so sollte es nicht sein. Ich muss dieses Thema für mich endgültig abschließen und die beiden Seelen borongefällig in Ehren halten.

Ich denke es wird für uns, spätestens ab Mitte Boron, zu einer Fehdepause kommen. Nehmen wir uns die Zeit durchzuatmen und um unsere Liebsten zu trauern. Sobald der Schnee schmilzt werde ich Dich besuchen kommen.
 
 
 
 
Hilda

Gegeben Ende Travia 1042 BF; Baronie Sturmfels

Aventurische Monate

  1. Praios - Juli (Jahresanfang)
  2. Rondra - August
  3. Efferd - September
  4. Travia - Oktober
  5. Boron - November
  6. Hesinde - Dezember
  7. Firun - Januar
  8. Tsa - Februar
  9. Phex - März
  10. Peraine - April
  11. Ingerimm - Mai
  12. Rahja - Juni
  13. Namenlose Tage

Ochsenherde

Bärenauer Kinderplanung....

Iralda und Wolfaran

  • 30.01.1034 BF Rohaja Leonora
  • 01.02.1034 BF Leobrecht Brander
  • 01.02.1034 BF Ophelia Korhilda
  • 30.06.1035 BF Trisdhan Tybalt
  • 05.04.1036 BF Lechmin Elea
  • 12.2.1037 BF Idamil Baduar
  • 29.07.1038 BF Thion Wolfaran
  • 17. Bor 1040 BF Yandelind Madalieb - verstorben
  • 08.08.1041 BF Storko Alrik
  • 13.6.1042 BF Hardane Irmhelde
  • 13.6.1042 BF Aldare Selinde

Bastarde Ardor

  • 1042 Rhianna von Hordenberg
  • 1044 NN
  • 1046 NN