Geschichten:Macht des Namens – Im Kellergewölbe

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Pfalz Halhof, Rahja 1043 BF:


Monoton tropfte das Wasser von der Decke des Kellergewölbes. Der Geruch von modriger Feuchtigkeit kroch in Neunfingers Nase, was ihn nicht weiter störte – er war weitaus schlimmere Gerüche gewohnt.


Mit der Stärke und Verbissenheit eines Mantikors hatte er mit seinen Korgonern den Zugang zur Niffelklamm bewacht. Ein Einsatz, der scheinbar nicht unbemerkt geblieben war und gar den reisenden Kaiserhof erreicht hatte. Für ihn überraschend, hatte man ihn auf die Pfalz Halhof geladen. Der Blick sollte nach vorne gerichtet sein. Doch, er tat sich schwer damit, den der Blick zurück war es, der ihn immer noch beschäftigte.


So stand er nun im faulig miefigen Keller der Pfalz Halhof und wartete. Er war einer Einladung gefolgt, die er als sehr vielversprechend empfand.


Schritte hallten in der Ferne und kündigten eine weitere Person an. Es war eine kleine, zierliche Frau mit langem, weißen Haaren. Ihre Gesichtszüge wirkten alterlos, doch musste die Frau die 70 Sommer schon überschritten haben. Es musste sich um die Magierin Lanata Necata von der Schule der Austreibung in Perricum handeln.


„Ihr seid erschienen, wie erfreulich.“ Die Stimme der alten Frau wirkte kratzig und überraschend tief. „Wie ich hörte, habt Ihr das Orakel des Einhorns vernommen. Ich bin mir sicher, es wird Euch leiten bei Eurer bevorstehenden Aufgabe. Doch lasst Euch gesagt sein, auch die Magiergilden beobachten die Geschehnisse in Höllenwall genau. Die Erschütterung der Macht ist gewaltig, so gewaltig, dass sie das Fassungsvermögen des Adels übersteigt. Aber das muss ich Euch nicht sagen, Ihr habt das sehr wohl verstanden. Uns ist es einerlei wer Höllenwall, oder wie auch immer es zukünftig heißen wird, führt. Unser Interesse obliegt einzig dem sogenannten Bannland der Niffelklamm. Es ist unabdingbar für uns dazu freien Zugang zu haben, damit unsere Forschungen nicht beeinträchtigt werden. Da unser Stand kein Lehen führen darf, sollten die Lande, die einst das Junkertum Helburg waren, kaiserlich werden. Dann wird es den Reichsakademien adäquat möglich werden, das entfesselte Unheil dort zu bannen.“ Die Augen der Magierin funkelten geheimnisvoll. „Was Ihr davon habt, möchtet Ihr wissen? Nun, wir werden waffenfähige Männer und Frauen brauchen um das Bannland zu schützen.“


Die zierliche Frau wandte sich von Neunfinger hab, drehte sich dann aber noch einmal halb zu ihm hin. „Eins dürfte klar sein, den Einfluss der Praios-Kirche gilt es für so klein wie möglich zu halten. Mit ihrer Engstirnigkeit machen sie alles nur noch schlimmer.“


Die Schritte der Magierin verhallten und ließen Neunfinger in dem Kellergewölbe alleine zurück.