Heroldartikel:Kanzleirat von Hesinde verlassen?

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Havena Einen kleinen Skandal löste im beginnenden Phexmond der Kanzleirat Meister Alrik C. Jörbard, ein enger Mitarbeiter und Berater Seiner Excellenz des Reichserzkanzlers, aus. Meister Jörbard, der sich im Auftrag Seiner Excellenz in Havena aufhielt, wurde vor Trunkenheit fast von Sinnen in einem schäbigen Etablissement im Havener Stadtteil Orkendorf aufgefunden.

Kanzleirat Alrik C. Jörbard © BB

Eigentlich kam das unwürdige Betragen des Kanzleirates nur durch einen Zufall ans Licht: Die Stadtgarde hatte entgegen ihres üblichen Vorgehens, nebenbei bemerkt zwölf Mann stark, das verrufene Orkendorf betreten, um einem Hinweis auf den Aufenthalt einiger Mitglieder der berüchtigten Bande der ”Nebelgeister” nachzugehen. Anstelle dieser Schurken aber fanden die Gardisten in dem mindestens ebenso berüchtigten, heruntergekommenen Bordell ”Radschas Wolgefalen” einen offensichtlich sturzbetrunkenen, pöbelnden und schmutzige Lieder grölenden Gast, der mit seiner teuren (nunmehr allerdings nach Premer Feuer und Erbrochenem stinkenden) Kleidung so gar nicht in diesen Teil der Stadt passen wollte. Wie groß war aber die Überraschung der Büttel, als ihr Hauptmann in dem Trunkenbold, welcher sich beim Eintreffen der Garde ungeniert selbst benässte, den Sekretär des Reichserzkanzlers erkannte, welcher noch am Tage zuvor im königlichen Palast seine artige Aufwartung gemacht hatte!

Die im Raume anwesende Hure mit dem bornischen Namen Mornica Levschkije wurde alsgleich verhört und gab (sinngemäß) an, Meister Jörbard habe sie bereits in jenem desolatem Zustand aufgesucht, den er nun bot, sie im Voraus bezahlt (wobei sie stolz vier blinkende Goldmünzen neuester Garether Prägung vorwies), sei allerdings kaum mehr zu irgendeiner rahjaischen Betätigung in der Lage gewesen, so sehr sie sich auch bemüht hätte ... Meister Jörbard wurde, wobei er sich (angesichts seiner schmächtigen Statur nur mit geringem Erfolg) tretend, keifend und speiend wie ein altes Weib zur Wehr setzte, von den Bütteln erst einmal in das Garnisonsgebäude mitgenommen, wo er in aller Heimlichkeit seinen Rausch ausschlafen und zu Sinnen kommen sollte. Selbstverständlich wurde die städtische Administration allsogleich verständigt.

Korbflaschen.JPG

Am Abend des folgenden Tages konnte oder wollte sich der von einem argen ”Werwolf“ geplagte Kanzleirat nicht recht an die nächtlichen Geschehnisse erinnern, betonte jedoch sein völliges Unverständnis und seine Unschuld in allen Dingen. Seine Trunkenheit und seinen Aufenthalt an solch verrufenem Orte konnte Meister Jörbard nicht erklären – er habe sich im ausgesprochen respektablen, in der Garether Straße gelegenen Hotel ”Havenapalast”, in welchem er logierte, lediglich ein einziges Bier genehmigt. Mehr wüsste er nicht, weshalb er auch betroffen die leise und reuige Frage stellen musste: ”Ich hatte doch zu keiner Zeit ... ähm ... rahjaischen Kontakt mit dem Fräulein Levschkije?” Im ”Havenapalast” wusste man nur zu berichten, dass Meister Jörbard an jenem Abend offenbar den Abtritt im Hof zu besuchen gedachte und seitdem nicht mehr gesehen ward.

Eine offizielle Stellungnahme der Reichskanzlei steht noch aus. Meister Darian von Schnellenbrück, derzeitiger Stellvertreter Meister Jörbards, zeigte sich aber überaus schockiert über die Havener Vorfälle. Kurioserweise gibt es jedoch bereits eine Reaktion aus dem fernen Almada, wohin offenbar reisende Kauffahrer die pikante Nachricht weitertrugen (was einmal mehr beweist, wie schnell sich peinliche Kunde verbreitet). Der Puniner Landvogt, Hochgeboren Ansvin von Al’Muktur, äußerte weiland sein Erstaunen darüber, dass der ansonsten so gesittete, kultivierte und für sein korrektes Auftreten bekannte Garether Beamte ausgerechnet dieser das Benehmen eines Ferkinahirten – diese Worte gebrauchte er wirklich – an den Tag gelegt hätte. Andererseits hätte bei genauerem Nachsinnen das Auftreten des Kanzleirates in der jüngsten Vergangenheit insbesondere dem Almadaner Adel gegenüber tatsächlich schon sehr von der sonst gewohnten Etikette und Artigkeit verloren, welche man in einem solch exponierten Amt wie dem seinen hätte erwarten müssen. Tatsächlich hätte er selbst noch vor kurzem in einer Flugschrift über das Fehdewesen die Magnaten des Südlichen Königreiches mit jenen Bergbarbaren des Raschtulswalls verglichen, deren Gebaren er nun offenbar selbst angenommen hatte. Man müsse sich bei allem gebührenden Respekt fragen, wie lange der hochverehrte Erzkanzler die Eskapaden und Ausrutscher seines Sekretärs noch zu dulden vermöge ...


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