Kressenburger Neujahrsstechen 1041 BF - Walthari von Leufels gegen Wulfhelm von Keilholtz ä.H.

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Kressenburger Neujahrsstechen 1041 BF - Walthari von Leufels gegen Wulfhelm von Keilholtz ä.H.
01. Rondra 1041 BF, Kressenburg, Halbfinale

Wieder ein Keilholtz und wieder ein erfahrener Recke. Walthari von Leufels war mit dem Verlauf des Turniers sehr zufrieden. Es wäre kein schlechtes Ende hier in Kressenburg, wenn er nun gegen den Onkel Ardo´s ausscheiden würde. Aber natürlich wollte er das nicht und er würde es dem Älteren nicht leicht machen. Er nahm den Topfhelm von seinem Knappen entgegen, setzte ihn auf und nahm die Lanze. Er fixierte seinen Gegner, trat seinem Ross in die Flanken und es kam perfekt in Gang. Sein Schild saß fest, die Lanze wankte kaum und war stetig auf den Schild seines Gegenübers gerichtet. Doch schon bald merkte er, dass Wulfhelm alles andere als sicher im Sattel saß. Der Schild war viel zu tief und Ritter und Lanze wackelten hin und her, als wäre er ein Knappe auf dem ersten Lanzengang.

Kurz vor dem Aufprall zog Walthari die Lanze nach, um den Schild mittig zu treffen. Doch Wulfhelm versuchte das auszugleichen, machte dabei aber eine viel zu hektische Bewegung. Walthari bekam nicht mehr mit, was passierte. Er merkte nur, dass seine Lanze hart nach oben getrieben wurde und brach. Dann hörte er die erschrockenen Rufe aus den Zuschauerreihen. Als er sich umsah, lag sein Gegner am Boden und einige Helfer waren dabei ihn aufzurichten. Walthari sah das Blut im Sand der Tjostbahn. Sofort stieg er ab und nahm den Helm ab.

Wulfhelm wurde bereits von einigen Leuten aufgehoben und unter Anleitung des Heilers fort getragen. Ohne zögern folgte er der Gruppe bis zum Zelt der Heiler, wo man ihm den Weg versperrte. „Was soll das!? Lasst mich zu ihm!“ schnauzte er den Mann an.

„Verzeiht, aber ihr würdet da drin nur stören und könntet nichts anderes tun, als uns bei der Arbeit im Weg zu stehen“ bekam er ruhig zur Antwort.

Die Sorge um den Verletzten ließ den Baron von Dergelquell die aufsteigende Wut ignorieren. „Was fehlt ihm? Könnt ihr schon was sagen?“

„Bislang kann ich nur sagen, dass er nicht bei Bewusstsein ist und sich ein großer Splitter in seinen Kopf gebohrt hat. Mehr kann ich noch nicht sagen. Und nun muss ich meine Arbeit machen.“ Ohne ein weiteres Wort drehte ihm der Heiler den Rücken zu und verschwand im Zelt.

Waltharis Kopf ruckte zu seiner Rechten, wo sein Knappe stand. „Rutger. Du bleibst genau hier stehen. Sobald du etwas Neues zu berichten hast, kommst du zu mir.“

„Ja, Herr“ antwortete der Junge pflichtbewusst. „Wo kann ich euch denn finden, wenn ich etwas zu berichten habe?“ fragte er.

„Hier wird es wohl irgendwo eine Kapelle geben, wo ich für Wulfhelm beten kann. In einem ehrenvollen Zweikampf den Tod zu finden ist der Göttin wohlgefällig. Auch, wenn es nur ein Turnierkampf ist. Dennoch werde ich die Sturmherrin bitten, sein Leben heute zu verschonen, damit er an einem anderen Tag einen sinnvolleren Tod sterben kann.“ Mit diesen Worten ließ er seinen Knappen zurück.

Einige Zeit später konnte Rutger seinem Schwertvater die Nachricht überbringen, dass Wulfhelm von Keilholtz aus der Bewusstlosigkeit erwacht war und offenbar mit einer Platzwunde am Kopf und einem Brummschädel davon gekommen war.