Geschichten:Schäumende Wasser - Beförderung und Besinnung

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Burg Angareth, Markgräflich Arvepass, 25. Firun 1043 BF

Bärfried von Hardenstatt saß in seinem kleinen Zimmer und blickte aus dem Fenster in den Innenhof der Burg, wo zurzeit einige Mitglieder des 2. Banners Aufstellung genommen hatten, um irgendwelche Übungen durchzuführen.
Es schüttelte ihn bei dem Gedanken draußen in der Kälte stehen zu müssen. Die Reise aus der Reichsstadt hier hoch war schon unangenehm kalt gewesen und er vermied es, wo er nur konnte, einen Fuß aus den beheizten Räumen der Burg zu setzen.

Vor wenigen Stundengläsern war er dann zum Landvogt von Firunslicht zitiert worden. Ein Umstand den ihn in Aufregung versetzt hatte.
Der alte Landvogt war zwar nicht mehr Heermeister vom Darpatmund, dennoch besaß er immer noch immensen Einfluss unter den Männern und Frauen des Bombardenregiments.
Zu Bärfrieds Überraschung hatte Aldron ihn, zumindest für dessen Verhältnisse, fast schon überschwänglich begrüßt. Hatte dem Leutnant seinen tiefsten Dank ausgesprochen und betont, welch großartige Leistung Bärfried doch erbringe.
Es hatte etwas gedauert, bis dieser verstanden hatte, dass der Landvogt die Rettung von Leodane von Firunslicht-Bleichkraut und Yandrade von Firunslicht meinte. Natürlich hatte Bärfried seine Leistung herabgespielt, betont dass das jeder in seiner Situation getan hätte. Doch Aldron hatte nicht lockergelassen, er bestand darauf, dass dem Einäugigen mehr als nur ein Schulternklopfen zustand. Er hätte bereits mit der markgräflichen Administration gesprochen und ihn als Lehnsnehmer für das verwaiste Junkertum Bergesruh vorgeschlagen.
Und während der blonde Leutnant noch alles verarbeiten musste hatte der ehemalige Heermeister auch schon die Belehnungsurkunde hervorgezogen und ihn Aufstehen lassen, um die Belehnung den Formalien nach richtig durchzuführen.

So saß Bärfried also in seinem kleinen Zimmerchen, den Kamin mit Holzscheiten fütternd und den Soldaten draußen zusehend, immer noch am verdauen von dem, was sich vor einem halben Stundenglas ereignet hatte. Davon hätte er nie zu träumen gewagt, ein eigenes Lehn und dann auch noch ein Junkertum! Ein vererbbares Stück Land!
Wie schnell das dann gegangen war. Am Anfang dieses Götterlaufs war er in den Dienst des markgräflichen Heers und dadurch hierhergekommen. Hatte das Land und die Leute kennengelernt und spürte recht schnell eine nicht benennbare Verbindung zum Land. Daraufhin hatte er sich zu den Festlichkeiten am Rothandfelsen begeben, wo er den Baronsgemahl aus Hengefeldt samt Anhang kennenlernen durfte. Am Rothandfelsen erkannte er dann das erste Mal, dass ihn mehr als ein bloßes Gefühl mit dem Land am Arvepass verband. Korgond hatte ihn spätestens ab dann in seinem Bann, was ein seltsames Gefühl war. Einerseits spürte er, wie diese Verbundenheit über die vergangenen Monde zunahm, er hier eine tiefe Vertrautheit fühlte und auch gar nicht mehr weg wollte. Andererseits war da sein eigener Anspruch für seine Familie und vor allem für seinen Vater in Zackenberg da zu sein.
Zu diesen beiden Aspekten trat nun, vor allem seit dem Kampf gegen die Seeschlange, seine Erkenntnis, dass er nicht nur einer einzelnen Region diente, sondern auch der Markgrafschaft als solches. In dieser Dreieckkonstellation fühlte er sich gefangen und wusste nicht, wie er aus ihr ausbrechen sollte oder ob er so etwas überhaupt musste?
Ein Klopfen riss den Leutnant aus seinen Gedanken, „herein!“ rief er, während er sich zur Tür umdrehte.
Sein Fähnrich trat ein, „hoher Herr, es wäre so weit alles für die Besprechung vorbereitet!“. Mit einem letzten Blick aus dem Fenster erhob sich der Angesprochene und begab sich in eine der Besprechungsräume.


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Texte der Hauptreihe:
Autor: Vlad