Geschichten:Gesindel - Neun Finger

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30 Boron 1042 BF Gramfelden

Dabatti sprang vom Kutschbock und führte den Ochsen am Halfter in den schlammigen Weg. Die Spitze der Ruine konnte man trotz der immer kahler werdenden Baumwipfeln noch nicht erahnen. Sie hielt aber bereits Ausschau nach einem geeigneten Platz für ein Lager. Direkt am Eslamsweg sollte es nicht liegen, nicht dass man zu leichte Beute für die Konkurrenz wird. Zu Weit weg aber auch nicht. Nach etwa zweihundert Schritt lag auf ihrer rechten Seite in kleiner Hain mit einer Lohwiese davor. Hier könnte es gehen. Sie machte einen kurzen Abstecher in den Hain um von dort aus einen Blick auf die Reichsstraße zu werfen. Aber man sah sie nicht. Das war gut. "Los verdammt nochmal. Diese elende Geschleiche hier." Es grummelte hinter ihr. Sie erahnte einige Schimpfwort aber das war ihr völlig egal. Sie konnte mit den armen Geschöpfen eh machen was Sie wollte. Soll das Pack doch machen was es wollte. Sie waren sowieso alle in der Hand.

Durch einen kleinen Hohlweg hindurch konnte sie dann Gramfelden sehen. Es ging durchaus emsiger vor als sie es erwartet hat, dennoch war es ein ziemlich armseliges Loch. Die Ruine sah ziemlich abgefressen aus. Rechts und links des Weges gab es einige Krammethaine und ein paar Viehweiden. Von einer Baustelle im Dorf kamen ihnen zwei Gestalten entgegen. Der Größe nach waren es der Zwerg und der Hühne aus der Taverne. Der Tross der Elenden schlich auf die beiden zu. "Mensch Konnar, die sehen ja abgehalftert aus. Guck mal, der da hat nicht Schuhe an. Ob die uns wirklich helfen können?" "Da kann Korwin erstmal ne Woche beifüttern bevor die was gebacken kriegen. Hey!" Winkte Konnar dem jungen Mädchen, was den Ochsen führte zu. "Hehe, das ist doch die Rotzige aus der Taverne." "Hmjaja.." grummelte der Zwerg. "Seit gegrüßt werte Herren," rief Dabatti ihnen entgegen. "Meister Kuno schickt uns." "Was ist denn mit euch passiert junge Dame? Einige von euren Männern haben ja nicht mal ein paar Schuhe an." "Wir hatten es euch doch gesagt. Unser Ansehen ist nicht überall das beste. Und einige von uns warten schon Länger auf eine Anstellung." "Ich bin Meister Balsox." Brummelte der Zwerg. Wen haben wir vor uns?" Die Männer traten einzeln vor. "Ulfgard Radezell mein Herr. Aus Mendena kamen wir dereinst. Der da ist Rybold Hammermann, das ist Sygisbold Schafstall und der kleine alte da ist Krasimer Borkdorf. Wir zwei sind Zimmerer und die beiden sind Steinmetze." "Ohne Schuhe." Brummelte Balsox. Der alte senkte seinen Kopf und knetete seine Mütze vor der Brust. "Wir sind gute Männer Herr Balsox. Auch ohne Schuhe." Balsox nahm seinen Brossierhammer aus dem Gürtel und warf ihn dem Mann rüber. Behände fing dieser ihn mit der linken Hand während er gleichzeitig seine Mütze mit der Rechten aufzog. "Was wünscht ihr?" "Der Fenstersturz." "Euren Meißel Herr." Balsox lächelte unter seinem Bart, griff nach dem Meißel und warf ihn dem Mann herüber. Krasimer fing ihn und beugte sich über den Klotz. Strich mit der Hand über den Stein. "Welche Stärke?" "Zwölf Finger." "Das wird nicht gehen Herr. Bei neun Fingern ist ein Riss im Gestein. Er wird brechen wenn ich den Meißel ansetze und schlage." Balsox schritt zu ihm herüber, beugte sich über den Stein und beäugte ihn. "Richtig brummelte er." "Gearbeitet wird ab Sonnenaufgang. Zur Praiosstunde gibt es was zu Essen und Bier. Ende ist, wenn ich es sage. Lohn gibt es jeden Praiostag morgens. Den macht ihr aber mit dem Herren seiner Wohlgeboren Ritter Korwin aus.



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Texte der Hauptreihe:
K6. Rahja
K7. Glut
30. Bor 1042 BF 12:00:00 Uhr
Neun Finger
Dabatti


Kapitel 5

Rahja
Autor: Gramfelden