Geschichten:Der Salzenforst 13

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“Dein Herr ist frei, nun erfüllt Deinen Teil des Kontraktes.“, grollte der Dschinn.

“Du bist schneller als ich, warum machst Du es nicht selbst?“, fragte Raim und winkte Goswin verhalten ab, sich ja nicht einzumischen.

“Ich bin hier gebunden.“, knarckste es.

“Oh, na gut, dann gehen wir und stellen den Dieb.“, schlug Raim vor.

Er zog Goswin mit sich und lief mit ihm über den See. Auf der anderen Seite angekommen, schnappte er sich seinen Bogen, der noch immer dort lag.

“Sag mal...“ begann Goswin.

“Welche Spuren siehst Du hier?“, unterbrach ihn Raim und wies zu Boden.

Goswin schaute kurz, “Hmm, ein Hirsch, ein recht Großer würde ich sagen.“

Raim nickt, “Gut. Vergiß dass nicht. Ich erzähl dir den Rest nachher, aber erstmal lass uns den Magier jagen.“

Goswin grummelte, nickte dann aber. Zusammen folgten sie der Spur des Magiers. Sie gingen langsam, um nicht in einen der scharfen Kristalle zu geraten.

“So werden wir ihn nie kriegen“, fluchte Raim.

“Sei froh, wenn wir lebend hier rauskommen. Mit Dschinnen und Magiern ist nicht zu spassen.“, gab Goswin zurück.

“Aber ich hab dem Tschinn....“

“Das heisst Dschinn, mit D“, verbesserte ihn Goswin.

“Jaja, dem Dschinn mit D hab ich versprochen den Dieb zu jagen. Und Versprechen muss man halten, oder?“

Goswin sagte nichts dazu und ging weiter. Nach einer Weile hatten sie den Rand des Forstes erreicht. Die Spur des Magiers führte gen Osten, heim ging es nach Norden.

“Und nun?“, Goswin fragte erneut nach.

“Es bleibt dabei. Versprechen muss man halten.“ Raim ging der Spur des Magiers nach. Goswin schüttelte den Kopf, folgte seinem Ziehsohn aber dann. Ein Brüllen lies die beiden innehalten. Zwischen den Bäumen sahen sie einen Flammenstrahl aufzischen. Raim zog einen Pfeil auf und rannte los. Zwischen den Bäumen sah er den Magier auf sich zulaufen. Raim blieb stehen, legte an, hielt den Atem an und lies den Pfeil fliegen. Zitternd bohrte er sich vor den Augen des Magiers in einen Baum. Der hielt inne. Raim legte einen neuen Pfeil auf, doch vor Nervosität entglitt ihm dieser. Der Magier hob die Arme und begann etwas zur murmeln.

Raim stolperte zitternd rückwärts. Er hörte Goswin von hinten etwas rufen, wusste jedoch, dass dieser keine Waffe bei sich hatte. Das Gesicht des Magiers zeigte ein niederhöllisches Grinsen. Doch dann stürmte ein großer Schatten aus dem Wald. Noch bevor der Magier seinen Zauber beendet hatte, traf ihn das Geweih des Hirsches und schleuderte ihn meterweit durch den Wald. Zitternd stand Raim da. Goswin trat neben ihn.

“Lass uns nach ihm schauen.“ Vorsichtig gingen beide weiter. Der Hirsch stand reglos einige Schritt von ihnen entfernt. Sie folgten seinem Blick. Der Magier hing seltsam verdreht in einem Baum am Rande des Salzenforstes. Salzene Kristalle stachen aus seinem Leib hervor. Blut sickerte aus mehreren Wunden und färbte das Salz rot. Sein Blick war bereits gebrochen. Raim zitterte nicht mehr, als er langsam an den Toten herantrat und nach seiner Tasche griff. Mit einem Dolch schnitt er die Beute des Magiers frei. Er schauderte, als er sah, dass auch der Leichnam langsam von den Kristallen überwuchert wurde.


Er drehte sich um und ging zum Hirsch zurück. Erneut trafen sich ihre Augen für einen Moment. Dann hob der Hirsch den Kopf, drehte sich um, schaute kurz zu Goswin und trabte von dannen. “Und nun?“, fragte Goswin und deutete auf die Beute des Magiers.

Raim schüttelte den Kopf, als ob er aus einem Traum erwachte. “Ich versprach dem Dschinn mit D nur, den Dieb zu stellen. Von seiner Beute war nicht die Rede.“

“Dann bringen wir es dem Vogt.“ beschloss Goswin.

Raim zögerte, nickte aber dann. Goswin legte ihm den Arm auf die Schulter, “Aber erstmal geht’s heim. Das war ein langer Firunstag und ich glaube, wir haben einander viel zu erzählen.“


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1. Fir 1030 BF
Kapitel 13
Kapitel 12


Kapitel 13

Kapitel 14
Autor: Goswin