Geschichten:Von Pagen und Knappen 1

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Burg Pechackern

Tsa 1031 BF

Ein Bote erreichte mit einem schnaufenden Pferd den Markt Pechackern. Er ließ sich nicht von den Wachen des Dorfes aufhalten sondern begehrte sogleich, weiter reiten zu dürfen, um eine Botschaft an den gerade erst heimgekommenen Junker Anselm Hilberan von Hundsgrab-Bugenbühl zu überbringen. Lediglich das deutlich zu erkennende Brandzeichen des markgräflichen Marstalls vermochte einen vagen Hinweis über die Heimat des Reisenden liefern, denn nur recht leise verlangte er immer weiter vorgelassen zu werden.

Schließlich wurde er vorgelassen und überbrachte dem Junker in den unteren Räumen der Trutzburg die Nachricht.

Dieser brach das Siegel derer von Keilholtz und überflog das Schreiben. Ein Lächeln stahl sich über sein Antlitz. "Lass Dir in der Küche etwas zu essen geben Bote; Dein Ross und Du sollen ausgeruht am morgigen Tage meine Antwort an Wulfhart von Keilholtz überbringen!"

Nachdem der Bote gegangen war schritt Anselm die enge Wendeltreppe empor und ging zu den Privatgemächern, wo sich auch Khorena gerade aufhielt. An ihrer Seite befand sich Rahvena, seine Nichte und Pagin. Zusammen werkelten sie an einer Schwertscheide, die beschädigt war.

"Höre einmal," meinte er zu Khorena, "der gute Wulfhart von Keilholtz schreibt uns eine Offerte über die ich bereits mit seinem Sohn, Ardo, im Kosch gesprochen habe. Ich berichtete ihm, dass ich einige Pagen aufnehmen möchte."

"Ja," erwiderte diese, "und wie Du siehst haben wir mit Rhavena bereits eine und bald wird mit Raslan von Boronshof auch ein Knappe an Deiner Seite sein. Meinst Du nicht, dass dies genug sind, die Du dann auf der Burg beherbergst? So viel Platz haben wir ja nun auch nicht?"

"Ach was," wischte der Junker die Bedenken beiseite. "Das wird schon gehen, zur Not räumen wir eben ein bisschen um und der Tischler ist sicherlich auch froh wieder gute Möbel anfertigen zu dürfen. Ich gedenke etwas für den Zusammenhalt unter den Adligen in der Mark zu tun und will mein Schefferlein zu einer starken Mark unter der 'Greifin' beitragen. Dazu kann ich viele Verbündete gebrauchen - auch über die Bünde der "Garafani" und der "Korbronner" hinaus. Phex war uns hold in der letzten Zeit und bescherte uns ein gutes Auskommen - ich gedenke einen Teil davon der Mark wieder zurück zu geben - einen großen Teil, wenn Du mich fragst."

Khorena blickte zu ihrem Mann und schüttelte leicht den Kopf und musste lächeln, als er seine, fast schon kindliche Freude über den Brief zeigte. "Du bist unverbesserlich", meinte sie nur.

"Kommt noch ein Page auf die Burg, Onkel Anselm?", fragte Rahvena neugierig nach. Anselm wandte sich ihr zu, ging vor ihr in die Hocke, um ihr direkt ins Gesicht zu schauen.

"Ja", sagte er, "es ist Lisande von Keilholtz. Sie ist die Tochter von Großonkel Wulfhart von Keilholtz und 9 Jahre alt.

Mit einem Schmollmund blickte Rahvena ihn an. "Dann ist sie ja viiiiieeeel älter als ich."

"Ja schon, aber das macht doch Dir nichts aus, oder?" erwiderte der Junker und stupste ihr auf die kleine Nase woraufhin sie kichernd zurück schritt und Anselm aufstand.

"Ach, hatte ich Dir", meinte er zu Khorena, "schon erzählt, dass ich auch mit Gerbald von Reiffenberg im Gespräch bin?" woraufhin Khorena einen Stoßseufzer ausstieß und ihrem munter davon schreitenden Mann leicht entnervt hinterher blickte.


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