Wandel in Wasserburg - Fest der Freuden

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1. Rahja 1042 BF, Markt Drosselau, Baronie Wasserburg

Reges Treiben herrschte - wie jedes Jahr seid mehr als dreihundert Götterläufen - auf dem großen Rahjafest in Drosselau. Bella Luidario, die erst vor einem Götterlauf ihrem Gatten Devon von Grabenhorst nach Wasserburg folgte, baute unweit der Festbühne ihren Stand auf.

Die Horasierin war studierte Alchemistin mit Schwerpunkt Parfümeurin. Ihr Handwerk erlernte sie an der Herzog-Eolan-Universität in Methumis, wo sie einst ihren Mann kennen lernte, der dort die anatomische Medizin erlernte. Langsam aber stetig gewöhnte sich die Liebfelderin an die Sitten und Gebräuche in ihrer neuen Perricumer Heimat.

Nach und nach bestückte sie ihren Verkaufsstand mit Flakons und Tiegelchen. Alles was "die feine" Gesellschaft und Leute mit genug klimpernder Münze für ihre Schönheit und Ausstrahlung benötigten. Sie hatte einen guten Platz auf dem Markt ergattert, beziehungsweise konnte sie die Marktmeisterin Hardane von Drosselpfort mit einer kleinen Zuwendung, davon überzeugen ihr diesen zu gewähren.

Ihr Verkaufsstand lag zwischen Marktplatz, der mit diversen Ständen bestückt war, und dem Pferdemarkt. Das Wiehern der Rösser war lautstark zu hören und die Pferdezüchter waren bereit ihre edlen Tulamiden, Warunker, Elenviner und Brendiltaler dem Volk zu präsentieren. Alle hofften auf die begehrte Auszeichnung für das Beste Tier.

Voll Enthusiasmus segnete die Rahjageweihte Sharbana Eorcaïdos von Aimar-Gor aus dem Tempel der feurigen Rösser das Fest, während die Marktstände voll mit duftenden Köstlichkeiten, teurem Geschmeide und leckerem aranischem Schlauchwein aus dem hiesigen Darpattal aufwarteten.

Seit jeher oblag es den Baronen von Wasserburg oder einem Abgesandten, den bedeutenden Pferdemarkt zu eröffnen. Bella erkannte, dass die neue Baronin Korhilda von Sturmfels mit ihrem Sohn Wolfaran und ihrem Enkel Trisdhan angereist war, um dieser Aufgabe nachzukommen.

Was sie von der neuen Herrscherin halten sollte, wusste sie noch noch nicht. Der alte Baron war durchaus begeistert von ihren Düften und Schminkutensilien und ihr ein reger Abnehmer. Auf den ersten Blick schien ihr die neue Baron eher rondrianischer Natur, kämpferisch burschikos - das ließ nicht darauf hoffen, bei ihr viel Gewinn zu machen.

Nachdem die Rahjageweihte Sharbana den Segen für ein freudiges Fest gesprochen hatte, winkte sie einen jungen Burschen zu sich auf der Bühne. Das schien der Baronsenkel Trisdhan zu sein, mutmaßte Bella. Ihm gebührte dieses Jahr die Ehre die Rede zu halten und den wichtigen Pferdemarkt zu eröffnen.

Der Jüngling schien aufgeregt zu sein. Aber was für ein bildhübscher und charmanter Bursche, dachte die Horasierin. Ein paar Jahre älter und er würde allen jungen Damen den Kopf verdrehen, da war sie sich sicher. Doch auch in jungen Jahren eroberte er mit seinem lausbubenhaften Charme und dem herzhaften Lächeln ganz schnell die Herzen der Anwesenden.

Er hatte gerade seine Rede beendet, als Körbe voll Rosenblättern, die über dem Marktplatz an Seilen hingen, umgedreht wurden. Ein Meer aus Rosen rieselte wie Schnee auf die Besucher. Voller Freude strömten die Besucher zu den Marktständen und zu den Pferden. Möge die Feierlichkeit beginnen.