Geschichten:Ritterwallfahrt - Eine Braut zu holen

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Getreulicher Bericht der Chronistin der Familie Zweifelfels Fialga von Eschenborn

Burg Zweifelfels, 14. Tsa 1035 BF:
Es war früher Morgen, der Nebel hing noch tief in den sanften Tälern des Reichsforsts und legte sich klamm auf unsere Haut. Wie eine Speerspitze ragte der Zweifelfels mit seiner mächtigen Burg aus der Landschaft, einem Bollwerk wider der Finsternis gleich, hatte doch die 12-fach verfluchte Simiona mehrfach erfolglos versucht die Stammfeste der Familie Zweifelfels zu nehmen. Doch die uralten Mauern hielten stand und die Erzschurkin könnte schließlich von dem stolzen zweifelfelser Banner aus den Zweiflinger Landen vertrieben werden. Und das Herz dieses Banners, ja das war die Hausritterschaft. Zu jener Zeit, ich war noch Knappin im Dienste des Barons, schaute ich ehrfürchtig zu den stolzen Rittern empor und schon als ich als Pagin nach Zweifelfels kam hatte ich nur einen sehnlichsten Wunsch: Eines Tages wollte ich zu dieser edlen Ritterschaft gehören. Nun stand ich da im Burghof, hoch zu Ross und neben mir die anderen Hausritter – ich hatte es geschafft, ich war nun eine von ihnen.

Der erste Hausritter Grimhart sorgte mit rauem Ton für Ordnung in unseren Reihen als in blankpolierter Rüstung unser Herr in den Burghof trat. Verstohlen sah ich zu Farian hinüber und auch in seinen Augen las ich Ratlosigkeit, denn keiner von uns wusste wohin unser außerplanmäßiger morgendlicher Ritt führen sollte. Der Baron setzte auf und wandte sich zu uns. Mit fester Stimme sprach er von den rondrianischen Tugenden denen ein jeder Ritter verpflichtet sei, der Ehre und von den Pflichten die uns die göttlichen Mutter Travia auferlegt habe. Langsam dämmerte uns wohin die Reise gehen würde und selbst die etwas schwerfällige Alwine schien es zu erahnen. Dieses Mal würden wir nicht nur für die stürmische Leunin reiten, sondern auch für die Herrin des Herdfeuers: Unser Ziel war die Wildermark um Baron Debreks Verlobte Emer Alara von Rallerspfort traviagefällig in ihr neues Heim zu holen. Ein letztes Mal bevor wir aus dem Burgtor ritten, blickte ich zu einem bestimmten Burgfenster hoch wo ich meinen Gemahl Brinian wusste. Unsere Blicke trafen sich kurz und ich hoffte inständig, dass die göttliche Mutter Travia auch über uns wachen würde.


Lager der Wallfahrer, irgendwo in der Wildermark, 21. Tsa 1035 BF, nachmittags:
Die Reise durch die Wildermark verlief ohne große Zwischenfälle. Nur einmal wurden wir in ein kleines Scharmützel verwickelt, doch konnten wir sämtliche dieser Verräter am Reich töten. Diese abgerissene Truppe war auch keine Herausforderung, waren sie uns doch weit unterlegen, was Odinai und Barnhelm zu ihrem berüchtigten beißenden Spott hinriss und nur der strenge Blick vom ersten Hausritter Grimhart ließ sie verstummen. Die göttliche Leunin verspottet keinen Kämpfer, sondern zollt auch den Unterlegenden Respekt.

Am Nachmittag erreichten wir das Lager der Wallfahrer, die Freude ob unserer Ankunft war groß, brachten wir doch Kunde aus der Heimat. Baroness Emer Alara war noch auf einem Erkundungsritt wie man uns erzählte. So zogen sich die ehrbaren Ritter Debrek und Danos, ja so nannten sich die beiden noblen Herren in ritterlicher Demut, zu einem Vieraugengespräch zurück. Das Verhältnis der beiden wirkte überaus freundschaftlich, stammten doch beide aus alten Geschlechtern die schon seit Jahrhunderten gute Beziehungen zueinander führten. So waren die stolzen Zweifelfelser bis zur Neuordnung des Reiches durch den göttlichen Rohal gar Versallen der Lurings und um 600 BF war ein Zweifelfelser gar Regent der Grafschaft Reichsforst gewesen, wie die alten Chroniken berichteten. Nach dem Gespräch entschloss sich unser Herr seiner Liebsten in kleiner Bedeckung entgegen zu reiten.


Irgendwo in der Wildermark, 21.Tsa 1035 BF, früher Abend:
Es war Thorman von Böckelburg, von Kampfspuren gezeichnet und schwer verletzt, der uns mit letzter Kraft entgegen ritt und mit schwerem Atem von einem Hinterhalt berichtete in den der Aufklärungstrupp um Emer geraten war. Wir fackelten nicht lange und gaben unseren Pferden die Sporen während dessen uns Ritter Thorman versicherte es noch alleine in Lager zu schaffen um dort ebenfalls Alarm zu schlagen. Als wir den Ort des Kampfes erreichten, sahen wir uns einer Übermacht aus gut gerüsteten Kämpfern gegenüber. Wie vom göttlichen Zorn der Leunin beseelt, preschte unser Herr voran und hielt blutige Ernte unter den Götterlosen und auch Radulf an seiner linken Flanke kämpfte nicht minder tapfer und fällte mit sicheren Hieben einen nach dem anderen. Mir selbst standen unvermittelt vier der unbekannten Angreifer gegenüber und einzig dem beherzten Eingreifen Rondaras habe ich es zu verdanken, am heutigen Tage nicht an Rondras Tapfel Einzug halten zu müssen.

Es war schließlich Falkwin der die schwer verletzte, aber dennoch wie eine Löwin kämpfende Emer im Kampfgetümmel ausfindig machte. An ihrer Seite kämpfte Heidora von Zweifelfels, die schon seit vielen Götterläufen am Reichsforster Grafenhof als Hausritterin diente und den ritterlichen Aufruf ihrers Herrn Danos in die Wildermark gefolgt war. Welch Schreck als ich mit eigenen Augen sah wie ein scheinbar aus dem Nichts kommender Armbrustbolzen die Verlobte unseres Herrn danieder streckte. An der rechten Schulter getroffen, sackte Emer zu Boden, als ein weiterer Bolzen seiner tödlichen Bestimmung folgend direkt auf sie zu hielt. Doch warf sich die edle Reckin Heidora selbstlos vor die Verletzte und so traf sie das Geschoss und zerfetzte ihren Brustkorb. Heidora blieb leblos liegen während die Augen der erschrockene Emer blankes Entsetzen verrieten - die edelmütige Heldin hatte sich für die Braut ihres Familienoberhauptes geopfert. Der Rest des Gefechts ging an mir vorbei wie ein wabernder Nebel, mit dem Einsatz aus dem Lager konnten wir die Angreifer schließlich vertreiben, doch lag uns der Sieg schwer auf der Brust. Unser Herr schloss seine zukünftige Gemahlin in die Arme, doch auch er war voller Trauer. Es war schließlich Ritter Danos der an seine Ritterin Emer trat und ihr väterlich die Hand hielt. `Es ist Zeit für dich nach hause zu gehen, mein Kind`, sagte er mit ruhiger Stimme. Ein Schauer überkam mich. Unser Herr wird nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge seine Braut in ihr neues Heim geleiten und – so haben wir uns geschworen – wir werden die heldenhaft gefallende Heidora ebenfalls auf den Zweifelfels zurückbringen, so dass sie ihre letzte Ruhe bei den ihren finde möge, das waren wir ihr im Namen der stürmischen Rondra und der gütigen Travia schuldig. Bei der Ehre der Zweifelfelser Hausritterschaft.


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21. Tsa 1035 BF
Eine Braut zu holen
Unerwartete Gäste


Kapitel 7

Eine Knappin erzählt
Autor: Bega


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Ereignis:
Die Wallfahrer unter Graf Danos geraten in schwere Gefechte, Heidora von Zweifelfels fällt, Emer Alara von Rallerspfort bricht die Wallfahrt ab.
Datum:
21. Tsa 1035 BF