Geschichten:Amtsübergabe in der Halsmark - Ort und Zeit

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Dramatis personae:


Kaiserlich Halsmark, Burg Menzelshall, 7. Tsa 1034 BF

Man hätte fast eine Nadel im Saal fallen hören können, so still war es plötzlich, und alle Blicke waren auf Balrik gerichtet, so war man doch gespannt darauf, wie er reagieren würde.

Balrik wußte, daß er mit der letzten Bemerkung das Faß zum Überlaufen bringen würde, doch Irian hatte nicht nur all die tapferen Recken beleidigt die im Orkkrieg gefallen waren, sondern ihm ging auch seine Prahlerei gehörig auf die Nerven. Den ganzen Abend hatte er mit irgendwelchen Geschichten angegeben und wieviele Duelle er schon gefochten hatte, und Balrik hatte den erleichterten Blick Treumundes gesehen, als er Irians Aufmerksamkeit auf sich zog. Er hatte einfach was sagen müssen!

Allerdings hätte er es besser wissen müssen. Und nun hatte er den Salat!

Er sah Irian ins Gesicht, der noch immer rot vor Wut ihm schräg gegenüber stand. "Nun", sagte Balrik und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. "Wenn Ihr ein Duell wollt, könnt Ihr ihn gerne haben. Warum nicht jetzt gleich?"

Irian wollte schon antworten, doch schaltete sich die Burgherrin ein.

"Meine Herrschaften", sagte Raulwine. "Ich erlaube hier auf der Burg keine Duelle, solange alle Beteiligten in Travias Namen als Gäste Ihrer Edelhochgeboren auf der Burg verweilen. Ich schlage vor, wir speisen weiter und Ihr könnt den Ort und Zeitpunkt Eures Duell morgen verkünden."

"Verzeiht, es lag uns fern gegen Travias Gebote zu verstoßen." Balrik verneigte sich leicht in Richtung Irmhelde und wählte mit Absicht den Plural und sprach somit auch für Irian, der sich eben wieder setzte.

***

Balrik war wieder in seinem Zimmer, als es an der Tür klopfte und war überrascht, daß es Celessa war.

"Darf ich eintreten, Wohlgeboren?", fragte sie.

"Selbstverständlich. Darf ich Euch etwas zum Trinken anbieten?" Balrik hatte noch eine Karaffe Wein auf dem Regal stehen.

"Nein, vielen Dank. Um ehrlich zu sein, komme ich wegen dem Duell."

"Das habe ich mir schon gedacht", sagte Balrik freundlich. "Worum geht es?"

"Nun, ich möchte Euch bitten, den Zeitpunkt des Duelles in ein paar Monaten anzusetzen."

Balrik hob eine Augenbraue.

"Nun, wie soll ich sagen? Unsere Familie hat ... nun ... recht ungewöhnliche Traditionen", sagte sie. "Unter anderem sagt eines dieser Traditionen, daß man keine Fehden in den Wintermonaten ausfechten soll, wenn nicht das eigene Leben oder das eines seiner Untertanen bedroht ist."

"Verstehe ... Aber Irian schien das wenig zu stören. Mir machte er ganz den Eindruck, daß er am liebsten gleich das Schwert gezogen hätte."

Celessa verzog ein wenig die Miene. "Mein Vetter war schon immer leicht zu reizen", gab sie zu. "Er handelt immer erst, bevor er seinen Kopf benutzt. Aber er hält sich an die Traditionen, wenn es in seiner Macht steht", und Celessas Stimme wurde nun ein wenig verführerisch, "und Ihr mit einem Termin in den Frühlingsmonaten einverstanden seid."

"Nun, wer bin ich, daß ich ihn zwinge, den Traditionen seiner Familie zuwider zu handeln? Ist der 4. Peraine genehm, dem Tag der Heiligen Thalionmel?"

Celessa lächelte. "Aber natürlich. Ich werde es ihm ausrichten.

"Ach, Celessa", sagte Balrik noch, als sie das Zimmer verlassen wollte. "Als Ort schlage ich den Platz vor dem garether Rondratempel vor."

Sie nickte. "Ich nehme an, das wird Irian akzeptieren."


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7. Tsa 1034 BF zur abendlichen Phexstunde
Ort und Zeit
Abschlußbankett


Kapitel 10

Das Duell
Autor: Balrik