Geschichten:Zwei Eichen - Verstärkung?

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Sumerau in der Ritterherrschaft Vulpershain, Ende Efferd 1042 BF, abends


Es war schon spät am Abend. Laut prasselte der Regen auf das Dach, als es an der Tür des Krayenhofgasthofes klopfte. Davor stand eine kleine Reisegruppe, im Hintergrund war eine Kutsche zu sehen. Eitel musste allerdings den Blick erst einmal etwas wandern lassen, war der Anführer doch ein Zwerg. “Angrosch zum Gruße, guter Mann. Ihr seid der Krayenwirt?”

“Ja, das bin ich wohl. Und Ihr seid?” fragte selbiger mürrisch zurück, während er seine Blicke musternd über die kleine Reisegruppe wandern ließ.

“Nun, der stolze Vertreter des Hügelvolkes hier ist Nirwulf Hopfensteiner aus Amaralys, seines Zeichens Braumeister. Dieser werte Vertreter des Hügelvolkes hingegen ist Bortax Buttersaum, ein meisterhafter Koch aus Rufenberg stammend und meine Wenigkeit ist Iworax Sohn des Gaudix, Baumeister in den Diensten seiner Hochgeboren Baduar Ibram von Eichstein, dem Baron zu Rohalssteg aus dem wunderschönen Koscherland. Wir werden begleiteted von zwei getreuen Waffenknechten und einem Fuhrknecht, erbeten in Travias Namen Gastung und wünschen den Reichsritter Aldur von Eichstein zu sprechen. Und in Angroschs Namen, lasst uns ein, bevor wir hier ganz durchweicht sind.”

Der Krayenwirt runzelte die Stirn. Es war doch bestimmt kein Zufall, dass der Herr Baron, in dessen Namen diese Reisegruppe unterwegs war, genauso hieß wie der jüngst belehnte Reichsritter und ihr neuer Lehensherr, zu dem sie wollten? Er trat einen Schritt zur Seite, um die Reisegruppe hereinzulassen, bevor diese noch völlig durchweicht würden: “Nun denn, Travia und ihren Geschwistern zum Gruße, tretet ein und nehmt Platz. Ich werde gleich sehen, ob wir noch eine warme Mahlzeit für euch bekommen. Tretet ein, tretet ein.”

Froh, dem Regen zu entkommen, betraten die Zwerge das Schankzimmer des Brauhauses, in dem an diesem Abend nur wenig Betrieb war. Eitel schloss hinter den Dreien die Tür und erhaschte dabei noch einen Blick auf den Fuhrknecht, den armen Teufel. Schnell rief er einen seiner eigenen Knechte, damit die Pferde ausgespannt werden konnten und auch der Fuhrknecht ins Trockene gelänge. Dann wandt er sich wieder an die Zwerge: “Der hohe Herr wohnt oben, ich werde ihm Bescheid geben. Wollt ihr warten oder schon etwas essen und trinken?”

“Oh, das wäre ganz wunderbar, bei Angroschs brächtigem Barthaar! Ich bin gespannt auf die garetische Küche!”, rief derjenige der Zwerge, der als Koch vorgestellt wurde, geradezu entzückt aus und rieb sich die Hände vor seinem schon stattlich zu nennenden Bäuchlein. Er und auch der andere, die ihm als Hügelzwerge vorgestellt worden waren, schienen beide gut genährt zu sein und waren in bequeme Kleidung aus Loden, Leinen und Leder gewandet. Beide trugen je ein prächtiges Wams aus Samt, darunter ein helles Hemd, der Koch darüber hinaus auch ein buntes Tuch um den Hals. Dazu gut sitzende und bequem aussehende Lederhosen und gute, solide wirkende Reisestiefel, darüber warme und regenfeste Lodenmäntel und Wollhüte mit sehr weiten Krempen, die ebenfalls vor dem Regen schützten und die jetzt an der Garderobe des Gasthauses ruhten. Der Erzzwerg hingegen wirkte schon von der Kleidung deutlich strenger, er trug eine Art Anzug aus dunkelgrauer, fast schwarzer Wolle mit einem Hemd, das einen außergewöhnlich hohen und steifen Kragen aufwies. Darüber trug auch er einen Lodenmantel und einen Hut mit recht großer Krempe. Alle drei Zwerge setzten sich an den großen Tisch am Kachelofen und richteten sich dort gemütlich ein, einige Zeit später gesellten sich auch die Waffenknechte und der mitgereiste Knecht dazu. Die Gruppe verfiel in angeregte Unterhaltung, die jedoch nur von denjeningen verstanden werden konnte, die des Rogolan mächtig waren.

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Aldur schloss die Tür hinter dem Krayenwirt, der sie eben darüber informiert hatte, dass Besuch aus dem Kosch für ihn da sei. “Sieht ganz so aus, als ob unser Vetter auf meinen Brief reagiert hätte. Unten wartet Besuch aus dem Kosch auf uns, im Namen unseres Vetters. Drei Zwerge und drei Menschen sind es. Sie scheinen guten Appetit mitgebracht zu haben. Wollen wir hoffen, dass die Küche des Krayenwirtes die Erwartungen erfüllen kann. Komm, wir wollen unsere Besucher begrüßen, das lässt sich sicher ganz vortrefflich mit dem Abendessen verbinden”, sagte der Reichsritter zu seinem Bruder Wilbur und ging mit diesem hinunter. Nach einem großen Hallo und einer Begrüßungsrunde wurde es dann ein langer Abend...