Geschichten:Oh, mein gülden Raulsfeld - Der Sturmflug III

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Kaiserlich Ochsenblut, Junkertum Raulsfeld, Dorf Raulsknochen, 01. Peraine 1034BF


Dramatis Personae

Lomena von Sturmfels-Feuerfang, Junkerin zu Raulsknochen
Praiowart von Feuerfang, Edler aus Ochsenblut
Voltan von Heiterfeld, Junker von Heiterfeld
Rimiona von Heiterfeld, Ritterin aus Ochsenblut
Travin Lefzke, Abgesandter des Hauses Stoerrebrandt/Silberne Falken
Raulbrin von Hartwalden-Hartsteen, Hesinde-Geweihter und Vogt aus der Gerbaldsmark
Rudegar von Sturmfels, Edler und Burgvogt aus Ochsenblut
Alrik Lobesam von Sommerheide zu Kallerhag, Ritter aus Ochsenblut
Balrik von Keres, Junker aus der Raulsmark
Gerion von Keres, Magier aus der Raulsmark
Rowena von Fuchswalden, Junkerin von Fuchswalden in Bärenau
Raulafan Brauhus, Praiot und Ucuriat aus Raulsknochen
Brandane von Arkenaue, Praiotin aus Raulsknochen, Adjutantin Raulafans
Salva Pritessa von Sienen-Folk, Ritterin aus der Sighelmsmark
Frobert von Klagen, Edler aus der Sighelmsmark
Yosmina Belona von Isppernberg-Sommerheide, Ritterin aus Ochsenblut
Gisbert Rondrowin von Aurenstein, Junker aus der Sighelmsmark
Barnhold von Vierok, Baronet aus Vierok
Alrik von Trenck, Junker aus Vierok
Brindian von Cletzau, Edler aus Vierok
Udalbert von Cletzau, Edler aus Vierok
Jerodin von Bärenau-Pandlaril, Kastellan auf der Pfalz Randersburg
Irion von Pfortenstein, Burgvogt auf Burg Pfortenstein in Rallerspfort
Raula von Sturmfels-Feuerfang, Praios-Novizin aus Raulsknochen
Falkwin Albur von Sturmfels-Mistelstein, Page Lomenas


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Raulbrin von Hartwalden-Hartsteen hatte allen Rednern aufmerksam aber schweigsam zugehört, wusste er doch was seine Aufgabe hier war... sein Abt hatte ihm aufgetragen die neusten Entwicklungen in Ochsenblut etwas genauer zu betrachten, schließlich grenzte die Kirchenlande St. Ancilla an die Burggrafschaft und gerade die Raulsfelder Junkerin schien in der letzten Zeit sehr umtriebig zu sein. Im Grunde hatte sein Abt kein wirkliches Interesse an dem Sturmflug-Orden. `Nicht noch ein Orden´, hatte sein Abt seufzend von sich gegeben, aber alles was wie auch immer der Goldenen Lanze mit ihrem Oberst von Mühlingen - den sein Abt verabscheute – Konkurrenz bot, war nur recht und billig. Außerdem galt es, die Vormachtstellung der Praios-Kirche zumindest einzudämmen. Die Goldene Postille kam seinem Abt sehr gelegen, zeigte es doch die Unfähigkeit des Adels ... darüber hinaus hatte Hartudan seinen Abt noch nie so herzhaft lachen gehört wie bei der Lektüre dieser Postille. Nun sah sich Raulbrin aber genötigt das Wort zu ergreifen und erhob sich. „Wohlgeboren von Keres, Euer Anliegen in allen Ehren, aber meint Ihr nicht auch, dass ein solches Kopfgeld Denunziationen nur Tür und Tor öffnet? Solche Masken sind schnell jemanden unter zu schieben und mit Leichtigkeit würden so Unschuldige unter Verdacht geraten.“

"Man kann es aber auch nicht zulassen, daß sie damit ungeschoren davonkommen", gab Gerion zur Antwort. "Die ersten Überfälle gab es schließlich vor fast einem Jahr und diese Räuber haben bisher kaum eine Reaktion von uns gesehen, bis auf verstärkte Patrouillien der 'Lanze'. Aber offensichtlich hat das ja nicht gefruchtet."

„Nun, die Arbeit der `Lanze´ zu überlassen scheint mir für wahr auch keine Lösung, dies haben wir in St. Ancilla schon vor langer Zeit erkannt und eine eigene Klostergarde aufgestellt – mit Unterstützung der Draconiter versteht sich.“ Der Mentor machte eine kurze Pause. „Aber wir reden hier über zweierlei Probleme ... zum einen die Überfälle auf Boten – was, bei den Göttern, zweifelsohne frevelhaft ist und verfolgt werden muss. Ich denke da sind wir uns alle einig – zum anderen reden wir über die Verfehlungen einzelner Adlige, wobei ich Anwesende ausschließen möchte.“ Raulbrin´s Blick wanderte zu Gerion, wusste er doch das dieser kürzlich erst in St. Ancilla vorstellig wurde und mit dem Abt sprach und dieser große Stücke von ihm zu halten schien. „Gäbe es keine hohen Herrschaften, die so hesindeverlassenen Schund von sich geben und auch noch auf Pergamant verewigen, so wie man es in der `Goldenen Postille´ nachlesen kann, dann gäbe es auch keine Postille – mich wundert es doch sehr, dass sich die Diener des Herrn Praios noch nicht zu diesem Punkt geäußert haben.“ Raulbrin setzte sich wieder und war gespannt auf die Reaktionen.

Dieser Ansage nicht ausweichend antwortete Raulfan Brauhus recht gehalten: „Nun, euer Gnaden, ihr sprecht durchaus weise Worte, wie es von einem Priester der göttlichen Schlange zu erwarten ist, und so kann ich euch diesbezüglich nur zustimmen. Wir alle müssen vorsichtiger aber vor allem sorgfältiger mit unseren Worten umgehen, so gibt es doch da draußen, wie wir nicht erst seid den Überfällen wissen, eine Menge Leute, vom Strauchdieb bis zum Pack der übelsten Sorte, die die Ordnung des Herren Praios nur zu gerne ins Wanken bringen wollen oder gar zu Fall und die sich solche Gelegenheiten nicht entgehen lassen. Und so sagte ich dazu hier noch nichts, aber predigte ähnliche Worte durchaus schon hier im Tempel.“ Zufrieden schloß er.

„Es wird sich zeigen, ob Ihr Euren Worten Taten folgen lassen werdet, Euer Hochwürden.“ Raulbrin zeigte sich wenig beeindruckt und fuhr mahnend fort „Nicht aus Angst vor götterlästerlichen Subjekten sollten wir sorgfältiger mit unseren Worten umgehen, denn dies würde bedeuten, dass uns das Übel schon überkommen hat, nein, sondern von unserem reinen Herzen aus. Aber ich will mich nicht in eine Predigt verrennen, dies überlasse ich anderen. Kommen wir daher zurück zu dem Anliegen der ehrenwerten Junkerin Lomena von Sturmfels-Feuerfang. Da meine Wenigkeit als Kirchenmann, der dazu noch ein Gelübde in einem Kloster abgelegt hat, nicht in der Lage ist einen weiteren Orden beizutreten, möchte ich den versammelten Herrschaften doch im Namen meines Abtes Adran von Feenwasser versichern, dass das Hesinde-Kloster St. Ancilla dieser Unternehmung sehr positiv gegenübersteht ... und nicht nur das“, der Mentor machte eine Kunstpause, „die Kirche der Allwissenden hat sich entschlossen, diesem göttergefälligen Orden eine nicht unerhebliche Summe an Barmitteln zukommen zu lassen, so das der Orden schnellstmöglich seine Arbeit aufnehmen kann.“ Der Hesinde-Geweihte setzte sich innerlich lächelnd auf seinen Platz zurück, während er einen Schluck Wasser aus einen Pokal zu sich nahm und die Runde aufmerksam musterte.

Das gab Beifall und auch Raulafan Brauhus stimmte in diesen mit ein auch wenn der Hesinde-Priester ihm gerade die Worte im Mund herum gedreht hatte. Diese Adelssproße waren ihm meist rhetorisch überlegen, aber damit konnte er mittlerweile umgehen, er hatte andere Qualitäten. Nämlich genau die zu wissen, wann es wert war eine Fehde auszutragen oder wann es besser war hinter einem größeren Plan zurück zustehen, er war eben ein Vermittler und ein Hirte.

"Warum auch nicht?", brachte Barnhold von Vierok, nach dem Beifall, mit seiner Baßstimme ein. Er saß mit verschränkten Armen auf seinem Stuhl, und war dem Gespräch aufmerksam gefolgt. "Das hört sich doch alles göttergefällig an. Dieser Orden meine ich. Das Haus Vierok wird da mitmachen. Aber über das Kopfgeld von dem der Herr von Keres sprach sollten wir auch noch genauer reden. Schließlich haben diese Mordbuben ein ganzes Schloß gebrandschatzt und die Bewohner brutal abgeschlachtet." Barnhold hatte heute noch die Bilder im Kopf - wie eine ganze Familie in ihren eigenen Blut lag ... "Wir würden nicht nur am Orden unseren Anteil beitragen, sondern auch am Kopfgeld." Die anderen aus Vierok stimmten dem Baronet zu.

„Nicht zu vergessen die Dörfer in Retogau und der Raulsmark.“, warf Alrik Lobesam von Sommerheide zu Kallerhag noch schnell ein bevor ein weiterer Beifall und Sätze wie „Das ist Recht.“ und „Wir müssen selbst für unsere Sicherheit sorgen.“ die Runde machten.

Als auch diese Euphoriewelle wieder etwas abebbte erhoben auch die beiden Reichsforster Gäste Jerodin von Bärenau-Pandlaril und Irion von Pfortenstein das Wort, nach dem sie die Köpfe zusammengesteckt hatten: „Im Namen des Junkertums Pfortenstein und der Pfalz Randersburg in der Grafschaft Reichsforst möchten wir kundtun, dass auch unsere Herren gedenken Geld für den Orden und eines möglichen Kopfgeldes bereit zu stellen. Unsere dazu nötigen Berichte werden, so können wir jetzt schon sagen, sehr positiv ausfallen, so dass ihr auch von dieser Seite mit Unterstützung rechnen könnt. Denn auch uns ist schon seit längerem die recht luschige Arbeit der Lanze aufgefallen und so werden wir dort etwas an Budget einsparen und so neue Kapazitäten schaffen.“


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