Wandel in Wasserburg - Ein Baum voller Hoffnung

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Schlosskapelle zu Rossgarten, Baronie Wasserburg

Wolfaran kam gerade aus der Schlosskapelle welche der Heiligen Tsa geweiht ist und desweiteren die Schreine der Herrin Rahja und Peraine beherbergt. Er trat durch das niedrige Portal welches durch ein Eidechsenrelief geschmücktes Giebelfeld besticht.

Seitdem Iralda und Wolfaran im Götterlauf 1033 BF den Fruchtbarkeitssegen der Herrin Tsa von der entfernt verwandten Geweihten Yashmina von Waraqis empfangen durften, fühlte er sich der jungen Gottheit stets verbunden.

Er hatte in seinem Gebet dem Kinderreichtum gedankt und wünschte sich für seinen Nachwuchs nur das Beste.

Wolfaran kniete sich vor den heiligen Baum und begann bunte Bänder zu knüpfen. Sie leuchteten in Regenbogenfarben.

Der Baum war bereits farbenfroh geschmückt, denn ein jeder, dem etwas auf dem Herzen lag, konnte sich an ihn wenden. Sei es als Sorgenbaum, Hoffnungsbaum oder Freundschaftsbaum. Die, die des Schreibens mächtig waren, hingen ihre Wünsche und Sorgen an seine Äste, andere die nicht schreiben konnten oder wollten, hingen bunte Bänder an ihn.

„Was macht ihr da?“ Eine flatterhafte junge Frau mit vielen Sommersprossen im Gesicht trat näher und setzte sich neben den Baronet von Wasserburg.

„Ein Band, ein friedvolles und freundliches Band. Je eines für meine Kinder.“

Maia von Drosselpfort begann ebenfalls zu knüpfen.

„Wir wen knüpft ihr?“ fragte Wolfaran.

„Für einen friedlichen Neuanfang. Auf dass die blutigen Zeiten vorbei sind.“

„Das hoffe ich, wir werden uns bemühen, den Untertanen gute Herrscher zu sein.“

Maia beugte sich über Wolfaran, um noch andersfarbige Bänder zu erreichen. Wohl wissend, dass ihr Ausschnitt ihm fast im Gesicht hing. Wolfaran bemühte sich um Selbstbeherrschung.

„Was so schüchtern“ mit einem großen Augenaufschlag neckte sie den Adligen. „Ich hörte ihr seid auch der Herrin Rahja angetan.“ Maia versuchte auszuloten, wie und in welchem Rahmen die beiden Spaß haben könnten.

„Nein, nicht schüchtern. Ich bin nicht mehr der, für den ihr mich haltet. Ich bin ruhiger geworden.“

„Wirklich?“ fast enttäuscht zog sie einen Schmollmund.

Wolfaran konzentrierte sich wieder auf die Bänder, er hatte so viele Kinder, da war er damit beschäftigt. Der Dame einen Korb zu geben erforderte seine volle Selbstbeherrschung.

Aber nein, er war nicht nach Wasserburg gekommen, um weiter zu machen wie bisher. Er wollte seiner Mutter eine Stütze sein und sie nicht mit unzähligen Liebschaften belasten. Nein, die wilde Zeit war vorbei.

Nachdem er sein letztes Band fertiggestellt hatte, stellte er sich vor den Baum. Begleitet mit einem guten Segensspruch hing er für ein jedes seiner Kinder ein regenbogenfarbenes Band auf.

Währenddessen bahnte sich eine Reiterin und eine Kutsche den Weg zur Schlosskapelle. Maia erkannte sofort ihre Schwester Damina, doch Aurentian sah sie nicht, waren beide doch zusammen zum Start der Turniersaison aufgebrochen.

Maia schwante nichts Gutes, als Damina vor ihr hielt und vom Pferd abstieg. Ihre Augen waren geschwollen und rotunterlaufen vom Weinen.

Sie fiel ihrer kleinen Schwester um den Hals und ließ ihrer Trauer vollen Lauf. Wolfaran sprach ihr sein Beileid aus, fand es dann jedoch besser zu gehen. Er war hier fehl am Platze.