Geschichten:Schäumende Wasser Stahl im Wasser

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24. Travia 1043 BF, unweit der Stadt Traviansfurt, Baronie Gluckenhang

Bärfried von Hardenstatt hatte Traviansfurt hinter sich gelassen und war dem Gluckenhanger Darpatstieg praioswärts gefolgt. Er hatte sich beurlauben lassen, war es doch sein erklärtes Ziel in diesem Jahr noch an den Rothandfelsen pilgern und sich vom Geiste Korgonds beseelen lassen.
Außerdem bot es sich dann gleich an seinen Sohn zu besuchen und bei seiner Pagenmutter zu fragen, ob diese besondere Pilgerreise nicht auch etwas für sie und ihren Pagen sei.
Zu Bärfrieds Verdruss weilte die Baronin jedoch nicht auf Burg Gluckenhang, sondern war, mit ihrem Gefolge, in ihrer Baronie unterwegs.
So ritt Bärfried den kleinen Weg allein entlang und genoss das Farbenspiel der Natur. Gelbe, braune und orangene Töne gaben sich hier die Hand und verzauberten die Landschaft in ein malerisches Bild.

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Der Einäugige saß auf einen umgestürzten Baumstamm und nahm gerade einige Schluck aus seinem Wasserschlauch zu sich als er am Ufer des Darpats eine Bewegung ausmachte.
Neugierig legte er den Schlauch neben sich auf den Stamm und ging langsam, Schritt für Schritt, auf die Stelle am Ufer, wo er die Bewegung zu sehen geglaubt hatte, zu. Es war eine unübersichtliche Umgebung, das Schilf war, obgleich der braunen Farbe, hochgewachsen und verschleierte die Grenze zwischen dem festen Land und der Wasseroberfläche.
Die Rüstungsplatten klapperten gegeneinander als Bärfried seinen Fuß mit einem Schmatzen aus dem Schlamm zog. Unbemerkt stand er schon im Wasser, als er innehielt und sich umblickte. Die Oberfläche des Flusses war, abgesehen von den von ihm verursachten Wellen, glatt und ruhig. Erst jetzt bemerkte der blonde Mann, dass die Geräusche der Tiere um ihn herum verstummt waren. Mit einem mulmigen Gefühl wollte er seinen Anderthalbhänder packen, bemerkte jedoch mit Entsetzen, dass er diesen neben sich an den Baumstamm abgelegt hatte. Gleichzeitig sah er im Augenwinkel etwas durch das Wasser ziehen. Mit geweitetem Auge folgte er dem Ursprung der Wellen und erkannte einen Tentakel. Geistesgegenwärtig griff Bärfried an seinen Waffengürtel und bekam gerade noch sein Kurzschwert zu fassen als ein weiterer Tentakel schon nach seinen Beinen schlug und ihn dadurch auf den Rücken schickte.
Das Wasser war kalt und seine Kleidung sog sich sofort voll, während die Platten ihn nach unten zogen. Bärfried wollte sich auf den Bauch drehen um sich wieder aufrichten zu können, doch da kam schon der nächste Tentakel und umschlang sein linkes Bein. Der Einäugige wollte mit seinem Kurzschwert zuschlagen, doch ein dritter Tentakel griff seinen rechten Arm und vereitelte seinen Plan. Panik ergriff den jungen Mann als er merkte, wie er immer mehr in die Fänge des Monsters geriet und dieses ihn nun in Richtung tieferes Wasser zog.
Das Wasser schäumte schon, durch die wilden Schläge des Ritters, der sich aus den Fängen des Ungetüms zu winden versuchte. Immer wieder konnte er einen Blick auf den Körper des Wesens erhaschen und sah dort einen Schnabel der aufgeregt auf und zu schnappte. Egal wie er sich wandte, er entkam dem klammernden Griff des Monsters nicht.
Unerwartet lockerte sich der Griff um Bärfrieds Arm, so dass dieser nun frei war. Überrascht blickte er sich um und erkannte einen Mann neben sich im Wasser, der mit einen mächtigen Hieb seines Zweihänders den Tentakel durchgetrennt hatte. Auf der anderen Seite tauchte ein zweiter Mann auf und begann damit auf die Tentakeln einzuhacken. Die Tentakelkreatur begann dies mit einem lauten und aufgebrachten Fauchen zu quittieren.
Dank dem Eingreifen dieser beiden Herren schaffte es Bärfried letztlich sich selbst aus den restlichen Fängen des Monsters zu befreien und sich aufzurichten. Nun standen sie alle Drei gegen das Ungetüm und mit verbündeten Kräften konnte das Monster zurück in den Darpat getrieben werden. Am Ende lagen vier abgetrennte Tentakel im Wasser oder im morastigen Ufer.

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Ausgelaugt und durchnässt saßen Bärfried, Roban und Perdin an einem kleinen Feuer, das die Knappin Rondriga für sie hergerichtet hatte. Der Barde Gneisbald hatte sich neben die Knappin gesetzt und lauschte dem Knistern des brennenden Holzes.
“Ich danke Rondra, dass sie euch hierher zu mir führte und Euch danke ich für eure Schwertarme!“, sprach Bärfried nach einigen Momenten der Stille aus.
Der Baronsgemahl von Hengefeldt nickte ihm lächelnd zu, “ja, Ihr könnt Euch glücklich schätzen! Ich befürchte ohne uns wärt Ihr diesem Krakenwesen zum Opfer gefallen“, stellte der Mann abschließend fest.
Um die Stimmung, ob des Beinahetods des Einäugigen, nicht gänzlich kippen zu lassen erhob der Barde seine freundliche Stimme, “sagt, edler Ritter, wie lautet denn Euer Name? Was treibt Euch denn hier her in diese Gegend?“.
Bärfried nickte kurz, um dann zu lachen, “verzeiht! Mein Name ist Bärfried von Hardenstatt, ich bin, wie ihr richtig erkannt habt, Ritter und auf der Reise an den Rothandfelsen. Leider ist mir…“, er stockte kurz und blickte auf den dahinziehenden Darpat, “dieses Ding dazwischengekommen. Meine Neugier hat mich unvorsichtig werden lassen, weswegen ich mich nur mit meinem Kurzschwert erwehren konnte“. Interessiert horchte Roban und seine Gefährten bei dem Wort Rothandfelsen, auf.
“Ach, der Rothandfelsen? Da habt Ihr etwas mit uns gemeinsam! Auch wir sind auf dem Weg zum Rothandfelsen!“, stellte der Schwarzhaarige erfreut fest ehe er nachsetzte, “und ich bin Roban von Rauleu, Gemahl der Baronin von Hengefeldt“, dann deutete er im Kreis auf seine Mitreisenden, “dies ist die Knappin meiner Frau, Rondriga von Rauleu, unser hochgeschätzte Barde, Gneisbald von Firunslicht und der Hausritter, Perdin von Dunkelfarn“. Bärfried nickte jedem Vorgestellten freundlich zu ehe er sich an Roban wandte, “sehr erfreut euch alle Kennenzulernen“, stellte er fest um dann noch, “nun Euer Hochgeboren, wenn ich dürfte würde ich Euch gerne den Vorschlag machen von hier aus gemeinsam den Weg zum Felsen zu bereisen?“, nachzusetzen.
Die Gruppe aus Hengefeldt blickte sich kurz an, dann nickten sie Roban zu, dieser wandte sich zufrieden an Bärfried und reichte ihm seine Hand, “nun, dann freut es mich Euch, Ritter Bärfried, in unserer Runde willkommen zu heißen!“. Lachend schlug der Angesprochene ein.


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Texte der Hauptreihe:
24. Tra 1043 BF
Stahl im Wasser
Ritter des Flusses


Kapitel 41

Ein Wink mit der Roten Hand I
Autor: Vlad