Geschichten:Das ewige Schandmal - Die Beichte

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Im Lager an der Gaulsfurt, 4. NL-Tag 1039 BF

Die seltsam-gespentisch huschenden Nebel hingen immer noch über dem Darpat und die langen Schatten, bedingt durch die immer heißer brennende Sonne, hatten ein unnatürliches Eigenleben, zumindest kam es einem so vor. Eine drückende Stille lag über dem Lager, als Alarich völlig überrachend das Zelt seines Freundes betrat, mit bedrücktem Gesicht.Knapp begrüßte er Selo und in seiner zaghaften Umarmung, die erste seit dem Wiedersehen, lag ein Anflug von Schuld und Sühne.

„Die nächste Stabssitzung beginnt gleich…“, er wich den fragenden Blicken Selos aus. „Ich weiß.“, antwortete dieser, er würde wieder nur als Zuschauer dabei sein.

Unangenehme Stille.

Dann setzte sich Selo und bat dem jahrelangen Gefährten ebenso Platz und Getränk. Dieser verneinte aber und blieb stehen. „Aber vorher, der Herr Praios und mein Gewissen gebieten es so, muss ich noch einmal mit dir sprechen. Wer weiss ob wir dazu noch einmal Gelegenheit haben…“

Selo musterte Alarich nach dem seltsamen Beginn, so hatte er den versierten Adligen vorher bisher selten gesehen. So voller Reue. „Ja?“ war seine einzige Antwort.

„Es fällt mir schwer. Aber ich habe immer nach bestem persönlichen, aber vorrangig politischem Wissen gehandelt, du weisst wie das läuft…“

Wieder Schweigen.

Tief durchatmend, als fasste er allen Mut zusammen, brach der Reichskanzler das Schweigen wieder: „Am besten ich sage es gerade heraus, ohne Umschweife…“, er schluckte schwer, „Als du gingst…haben mir einige angeraten dich aufzuhalten. Sie befürchteten, du könntest hier deine Bestimmung finden und nun…sie wollten die „Gastung“ aufrecht erhalten…“

Selo wurde ungeduldig, was redete Alarich schon wieder von Gastung, sie wussten bei was es gewesen war. „Sprich, Alarich, sonst ist Perricum gefallen bevor…“

Dieser scharfe Ton passte dem Garetier gar nicht, doch sein schlechtes Gewissen zügelte seinen Zorn darüber. „Nun…ich war anderer Meinung und sagte ihnen, dass es so besser sei, als Freund und Politiker sei ich dieser Meinung…“

Selo war irritiert: „Das hört sich nicht nach dem Gesicht an mit dem du hier aufgekreuzt bist.“

„Ja,...aber ich sagte ihnen auch, dass ich dich eh nicht aufhalten könnte und das es richtig war. Aber ich habe ihnen auch gesagt, dass es ebenso politisch sinniger sei als das Gast-Konzept aufrecht zu halten. Ich sagte ihnen, du würdest hier am Ende mehr beschädigen als reparieren können, weil du eben keiner von ihnen mehr seist. So könnte man die immer etwas unberechenbaren Nebachoten kleiner halten, als damit einen ihrer Prinzen zu „beherbergen“. Das hatte sie nur immer weiter zusammen gefügt, eine starke Einheit, gut für das Reich, aber auch immer nicht ganz berechenbar. Und wie es sich verhielt sollte ich Recht behalten. Die Nebachoten sind keine Einheit mehr. Du allein warst natürlich nicht der alleinige Faktor, aber ein Stück davon. ...Doch wer konnte ahnen, dass wir genau diese Einheit jetzt gebrauchen könnten und dass wir einen Fehler gemacht haben. Ich habe einen Fehler gemacht. Und ich meine nicht nur politisch, ich habe dich als Freund, beinahe Bruder, ins Unglück gestürzt…“

Selo stand regungslos da und konnte Alarich nicht unterbrechen, er war zur Salzsäule erstarrt und konnte nicht fassen was er da hörte. Es war also alles noch schlimmer, als er es geahnt hatte, sein Freund womöglich nie wirklich einer, auch wenn er ihn so nannte. Wut stieg hoch in Selo, eine Wut die er so noch nicht gespürt hatte und plötzlich wollte sich der Gram der letzten Jahre und Monate bahnbrechen und Selo öffnete den Mund um Alarich zu verfluchen…da erklang lauter Alarm im Lager: „ ER KOMMT, ER KOMMT, DIREKT ÜBER DEN DARPAT…“



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Texte der Hauptreihe:
4. Nam 1039 BF
Die Beichte
Drei Geschichten


Kapitel 3

Drei Geschichten
Autor: Jan