Geschichten:Indiskrete Gerüchte aus Höllenwall zu den Ferkinas

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Version vom 22. Juli 2008, 12:10 Uhr von Praioslob (D | B)
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Lästerliche Zungen verbreiten jene angeblich belauschten Worte, welche nun gleich folgen werden. Ob Wahrheit oder Dichterei, kann hierbei nicht belegt werden. Mag jeder davon halten, was er will. Nur offenkundig stammen sie von einem geschunden darpatischen Schreiberling. Unehrenhaft entlassen!

An einen sonnigen Nachmittag im Vorhof der Burg Nymphenhall.

Baron Malepartus musterte von der Galerie aus mit strengen Blicken die Wehrübungen seiner Soldaten. Unzufrieden brüllte er zu seinem Hauptmann: "Verflucht noch eins, was ist das für ein lahmer Haufen. Sorgt dafür, dass sie Blut schwitzen, sonst werden es alsbald die Ferkinas tun." Der Baron bermerkte nicht, dass sein Bruder und Vogt seiner Lande Martus-Melcher hinter ihn getreten war.

"Ihr solltet nicht so leicht die Contenance verlieren, Malepartus!"

"Kommt zur Sache Martus, was wollt Ihr?!"

"Hmmhmm, wie gedenkt Ihr auf die Reaktionen Eurer Verlautbarung zu antworten? Man scheint Euch Eure Worte sehr übel zu nehmen."

"Übel, so, so", und zum ersten Mal wandte Malepartus sich seinem Bruder zu, "mein lieber Vogt, Ihr müsst noch viel lernen. Zuerst einmal: Was scheren mich die Perricumer, schmier ihnen Honig ums Maul und sie werden zufrieden sein. Wichtiger ist mir der Beistand meines alten Freundes, des Gallsteiners, immerhin scheint er sich seit dem letzten Hoftag mit diesen Ostlingen gut zu verstehen. Warum auch immer?"

Martus verzog spöttisch das Gesicht, als er meinte: "Der Fleischergesell von Mühlingen, ob das ein so guter Beistand ist?"

"Zügelt eure Zunge, wir hätten nicht anders gehandelt. Ich kann mich an das faule Obst dieses Lumpenpackes von Mühlingen noch gut erinnern. Von Yendors Art und Weise bräuchten wir mehr in Garetien", tadelte nun der Ältere den Jüngeren der Helburger.

Dieser trotzte: "Gewiss, doch über den Verbleib auf dem Hoftag wart Ihr so ziemlich uneins, seltsamerweise teilte nur die Natter euren Standpunkt des Verbleibens!"

Hochrot lief da nun das Gesicht des Barones an und er ballte die Faust zum Schlag erhoben, so dass der jüngere Bruder furchtvoll zurückwich. "Erwähne niemals dieses miese Natterngezücht in meiner Gegenwart, Yendor hatte seinen Standpunkt und ich den meinen sowie die Verpflichtungen der Familie meiner Frau gegenüber. Die Natter folgte nur um sich in der Gunst Oldebors einzuschleimen, Pech nur, dass dieser sie kaum gewahr nahm!"

Die Soldaten vergaßen ihre Übungen, als sie das Gebrüll auf der Galerie vernahmen, und schauten nach oben. Doch ein kurzer zorniger Blick ihres Herren ließ sie sofort ihre Übungen wieder aufnehmen.

"Höre, Martus, sende mir meinen Leibdiener in die Kanzlei, wo ich ihm das neue Schreiben diktieren werde. Und gib dem darpatischen Schmierfink 20 Peitschenhiebe und jag ihn davon!"

"Aber er hat doch gar nichts anderes geschrieben, als Ihr ...!", versuchte Martus einzuwenden.

"Na und! Ordnung muss sein. Danach reitet Ihr zur Helburg und prüft, wie weit die Vorbereitungen unseres Bruders Mort mit dem II. Kaiserlichen Banner sind. Die Almadaner Söldlinge haben sich auch noch nicht gemeldet, anscheinend muss ich mich um alles selber kümmern!"

In diesem Augenblick erscholl ein Hornstoß vom Torturm, und einer der Wachmänner eilte dem Baron entgegen. Keuchend gab er Kunde: "Herr, die lang erwarteten Gesandten nähern sich Nymphenhall"!

Ein wenig freundliches Grinsen lag nun auf den Zügen des Barons: "Gehe, Martus. Ihr wisst, was zu tun ist!", wandte sich ab und schritt dem Burgtor entgegen ...



Autor: M. Motsch


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