Klage des verlassenen Mädchens

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Das verlassene Mädchen

Früh, wenn die Hähne krähn,
eh die Sternlein verschwinden,
muss ich am Herde stehn,
muss Feuer zünden.

Schön ist der Flammen Schein,
es springen die Funken,
schaue so drein,
in Leid versunken.

Plötzlich, da kommt es mir,
treuloser Knabe,
dass ich die Nacht von dir
geträumet habe.

Träne auf Träne dann
stürzet hernieder.
So kommt der Tag heran -
Oh, ging er wieder!

Steigt dann die Sonn hinauf,
trocknen die Tränen.
So ist des Lebens Lauf:
Hoffen folgt Sehnen.

Bald lächelt wieder mir
Rahja, die Schöne:
Auch andern Müttern hier
Schenkte sie Söhne!

(Strophen 1-4 von E. Mörike, Strophen 5 und 6 von O. Baeck)