Geschichten:Schneehager Werbung - Die Spannung vor einem wichtigen Treffen

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Burg Dornensee, Travia 1032 BF

Albur von Mersingen wartete gespannt auf seinen eben eingetroffenen Gast. Er hatte mit der gerade über den Burghof gehenden Hochgeboren Walderia von Klöppelstein zu Schneehag im Vorfeld dieses Besuches bereits einige Briefe gewechselt. Sie war die Frau von Baron Marbert Böcklin von Buchsbart zu Schneehag und war vor einigen Monden an ihn herangetreten. Er hatte sich zunächst gewundert warum sie es war und nicht ihr Mann der ihn in der angemeldeten Sache auf ihn zugekommen war. Dann aber hatte er erfahren dass Baron Marbert Böcklin seit Efferd 1032 BF auf einer firungefällige Pilgerreise war. Diese würde sehr lange dauern und eine Rückkehr, wie könnte es anders sein beim Alten vom Berg, war keineswegs sicher. Albur hatte versucht so viele Informationen wie möglich über seinen Gast, ihre Herkunft und ihre Familie zu erhalten.

Schneehag war eine Baronie in der Weidener Grafschaft Heldentrutz. Nicht direkt am Finsterkamm gelegen aber dennoch nah genug um einiges bei den letzten Orkangriffen abbekommen zu haben. Regiert wurde die Baronie seit über hundert Jahren von Mitgliedern der Familie Böcklin. Eine wirklich alteingesessene Familie deren Geschichte wohl schon an die 1000 Jahre dauerte. Albur verspürte durchaus Respekt vor dieser Leistung. Denn die Gegend um den Finsterkamm war noch nie dafür bekannt gewesen das man dort ein einfaches Leben hatte. Nein vielmehr war ein so langes Überleben schon eine beachtliche Leistung. Vor allem da es scheinbar nie ein Böcklin in höhere Kreise als die eines Barons geschafft hatte. Dazu schien es noch so zu sein das die Familie nicht wenige Gegner und sogar Feinde hatte. Viele hätte dies vielleicht eher abgeschreckt aber für den rauhen Albur waren dies aber eher Vorzüge.

Walderia war endlich, nach einer langen Reise, an ihrem Ziel angekommen. Burg Dornensee in der gleichnamigen Baronie. Immer wieder hatte sie sich die richtigen Wörter zurechtgelegt die sie gleich an ihrem gegenüber richten würde. Mehrere Briefe hatte sie vorher mit diesem gewechselt und ihr kommen vorbereitet. Sie hoffte inständig dadurch Albur genug Zeit gegeben zu haben um über ihren Vorschlag nachzudenken. Wenn ihr Vorhaben gelänge wäre das die Krone ihres bisherigen Schaffens. Weder ihr Ehemann, noch ihre beiden noch lebenden ältesten Kinder hatten sich bisher groß Gedanken über das Fortbestehen ihrer Linie gemacht. Und ihr jüngstes Kind Derenald war sowieso ein hoffnungsloser Fanatiker der für die Golgariten in der Rabenmark kämpfte. Lange Abende über viele Monate hatte sie in ihrer Kammer über die rechte Frau für ihren ältesten Firian nachgedacht. Ewein, ihr zweitältester war wenigstens selber auf die Suche nach einer Frau gegangen. Aber er hatte nun sein eigenes Junkergut und Firian, nicht er war der Erbe der Baronie. Firian aber hatte, bis auf gelegentliche Abenteuer und ein paar wenige ernsthafte Versuche, scheinbar nicht mehr die Absicht eine eigene Familie zu gründen. Sie hatte viele Kandidatinnen mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln überprüft. In der näheren Umgebung von Schneehag war das Problem das so gut wie alle in Frage kommenden Familien mit den Böcklins wenn nicht verfeindet dann doch mindestens alles andere als in Freundschaft verbunden waren. Auch im restlichen Weiden hatte sie keine wirklich passende Kandidatin gefunden, denn außer der Tatsache dass sie nicht aus einer Familie kommen sollte die mit den Böcklins in Fehde standen, sollte die Hochzeit die Familie ja auch weiterbringen. Da es schon keine Heirat als Liebe werden würde sollte es doch mindestens einige Vorteile und Verbindungen für die Böcklins bringen. So hatte sie begonnen auch außerhalb von Weiden zu suchen und war letztlich dann zufällig auf eine geeignete Kandidatin gestoßen: Adaque von Mersingen, Tochter von Kronvogt Albur von Mersingen m.H. Ihre Nachforschungen hatten sich auf den Spross dieser alten und in letzter Zeit immer mächtiger werdenden Familie konzentriert. Immer mehr hatte sie bemerkt das Adaque eine sehr gute Wahl war.

Die letzte Hürde innerhalb ihrer Familie, wenn man einmal von der fehlenden Zustimmung ihres Sohnes absah, hatte sie vor einigen Wochen genommen indem sie das Familienoberhaupt Yolanda Böcklin von Bockenstein dazu gebracht hatte ihr in dieser Sache zu vertrauen. Denn bei den Böcklins war es schon ewig Tradition dass das Familienoberhaupt jeder Heirat in der Familie zustimmen musste. Nun hatte sie sich gut vorbereitet. Gleich würde sie vor Albur treten, auch über ihn hatte sie soviel wie möglich in Erfahrung gebracht und ihm eine Verbindung vorschlagen.

Ihre Argumente stützten sich dabei größtenteils darauf das Adaque als Zweitgeborene kaum Aussicht auf Dornensee hatte. Mal ganz abgesehen davon das die Mersingens hier nur Vögte waren. Die Familie Mersingen, auch wenn dieses Argument für den etwas aus der Reihe fallenden Albur wohl eher wenig zählte, war in Weiden auch nicht sonderlich stark vertreten. Eine Tatsache die eine Verbindung mit der alteingesessenen Familie Böcklin doch zum Teil ausgleichen würde. Walderia war sich sicher dass die Familie Mersingen, wenn ihr Aufstieg in diesem Tempo weitergehen würde, bald zu den ersten Familien im ganzen Reich zählen würde. Es also in ihrem Interesse war in jeder Provinz des Reiches vertreten zu sein. Wo dann eine Heirat mit Firian der erste Schritt für Weiden wäre. Sie war sich sicher, auch wenn Albur und Adaque nur aus einem kleinen unbedeutenden Nebenzweig stammte, das dies den Böcklins zum Vorteil gereichen konnte. Dazu hatte sie noch einige Argumente die ganz persönlich auf Adaque abgestimmt waren und die sie Albur gleich vortragen würde. In Schneehag wurden die Elfen weiterhin hochgeachtet, ihr Mann hatte sogar vor kurzem einem Elfen den Titel eines Junkers verliehen. Zugegeben er hatte ein Lehen erhalten das seine Sippe eh schon seit Ewigkeiten bewohnte und in dem sie schon lange gewisse Sonderrechte hatten. Aber das Zeichen war deutlich und würde eventuelle Bedenken von Albur, gerade aufgrund der jüngsten Ereignisse in der weidener Baronie Wolfenbinge zerstreuen. Wobei sie bezweifelte das Albur davon schon wusste. Hatte Baron Rondrian doch erst im Efferd den Tralloper Vertrag in den Grenzen von Wolfenbinge für nichtig erklärt. Weiter konnte sie anführen dass es auf Burg Firnhag eine kleine Hundezucht gab und dem Schneehager Baronen auch ein kleines Gestüt gehörte. Adaque also diesen beiden Steckenpferde auch weiter nachgehen konnte.

Auf der Reise nach Dornensee war Walderia noch ein weiteres Argument eingefallen. Da die Familie Mersingen ja immer mehr in Richtung der Rabenmark neigte, war es ja gar nicht so unwahrscheinlich, dass sie mit einen der dortigen Adligen verheiratet werden würde. Eine für Walderia grausige Vorstellung, sie war sich sicher das die Heldentrutz dagegen schon halbwegs wie ein Paradies erscheinen würde.

Auch sie selber hatte ein starkes Interesse daran, nachdem sie immer mehr über Adaque erfahren hatte, dass diese Verbindung zu Stande kommen würde. Sie war sich sicher, dass sie und Adaque sich gut verstehen würden. Schien es doch so, dass sie ein paar gemeinsame Interessen hatte. Auch als eine an einem Grafenhof ausgebildete Ritterin, war Walderia sich sicher, konnte Adaque ihr doch bei einigen Dingen helfen, die sie dringend auf Firnhag einführen wollte. Ihr Mann war ja nun auch für lange Zeit wenn nicht gar für immer weg und ihren Sohn, so war sie sicher würde sie in einigen Bereichen schon dazu zu bringen das zu tun was sie wollte.

Sie selber hatte damals auch nicht aus Liebe sondern aufgrund des Wunsches ihrer Familie Marbert geheiratet. Auch wenn sie einige bittere Zeiten verlebt hatte, was hauptsächlich daran lag das Marbert sich immer mehr den Lehren von Firun zuwandte. Ja sich manchmal schon wie ein Geweihter des grimmen Gottes benahm. Aber Firian war zur Hälfte ihr Blut und war wesentlich mehr dem Leben als dem Überleben zugeneigt. So war sie sich sicher sie würde eventuelle Bedenken zerstreuen können das die beiden aus dieser Zweckehe kein persönliches Glück würden ziehen.

Diese Gedanken gingen ihr durch den Kopf, als sie die letzten Schritte bis zu ihrem Gastgeber hinter sich brachte.



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16. Tra 1032 BF
Die Spannung vor einem wichtigen Treffen


Kapitel 1

Von Verhandlungen und neuen Bünden
Autor: Kalli