Greifenland – Fremdes Land

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Greifenland – Fremdes Land

Wie fremd ist mir das Land geworden,
wie einsam ist es hier.
Wo Herdfeuer einst hell an vielen Orten
begegnet Ruin und Asche mir.

Freunde, wo sehen wir uns wieder?
Ich vermiß euch sehr!
Der Orkensturm warf viele nieder,
wehte sie übers Nirgendmeer.

Wer dem Orke trotze zog nach Osten,
zu streiten für das Reich.
Gefallen sind auch hier die Besten
unter der finstren Horden Streich.

Für der Freunde Schicksalsbürde
will leis’ ich Trauer tun.
Ruh’n in fremder, schwarzer Erde.
Geb Boron, daß sie ewig ruh'n.

Fremd geworden ist mir dieses Land,
bekannter Pfad im schalen Licht.
Entgleitet gar Satinavs Hand?
Führt zurück dich nicht.

Finsterkamm, wie dräust du doch:
Sehe fernen, kalten Grat,
ewigen Schatten im steilen Joch,
Harpyien hoch über’m Pfad.

Eine Reise oft von vielen Tagen
bis zum nächsten Hof.
„Fremder, tust Unbill bei dir tragen?“
heißt dann die Frage oft.

Nicht selten hör ich Fremde Zungen,
aus Tobrien so fern.
Am Feuer traurig Lieder klingen,
wär’n in der Heimat gern.

Tobrisch Wurzel will nur schwer gedeih’n,
von schwarzem Sturm getrieben.
Der Freiheit Kelch kann bitter sein,
blutend Herz daheim geblieben.

Drum schenk zum Abschied noch mal ein
und leer den Becher bis auf den Grund.
Manch einer kehrt nie mehr heim,
bleibt fern ganz ohne Kund.

Edorian Blaustein, 1027 BF
Aus den Reiseerzählungen des Edorian Blaustein, neuzeitlich. Gehört in einer Schenke in Eslamsroden.

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Texte der Hauptreihe:
K18. Greifenland – Fremdes Land
Eff 1027 BF
Greifenland – Fremdes Land
Gedenktag in Hartsteen

Kapitel 22

Gedenktag in Hartsteen