Das alte Lied

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Das alte Lied - eine thorwalsche Sage

gedichtet von V. Strunk, T. Erlenhof im Zuge eines Liverollenspiels

I. Aus Skelellen ein Hetmann

im Wald die größte Eiche schlug,

Es kamen gleich die Händler her,

als er sie in das Dörfchen trug.

II. „Zu verkaufen nicht ist diese Eiche“,

sagte er mit großem Stolz,

„Zu gewinnen nur in einem Spiel“,

ist dieses edle Stückchen Holz.

III. „Sag nun an Du tapf’rer Recke“,

dann der Skalde zu ihm sprach,

„wie habt ihr dieses Holz gewonnen,

mit viel Stolz und ohne Schmach?“

IV. Der erste Mann von meiner Sippe,

der mit mir auf die Lichtung ging

trug mit sich den hölzer’n Spross,

der an einem Aste hing.

V. Ein Zweiter hielt ein kleines Stück,

von unser guten Sumu Knochen,

dass er griff aus Efferds Hand,

bevor es ward zum Meer gekrochen.

VI. Das ziert des dritten Mannes Hut,

nicht vom Horste unbedingt,

es zieht uns auch die Linien fein,

und Scharen in die Luft es bringt.

VII. Und nun hört von meiner Zunge

was in der Hand des Vierten lag,

mitten aus dem Herz des Waldes,

ein teilend Stück des Baumes Mark.

VIII. In des Fünften Horn ich fand,

ein guten Schluck mit Gerstes Gischt,

die jeder mag in diesem Dorf

und die uns den Durst gut lischt.

IX. Ein sechster nahm von seinem Feinde

dessen Angst, den Trunk aus Salz,

als er zittert lag vor ihm im Drecke,

er strich die Tropfen ab vom Hals.

X. Von einem jener hohen Herren,

die zum Zaubern hab’n die Kraft,

nahm der Siebte von dem Blute,

Madas Frevels Lebenssaft.

XI. Der achte trug auf einem Blatt,

Tropfen von Efferds frühen Segen,

er lag dort drauf, doch keiner weiß’s,

denn des Nachts, da war kein Regen.

XII. In der Hand des neunten aber,

ein Haar von einem Wesen rührt,

dessen Körper rein und gut,

Rahjas Freuden nie gespürt.

XIII. Und mit mir ging noch ein Gefährte,

und zwar der zehnt’ an meiner Seit’.

Er haucht, denn das ist seine Gabe

er war Seher in der Dunkelheit.

XIV. Den roten Hahn in seiner Hand,

der Elfte da zur Lichtung bringt,

die ich tief im Walde fand,

von der alsbald ein Skalde singt.

XV. Der Zwölfte aber gar nichts trug,

im Herzen rein und königlich,

was er da tat so falsch zuvor,

gestand vor den Anderen er auch sich.

XVI. Ich darselbst, ich trug das Beil,

das mir als Hetmann zugedacht,

und führte die Zwölfe in den Wald,

wir riefen dann der Feen Macht.

XVII. Indem ich da sang dieses Lied,

konnten wir die Lichtung finden,

aber ich versprach als Pfand,

meiner Frau ihr erstes Kinden.

XVIII. Und so soll es immer sein,

ein jedes Jahr ein neuer Baum,

und das Kind wird wiederkehrn

und singen von der Feen Traum.