Heroldartikel:Prinz Sigman als Schlichter erfolgreich - Frieden in Hartsteen

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Stadt Dorp, FIR 1043 BF. Mancher mag fragen: Dorp? Ist das überhaupt eine Stadt? Und was sollte in diesem Hartsteener Provinznest am äußersten Rande der garetischen Lande schon geschehen, dass man selbst in der Kaisermetropole darüber diskutieren sollte?

Doch der Reihe nach: Die Grafschaft Hartsteen hatte im sogenannten Blutigen Jahr der großen Garetischen Fehde schwer zu leiden gehabt. Als der junge Graf Odilbert Rondrasil im Rondra erneut zum Kampf wider die Schlunder Invasoren aufrief und diese tatsächlich über die Natter zurückdrängte, verweigerten ihm etliche Nordhartsteener Adligen die Heerfolge, allen voran die Familien Wetterfels, Schallenberg, Firunshöh und Zoltheim. Diese hatten sich zwar in den Fehdezügen des letzten Jahres als wertvolle Stützen der gräflichen Herrschaft erwiesen, doch fühlten sie sich darin nicht genügend gewürdigt. Da der Hartsteener ihren Forderungen nicht nachkam, erklärten sie ihm Anfang Travia die Fehde und fielen in Hutt, Praioreth und Natzungen ein. Da die gräflichen Aufgebote zum Großteil noch im Süden entlang der Natter Wacht gegen neuerliche Übergriffe der Schlunder hielten, besetzte der Pfalzgraf Bernhelm von Wetterfels kurzerhand die Schattenhainer Pflege und das Dergeltal in Hutt, während die Aldenrieder unter Baron Felan von Schallenberg unaufhaltsam entlang der Marschroute vorstießen und nach Eroberung der Riedburg gar die Übergabe der Stadt Natzungen erzwangen. In Eilmärschen führte Odilbert seine Getreuen heran, sich der neuen Bedrohung zu erwehren. Doch zeigte sich, dass die Gegner einander ebenbürdig waren und in einem zähen Kräftemessen keiner einen entscheidenden Vorteil erringen konnte, bevor der einbrechende Winter die meisten Fehdehandlungen zum Erliegen brachte.

In dieser Situation reiste überraschend der junge Prinz Sigman Therengar von Gareth-Firdayon mit seinem wahrhaft großfürstlichen Gefolge aus der Kaisermark in die Feidewalder Lande und nahm Quartier in Dorp, in dessen unmittelbarer Nähe die Kämpfe zuletzt stattgefunden hatten. Dann rief er die beiden Parteien zu Verhandlungen über die Beilegung des blutigen Streites auf. Es heißt, dass die Initiative dafür auf eine Einladung des Hartsteener Grafen selbst zurückgeht. Das scheint insofern bemerkenswert, als es zeigt, dass der als Heißsporn bekannte Odilbert nicht länger einzig auf das Schwert als probates Mittel der Problemlösung setzt, sondern bereit ist, die Möglichkeiten der Diplomatie in Betracht zu ziehen. Pfalzgraf Bernhelm tat sich zunächst schwer, einen „grünen Knappen“ als Vermittler zu akzeptieren, sei er „von Geburt auch noch so edel“. Als jedoch sein enger Verbündeter Baron Felan in die Verhandlungen einwilligte und dabei zu bedanken gab, dass sich der Prinz bei seinen Bemühungen um einen ehrlichen Ausgleich auf die Ratschläge der erfahrenen und nach Vervollkommnung in allen Rittertugenden eifernden Mitgliedern seines Fuchsrudels stützen würde, mochte der Ogerfresser sich dem nicht verweigern.

Sieben Tage lang traten nun die Abgesandten der Fehdeparteien im Ratssaal des Städtchens Dorp zusammen und berieten unter dem Schirm des jungen Prinzen und seiner kundigen ritterlichen Begleiter über die Beilegung der Streitigkeiten. Manches sorgenvolle Stirnrunzeln oder verkniffene Verdrießlichkeit in den Mienen der Unterhändler war zunächst jedoch alles, was sich über den Stand der Gespräche in Erfahrung bringen ließ, wenn sie des Abends die Treppen vom Saal hinab stiegen und ihren jeweiligen Quartieren zustrebten. Der Prinz hatte um Stillschweigen über den Gang der vertraulichen Verhandlungen gebeten und als ehrenhafte Ritter hielten sich alle Beteiligten an diese Abmachung. Umso ausführlicher kommentierten lobend beide Seiten den jüngsten erfolgreichen Schlag der Ibelsteins im Verein mit Bugenhoger Truppen gegen die Räuber des Feidewaldes (der Herold berichtete).

Am achten Tage war es dann schließlich so weit: Zur Praiosstunde tönten die Signalhörner der Wächter von den Türmen des Städtchens und feierlich zogen von Süden Graf Odilbert mit seinen Getreuen unter der Tsaflagge durch das Zwercher Tor in Dorp ein, während von Norden Pfalzgraf Bernhelm und Baron Felan mit ihrer Schar das Horether Tor passierten. Auf dem Sighartsplatz vor der Halle des Heiligen Feuers wurden sie von Prinz Sigman mit seinen Rittern und dem neuen Hartsteener Lichthüter Aribert von Hirschenrode empfangen. Vor aller Augen trat zuerst Irmhelde von Gneppeldotz vor und gab zum Zeichen ihres Verzichts auf die Baronswürde von Praioreth das Banner der jungen Baronie an ihren Lehnsherrn zurück – und erfüllte damit eine Forderung des Schallenbergers. Daraufhin bezeugten die Gegner mit einem feierlichen Handschlag die Beilegung ihres Streites und die Zustimmung zu den weiteren Bestimmungen des ausgehandelten Friedensschlusses. Anschließend erneuerten der Reichsgauer und der Aldenrieder unter dem Segen des Sonnenzepters ihre Eide gegenüber dem Hartsteener Grafen, welcher im Gegenzug die Übertragung der Baronie Natzungen als Lehen an Raul Rondrawin von Wetterfels, den ältesten Sohn des Pfalzgrafen Bernhelm, zusicherte.

Die übrigen Details der Einung gingen im aufbrandenden einhelligen Jubel der versammelten Ritterschaft und dem großen Festgeläut vom Tempelturm unter. Auch das Stadtvolk und die herbeigeeilten Landleute stimmten darin eifrig ein und ließen selbst nicht nach, als sich die hohen Herrschaften schließlich zum gemeinsamen Friedensmahl in den Ratssaal begaben, welches auf Prinz Sigmans Geheiß bereitet worden war. Immer wieder erschallten bis in den späten Abend hinein, als die Parteien schließlich voneinander schieden, Hochrufe zu Ehren des Grafen, des Pfalzgrafen, und nicht zuletzt des Sprosses von zweifach kaiserlichem Blut, welcher die Verständigung ermöglicht hatte.

Gundomar Litzelstatt



Wappen Grafschaft Hartsteen.svg
Ereignis:
Die Dorper Einung beendet die Igelfehde in Hartsteen.
Datum:
4. Fir 1044 BF
Details:
In der Dorper Einung beenden die Familien Wetterfels, Schallenberg, Firunshöh und Zoltheim die Igelfehde um die Baronien Natzungen und Praioreth gegen Graf Odilbert von Hartsteen.



Wappen Baronie Praioreth.svg
Ereignis:
Irmhelde von Gneppeldotz verzichtet auf die Baronswürde von Praioreth.
Datum:
4. Fir 1044 BF
Details:
Irmhelde von Gneppeldotz verzichtet auf die Baronswürde von Praioreth und ermöglicht damit die Dorper Einung zur Beendigung der Igelfehde in Hartsteen.



Wappen Baronie Natzungen.svg
Ereignis:
Raul Rondrawin von Wetterfels erhält im Zuge der Dorper Einung zur Beendigung der Igelfehde in Hartsteen die Baronie Natzungen zu Lehen.
Datum:
4. Fir 1044 BF