Geschichten:Unmut über Darpatiens sogenannten Geheimdienst

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Version vom 14. Mai 2011, 19:44 Uhr von BB (D | B)
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Wie der Darpatische Landbote in seiner neuesten Ausgabe (№ 27) berichtete, habe die Fürstlich Darpatische Ermittlungs-Agentur einen flüchtigen Verbrecher, Hochstapler und Aufrührer tot aufgefunden – in Gareth. Der mutmaßliche Begründer der ›Neuen Darpatischen Imman-Liga‹, der Aranier Droman Mabusez, war durch acht Messerstiche in seiner Kammer im »Roten Hahn« vom Leben zum Tode befördert worden. Angeblich sei die Mörderin eine vornehme Dame gewesen, die den Ermordeten am Vorabend aufgesucht hatte.

Den Mord entdeckten Agenten der Ermittlungs-Agentur, als sie nämlich die Kammer des Verblichenen kurzerhand stürmten. Seitdem sind ein paar Fragen zu beantworten: Wer war Mabusez? Welches Ziel verfolgte die »Neue Darpatische Imman Liga«? Welcher Verbrechen hatte sie sich schuldig gemacht? Aus dem Mordfall resultieren weitere Fragen: was tat Mabusez im Südquartier? Wer hat ihn ermordet? Und: warum? Der Beantwortung der Fragen stellen sich momentan zwei Ermittler der Garethischen Criminal-Cammer, deren Namen hier nicht genannt werden sollen. Alrik H. und Quanion S. bemühen sich, die Facta zusammenzutragen, doch sind die eher dürftig. Ganz sicher ist: In Garetien und der Capitale hat Mabusez kein Verbrechen begangen – womöglich aber geplant. Warum sonst sollte er sich in der in dunklen Kreisen so beliebten Absteige »Roter Hahn« einquartiert haben? Beweismittel aber konnten die beiden Ermittler noch nicht beibringen, denn entweder halten die Agenten aus Darpatien sie zurück oder aber sie haben – was die beiden professionellen Spürhunde aus Gareth vermuten – sie bei ihrer überstürzten Aktion schlicht vernichtet. Das Zimmer Mabusez’ war nach dem Einbruch der Darpatier nur noch eine verwüstete Halde. H. und S. werfen den Darpatiern aber auch vor, nicht nach allen Regeln der Kunst verfahren zu sein und zudem Verdächtigungen ausgesprochen zu haben, die kaum haltbar sind: Wenn die vornehme Dame, die das Gasthaus am Abend vor dem Verbrechen betreten hat, die Mörderin Mabusez’ sei, warum habe sie nicht die Möglichkeiten genutzt, die das Haus von vielen ehrbaren Unterkünften (selbst Im Südquartier) unterscheidet: die unterirdischen Zugänge? Dass es solche gibt, ist ein offenes Geheimnis, und die Garether Ermittler halten es für wahrscheinlicher, dass der oder die Mörder auf diesen Wegen Zutritt zum Gebäude genommen und es solcherart auch wieder verlassen haben. Die Dame nämlich ist den hiesigen Behörden durchaus bekannt: Domna Estrella Calozzo spielt eine wichtige Rolle im »Zunfthaus der Rotseidenen Gilde« und hätte den darpatischen Ermittlern allein schon aus diesem Grunde als Verdächtige ausscheiden können.

Wahrscheinlicher sei, so H. und S., dass Mabusz – wenn er denn wirklich der Schurke sei, als der ihn die Ermittleragenten darstellten – mit der »Alten Gilde« in Verdruss geraten sei, die im Machtgefüge der Unterstadt einiges an Boden verloren hatte und nun vor allem den Zugang von außerhalb mit brachialen Methoden zu verhindern sucht. Eine andere Variante der möglichen Täter untersuchen sie zur Stund (s.u.).

Die wirklichen Folgen der Geschehnisse sind allerdings noch gar nicht abzusehen. Denn viel mehr Aufruhr als der Mord verursachte die Anwesenheit der darpatischen Ermittleragenten und ihr berufliches Vorgehen in Gareth daselbst. Gerichtsherr Bendrich Mallorn, Spross der Bureaucratenfamilie Mallorn, zeigte sich äußerst verstimmt darüber, dass die Darpatier das Protocoll derartig verletzt hatten. »Hätte die Garether Criminal-Cammer einen Verbrecher nach Rommilys verfolgt, so hätten wir dort selbstverständlich zuerst die Stadtgarde benachrichtigt, dass unsere Ermittler kommen, auch um uns mit den Gepflogenheiten vor Ort vertraut zu machen. Nicht so die Darpatier. Und darum habe ich sie festsetzen lassen.« Fürwahr: Zwei der Ermittleragenten – es sollen ihrer mehr gewesen sein, doch konnten sie entfleuchen – sitzen derweil im Schuldturm. H. und S. ermittlen gegen sie wegen des Verdachts, Mabusez selbst getötet zu haben ...


Jagodar von Galothini


Meisterinformationen (markieren zum Anzeigen):

Die Festsetzung der beiden Agenten soll tatsächlich nur eine Retourkutsche sein. Wer Droman Mabusez, der verdächtigt wird, Mörder mittels Hypnose auf seine Opfer losgelassen zu haben, wirklich ermordet hat, wissen auch die Garether nicht. Es ist zu erwarten, dass nach einigen Adressen gegenseitigen Unmuts und versicherter Entschuldigung die beiden Darpatier wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Und genau so geschah es.



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Texte der Hauptreihe:
20. Ron 1026 BF
Unmut über Darpatiens sogenannten Geheimdienst


Prolog 11

Autor: BB