Geschichten:Oh, mein gülden Raulsfeld - Praiowart der Falke

Aus GaretienWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Kaiserlich Ochsenblut, Junkertum Raulsfeld, Junkergut Raulsgard, Praios 1034BF


Dramatis Personae

Praiowart von Feuerfang, Edler von Kuppelblick und Gatte Lomena von Sturmfels-Feuerfang


...das Pult schlug hart auf dem Boden auf und Tinte verteilte sich auf dem Boden. Praiowart stand da und atmete tief durch, er musste sich wieder beherrschen, um die Unordnung würde er sich später kümmern.

Wie konnte sie nur? Dabei hatte er sie noch gelobt. Er hätte den Braten riechen müssen... "Lass mir einen fähigen Steinmetz bringen...", hatte sie gesagt. "Warum war sie nur so?", dachte er sich. Egal, es nützte nichts, es war passiert.

Wie immer war er über für die letzten Tage des Jahres in Raulsknochen geblieben, einerseits um in den dunklen Tagen bei seiner Familie zu sein, andererseits weil am ersten Tag des Praios des neuen Jahres gleich zwei Festivitäten anstanden. Lomenas Tsatag und ihr gemeinsamer Traviatag. Bis dahin war auch alles wie gehabt, es gab ein kleines Fest, nichts Großes, nur die Engsten und sie feierten ausgelassen. Lomena und er hatten sich mit der Zeit sogar lieb gewonnen und respektierten sich, was das Fest nicht nur zu einer Formalie machte. Er hatte ihr einen wunderbar verarbeiteten Schild geschenkt und eben das, eben umgeworfene hübsch beschnitzte Arbetspult. Sie hatte ihm ihren besten Falken, geschenkt um den er sie immer sehr beneidete. Und mit einem verschwörerischen Lächeln gab sie ihm noch bekannt, dass sie noch ein weiteres Geschenk für ihn habe, das war schon zu später Stunde. Er wusste damit allerdings nichts anzufangen. Jetzt wusste er es. Sie hatte einen Findling in Kuppelblick aufstellen lassen und mit einer festlichen Banderole ihm alles Beste zu Traviatag gewünscht. Aber er wusste es besser. Eigentlich wollte sie damit Falcoria spotten und diese wusste es sehr wahrscheinlich auch. Er war gekränkt. Nichtmal weil ihr Geschenk eigentlich nicht ihm gold, das auch, sondern weil sie so bloßstellte. Aber was nützte all der Gram, so war sie, impulsiv, direkt störrisch. Ihm blieb nur reagieren. Er hatte sofort als er es erfuhr ein Schreiben an Falcoria aufgesetzt. Aber wusste, dass das nicht viel bringen würde. Auch wenn das Findling offiziell nur ein Hochzeitsgeschenk war, Falcoria würde früher oder später auf diese Provokation reagieren. Da war also kaum noch etwas zu glätten. Er müsste andere Seiten aufziehen. Auf diesem Wege würde er nichts mehr erreichen. Falcoria würde wieder die Ihren um sich scharen und so musste er zusehen dass er die Position von Lomena (und sich) stärkte.

Und so setzte er Schreiben auf,Einladungen, hoch offiziell, an Raulafan Brauhus und an den Junker des Nachbarjunkertums Heiterfeld Voltan Praiosfried von Heiterfeld, der als sehr neutral und besonnen galt, mit dem man gut argumentieren konnte und zu dem er auch schon in der Vergangenheit gute Beziehungen und heitere Konversation pflegte. Und ein Schreiben an diesen Rudegar von Sturmfels, der Vetter Lomenas, von dem sie ihm bereits erzählt hatte, der ausserdem ein Vasall des Junkers von Heiterfeld war. Er hatte zwar kurz ein schlechtes Gewissen dass er all das hinter dem Rücken Lomenas machte, aber andererseits was hatte sie denn getan und es war ja nur zu ihrem Besten und außerdem war sie eh gerade in die Vorbereitungen ihrer Reise nach Bärenau vertieft. Ihre Abwesenheit würde er zu Nutzen wissen. Und jetzt überkam ihn ein Gefühl der Gelassenheit. Das hatte er gelernt, auf diesem Parkett fühlte er sich sicher, trotz aller Widrigkeiten.