Geschichten:Gute und halbgute Depeschen für die Brachenwächter

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„Die kommen gleich. Magister Lysandros kommt doch nicht mit – die Stechling ist wieder da. Hat ihren Vater unter die Erde gebracht und will den Auftrag ausführen.“ Knappe Alrik gesellte sich wieder zu den fünf Rittern und seinem Knappenkameraden Ralbert, die an der Pferdetränke in Wirselrode mit ihren Rössern warteten und allesamt in schlechter Stimmung waren.

„Na das ging ja fix“, meckerte Ritterin Calderina. „So sind sie, diese Magier. Das geht das dreimal jupp-jupp-jupp, und der Alte ist im Loch.“

„Die Stechling ist mir trotzdem dreimal lieber als der Arachnide!“, grimmte der Nadoreter – der Aldrei, wie er genannt wurde, weil noch zwei weitere Alderans Ritter am Hof des Markvogtes waren.

„Absolut“, pflichtete Alzwei bei. „Habe mal gesehen, was der sich hat anliefern lassen. Da schüttelt’s einen. Da waren auch Körperteile in Aspik dabei.“

„In Aspik?“, fragte Ritter Ugdalf ungläubig nach.

„Na ja, in Gläsern halt.“

Alderan der Erste, der auch die Funktion des ersten Ritters innehatte und auf Wirselrode zu Hause war, spuckte missmutig aus und kickte ein Steinchen hinterher. „Mir friert gleich der Arsch fest. Hat die Stechling bald genug geheult? Ach ja – die heult ja gar nicht. Ich könnte aber heulen. Bald wird es wieder losgehen mit dem Nieselregen, und wir sind dann auf der Landstraße oder am Rand der Brache, um den Goldpüppchen ihre Wechsel zu bringen.“

„Das geht mir auch auf den Zeiger“, pflichtete die Karseitz bei. „Und zwar gehörig. Wozu braucht der Alte seine Brachenwächter denn, wenn er doch uns hat?“

„Statt neben Calli und mir – und Alzwei und -drei im letzten Jahr – hätte er doch seine Hausritterschar wieder vergrößern und uns mit den Lehen betrauen können!“, warf Ritter Ugdalf missmutig ein.

„Wahrscheinlich schmeckt ihm nicht, wenn seien Hausritter sich um die Lehen kümmern und nicht bei Hof sind“, bemerkte Alderan der Erste, „jedenfalls hat Spalotin mal sowas gesagt.“

„Spalotin hin, Spalotin her, Spalotinj überall“, gnatzte Alzwei. „Wisst Ihr, was in den Depeschen steht?“

„Klar – Geld für die Goldpüppchen. Und wir müssen sie ihnen auch noch bringen. Chimärenkacke ist das.“ Die Karseitz furzte laut. Aldrei furzte lauter.

„Egal- das ist der Auftrag, ein paar werden bis übermorgen damit zu tun haben. Still jetzt, da kommen die anderen.“ Alderan der Erste wies auf die beiden Frauen, die aus dem Wechselstall durch den einsetzenden Regen kamen: Eylrun von Stechling und die Firungweihte Clandora Falkenherz.

„So, meine Herrschaften“, wurde Alderan der Erste nun offiziell. „Hier die Depeschen, schön in Wachstuch verpackt, damit auch ja kein Kreuzer von den Wechseln gewaschen wird! Für mich geht’s zu Alisa ni Rian nach Praiosborn. Die bekommt nur die Hälfte, von dem was sie gefordert hat. Müsst Ihr den Wächtern erklären, wie es der Graf getan hat: Wer eine Familie im Rücken hat, soll sich von dort die andere Hälfte holen. Wer keine hat, soll gut investieren. Nochmal kommt so ein Wechsel nicht geflogen.

Alzwei, du gehst zum langen Zerber nach Zwingstein. Der kriegt nischt.

Aldrei, für dich geht es zu Gerwin von Hirschenweide nach Uilshof. Der kriegt die volle Unterstützung durch den Hof.

Ugdalf, für dich heißt es: Vulpershain. Aldur von Eichstein kriegt als Koscher mit Familie nur die Hälfte der geforderten Geldmittel

Calli, du gehst zu Gerron von Trutzenfels in Mossbrisken. Der bekommt die volle geforderte Summe, obwohl er Familie in Eslamsgrund hat.

Frau von Stechling, Ihr sucht Ritter Nibelwulf von Alst auf. Die Silkwacht erhält die Hälfte der geforderten Summe vom Hof.

Euer Gnaden, Frau Clandora. Hier die Depesche für Hane von der Aue auf Ostbrisken. Volle Unterstützung.

So, Ihr zwei Knappen. Ralbert: nach Gramfelden. Korwin von Orkenwall bekommt die volle Summe aus der Schatulle. Darfst danach zu Hause vorbeireiten.

Und schließlich Alrik Zerberlein: Leobrecht von Vairningen bekommt nur die Hälfte seiner Forderungen für Neu-Auenwacht. Den Rest soll er sich bei der buckligen Verwandtschaft in den Nordmarken holen.

Die drei Garether Wachten Brachentor, Parinors- und Splitterwacht haben bereits mehr bekommen, als sie verdienen, und zwar von den Garether Krämern.

Noch Fragen? Dann aufsitzen. Ärgert mir die Goldpüppchen nicht zu sehr – dazu haben wir noch Gelegenheit genug. Wir sehen uns am 12. spätestens wieder auf Sonnentor.“

Damit trennten sich die Hofleute des Garether Markvogtes, um in der Brachenwacht Depeschen mit guten und halbguten Nachrichten zu verteilen.



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Texte der Hauptreihe:
K34. Nestbau
9. Bor 1042 BF zur morgendlichen Perainestunde
Gute und halbgute Depeschen für die Brachenwächter
Ochse und Esel


Kapitel 64

Halbgute Depesche, halbgute Stimmung
Die freie Wahl


Kapitel 3

Autor: BB