Geschichten:Kaiserturnier 1041 BF - Anmeldung Arnwulf von Pandlaril, Lanzelund von Weiden-Harlburg und Streitzig ä.H.

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Am frühen Morgen des ersten Tags des Jahres näherte sich eine größere Gruppe der Alten Residenz näherten. Die Farben Grün und Weiß dominierten und selbst wenn nicht jedem die von Waffenknechten vorangetragenen Banner mit eingestickten Wappen bekannt waren, war die Vermutung, hier ritten Weidener Rittersleute durchaus zutreffend.

In der Heraldik des Reiches halbwegs Bewanderte erkannten, dass sich hier hohe Herrschaften die Ehre gaben. Das bekanntere Wappen war sicher das des Hauses Pandlaril, das in einem geteilten Schild auf grün zwei silberne Flussdrachenköpfe über einem grünen Fluss in Silber führte. Daneben flatterte eine aus dem Schildgrund wachsende silberne Weide auf Grün mit einem springenden blauen Ross im Schildfuß und verkündete, dass hier das Oberhaupt des Hauses Weiden-Harlburg ritt und sich klar zu den verwandtschaftliche Banden bekannte, die es mit dem Älteren Haus der Streitzigs in Almada verband.

Hinter den Bannerträgern folgten auf kleinen, schlanken Pferdchen zwei Barden – Mann und Frau – in lässiger Haltung, die sich gegenseitig auf der Laute begleiteten, derweil sie mal muntere Weisen, dann wieder getragenere Melodien vortrugen und immer wieder verkündeten, wer ihre Herren waren. Drei Knappen schlossen sich an und konnten sich gar nicht sattsehen an all der großstädtischen Pracht und auch nicht an den Schattenseiten, die auch hier nie ganz außer Sichtweite waren. Dahinter kamen schließlich die in glänzende Rüstungen und farbenfrohe Wappenröcken gewandetenn Turnierteilnehmer an der Seite ihrer Gemahlinnen.

Unmittelbar hinter den Knappen ritten die Pandlarils. Arnwulf von Pandlaril war ein stämmiger Mann mit schwarzen, kinnlangen Locken und einem sorgsam gewachsten Kaiser Alriks Bart. Auf seinem grünsamtenen Wappenrock prangten die silbernen Flussdrachen seines Hauses über dem grünen Fluss in Silber. Der Baronett von Pandlaril gab sich die Ehre, das wiederholte der männliche Barde immer wieder und auch, dass sein Herr beabsichtigte, manche Lanze zum Ruhme der Sturmleuin und seiner Heimat zu brechen. An seiner Seite und in ein Reitkleid bester Güte gewandet, ritt seine Gemahlin Erkenhild von Pandlaril und von Falkenstein. Sie war ebenfalls in die Farben Pandlarils gewandet, wenngleich ein blaues Gürtelwappen mit auffliegendem goldenem Falken ihre Zugehörigkeit zum Weidener Zweig der Familie Falkenstein verkündete. Wie ihr Gemahl war sie in den besten Jahren, aber größer als dieser und beide konnten nicht leugnen, dass sie es verstanden ihr Leben zu genießen, denn keiner von beiden hätte rank, oder schlank genannt werden können. Dennoch strahlten beide die Selbstsicherheit erprobter Kämpfer aus und wie ihr Gemahl hatte auch Erkenhild ein Langschwert gegürtet.

Es folgte das Baronspaar der Hollerheide und dieses war nicht nur jünger, es entsprach auch weit mehr den Vorstellungen eines durch und durch ritterlichen Paares: hochgewachsen, gestählt und prächtig anzuschauen. Baron Lanzelund trug die Weide seines Hauses mit eben so viel Stolz auf seiner Brust, wie den blauen Streitzig-Hengst. Seine langen blonden Haare waren mit geflochtenen Schläfenzöpfen gebändigt und fielen weit über seine Schultern. Die Blicke, die der Hollerheider schweifen ließ, sprachen von ausgesprochen guter Laune. Vor ihm auf der Kruppe seines Schlachtrosses saß ein hellblonder Junge von vielleicht drei Jahren, der sich vor Begeisterung mal hier, dann wieder dorthin wandte und ein ums andere Mal vom stolzen Vater am Schlafittchen gepackt werden musste, damit er nicht fiel. Auch der Knabe trug das Wappen des Familie Weiden-Harlburg. Greifgolda von Mersingen widmete dem Treiben von Gemahl und Sohn weit mehr Aufmerksamkeit, als dem auf Gareths Straßen. Eine steile Falte auf der Stirn mochte Aufschluss darauf geben, was sie davon hielt, dass ihr Erstgeborener Isegrein mit zur Anmeldung genommen worden war, statt bei den anderen Kindern im Quartier und damit in der Obhut der Ammen zurückzubleiben. Von der Kanzlerin der Grafschaft Balihos war jedoch bekannt, dass sie Turnierreiterei zumindest zurückhaltend gegenüber stand. Und ebenso, dass sie eine kühle, äußerst selbstbeherrschte Schönheit war, die in Wehrheim zur Offizierin ausgebildet worden war und nun in Baliho wirkte. Mit strenger und nicht immer geschätzter Hand, denn in dieser Wiege des Rittertums hatte es jeder schwer, der keine klassisch ritterliche Erziehung genossen hatte.

Vier weitere Waffenknechte, darunter Bogenschützen, bildeten die unberittene Nachhut des gemütlich daher zockelnden Zuges. Die Gemeinen ließen es sich nicht nehmen, ihre Blicke in bisweilen unverstelltem Erstaunen schweifen zu lassen. Drei von ihnen waren sehr jung und dies vermutlich ihr erster Besuch in der Metropole.

„Aaaaahhh“, ließ sich da der Baron der Hollerheide vernehmen, „als hätten wir's geahnt. Eine Schlange!“ Das Portal zur Alten Residenz war in Sicht gekommen und ebenso die Ritter, die sich schon davor drängten. Der Pandlariler wandte sich im Sattel um. „War zu erwarten. Und jetzt? Anstellen, oder es garetisch lösen?“

„Anstellen natürlich“, ließ sich da Frau Erkenhild vernehmen. „Zum einen sind wir keine Garetier und zum anderen kann es von Nutzen sein, in Erfahrung zu bringen, wer vor oder hinter uns wartet. Und wie er oder sie wartet. Habe ich nicht recht, Greifgolda?“ Die Kanzlerin von Baliho antwortete mit einem knappen Nicken und hatte jetzt genug von den Faxen. Sie lehnte sich zum Ross ihres Gemahls hinüber und schnappte sich ihren Sohn. „Genug rumgehampelt, Isegrein! Ein Ritter muss auch lernen, sich zu gedulden.“ Damit packte sie ihn vor sich auf den Sattel und legte ihre Arme um ihn, was dem Lütten überhaupt nicht gefiel.

„Wie jetzt, hampeln?“, begehrte ihr Gemahl auf, ehe ihm bewusst wurde, dass er gar nicht gemeint war. Da grinste er schon wieder, strich sich eine blonde Strähne aus dem Gesicht und warf sich in die Brust und einer vorbei hastenden Botin ein strahlendes Lächeln zu. „Ai, dann warten wir. Sooo viele sind ja gar nicht vor uns. Hauptsache, wir kommen rechtzeitig zum Götterdienst, eh?“ „Oh ja!“ bestätigte Arnwulf, derweil Greifgolda das Gesinde fürs erste entließ oder vielmehr: zum gemeinsamen Zeltlager schickte. Bis auf die Barden natürlich, denn diesen oblag die ehrenvolle Pflicht, kaiserliche Einladung und Wappenrollen ihrer Herrschaft zu präsentieren und diese waren in beiden Fällen ziemlich lang.



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Texte der Hauptreihe:
1. Pra 1041 BF zur morgendlichen Phexstunde
Anmeldung Arnwulf von Pandlaril, Lanzelund von Weiden-Harlburg und Streitzig ä.H.
Albernier unter sich - Leanna und Yeskel


Kapitel 16

Lageraufbau Landelin von Viererlen
Autor: (Lanzelund/Katja R.)