Geschichten:Schäumende Wasser - Konvent zu St. Liaiella III

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St. Liaiella, das Kloster der Ertrunkenen , Anfang Boron 1043 BF


Der Nachmittag

“... muss ich denn hier wohl keinen der Geweihten an das Beispiel Havenas erinnern, das nur so der Wut des Launenhaften entgehen konnte.
Oder, wenn der Blick nicht so weit, sowohl zeitlich als auch örtlich schweifen soll, kann man gerne zum standhaften Beilunk blicken, die in dieser Sache auch mit strahlendem Vorbild vorangegangen sind.
Wer diese Zeichen der Götter willentlich ignoriert, dem kann nicht mehr geholfen werden.“
Die wohlklingende Rede der Tempelvorsteherin Rabek schloss mit einer ausschweifenden Geste und einem ernstem Blick.

Einige der anwesenden Geweihten nickten anscheinend überzeugt von den Argumenten.

“Aber, Euer Ehrwürden, es wurde doch bereits mehrmals festgestellt, dass eine Expurgation, allein durchgeführt von der Efferd-Kirche, nicht oder zumindest nicht in der Spontanität möglich wäre, wie es die Lage am Darpat momentan erfordert. Die Ereignisse treten einfach zu verstreut, zu unvorhersehbar auf. Ich kann, Hesinde hilf, kein Muster erkennen.", bereits seit dem Vormittag plädierte Präzeptor Groterian vom Hafen der Erkenntnis in Perricum für ein schnelles Handeln.

“Hier kann ich eventuell für einen Kompromiss sorgen."
Yanda von Gerben stand auf und hing ihren Hut an die Lehne des geflochtenen Stuhls.
"Auch ich denke, wie Ehrwürden Rabek, dass sich ausschließlich die Efferd-Kirche der Aufklärung dieser Ereignisse, als eine Art symbolischer Ausguck und auch Steuermann auf dem Schiff des Herrn Efferd widmen sollte.“

Dabei nickte Yanda der betont aufrecht sitzenden Aleidis Rabek zu, die diese Geste mit strengem aber zufriedenen Blick erwiderte.

“Und sobald unsere heilige Kirche einen Hinweis auf einen Ort, wie ihn der Geweihte von der Brücke oder Tsalaya von Alxertis in den Visionen sah...
Oder auch eine Art schlummerndes Erbe, wie es Miran von Pfiffenstock des Hesinde Kollegs in seinem eindrücklichen Vortrag über historisch-legendäre Zusammenhänge des Darpats, des Landes und großer Mächte wie der Götter etc. vermutet.
Oder diesen Beschwörer, wie es die magischen Analysen des ehrenwerten Magus Ab.. en, emala... embolo implizierte, gefunden ist...“

Yanda die bei ihrem Plädoyer erst noch den Magier angesehen hatte, bis sie merkte, dass sie den Namen nur noch Bruchstückhaft wusste, blickte kurz peinlich berührt zu Boden.
Der Magus blieb davon unberührt mit der Hand nachdenklich aufs Kinn gestützt, in seinem Stuhl sitzen.

“...stelle ich die gesamte Sonderflottille mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln in den Dienst der Efferd-Kirche und als Harpune auf Eurem Schiff werden wir die Ziele auf die Ihr uns richtet mit aller Macht treffen und niederstrecken, Euer Hochwürden.
Dazu werde ich aber auch nicht davor halt machen mich fähiger Bordmagier zu bedienen. Diese Zusammenarbeit ist sogar schon in der Flottenakademie mehrmals erprobt worden und hat sich mehr als bewährt. “

In der Führungsriege der Tempelvorsteher war es seit dem aufbrausenden Rauswurf der Weißmagierin bereits seit einigen Stunden verdächtig still geworden.
Efferdan dylli Turakis, der den kommissarischen Vorsitz dieser Versammlung hatte, blickte langsam allen Akteuren ins Gesicht.
Und er sah, was alle hier spürten.
Niemand war mit diesem Vorschlag besonders unglücklich.

Aber... war es nicht noch etwas früh um den Konvent zu beenden?
Obwohl... die Praiosscheibe ging bereits unter. Vielleicht war er einfach nur überrascht, dass die Diener des Launenhaften mit einem echten Ergebnis aus dieser Besprechung herausgehen würden.
Aber es war noch lange nicht alles geklärt.

Unvermittelt sprang der beleibte Hochgeweihte auf und seine Stimme toste in den Raum und prallte vielzählig von den hölzernen Wänden zurück.

“DANN SEI ES SO BESCHLOSSEN!
DU!"
Sein krummer Finger zeigte auf die Kommandeurin von Gerben, die auf Grund der Lautstärke merklich zusammen zuckte.
“DU WIRST DIE WAFFEN DEINER FRAUEN UND MÄNNER UND ALLE HIER VORHANDENEN BORDWAFFEN MORGEN ZUR EFFERDSTUNDE IM KLOSTER SEGNEN LASSEN.
DU BIST UNSER EFFERDSPIESS UND WIR WERDEN DICH EINSETZEN.
UND UM DEINE MAGISCHE UNTERSTÜTZUNG WIRST DU DICH GEFÄLLIGST SELBST KÜMMERN.“

Er pirschte mit für seinen Körperbau fließenden Bewegungen durch den Mittelkreis.

“DU!“
Sein Finger zeigte steif auf Ludrian von der Brücke, der wohl nicht damit gerechnet hatte Ziel des, allem Anschein nach wild gewordenen, Hochgeweihten zu werden.
“DICH WILL ICH IN DREI TAGEN IN DER HALLE DER GEZEITEN SEHEN.“

Wieder fing er an durch den Kreis zu schreiten und jeder der Anwesenden zog unmerklich den Kopf ein, um möglichst unauffällig zu wirken.
Als einzige zeigte sich die junge Templevorsteherin Rabek unbeeindruckt von dem Anfall des Hochgeweihten. Sie wirkte sogar etwas erzürnt davon.
Efferdan blieb mit wackelndem Doppelkinn vor ihr stehen und blickte sie kurz an.
Gerade wollte er seinen Arm mit gestrecktem Finger hochzucken lassen, als sie plötzlich ihren Fuß ruckartig ans Stuhlbein drückte. Ganz so als wollte sie abrupt aufstehen, doch sie hielt noch inne solang ihr gegenüber den Arm nicht weiter erhob.
Würde sie jetzt aufstehen wären beide Gesichter kaum einen Spann voneinander entfernt.

Die Stimmung war zum zerreißen gespannt. Nur das Wasser rauschte unablässig weiter unter den Dielen und durch die Öffnung in der Wand.
Dann ließ der Hochgeweihte ohne ein Wort zu sagen von ihr ab und verteilte noch an Aidara von Efferdsand und Velmar Schöllingh in bewährter Weise Aufgaben.

“UND IHR!“ Sein Finger wanderte einmal kreisrund um ihn Herum. “IHR ALLE WERDET DIE EBEN GENANNTEN DABEI UNTERSTÜTZEN. UND JETZT STÜRZT HINAUS IN DIE WELT UND TUT DAS WERK DES HERREN DER GEZEITEN.“



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Texte der Hauptreihe:
Anfang Bor 1043 BF 14:00:00 Uhr
Konvent zu St. Liaiella III
Konvent zu St. Liaiella II


Kapitel 48

Die Flutwelle
Autor: Bega, DreiHund, Flo S.