Geschichten:Da sind Räuber im Wald - Teil 5

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Nahe der Ortschaft Hellenstein in der Baronie Waldfang

Kordian hatte in der Zwischenzeit gemeinsam mit zwei Knechten ein kleines Lager aufgeschlagen, während Erlan mit den anderen beiden die Gegend erkundete. Der alte Köhler hatte es sich indes am Rand des Lagerfeuers so gut es ging gemütlich gemacht und sich mit seinem Schicksal abgefunden. Immerhin schienen diese Männer seinem Dorf helfen zu können. Da hörte er ein Knacken im Unterholz.

"Was war das?" Er fuhr hoch und blickte zum Junker und dessen Begleitern, die bereits ihre Schwerter gezogen hatten. Kordian blickte zum ihn hinüber und legte einen Finger auf den Mund. Sie hätten kein Feuer machen dürfen! , schoss es ihm durch den Kopf. Doch nun war es zu spät und der Cressenecker erwatete stumm den Angriff. Doch dann atmete er erleichtert auf, als er Erlan und die beiden Knechte die ihn begleitet hatten, erblickte. Alle drei waren verdreckt und völlig außer Atem.

"Sie ... keuch ... Sie haben uns ent... puuuh ... entdeckt", schnaufte Erlan.

"Fünf Stück sind hinter uns her." Dann stand ihm ein Lächeln im Gesicht. "Sie denken wir wären nur zu dritt und hätten Angst."

Kordian nickte und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er hörte die Fünf bereits durchs Unterholz poltern und versuchte zu erkennen, wo sie auf die Lichtung stolpern würden, auf der sie ihr Lager hatten. Da sprang bereits der erste von ihnen über einen kleinen Busch an den Rand der Lichtung, hielt aber inne, als er zwei Bögen auf sich gerichtet sah und daneben drei weitere Männer mit Schwertern in der Hand. Er blieb so plötzlich stehen, dass sein Hintermann gegen seinen Rücken prallte und beide zu Boden riss. Rechts von ihnen schoss nun ein weiterer Mann aus dem Unterholz. Ruckartig hob er den klobigen Holzschild, den er bei sich trug, als er die Gefahr erkannte und fühlte sich dahinter sicher. Doch einer der Cressenecker Bogenschütze belehrte ihn eines besseren und zielte auf das unbedeckte Bein des Räubers. Sirrend flog ein Pfeil durch die Luft, verfehlte sein Ziel und traf den Boden hinter dem Räuber. Doch der Schuss hatte gereicht um ihn aus der Fassung zu bringen. Als er nach links ausweichen wollte, senkte er seinen Schild und es traf ihn ein Pfeil des zweiten Bogenschützen hart an der rechten Schulter. Schreiend ging er zu Boden und ließ dabei seine Waffen fallen. Währendessen waren Erlan und die zwei anderen Knechte zu den gestürzten Räubern geeilt und hielten ihnen ihre Schwerter an die Kehlen. Kordian suchte indes das Unterholz nach den zwei verbliebenen Halunken ab, konnte jedoch nichts entdecken. Sie mussten geflohen sein!

"Die sind ja doch recht gute Kämpfer", zischte der eine Räuber seinem Kameraden zu, als sie den Waldweg hinunterhetzten.

"Scheint sogar ein Ritter dabei zu sein", keuchte der andere.

"Vorsicht! Da vorne! Noch mehr Reiter!"

"Schnell! Ins Gebüsch!"

"Zu spät ... Sie haben uns schon entdeckt."

Beide Räuber waren völlig außer Atem und stoppten abrupt, als vor ihnen eine Gruppe von fünf Reitern auftauchte. Resignierend fielen sie auf die Knie und hoben die Arme in beschwichtigender Geste nach oben.

"Wir ergeben uns!"

Tsaiana sah die beiden nach Luft ringenden Gestalten überrascht an, fasste sich jedoch auch schnell wieder. "So, ihr gehört wohl auch zu den Strauchdieben, die die Baronie meiner Tante unsicher machen? Dann habt ihr jetzt einiges zu berichten! Doch zunächst solltet ihr kehrt machen und wir werden euch folgen. Nachdem man euch gefesselt hat, sicher ist sicher." Tsaiana gab dem Mann rechts ein Zeichen, dieser stieg ab und knotete die Männer aneinander, dass sie nicht so einfach fliehen konnten. "Los!" befahl sie und der Trupp eilte sich, um das Lager schnellstmöglich zu erreichen.

"Nun, werter Angbold, wie es scheint haben die schon Bekanntschaft mit eurem Vetter gemacht. Ich bin gespannt, ihn kennenzulernen." Sie brauchten gar nicht mehr lange, da erspähten sie schon den Feuerschein des Lagers. Sie ritten ohne besondere Vorsicht, sollte man das Hufgetrappel und das knacken ruhig hören. Schließlich waren sie keine Banditen.

Die Cressenecker hatten gerade die drei Räuber gefesselt, die sie gefangen genommen hatten. Dem einen hatten sie den Pfeil entfernt, der gar nicht so tief gesteckt hatte. Da bemerkte Erlan die ankommenden Reiter und machte Kordian mit einem Fingerzeig darauf aufmerksam. Dieser seufzte erleichtert, als er das Wappen seiner Familie und das der Baronie erkannte. Bevor er etwas sagen konnte ergriff Anbold das Wort.

"Da wäre ich wieder, Vetter." Er nickte kurz in die Richtung seiner Begleiter. "Das sind Tsaiana von Waldfang, die Nichte der Baronin und ihre Begleiter. Sie waren ebenfalls auf dem Weg hierhin und zufällig trafen wir uns. Achja" Angbold grinste auf einmal. "Die hier haben wir auf unserem Weg gefunden.", sagte er und zeigte auf die beiden heruntergekommenen Räuber, die säuerlich dreinblickend vor den Reiter herliefen.

"Wunderbar", sagte Kordian und wandte sich Tsaiana zu. "Ich grüße euch und hoffe, dass ihr unser Eindringen in die Ländereien eurer Tante nicht missbilligt. Aber dieses verlauste Pack hat einen Bauern auf meinem Land erschlagen und wertvollen Schmuck gestohlen. Ich habe einen von ihnen gerade schon befragt. Es waren tatsächlich diese Bastarde und sie haben ihr Diebesgut in ihr Lager gebracht." Wütend gab der Junker dem Räuber neben sich einen Tritt in die Seite, woraufhin dieser aufjaulte. "Mistkerle", brummte er und schaute wieder zu Tsaiana.

"Die Sonne geht gerade unter. Wir sollten dieses Pack in der Nacht überraschen. Verschlafen werden sie sich sicher schnell ergeben, wenn sie von einigen Reitern umzingelt sind!"

Tsaiana musterte den jungen Mann vor sich und ließ ihren Blick über das Lager gleiten. "Gewiss ist nichts gegen eure Anwesenheit hier auszusetzen, zumal die Gründe ja recht schwerwiegend sind. Ich bin ehrlich gesagt froh, noch einige gute Kämpfer an meiner Seite zu wissen." Sie lächelte Kordian freundlich an. "Und ich stimme euch zu, wir sollten in jedem Fall den Überraschungsmoment nutzen. Wisst ihr schon wo ihr Lager ist? Ich bin so sauer auf diese Banditen, dass sie es wagen, in der Baronie meiner Tante zu hausen und von hier Überfälle in andere Baronien planen! Leider wurde mir erst heute davon berichtet. Ich möchte mich im Namen meiner Tante bei euch entschuldigen. Wir hätten früher einschreiten müssen. Dann wäre euer Bauer nicht Opfer dieser Mieslinge geworden." Tsaianas Hände verkrampfen sich um die Zügel. Es war höchste Zeit die Bande zu strafen.



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Texte der Hauptreihe:
K1. Teil 1
K2. Teil 2
K3. Teil 3
K4. Teil 4
K5. Teil 5
K6. Teil 6
21. Ing 1029 BF
Teil 5
Teil 4


Kapitel 5

Teil 6
Autor: Flaß, Great-l